Hallo Remo,
ich muss dich enttäuschen, so wie wir auch enttäuscht waren.
Es war uns leider nicht möglich, den Odzala NP zu besuchen, da der zuständige "Conservateur" mit Sitz in Mbomo uns den Zutritt zum Park verweigert hat mit der Begründung "il n'est pas encore installé un minister du tourisme".
Wir haben diesem Herrn, der in einem mit EU-Mitteln gebauten Haus mit EU-Flagge im Vorgarten wohnt, später sogar 200 US-$ angeboten, wenigstens bis zum ersten Camp am Lekoli mit unserem Fahrzeug fahren zu dürfen, um dort 2 Nächte zu campen und evtl die Chance auf Tiersichtungen zu haben. Fehlanzeige. Zuerst hat er das Geld genommen mit dem Versprechen alles zu organisieren, aber letztendlich nach 3 Tagen Warterei kristallisierte sich heraus, dass er es gar nicht wollte. Das Geld schon, aber nicht uns in den Park lassen. Das Geld haben wir dann allerdings auch zurückbekommen.
Zum Zeitpunkt unseres Besuchs waren keine ECOFAC-Leute vor Ort, die etwas regeln konnten. Das ECOFAC-Camp war lediglich besetzt mit der Primaten-Forscherin
Magdalena Bermejo und ihrem Mann von der Universität Barcelona. Zeitgleich waren 2 Inspekteure der EU vor Ort, weshalb besagter "Conservateur" sich anfangs auch willig zeigte, uns in den Park zu lassen. Nach Abreise der EU-Delegation bestand jedoch null Chance auf Eintritt in den Park, da der Conservateur seine Macht gegenüber den Bewohnern des ECOFAC-Camps signalisieren wollte.
Nach Aussage von Magda Bermejo waren in den vergangenen 2 Jahren keine Touristen mehr vor Ort, u.a. aus eben diesen Gründen .... von daher kann ich eigentlich von einem Besuch nur abraten. Odzala ist von Gabun aus in der Trockenzeit recht gut zu erreichen, von Brazzaville aus ist es ziemlich schwierig dorthin zu gelangen, wir haben von zwei Richtungen aus "Anlauf" genommen, bis wir eine einigermaßen intakte Piste hatten.
Áber selbst wenn die Zufahrt in den Park von Mbomo bis zum ersten Camp am Lekoli geklappt hätte - wir sprechen hier von 30 km, nicht mehr - ist lt. deren Auskunft die Chance auf eine Gorillasichtung = 0, da sich die Tiere tief in die Wälder zurückgezogen haben. D.h. eine Fahrt mit der Motorpiroge würde notwendig, und zwar eine Fahrt von ca. 6-8 Stunden - dies ist aufgrund fehlender Logistik so gut wie unmöglich. Der Ort Mbomo ist sehr schlecht erreichbar, Benzin gibt es nirgends. Der wenige Vorrat, der vorhanden ist, wird von ECOFAC bzw den Forschern selber gebraucht und kann nicht für Touristenfahrten zur Verfügung gestellt werden.
In den Jahren 2003 bis 2005 war die kpl. Region immer für einige Monate unter
Ebola-Quarantäne. Lt. Magda Bermejo meist November bis Februar ... und genau Dezember und Januar sind die einzigen Monate, in denen das Camp auf dem Landweg einigermaßen zu erreichen ist.
In dem Gebiet sind nur selten Reisende unterwegs, die aktuell berichten könnten. Aber vielleicht hat ja einer unser Leser aktuelle Infos für uns.
Welche Erfahrungen hast du denn im Dzanga-Sangha NP gemacht?
MODERATOR-NOTE: Erfahrungen bezüglich des Regenwaldschutzgebietes Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik findet ihr hier
ZAR - Regenwald-Schutzgebiet Dzanga-Sangha
Gruß
Birgitt