Hallo liebes Forum,
ich möchte im Zeitraum Mai-Juli Namibia für ca. 8 Wochen ausführlich bereisen und zwar mit meiner Enduro. Insbesondere hat es mir der Norden angetan Kaokovelt/Damaraland/Brandberg/Caprivi (ja, einige Leute hier im Forum können sich da u.a. auch gerne an die eigene Nase fassen!). Nun hab ich natürlich ein paar Fragen da man auf dem Mopped doch einigen Limitationen ausgesetzt ist. Insbesondere muss ich mir langsam überlegen wieviele Extra-Kanister ich mitnehme
Also auf gehts:
@Benzin:
Gibt es Super oder Normal?
Welche Reichweite braucht man? 500km? 1000km?
Gibt es an den 'Tankstellen' relativ sicher Sprit oder ist der auch öfters mal alle?
@Wasser:
Wieviel Wasser sollte man für eine Person dabei haben?
Wie oft kann man seinen Vorrat auffüllen?
Macht es Sinn einen Wasserentkeimer mitzunehmen (Ich wollte mir den MSR Miniworks o.s.ä besorgen) um an den Comunitiy-Campsides etc. das Wasser zu filtern. Oder kann man immer Wasser kaufen?
@Navigation:
Reicht OpenStreet Map oder muss es tracks4Afrika sein? Oder doch ne russische Rasterkarten etc. - eigentlich scheinen mir die üblichen Pisten sehr gut in t4a bzw. sogar in OSM drin zu sein... was meint ihr?
Könnt ihr mir auch gleich eine gute Papierkarte empfehlen?
@Tiere:
Ich hab ja nun kein Dachzelt - ist das ein Problem? Im Bradt Travel Guide steht, dass einen nahezu alle Tiere in einem Zelt in Ruhe lassen. Stimmt das?
Hat jemand Erfahrungen mit Motorrädern und Löwen/Elefanten?
Hallo Jan
bin jahrelang auf Madagaskar mit meiner enduro rumgekurvt.
hatte bis 6 enduros dort für meine kumpels..
bin aber nie alleine eingefahren.das macht man nicht, das ist viel zu gefährlich.wenn du aus irgendeinem Grund hilfe brauchst bist du fertig.das weiss ich leider an verschiedenen Beispielen die uns passiert sind.und du kannst mir glauben ich kann moto fahren.4 stunden endurorennen allein oder MotocrossrennEnde war kein Problem für mich.
in Namibia in deinen beschriebenen gebieten war ich mehrmals in den letzten 4 Jahren.da ist es wunderschön und zum Teil auch richtig einsam.das liebe ich sehr.
entweder ich habe mit meiner Frau softurlaub in Namibia gemacht,dann waren wir allein unterwegs.
aber speziell Krankengeld.da ist es richtig einsam,waren wir immer mit mehreren Fahrzeugen unterwegs.
aussen du fährst die normalen Touristenpisten das kannst du aber vergessen als endurofahrerer. da kannst du dir gleich eine Autobahn aussuchen..
eine enduro die nur super braucht vergess es.Sprit für 500 km reicht.
Du brauchst Wasser - soviel kannst du gar nicht mitnehmen,alleine.tagelang brauchst du nicht mehr pinkeln.das ist so- weil du so viel nicht trinken kannst- unterwegs gibt's nicht zu kaufen wenn du richtig im kakaokefeld bist.
Tiere und Zelt ist kein Problem.aber wenn du richtig abseits bist gibt es oben im Norden die wüstenelefanten.wenn die dein Wasser riechen dann reiss aus.dann wird es ernst.
also allein das ganze ist für mich nicht nachvollziehbar.ausser wie gesagt du fährst nur die Datenautobahnen.das macht aber als endurofahrer keinen spass.
in Namibia gibt es einen deutschen.der heisst türmer.fährt selbst enduro und bietet touren an.findest seine Adresse in der endurozeitschrif
Gruss Matthias
ich kann die "Panikmache" von screwdriver nicht nachvollziehen. Natürlich kann man mit einem Motorrad nicht dieselbe Tour wie mit einem Auto machen und tagelang im Kaokoveld herumfahren. Trotzdem bleiben genügend traumhafte Strecken. Bis auf das norwestliche Kaokoveld kannst du mit dem Motorrad dieselben Touren wie mit dem Auto machen.
Ich bin vor einigen Jahren mit meiner Frau mit zwei Motorrädern von Windhoek nach Mombasa gefahren (über Caprivi, Sambia West und Tansania) und war dann mit dem Auto ebenfalls in Namibia unterwegs.
Nun zu deinen Fragen:
Wie immer in Afrika kann schon mal der Benzin an einer Tankstelle ausgehen. Rüste dein Motorrad auf Normalbenzin um (Zündzeitpunkt ändern) dann brauchst du dir keine Gedanken machen und kannst "jeden" Sprit tanken. Super ist aber meistens erhätlich. 500km Reichweite sind genug.
Wasser in den Community campsites musst du nicht filtern, da genügt entkeimen. Wasserfilter benötigst du nur für Quellen und wirst du selten benötigen, mitnehmen schadet aber nicht, würde ich tun (hatte ich auch mit dabei aber nie benötigt). Wieviel Wasser du benötigst hängt von deiner Planung ab, die ich nicht kenne. Rechne pro Tag ohne Versorgungsmöglichkeit (ist selten) mit 5 Liter.
Zur Navigation würde ich T4A benützen und zusätzlich eine gute Straßenkarte mit den Strassennummern (wichtig) nehmen, das reicht.
Mit dem Bodenzelt ist kein Problem. War auch schon mehrere male in Botswana mit Bodenzelt. Es stimmt was im Bradt steht.
Ich habe in Kenia im Tsavo West Erfahrung mit Elefanten und Motorrad gemacht. Die Elefanten waren zum Glück friedlich, aber ich hatte schon etwas "Angst". Die Elefanten waren links und rechts neben der Piste und ich musst durch.
In Namibia wirst du Elefanten praktisch nur in einigen wenigen Flusstälern treffen. Das kann unter Umständen - je nach Stelle - schon gefährlich sein. Gefährlich sind unübersichtliche und enge Stellen. Auf die wenigen Löwen im Kaokoveld wirst du eher nicht treffen. Ich würde mir keine Sorgen machen.
Auf allen Pisten in Nambia ist immer wieder touristischer oder sonstiger Verkehr. Solltest du wirklich auch abgelegene Routen fahren, nimm einfach Wasser für mindestens einen zusätzlichen Tag mit, falls du mal auf fremde Hilfe angewiesen sein solltest.
Auf jeden Fall ist Namibia ein traumhaftes Land um es mit dem Motorrad zu bereisen.
Hallo
vielleicht ist die Frage wie und wohin man mit dem Motorrad der Unterschied.
ich gehe davon aus ,wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin,bereiche fahre die mit einem 4x4 nur schwer möglich sind wenn überhaupt machbar.sonst nehme ich das Auto.
und richtig endurofahrer auf 4x4 strecken,wo man den Allradantrieb braucht,das geht man nicht alleine an auf einem Motorrad.
denn wenn etwas passiert und das bleibt nicht aus wenn man richtig endurofährt auf den entsprechenden strecken, dann wäre es Zufall wenn in den nächsten3 Tagen zufällig jemand vorbeikommt.
Nicht jede Strecke,wie zum Beispiel der van zylpass,ist so stark befahren.und strecken wir der pass brauche ich zum moto fahren.
und solche strecken fährt man nicht allein.
Gruss Matthias
freewheel hat geschrieben:Welche Reichweite braucht man? 500km? 1000km?
Kommt auf die Route drauf an. Sesfontein - Opuwo - Epupa ist auch Kaokoveld - auf der Hauptstraße. Da reichen ca. 400km Reichweite. Für eine richtige Kaokoveldtour inkl. Marienflusstal brauchst Du ca. 1.000 km Reichweite. Tankstelle Sesfontein etwas unzuverlässig. Palmwag und Opuwo zuverlässig. Eventuell kannst Du in Purros und 1-2 anderen Orten ein bisschen Sprit aus Fässern/Kanistern zum Premiumpreis erstehen.
freewheel hat geschrieben:@Wasser:
Wieviel Wasser sollte man für eine Person dabei haben?
Wie oft kann man seinen Vorrat auffüllen?
Macht es Sinn einen Wasserentkeimer mitzunehmen (Ich wollte mir den MSR Miniworks o.s.ä besorgen) um an den Comunitiy-Campsides etc. das Wasser zu filtern. Oder kann man immer Wasser kaufen?
In Sesfontein und Opuwo kannst Du zuverlässig Wasser kaufen. Die kleinen Shops in Purros, Orupembe und im Marienflusstal hatten im Mai 2012 kein Wasser aber andere Getränke - insbesondere alkoholische. Je nachdem welche Route Du fahren willst, kann es sein, dass einige Tage bis mehrere Monate niemand vorbei kommt, weshalb ggf. auch ein Satfon eine gute Idee ist. Ohne ausreichende Wasserreserve fährt man so etwas nicht, auch wenn es schon ein paar Jahre her ist, das Touristen in Namibia verdurstet sind (Ich glaube zuletzt 2006).
freewheel hat geschrieben:Reicht OpenStreet Map oder muss es tracks4Afrika sein?
T4A ist das nonplusultra und kostet nicht viel. Es gibt auch Papierkarten von Tracks4Africa (aber häufig mal ausverkauft).
freewheel hat geschrieben:Hat jemand Erfahrungen mit Motorrädern und Löwen/Elefanten?
Ich habe keine Erfahrung mit Motorrädern, aber Elefanten wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen und die sind deutlich aggressiver als in vielen anderen Gegenden Afrikas. Auf der Community-Campsite in Purros ist zuletzt im August 2011 ein spanischer Tourist von einem Elefanten getötet worden. Es hat auch einen Grund, warum man in viele Nationalparks nicht mit einem Motorrad rein darf.
Ich danke euch! Das sind genau die Infos die ich brauche! Insbesondere die detaillierteren Angaben helfen mir bei der Planung.
Ich werde meine Gepäck also eher aufs Wasser ausrichten als aufs Benzin (ich denke mal so je 30l), auch wenn dadurch das Mariental rausfällt. Auf den Van Zyl Pass hab ich sowieso keine Lust - wie schwer sind die anderen Zugänge? - ich will in Nam auf keinen Fall wild rumcrossen, sondern mir einfach nur gemütlich das schöne Land anschauen. Und wenn man vor Ort die richtigen Leute trifft kann man dann auch entlegenere Gegenden aufsuchen...