Karibu Kenya! Mzungu Express on tour
Verfasst: Fr 21. Sep 2012, 22:53
Hallo,
um es vorweg zu nehmen: Diese Tour führte weder in ein Wüstengebiet, noch ist sie mit einem 4x4 in trauter Zweisamkeit durchgeführt worden, auch nicht als Selbstfahrer mit Camping-Equipment, sondern wir waren mit zwei Nissan-Minibussen, Drivern vier Fomis und zwei adoptierten Mitreisenden drei Wochen in Kenia auf Safari im Juli/August 2012 zur Great Mirgration unterwegs. Die Tour ist aus Kostengründen und als Schnupperkurs von uns selbst designed und geplant worden. Damit wird uns überhaupt drei Wochen kenianische Nationalparks leisten konnten (die Permits betrugen pro Person in den drei Wochen 1000 €) haben wir an anderer Stelle halt Abstriche gemacht.
In Vorbereitung der Reise bin ich auf das Wüstenschiff-Forum und Birgitts begeisterte Berichte gestoßen, von denen wir sehr profitiert haben.
Deshalb als kleinen Dank an Birgitt und andere Interessierte hier mein Reisebericht:
1 Nacht Masai Lodge, Nairobi
3 Nächte Naro Moru River Lodge, Naro Moru/Mt. Kenya
3 Nächte Samburu Sopa Lodge, Samburu NP
1 Nacht Serena Sweetwaters Tented Camp, Ol Pejeta Concervancy
2 Nächte Sarova Lion Hill Lodge, Lake Nakaru NP
1 Nacht Sentrim Mara Camp, Sekenani Gate, Masai Mara
5 Nächte Ashnil Mara Camp, Mara River, Masai Mara
3 Nächte Fisherman´s Camp, Lake Naivasha
3 Nächte Masai Lodge, Nairobi
Hier unsere Route:
13./14.07.2012 Hannover - Nairobi
Gegen 17:00 Uhr brechen wir mit vier Koffern (Taschen) und zwei prall gefüllten Rücksäcken auf Richtung Holiday Inn beim Hannover Airport. Da unser KLM-Flieger nach Amsterdam um 06.00 Uhr startet, habe ich uns über Park & Fly wieder ein Doppelzimmer für 145,00 € gebucht. Dafür können wir unseren Wagen dann die nächsten drei Wochen hier kostenfrei parken und halber Wege ausschlafen.
Auf dem Flug Richtung Kenia dürfen wir zusammen 98 kg Gepäck und 24 kg Handgepäck mitnehmen. Ein Koffer ist mit Spenden für Kibera, einem großen Slum in Nairobi bestückt, in einer weiteren Tasche befinden sich Give-aways, für alle, bei denen wir uns unterwegs bedanken wollen.
Wir checken im Hotel ein und machen uns anschließend auf den kurzen Fußweg zum Terminal A. Da man bei KLM in Hannover nicht am Vorabend einchecken kann, erkundigen wir uns nur, wann wir Morgenfrüh hier bereit stehen sollen. Hurra, eine Stunde vor Abflug reicht! Für den Zubringerflug nach Amsterdam wird nur eine kleinere Propellermaschine eingesetzt und dort passen gar nicht so viele Leute rein, als dass lange Schlangen entstehen könnten.
Anschließend gönnen wir uns das Barbeque im Möwenpick auf der Aussichtsterrasse des Airportgebäudes. Ganz stilecht sitzen wir nach feinem Braai mit Drink im nordeutschen Strandkorb und schauen den startenden und landenden Maschinen zu. So fängt der Urlaub richtig gut an.
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 04.00 Uhr. Nach Morgentoilette und einem Schluck Kaffee bringt und der Shuttlebus des Hotels die kurze Strecke zum Terminal. Der Fahrer muss aufgrund der Gepäckmengen auch denken, dass wir auswandern möchten oder einer arabischen Großfamilie angehören.
Gepäckaufgabe, Personenkontrolle und Boarding waren schnell erledigt und wir sitzen im Flieger. In Hannover wie auch in Amsterdam schüttet es wie aus Kübeln!
In Amsterdam haben wir ca. vier Stunden Aufenthalt. Da die Wege hier aber sehr lang sind, wir erst mal in Ruhe frühstücken, unser Rauchereckchen aufsuchen, vergeht die Zeit dann doch zügig.
Die Personenkontrolle direkt am Gate hier in Shiphol dauert bei nur einem Abfertigungsschalter ewig. So steht bereits zwei Stunden vor Abflug eine lange Schlange vor dem Economy-Schalter! Am Business-Schalter geht´s natürlich flott weiter.
Das ist echt nervig, denn sitzt man erst mal kontrolliert in dem kleinen Glaskasten, kann man keine Getränke mehr erwerben bzw. ist auch kein Klo in der Nähe! Da sind die Holländer mal nicht auf zack!
Habe mir auf der linken Seite einen Fensterplatz in Reihe 22 gesichert und ab Italien war das Wetter so, dass man z. B. auch den Nil und den Lake Turkana erkennen konnte. Mit der Mt. Kenya-Sichtung wurde es nichts, da es bereits lange dunkel war, als wir um 20:20 Uhr mit nur fünf Minuten Verspätung landeten. Service uns Boardessen bei KLM war wie immer spitze!
Bedingt durch unseren Sitzplatz in Reihe 22 konnten wir recht schnell von Board und waren zügig an der Passkontrolle. Es sich ausgezahlt, dass ich unser Visum direkt bei der kenianischen Botschaft in Berlin auf postalischem Weg für je 40 € vorher besorgt habe. Innerhalb von 5 Minuten waren wir durch die Kontrollen und mussten dafür aber mindesten 45 Minuten auf unser Gepäck warten.
Als wir unsere Taschen und Koffer dann endlich vollzählig auf zwei Trollis aufgeladen hatten, emfing uns eine große Driver-Schar mit unterschiedlichsten Namenschilder, die eifrig in unsere Richtung geschwenkt wurden. Jochen hat ein fröhliches Hello in die Runde geschmettert!
Wir haben uns dann aber doch für unseren Driver-Guide Gulu entschieden. Ein kurzes Zigarettchen noch während Gulu die Augen verdrehte, ob unserer Gepäckinvasion und schon ging es im Nissan Minibus 2x4 immer am Nairobi Nationalpark entlang zur Masai Lodge. Hinsichtlich des Gepäcks konnte ich Gulu beruhigen. Ein großer Koffer würde in der Lodge deponiert und geht nicht mit auf Reisen. Gulu ist indischstämmig und lebt in Mombasa. Eine seiner Töchter wohnt mit Familie in Nairobi. Bei ihr wird er heute die Nacht verbringen. Nach 45 Minuten Fahrt (zu dieser Stunde war kaum noch Verkehr) erreichten wir gegen 22:15 Uhr die Masai Lodge.
An der Rezeption begrüßte uns dann schon unser Freund Gerd, die anderen Mitreisenden Annick, Martina und Klaus sorgten im Restaurant dafür, dass das Küchenpersonal unser Dinner noch warm hält. Nach ausführlichem Hallo und miserablen Dinner haben wir dann unser Chalet Nr. 5 bezogen. Die Matratzen sind durch gelegen. Wie sich später herausstellte, eines der nicht renovierten! Warmes Wasser war nicht vorhanden. Dafür ist die Lage direkt an der Mbagathi-River-Schlucht angrenzend an den Nationalpark eine Wucht. Masai-Krieger begleiten uns zum Chalet. Ziemlich müde fielen wir in unsere Betten.
15.07. Nairobi - Thika - Naro Moru, 199 km
Die Nacht war kurz, denn um 05:15 Uhr wurden wir standesgemäß mit Löwengebrüll geweckt. Das Duschwasser war immer noch kalt! In Ermangelung von Adaptern war ans Handyaufladen auch nicht zu denken. Natürlich passt der Adapter für das südliche Afrika hier nicht! Wäre ja auch zu einfach gewesen.
Da das Frühstück uns auch nicht vom Hocker reißt, beschränke ich mich auf eine Tasse Kaffee.
Annick und ich haben unsere Spendenkoffer für Elvira, eine Schweizerin, die in Nairobi ein Tourunternehmen betreibt, an der Rezeption zur Abholung deponiert. Nachdem das Gepäck von sechs Reisenden und einem Fahrer im Minibus seinen Platz gefunden hat, sind wir Richtung Nakumatt Supermarkt gestartet. Insektenvernichtungsspray, Adapter, Telefonkarte, Wein, Kenia-Shilling etc. standen auf der Liste. Am Kreisel vor dem Supermarkt nistet eine große Marabu-Kolonie. Leider im Gegenlicht!
Der Nakumatt hatte bis auf Wein alles im Angebot. Die Safari-Com-Karte fürs Handy habe ich gleich mit umgerechnet 20 € aufladen lassen. Die Lady im Shop hat alles perfekt in Gang gebracht.
Endlich heißt es nun karibu Kenya (willkommen in Kenya)!
Da es Sonntagvormittag ist, entgehen wir den gefürchteten Staus in Nairobi und zügig geht es auf der A2 Richtung Thika. Unterwegs bieten Somali-Taxis, Baugerüste, die in Deutschland sofort beanstandet würden und eine große Moschee willkommene Fotomotive. Bereits um 11:00 Uhr erreichen wir unser erstes Etappenziel: das Blue Post Hotel in Thika, am Zusammenfluss des Thika- und Chania-River mit den beiden Wasserfällen. Es erfolgt erst einmal ein Security-Check! Seit Jahresbeginn hat es in Mombasa und Nairobi einige Anschläge auf Supermärkte, an Bus-Stationen und in Kirchen gegeben. Seither wird vor allem an großen Supermärkten Personenkontrolle betrieben.
Das traditionsreiche Blue-Post-Hotel liegt in einem wunderschönen, tropischen Gartenparadies. In diesem, auch bei Einheimischen sehr beliebten Ausflugsziel, tummelt sich, sehr zur Freude der Kinder, eine große Blue-Monkey-Familie. Wir schauen zunächst einmal kurz zu den Chania-Fällen, bevor Gerd beschließt, dass wir mit Guide Peter für 400 KSh eine kleine geführte Wanderung zu den Fällen am Flussufer unternehmen, die ca. 45 Minuten dauerte und mich schon mal ins Schwitzen brachte. Es ging durch Bananenplantagen und vorbei am Zusammenfluss des Thika- und Chania-River.
Bis 14:00 Uhr haben wir hier schön relaxt und Kaffee/Tee getrunken. Danach führte uns der Weg durch riesige Ananas- und Kaffeeplantagen. Die Firma Del Monte hat hier ihr Hauptanbaugebiet. Eine wunderbar grüne und fruchtbare Landschaft. Hier kann man entdecken, wie viele Schattierungen von Grün es in der Natur gibt! Diese Gegend wird der Paradiesgarten der Kikuyus genannt. Die Kikuyus stellen die zahlenmäßig größte Ethnie in Kenia und dominieren das politische Leben.
Links und rechts der Straße wird an pittoresken Ständen tropisches Obst aller Art verkauft. Da konnten wir nicht einfach so vorbei fahren. An einem herrlich einladenden Obststand haben wir gestoppt und Gerd hat erst mal sechs Mangos für uns eingekauft. Welch ein herrlich buntes Stilleben! Die Einheimischen sind sehr nett und nicht so aufdringlich, wie ich eigentlich gedacht habe.
Den Verkehr in Kenia habe ich mir auch viel schlimmer vorgestellt. Aber es war ja Sonntag und in Gulu (O-Ton: „Wir sind nun alle eine Familie!“) haben wir einen umsichtigen und vorausschauenden Fahrer.
Im Örtchen Mucharo mussten wir dann einen Toilettenstopp an einer Tankstelle einlegen. Danach sprang der Wagen nicht mehr an! Da kann ja heiter werden! Diverse Reiseberichte mit ständig defekten Fahrzeugen aus den einschlägigen Internetforen schlichen sich in mein Gehirn.
Übrigens waren wir sofort von einer Traube von Kindern und einigen Erwachsenen umlagert. Die Kinder baten um "some sweets", die Erwachsenen wollten gegen Geld fotografiert werden. Gerd hat den Kindern dann zwei Tüten Chips spendiert, die christlich unter allen geteilt wurde.
Nach ca. einer halben Stunde hat Jochen durch Handauflegen das Problem am Wagen zusammen mit Gulu behoben und unser Mzungu-Express (Mzungu heißt auf Kisuaheli Europäer/Kapitalist) war wieder zum Boarding bereit. Eigentlich wollten wir gerne den Umweg über Kutus nehmen, da diese Strecke durch die Ausläufer des Mt. Kenya im Reiseführer als besonders schön und landschaftlich abwechslungsreich beschrieben wird. Die Straße wird als gute und wenig befahrene Teerstraße beschrieben. Aber unser Fahrer Gulu fuhr einfach am Abzweig vorbei, ohne uns rechtzeitig darüber zu informieren. Als wir ihn später darauf ansprachen, redete er sich damit heraus, dass die Straße in keinem fahrbaren Zustand wäre. Nachtigall ik hör dir trapsen! Der Gulu macht gerne sein eigenes Ding. Den muss man sehr kontrollieren und aufpassen wie ein Luchs. Wir waren alle sehr ärgerlich über sein eigenmächtiges Handeln.
Die orientalische Architektur einer Polizei-Akademie in der Nähe von Nyeri und die vielen bunten Häuschen in Städten und Dörfern haben uns fasziniert. Die Kenianer verstehen es Farbe in ihr Leben zu bringen!
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir die Naro Moru River Lodge, die ca. 2 km von der Stadt Naro Moru entfernt am gleichnamigen Fluss in einem paradiesischen Garten liegt. Wir bezogen unsere Selbstversorger Cottages Nelion (2 Doppelzimmer, 1 Bad) und Rutundu (2 Dreibettzimer, 2 Bäder).
Die Cottages waren sauber und zweckmäßig eingerichtet. Ein großes Wohnzimmer mit offenem Kamin und eine vollständig eingerichtete Küche standen uns zur Verfügung. Strom gibt es nur zu Generatorzeiten. Bis auf den ersten Abend hatten wir auch immer warmes Wasser zur Verfügung.
Annick, Gerd, Jochen und ich haben vor Ort für 30 US$ pP/Tag Halbpension hinzu gebucht.
Da die Naro Moru RL als das Basislager für Mt. Kenya-Besteigungen gilt, werden hier jede Menge unterschiedlichster Aktivitäten angeboten. Für den nächsten Tag habe ich uns einen 4x4 mit Driver-Guide bestellt, der uns bis zur Met-Station (auf 3044 m) am Mt. Kenya bringt. Wir möchten von dort versuchen die Riesen-Lobelien und Senezien zu erwandern. Lt. Gulu kann er dort mit seinem 2x4 Nissan Minibus nicht rauf fahren! Der Shuttle hat uns 250 US$ gekostet und wird uns morgen um 08:30 Uhr abholen. Die VISA-Card-Maschine ist out of work. „No problem – we try it again later“!
Das Dinner im Restaurant wurde in Buffetform angeboten und war sehr gut. Hier hat jeder etwas für seinen Geschmack finden können.
Mehr Fotos hier:
Fortsetzung folgt!
Mit herzlichen Grüßen
Marina
um es vorweg zu nehmen: Diese Tour führte weder in ein Wüstengebiet, noch ist sie mit einem 4x4 in trauter Zweisamkeit durchgeführt worden, auch nicht als Selbstfahrer mit Camping-Equipment, sondern wir waren mit zwei Nissan-Minibussen, Drivern vier Fomis und zwei adoptierten Mitreisenden drei Wochen in Kenia auf Safari im Juli/August 2012 zur Great Mirgration unterwegs. Die Tour ist aus Kostengründen und als Schnupperkurs von uns selbst designed und geplant worden. Damit wird uns überhaupt drei Wochen kenianische Nationalparks leisten konnten (die Permits betrugen pro Person in den drei Wochen 1000 €) haben wir an anderer Stelle halt Abstriche gemacht.
In Vorbereitung der Reise bin ich auf das Wüstenschiff-Forum und Birgitts begeisterte Berichte gestoßen, von denen wir sehr profitiert haben.
Deshalb als kleinen Dank an Birgitt und andere Interessierte hier mein Reisebericht:
1 Nacht Masai Lodge, Nairobi
3 Nächte Naro Moru River Lodge, Naro Moru/Mt. Kenya
3 Nächte Samburu Sopa Lodge, Samburu NP
1 Nacht Serena Sweetwaters Tented Camp, Ol Pejeta Concervancy
2 Nächte Sarova Lion Hill Lodge, Lake Nakaru NP
1 Nacht Sentrim Mara Camp, Sekenani Gate, Masai Mara
5 Nächte Ashnil Mara Camp, Mara River, Masai Mara
3 Nächte Fisherman´s Camp, Lake Naivasha
3 Nächte Masai Lodge, Nairobi
Hier unsere Route:
13./14.07.2012 Hannover - Nairobi
Gegen 17:00 Uhr brechen wir mit vier Koffern (Taschen) und zwei prall gefüllten Rücksäcken auf Richtung Holiday Inn beim Hannover Airport. Da unser KLM-Flieger nach Amsterdam um 06.00 Uhr startet, habe ich uns über Park & Fly wieder ein Doppelzimmer für 145,00 € gebucht. Dafür können wir unseren Wagen dann die nächsten drei Wochen hier kostenfrei parken und halber Wege ausschlafen.
Auf dem Flug Richtung Kenia dürfen wir zusammen 98 kg Gepäck und 24 kg Handgepäck mitnehmen. Ein Koffer ist mit Spenden für Kibera, einem großen Slum in Nairobi bestückt, in einer weiteren Tasche befinden sich Give-aways, für alle, bei denen wir uns unterwegs bedanken wollen.
Wir checken im Hotel ein und machen uns anschließend auf den kurzen Fußweg zum Terminal A. Da man bei KLM in Hannover nicht am Vorabend einchecken kann, erkundigen wir uns nur, wann wir Morgenfrüh hier bereit stehen sollen. Hurra, eine Stunde vor Abflug reicht! Für den Zubringerflug nach Amsterdam wird nur eine kleinere Propellermaschine eingesetzt und dort passen gar nicht so viele Leute rein, als dass lange Schlangen entstehen könnten.
Anschließend gönnen wir uns das Barbeque im Möwenpick auf der Aussichtsterrasse des Airportgebäudes. Ganz stilecht sitzen wir nach feinem Braai mit Drink im nordeutschen Strandkorb und schauen den startenden und landenden Maschinen zu. So fängt der Urlaub richtig gut an.
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 04.00 Uhr. Nach Morgentoilette und einem Schluck Kaffee bringt und der Shuttlebus des Hotels die kurze Strecke zum Terminal. Der Fahrer muss aufgrund der Gepäckmengen auch denken, dass wir auswandern möchten oder einer arabischen Großfamilie angehören.
Gepäckaufgabe, Personenkontrolle und Boarding waren schnell erledigt und wir sitzen im Flieger. In Hannover wie auch in Amsterdam schüttet es wie aus Kübeln!
In Amsterdam haben wir ca. vier Stunden Aufenthalt. Da die Wege hier aber sehr lang sind, wir erst mal in Ruhe frühstücken, unser Rauchereckchen aufsuchen, vergeht die Zeit dann doch zügig.
Die Personenkontrolle direkt am Gate hier in Shiphol dauert bei nur einem Abfertigungsschalter ewig. So steht bereits zwei Stunden vor Abflug eine lange Schlange vor dem Economy-Schalter! Am Business-Schalter geht´s natürlich flott weiter.
Das ist echt nervig, denn sitzt man erst mal kontrolliert in dem kleinen Glaskasten, kann man keine Getränke mehr erwerben bzw. ist auch kein Klo in der Nähe! Da sind die Holländer mal nicht auf zack!
Habe mir auf der linken Seite einen Fensterplatz in Reihe 22 gesichert und ab Italien war das Wetter so, dass man z. B. auch den Nil und den Lake Turkana erkennen konnte. Mit der Mt. Kenya-Sichtung wurde es nichts, da es bereits lange dunkel war, als wir um 20:20 Uhr mit nur fünf Minuten Verspätung landeten. Service uns Boardessen bei KLM war wie immer spitze!
Bedingt durch unseren Sitzplatz in Reihe 22 konnten wir recht schnell von Board und waren zügig an der Passkontrolle. Es sich ausgezahlt, dass ich unser Visum direkt bei der kenianischen Botschaft in Berlin auf postalischem Weg für je 40 € vorher besorgt habe. Innerhalb von 5 Minuten waren wir durch die Kontrollen und mussten dafür aber mindesten 45 Minuten auf unser Gepäck warten.
Als wir unsere Taschen und Koffer dann endlich vollzählig auf zwei Trollis aufgeladen hatten, emfing uns eine große Driver-Schar mit unterschiedlichsten Namenschilder, die eifrig in unsere Richtung geschwenkt wurden. Jochen hat ein fröhliches Hello in die Runde geschmettert!
Wir haben uns dann aber doch für unseren Driver-Guide Gulu entschieden. Ein kurzes Zigarettchen noch während Gulu die Augen verdrehte, ob unserer Gepäckinvasion und schon ging es im Nissan Minibus 2x4 immer am Nairobi Nationalpark entlang zur Masai Lodge. Hinsichtlich des Gepäcks konnte ich Gulu beruhigen. Ein großer Koffer würde in der Lodge deponiert und geht nicht mit auf Reisen. Gulu ist indischstämmig und lebt in Mombasa. Eine seiner Töchter wohnt mit Familie in Nairobi. Bei ihr wird er heute die Nacht verbringen. Nach 45 Minuten Fahrt (zu dieser Stunde war kaum noch Verkehr) erreichten wir gegen 22:15 Uhr die Masai Lodge.
An der Rezeption begrüßte uns dann schon unser Freund Gerd, die anderen Mitreisenden Annick, Martina und Klaus sorgten im Restaurant dafür, dass das Küchenpersonal unser Dinner noch warm hält. Nach ausführlichem Hallo und miserablen Dinner haben wir dann unser Chalet Nr. 5 bezogen. Die Matratzen sind durch gelegen. Wie sich später herausstellte, eines der nicht renovierten! Warmes Wasser war nicht vorhanden. Dafür ist die Lage direkt an der Mbagathi-River-Schlucht angrenzend an den Nationalpark eine Wucht. Masai-Krieger begleiten uns zum Chalet. Ziemlich müde fielen wir in unsere Betten.
15.07. Nairobi - Thika - Naro Moru, 199 km
Die Nacht war kurz, denn um 05:15 Uhr wurden wir standesgemäß mit Löwengebrüll geweckt. Das Duschwasser war immer noch kalt! In Ermangelung von Adaptern war ans Handyaufladen auch nicht zu denken. Natürlich passt der Adapter für das südliche Afrika hier nicht! Wäre ja auch zu einfach gewesen.
Da das Frühstück uns auch nicht vom Hocker reißt, beschränke ich mich auf eine Tasse Kaffee.
Annick und ich haben unsere Spendenkoffer für Elvira, eine Schweizerin, die in Nairobi ein Tourunternehmen betreibt, an der Rezeption zur Abholung deponiert. Nachdem das Gepäck von sechs Reisenden und einem Fahrer im Minibus seinen Platz gefunden hat, sind wir Richtung Nakumatt Supermarkt gestartet. Insektenvernichtungsspray, Adapter, Telefonkarte, Wein, Kenia-Shilling etc. standen auf der Liste. Am Kreisel vor dem Supermarkt nistet eine große Marabu-Kolonie. Leider im Gegenlicht!
Der Nakumatt hatte bis auf Wein alles im Angebot. Die Safari-Com-Karte fürs Handy habe ich gleich mit umgerechnet 20 € aufladen lassen. Die Lady im Shop hat alles perfekt in Gang gebracht.
Endlich heißt es nun karibu Kenya (willkommen in Kenya)!
Da es Sonntagvormittag ist, entgehen wir den gefürchteten Staus in Nairobi und zügig geht es auf der A2 Richtung Thika. Unterwegs bieten Somali-Taxis, Baugerüste, die in Deutschland sofort beanstandet würden und eine große Moschee willkommene Fotomotive. Bereits um 11:00 Uhr erreichen wir unser erstes Etappenziel: das Blue Post Hotel in Thika, am Zusammenfluss des Thika- und Chania-River mit den beiden Wasserfällen. Es erfolgt erst einmal ein Security-Check! Seit Jahresbeginn hat es in Mombasa und Nairobi einige Anschläge auf Supermärkte, an Bus-Stationen und in Kirchen gegeben. Seither wird vor allem an großen Supermärkten Personenkontrolle betrieben.
Das traditionsreiche Blue-Post-Hotel liegt in einem wunderschönen, tropischen Gartenparadies. In diesem, auch bei Einheimischen sehr beliebten Ausflugsziel, tummelt sich, sehr zur Freude der Kinder, eine große Blue-Monkey-Familie. Wir schauen zunächst einmal kurz zu den Chania-Fällen, bevor Gerd beschließt, dass wir mit Guide Peter für 400 KSh eine kleine geführte Wanderung zu den Fällen am Flussufer unternehmen, die ca. 45 Minuten dauerte und mich schon mal ins Schwitzen brachte. Es ging durch Bananenplantagen und vorbei am Zusammenfluss des Thika- und Chania-River.
Bis 14:00 Uhr haben wir hier schön relaxt und Kaffee/Tee getrunken. Danach führte uns der Weg durch riesige Ananas- und Kaffeeplantagen. Die Firma Del Monte hat hier ihr Hauptanbaugebiet. Eine wunderbar grüne und fruchtbare Landschaft. Hier kann man entdecken, wie viele Schattierungen von Grün es in der Natur gibt! Diese Gegend wird der Paradiesgarten der Kikuyus genannt. Die Kikuyus stellen die zahlenmäßig größte Ethnie in Kenia und dominieren das politische Leben.
Links und rechts der Straße wird an pittoresken Ständen tropisches Obst aller Art verkauft. Da konnten wir nicht einfach so vorbei fahren. An einem herrlich einladenden Obststand haben wir gestoppt und Gerd hat erst mal sechs Mangos für uns eingekauft. Welch ein herrlich buntes Stilleben! Die Einheimischen sind sehr nett und nicht so aufdringlich, wie ich eigentlich gedacht habe.
Den Verkehr in Kenia habe ich mir auch viel schlimmer vorgestellt. Aber es war ja Sonntag und in Gulu (O-Ton: „Wir sind nun alle eine Familie!“) haben wir einen umsichtigen und vorausschauenden Fahrer.
Im Örtchen Mucharo mussten wir dann einen Toilettenstopp an einer Tankstelle einlegen. Danach sprang der Wagen nicht mehr an! Da kann ja heiter werden! Diverse Reiseberichte mit ständig defekten Fahrzeugen aus den einschlägigen Internetforen schlichen sich in mein Gehirn.
Übrigens waren wir sofort von einer Traube von Kindern und einigen Erwachsenen umlagert. Die Kinder baten um "some sweets", die Erwachsenen wollten gegen Geld fotografiert werden. Gerd hat den Kindern dann zwei Tüten Chips spendiert, die christlich unter allen geteilt wurde.
Nach ca. einer halben Stunde hat Jochen durch Handauflegen das Problem am Wagen zusammen mit Gulu behoben und unser Mzungu-Express (Mzungu heißt auf Kisuaheli Europäer/Kapitalist) war wieder zum Boarding bereit. Eigentlich wollten wir gerne den Umweg über Kutus nehmen, da diese Strecke durch die Ausläufer des Mt. Kenya im Reiseführer als besonders schön und landschaftlich abwechslungsreich beschrieben wird. Die Straße wird als gute und wenig befahrene Teerstraße beschrieben. Aber unser Fahrer Gulu fuhr einfach am Abzweig vorbei, ohne uns rechtzeitig darüber zu informieren. Als wir ihn später darauf ansprachen, redete er sich damit heraus, dass die Straße in keinem fahrbaren Zustand wäre. Nachtigall ik hör dir trapsen! Der Gulu macht gerne sein eigenes Ding. Den muss man sehr kontrollieren und aufpassen wie ein Luchs. Wir waren alle sehr ärgerlich über sein eigenmächtiges Handeln.
Die orientalische Architektur einer Polizei-Akademie in der Nähe von Nyeri und die vielen bunten Häuschen in Städten und Dörfern haben uns fasziniert. Die Kenianer verstehen es Farbe in ihr Leben zu bringen!
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir die Naro Moru River Lodge, die ca. 2 km von der Stadt Naro Moru entfernt am gleichnamigen Fluss in einem paradiesischen Garten liegt. Wir bezogen unsere Selbstversorger Cottages Nelion (2 Doppelzimmer, 1 Bad) und Rutundu (2 Dreibettzimer, 2 Bäder).
Die Cottages waren sauber und zweckmäßig eingerichtet. Ein großes Wohnzimmer mit offenem Kamin und eine vollständig eingerichtete Küche standen uns zur Verfügung. Strom gibt es nur zu Generatorzeiten. Bis auf den ersten Abend hatten wir auch immer warmes Wasser zur Verfügung.
Annick, Gerd, Jochen und ich haben vor Ort für 30 US$ pP/Tag Halbpension hinzu gebucht.
Da die Naro Moru RL als das Basislager für Mt. Kenya-Besteigungen gilt, werden hier jede Menge unterschiedlichster Aktivitäten angeboten. Für den nächsten Tag habe ich uns einen 4x4 mit Driver-Guide bestellt, der uns bis zur Met-Station (auf 3044 m) am Mt. Kenya bringt. Wir möchten von dort versuchen die Riesen-Lobelien und Senezien zu erwandern. Lt. Gulu kann er dort mit seinem 2x4 Nissan Minibus nicht rauf fahren! Der Shuttle hat uns 250 US$ gekostet und wird uns morgen um 08:30 Uhr abholen. Die VISA-Card-Maschine ist out of work. „No problem – we try it again later“!
Das Dinner im Restaurant wurde in Buffetform angeboten und war sehr gut. Hier hat jeder etwas für seinen Geschmack finden können.
Mehr Fotos hier:
Fortsetzung folgt!
Mit herzlichen Grüßen
Marina


















































































































































