marvignes hat geschrieben:...Ihr habt ja alle Recht - aber ich meine, man muss das ganze auch relativieren. Fakt ist doch, dass in (!) Mali noch Nichts passiert ist (es war ja im Niger!) - und deswegen diese krasse Reisewarnungen?!
Wolfgang
Ich finde Naivitaet eigentlich immer sehr erfrischend. Wenn Sie dann aber so hartnaeckig wird, dann wird's ungemuetlich.
Schon lange vor AQMI war der Adrar des Iforhas bis fast Bordj-Mokhtar (nach N) und ueber das Vallée du Tilemsi bis in die Gao-Region ein Gebiet mit sehr schwankender Sicherheit. (Kidal war Jahrzehnte lang "offenes" Gefaengnis fuer Verbannte.)
Jeder weiss heute, wo sich die AQMI-Gruppen aufhalten. Du scheinst anzunehmen, dass sie nun dort auf ihren Felsen sitzen, fuenfmal am Tag beten, Couscous essen, am Sat-phon haengen und gemessen die drei vertrauten Teeglaeser schluerfen.
Ich muss Dich enttaeuschen: sie sind leider sehr mobil, haben ausgezeichnete Kontakte in ALLE Bevoelkerungsteile und sind wieselflink! So mag es sich dann ergeben, dass sie weite Strecken zuruecklegen (geschmuggelter Treibstoff ist billig) und ploetzlich mitten in Staedten auftauchen. Wer ihre Wege schon vorher kreuzt, wird - wenn er die "richtige" Provinienz hat - freudig begruesst und nachdruecklich zum Verweilen gebeten.
Es ist schoen, dass Dein Urlaub so harmonisch verlaufen ist und Du nun Land und Leute magst. Jeder hier hat aehnliche Erfahrungen gemacht und sieht wahrscheinlich die aktuelle Lage mit Traurigkeit.
Ein guter Rat: Lass es aber nun gut sein, mit bauchgefuehlten Betrachtungen zur Sicherheitslage einer ganzen Region, an deren Analyse sich Experten seit Jahren wund reiben!