@Micha
Wenn Du mit dem Moped nach Süden willst, gehe ich mal davon aus, daß da möglichst wenig Asphalt gefahren wird. Mit der AT, (die ich für Afrika-Zwecke als ziemlichen Eisenhaufen betrachte, sorry, aber so ist das, noch schwerer ist bloß das Ding mit den drei Buchstaben, die altern allerdings noch schneller), hebt man sich nur einen Bruch, wenn die Mühle umfällt, bringt man sie beladen nicht mehr hoch (einmal-zweimal schon, dann ist aber Schluß). Da sind schon Kräftigere wie ich in die Knie gegangen. Besonders gut fahrbar ist das Trumm im Sand nicht gerade.
Meine reichlichen Touren nach Nordafrika per Moped machen mir am meisten Spaß mit der
- XR600R PE04 (1. Preis) (Senegal-Mali-Niger-Mali-Mauretanien-Dakar) (Kameroun-Nigeria-Niger-Algerie-Tunisie)(Tunesien-Algerien-Mali-Côte d'Ivoire), viele Algerien-Touren, Libyen, Ägypten usw. (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit) leicht (125 Kilo trocken), viel Dampf aus dem Eintopf und zuverlässig, Verbrauch zwischen 6-8 l, je nach Untergrund, Fahrwerk sehr anpassungsfähig
- XL600LM PD04 (2. Preis)
Ich red hier bloß von mir, jemand anders mag mit anderen Mopeds unterwegs sein. Keine Diskussion über Für und Wider von Yamahondakawakürbis bitte.
In beide Motos passen hinten 140/90(80)er und 130/90(80)er sans problèmes, 120/90er haben den Vorteil, weniger Leistung zu verbraten. Vorn 90/90-21 oder 3.0-21. Grobe Stolle, da gibt's einige Auswahl. Es muß nicht immer Michelin sein. Schläuche mitnehmen, Flickzeug, Montiereisen. Ersatzreifen bekommt man, wenn auch gebraucht, gelegentlich in größeren Ortschaften. Luftpumpe, Werchzeuch komplett.
Luftfilter sind relativ leicht an Sand- und Staubgegebenheiten anzupassen. JEDEN Tag den LuFi reinigen, sonst rächt sich das mit hohem Spritverbrauch und verrußter Kerze wegen Überfettung. Außerdem zieht die Mühle nicht mehr richtig. Ersatzfilter essentiell, keine Papierfilter, die sind ruckzuck dicht. K&N bei viel Staub und Sand völlig ungeeignet. Schaumstoff, auswaschbar mit etwas Benzin in der 1. dicken Plastetüte, trocknen im Wüstenwind, anschließend etwas mit Filteröl in der 2. dicken Plastetüte einkneten und gutt.
Ich bin immer mit wenig Gepäck unterwegs, eine Ortlieb-Rolle hinten drauf enthält mein abgespecktes Zahnbürstel-Set, Schlafsack und eine Isomatte, Mückenzelt(!, mit Reißverschluß und zwei zusammenlegbaren elastischen Bögen) und darüber gestülpter Biwaksack, auf dem Boden eine große federleichte Kunststoffplane aus dem Baumarkt. Das Muckenzelt bewirkt, daß ich immer gut schlafe, unbehelligt von Kriech-, Krabbeltieren und stachelbewertem Chitingeflügel, auch mal bei fallweiser Hotelnächtigung, da stell ich das Muckenzelt einfach auf's Bett. Ein paar Liter Wasser hab ich natürlich auch mit, Micropur sowieso. Ich hatte so noch nie einen Durchmarsch vom afrikanischen Wasser. Mg-,Ca-,VitaTabs, immer eine Prise Kochsalz! Futter? Notrationen. Essen bei den Einheimischen. Landessprache (1. Frz., 2. etwas Arabiye, 3. Engl.) sehr von Vorteil.
Alkohol? Null. Qualm? Null.
Das Allerwichtigste ist Sprit. Ohne den kommst Du nicht an Wasser. Also Großtanks vorn und hinten. Feinfilter in die Benzinleitungen.
Mit neuer Kette wegfahren (DID O- oder X-Ring, kein Billig- oder gar Chinaschrott!). Kettenräder NUR aus Stahl, kein Alu, das schmilzt weg im Sand wie Butter unter der Sonne. Ich schmiere im Sand nicht, nur außerhalb davon, dort aber gründlich.
Sturzklamotten, Rückenschutz, Ellenbogen, Knie etc. Crosserstiefel (!). Ohne Helm KEINEN Meter! Schmerzmittel, wenn ich auf die Schnauze fliege (ich hab Ibuprofen, Diclofenac usw. mit, Arzt fragen), Verbandszeug. Und natürlich eine leichte Kombi.
Einiges an Ersatzteilen hast Du ja schon aufgezählt. Wenn was Gröberes verreckt, stehst Du sowieso.
Soweit für heute.
Wüstengruß
