Sicherheitslage Kairo - Siwa - Oasen
Verfasst: Fr 21. Okt 2011, 20:51
Hallo Ägyptenfreunde,
leider bin ich schon wieder aus Ägypten zurück. Die Zeit war wie immer zu kurz.
Da die ägyptische Sicherheitslage von Reisenden immer wieder diskutiert wird, hier meine Eindrücke, die ich durch eigene Erlebnisse und in Gesprächen mit Ägyptern gewonnen habe:
Kairo:
Am 1. Oktober kam ich in Kairo nach Mitternacht an. Da der Busbahnhof noch geschlossen hatte, bat ich den Taxifahrer einen Umweg zum Tahrir Square zu machen. Nachts befinden sich ca. 500 Menschen auf dem Platz. Meist in kleinen Gruppen aufgeteilt diskutieren sie mehr oder weniger lautstark. Die Lage ist ruhig und entspannt.
09. Oktober:
Ich sitze mit Ägyptern vor dem Fernseher und beobachten die gewaltätigen Auseinandersetzungen in Kairo und wie die Toten- und Verletztenstatistiken im fünf Minuten Takt nach oben korrigiert werden.
Am Tag danach ist man wie gelähmt. Man ist sich noch gar nicht bewußt, was passiert ist. Alle Beteiligten sind geschockt, denn man erkennt bald, dass derartige Ereignisse der Revolution nur schaden können. Ich würde diese Nacht als einen Heilungsprozess bezeichnen, der Ägypten davor bewahren könnte unter gleichen oder ähnlichen Umständen nochmals so zu handeln. Mit Spannung schaut man auf die Wahlen, deren Verlauf und deren Ausgang. Sollten die Wahlen korrekt ablaufen und eine geordnete Regierungsbildung möglich sein, sehe ich keinen Grund für weitere Unruhen, die übrigens nicht gegen Touristen gerichtet sind.
15. Oktober:
Erneuter Besuch des Tahrir Squares. Der Platz wird vom täglichen Geschäft und dem Verkehr beherrscht. Einige Militärs und Polizisten, aber kein massives Auftreten. Die Lage ist nach wie vor entspannt. Den Touristen wird die ägyptische Flagge auf die Hand gemalt und höflich aufgefordert, dafür 5 EP zu bezahlen
Siwa:
Die Siwa liegt einige hundert Kilometer westlich von Kairo und ist von der Revolution weniger Betroffen als die Hauptstadt.
Prekär war allerdings die Versorgungslage während der Revolution als die Versorgung mangels Treibstoff, Internet- und Telefonverbindungen zusammengebrochen war.
Etwas mehr betroffen sind die Siwi durch die Ereignisse in Libyen. Zwei Libyer traten in Siwa als Trickbetrüger auf. Sie betraten zwei Geschäfte. Einer lenkte den Besitzer ab, während ein anderer die Kasse ausräumte. Dies waren aber Einzelfälle.
Derzeit werden von Siwa aus keine Touren nahe der libyschen Grenze angeboten. Der Grund ist viel mehr eine Vorsichtsmassnahme als eine bestehende Gefahr. Man will kein Risiko eingehen und die wichtigste Einnahmequelle, den Tourismus gefährden.
Baharia :
Auch Baharia ist ein Ort, der immer einen Besuch wert ist. Sowohl die Hauptstadt als auch Libyen sind ausreichend weit entfernt, als dass es hier zu Brennpunkten kommen könnte.
Fazit:
Ich habe mich jederzeit, insbesonders in Kairo sicher gefühlt.
Nach meiner Einschätzung gibt es derzeit keinen Grund das Planen von Ägyptenreisen zu verschieben oder geplante Reisen zu stornieren.
Grüsse
Alexander
leider bin ich schon wieder aus Ägypten zurück. Die Zeit war wie immer zu kurz.
Da die ägyptische Sicherheitslage von Reisenden immer wieder diskutiert wird, hier meine Eindrücke, die ich durch eigene Erlebnisse und in Gesprächen mit Ägyptern gewonnen habe:
Kairo:
Am 1. Oktober kam ich in Kairo nach Mitternacht an. Da der Busbahnhof noch geschlossen hatte, bat ich den Taxifahrer einen Umweg zum Tahrir Square zu machen. Nachts befinden sich ca. 500 Menschen auf dem Platz. Meist in kleinen Gruppen aufgeteilt diskutieren sie mehr oder weniger lautstark. Die Lage ist ruhig und entspannt.
09. Oktober:
Ich sitze mit Ägyptern vor dem Fernseher und beobachten die gewaltätigen Auseinandersetzungen in Kairo und wie die Toten- und Verletztenstatistiken im fünf Minuten Takt nach oben korrigiert werden.
Am Tag danach ist man wie gelähmt. Man ist sich noch gar nicht bewußt, was passiert ist. Alle Beteiligten sind geschockt, denn man erkennt bald, dass derartige Ereignisse der Revolution nur schaden können. Ich würde diese Nacht als einen Heilungsprozess bezeichnen, der Ägypten davor bewahren könnte unter gleichen oder ähnlichen Umständen nochmals so zu handeln. Mit Spannung schaut man auf die Wahlen, deren Verlauf und deren Ausgang. Sollten die Wahlen korrekt ablaufen und eine geordnete Regierungsbildung möglich sein, sehe ich keinen Grund für weitere Unruhen, die übrigens nicht gegen Touristen gerichtet sind.
15. Oktober:
Erneuter Besuch des Tahrir Squares. Der Platz wird vom täglichen Geschäft und dem Verkehr beherrscht. Einige Militärs und Polizisten, aber kein massives Auftreten. Die Lage ist nach wie vor entspannt. Den Touristen wird die ägyptische Flagge auf die Hand gemalt und höflich aufgefordert, dafür 5 EP zu bezahlen
Siwa:
Die Siwa liegt einige hundert Kilometer westlich von Kairo und ist von der Revolution weniger Betroffen als die Hauptstadt.
Prekär war allerdings die Versorgungslage während der Revolution als die Versorgung mangels Treibstoff, Internet- und Telefonverbindungen zusammengebrochen war.
Etwas mehr betroffen sind die Siwi durch die Ereignisse in Libyen. Zwei Libyer traten in Siwa als Trickbetrüger auf. Sie betraten zwei Geschäfte. Einer lenkte den Besitzer ab, während ein anderer die Kasse ausräumte. Dies waren aber Einzelfälle.
Derzeit werden von Siwa aus keine Touren nahe der libyschen Grenze angeboten. Der Grund ist viel mehr eine Vorsichtsmassnahme als eine bestehende Gefahr. Man will kein Risiko eingehen und die wichtigste Einnahmequelle, den Tourismus gefährden.
Baharia :
Auch Baharia ist ein Ort, der immer einen Besuch wert ist. Sowohl die Hauptstadt als auch Libyen sind ausreichend weit entfernt, als dass es hier zu Brennpunkten kommen könnte.
Fazit:
Ich habe mich jederzeit, insbesonders in Kairo sicher gefühlt.
Nach meiner Einschätzung gibt es derzeit keinen Grund das Planen von Ägyptenreisen zu verschieben oder geplante Reisen zu stornieren.
Grüsse
Alexander