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Äquatorialguinea - neu: Einreise mit Fahrzeug jetzt möglich!
Verfasst: Fr 6. Sep 2024, 23:21
von ulla
Update:
13.04.2025: Titel des Threads angepasst, da
Einreise mit Fahrzeug jetzt möglich
Hallo
Wir haben die Idee, auch durch Äquatorialguinea zu fahren, schon fast verworfen. Das Visum ist unverschämt teuer und scheint schwierig zu bekommen zu sein. Die Kontrollpunkte im Land sollen alle sehr korrupt sein. Also nicht so recht spaßig das Ganze.
Hat jemand Erfahrungen mit Äquatorialguinea? Wäre ja möglich, von Gabun einen Abstecher dorthin zu machen, ehe wir nach Kamerun weiterfahren.
Andere Möglichkeit wäre, für ein paar Tage nach Malabo zu fliegen und sich wenigstens die Insel Bioko anzusehen - dann ohne eigenes Fahrzeug. Hat das schon mal jemand gemacht? Und wenn ja, von wo aus fliegt man am besten - Libreville? Douala?
Auch die kleine Insel Corisco wird empfohlen. Evtl. soll die mit einem Speedboot von Libreville zu erreichen sein. Man redete vor ein paar Jahren sogar davon, dass Corisco visafrei werden sollte.
Die Informationen zu Bioko und Corisco sind aus dem Bradt-Guide "Equatorial Guinea", also nicht ganz aktuell.
Alle Infos sind willkommen.
Viele Grüße
Ulla
Re: Äquatorialguinea
Verfasst: Sa 7. Sep 2024, 10:15
von TornadoTim
Wir sind Anfang des Jahres in die andere Richtung gefahren und haben auch versucht durch Äquatorialguinea zu fahren. Waren auch bei mehreren in Botschaften in Westafrika, diese haben aber alle sehr viele Dokumente verlangt und mindestens 200€ pro Visum. Letztendlich haben wir es dann aufgegeben und da Gabun auch nicht möglich war sind wir direkt in die Republik Kongo gefahren.
Wenn man nach Malabo fliegt gibt es jetzt zumindest ein e-Visum, was sehr viel einfacher zu beantragen ist und mit 75$ auch nicht ganz so teuer ist. Ob Douala oder Libreville besser ist weiß ich zwar nicht, aber für Flüge würde ich bei Afrijet mal schauen. Die verbinden die Region recht gut und tauchen bei Google Flights nicht auf.
Freundliche Grüße
Tim Neumann
Re: Äquatorialguinea
Verfasst: Do 12. Sep 2024, 21:24
von Achim Vogt
Äquatorialguinea geht leider so ohne weiteres nicht mit dem eigenen Fahrzeug - daran sind viele gescheitert. Ich kenne lediglich die Geschichte von Peter und Kay Forwood, einem australischen Paar, das bis heute als einzige alle Länder der Welt (teilweise allerdings minimal im Hafen, weil die Behörden von Sao Tomé und den Malediven sie nicht ins Land gelassen haben) befahren haben. Deren Aufenthalt im Festlandsteil von Äquatorialguinea ist allerdings nun auch schon knapp 24 Jahre her:
Travel Through Equatorial Guinea on a Harley-Davidson
Inzwischen gibt es dank des Ölbooms ganz wunderbare Straßen im Dschungel, aber die notorischen Kontrollen und das immense Misstrauen des diktatorischen Regimes (Teodoro Obiang Nguema ist seit genau 45 Jahren im Amt und damit der Spitzenreiter unter den Langzeitherrschern) gegenüber Fremden lassen das keinen Spaß sein.

- (Highway von Bata an der Küste nach Ayak Ntang im Landesinnern, aus einer Internet-Werbung der französischen Baufirma Bouygues Construction)
Wir waren vor Urzeiten, Ende der 1990-er Jahre, mal mit dem Flieger in Malabo und auf der Insel unterwegs. Das war damals, vor dem Öl, noch ein schlaftrunkenes Lummerland, in dem sich das berühmte Hotel Bahía (Name korrigiert von Baron Hotel im ursprünglichen Post - in dem Frederick Forsyth seinen Söldner-Roman "Die Hunde des Krieges" geschrieben hat, der relativ eindeutig in Äquatorial-Guinea spielt) durch drei Dinge auszeichnete, die es nicht hatte: Strom, Wasser und Essen - immerhin gab es Betten.

Ich fand es seinerzeit sehr pittoresk und natürlich völlig vergessen vom Tourismus. Wieviel davon nach der Öl-Bonanza geblieben ist, vermag ich nicht zu sagen.
Die meisten Flüge gibt es von Douala (16 pro Woche), von Yaoundé (3) und Libreville (4) ist es schwieriger. Leider sind weder das Klima noch die Kriminalitätsrate in Douala tourismusfördernd. Wir haben seinerzeit immer gemütlich im deutschen Seemannsheim (Foyer du Marin) übernachtet, wo sich wohl auch der Wagen abstellen ließe. Parkplätze an den größeren Hotels sind aber vermutlich noch sicherer.
Viele Grüße
Achim
Re: Äquatorialguinea
Verfasst: Sa 14. Sep 2024, 21:02
von ulla
Lieber Achim
Vielen Dank für Deinen Bericht.
Auf dem Landweg und mit dem eigenen Fahrzeug nach Äquatorialguinea einzureisen, haben wir uns nun wirklich aus dem Kopf geschlagen. Ob wir von Douala aus nach Malabo fliegen, überlegen wir noch.
Heute sieht es in Malabo sicherlich ganz anders aus als bei Deinem Besuch und ich könnte mir vorstellen, dass es nun außer Betten in den Hotels sogar Wasser, Strom und Essen gibt.
Viele Grüße
Ulla
Re: Äquatorialguinea - Einreise mit Fahrzeug jetzt möglich!
Verfasst: So 13. Apr 2025, 18:24
von Achim Vogt
Es gibt gute Nachrichten aus Äquatorialguinea: Die Einreise mit eigenem Fahrzeug ist jetzt möglich. Ursprünglich hatten es Overlander mit Fahrrad oder Motorrad geschafft. Das hatte damit zu tun, dass diese mit einer Piroge die Grenzflüsse zu Kamerun und Gabun an der Küste überquert hatten. Dort funktionierte das. Mit dem Auto klappte es bis dato nicht.
Es gab Overlander, die ihr Fahrzeug in Kamerun stehengelassen haben und dann per Flugzeug nach Malabo gereist sind, der auf der Insel Bioko liegenden Hauptstadt des kleinen und verschlossenen Landes. Auch dafür gab es einen naheliegenden Grund: die Einreise über Landgrenzen war bisher mit dem vor einiger Zeit eingeführten E-Visum nicht gestattet. Als Optionen standen lediglich die Flughäfen in Malabo und Bata (auf dem Festland) zur Verfügung. Das hat sich nun geändert: die Einreise über Landgrenzen ist nun auch ganz offiziell mit dem E-Visum möglich.
Wer allerdings von Gabun bzw. Kamerun kommt und den Festlandsteil Äquatorialguineas besuchen will, muss zunächst in Bata ein Permit besorgen. Nicht ganz klar ist, wie die Fahrt von der Grenze dorthin dann vor sich geht.
Rein theoretisch ist auch die Fahrt auf die Insel Bioko mit der Hauptstadt und dem Küstenstädtchen Luba möglich: von Bata aus verkehren mehrere Fähren einer staatlichen Reederei. Deren Verkehr ist allerdings unregelmäßig.
Viele Grüße
Achim