die Gelegenheit möchte ich nutzen um euch ein paar Infos zum Thema Omanreisen zu geben. Über Ostern waren wir dort und sind mit einem gemieteten Toyota Prado Landcruiser durch den Nord-Osten des Landes gereist. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die uns zu einem 4x4 Fahrzeug geraten haben.
Turkish Airlines hat die günstigsten Flüge nach Muscat angeboten und die Verbindung über Istanbul ist aus Deutschland über ausserordentlich viele Flughäfen möglich.
Preis/-Leistung stimmt und Turkish Airlines versteht es sehr gut die geografische Lage zu nutzen, um Europa mit der arabischen Halbinsel zu verbinden.
Den Mietwagen haben wir aus Deutschland bei Mark Tours gebucht und auch die Übergabe verlief reibungslos, sehen wir mal von dem etwas ahnunglosen Mitarbeiter ab, der zunächst einen erhöhte Mietgebühr in den Vertrag geschrieben hat. Das hat sich bei der Rückgabe geklärt und somit hat uns der Wagen inklusive Versicherung für 2 Fahrer und mit 200km/Tag die vorweg vereinbarten 60€ pro Tag gekostet.
Der Wagen war Jahrgang 2004 und bis auf ein paar Kratzer und defekter Einparkhilfe in einem guten Zustand. Ein völlig neuer Wagen wäre für unsere Tour auch nicht angebracht gewesen
Das Visum ist am Flughafen problemlos gegen eine Gebühr von 6Ro erähltlich. Es empfiehlt sich , den Betrag in Landeswährung mitzubringen oder an dem einen Geldautomaten in der Ankunfsthalle zu ziehen, da die Wechselkurse am Schalter überteuert sind.
(Der vorhandene Geldautomat akzeptiert KEINE Mestro-Karten, sondern nur Visa etc.)
Die Rundreise war ein Traum und ich kann das Reiseziel Oman nur weiter empfehlen. Der Tourismus ist unserem Gefühl nach noch in der Entwicklungsphase und in Zukunft wird es sicherlich mehr werden, was dann vielleicht auch die ein oder andere Einschränkung nach sich ziehen kann.
Die Einheimischen sind äusserst freundlich und hilfsbereit. So hatten wir nie das Gefühl hilflos zu sein, sollte es irgendwo zu Problemen kommen.
Campen ist , unter der gebotenen Zurückhaltung gegenüber den Einwohnern, überall problemlos möglich!
Nur die Übernachtung in einigen Wadis war dann doch etwas mulmig, da wir noch weit über unseren Köpfen Rückstände der letzten Flut im Gestrüpp hängen sahen. Die Regenzeit war zum Glück vorbei und es war keinerlei Regen angekündigt.
Die Reisezeit Ende März/Anfang April ist sehr zu empfehlen, da das Klima noch erträglich ist und viele Felder in Büte stehen. Nach Auskunft einiger Einheimischer ist der größte Touristenstrom um diese Zeit auch schon vorbei.
Nachfolgend noch ein paar Infos, die für eure Reiseplanungen eventuell interessant sein können:
Der Reiseführer OMAN OFF-ROAD von Explorer Publishing ist unabdingbar. Es wird dieses Jahr voraussichtlich noch eine neue Auflage erscheinen. Die alte Auflage ist hierzulande nicht mehr erhältlich, aber schon in Muscat am Flughafen zu jeder Tageszeit im Buchladen erhältlich.
Sehr gute Karten, fast immer genaue Kilometerangaben und präzise Ortsbeschreibungen machen die Orientierung dank diesem Buch erst möglich.
Das die 2006er Auflage nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist haben wir einerseits im Wadi Bani Awf gemerkt, wo viel Wasser zur Bewässerung der Felder genuzt wird, und die versprochenen Badepools dann nur weiter unten im Tal zu finden waren.
Die alte Küstenpiste Sur-Muscat ist zu unserem Unglück durch eine moderne Autobahn ersetzt wurden. Der Abschnitt von Sur bis nach Qurayyat ist komplett fertig, und die Mauthäuschen stehen offenbar kurz vor der Eröffnung.
Die alte Piste ist nur noch zu ganz KLEINEN Abschnitten befahrbar. Offensichtlich wird diese nicht mehr Instand gehalten, was zur Folge hat, dass an den Ausläufen der Wadis die Pise weggebrochen ist und diese nicht mehr passierbar sind. Somit sind auch einige Ortschaften vom Durchgangsverkehr abgeschnitten. Kleinere Einkaufsgelegenheiten gibt es dennoch an den Zufahrten zum Wadi Tiwi und Ash'Shab.
Im Wadi Tiwi sind noch deutlich die Spuren des Jahrhundertunwetters von 2007 zu sehen. So weist die Straße einige Schäden auf und man kann erahnen welche Naturgewalten dort geherrscht haben und das die Einwohner einiges abbekommen haben. Schade ist es aus unserer Sicht, dass die Einwohner hier anscheinden nicht von den Touristen profitieren, da diese dort größtenteils nur einen spannenden Abstecher machen und dann wieder umkehren. Zumindest haben wir uns ein bisschen wie Schaulustige gefühlt, solange wir im Wagen saßen. Beachtlich ist aber auch hier die Gastfreundichkeit.
Auch hier wird zur Zeit eine asphaltierte Straße in den anfänglich flachen Abschnitt gebaut.
Auf der dem Wadi Tiwi gegenüberliegenden Seite des Gebirges wird auch die Zufahrt in den Wadi Bani Khalid durch eine Kolonne von Gastarbeiter asphaltiert.
Wadi Bani Kahlid und Wadi Tiwi sind durch einen abenteuerlichen (markierten) Wanderweg verbunden, der laut Ausschilderung 28KM lang ist und 14 Stunden beansprucht. Aufgrund unserer knappen Zeit haben wir von beiden Seiten nur kleine Exkursionen unternommen, bis wir einen schönen Campingplatz gefunden haben.
Begeisterten Wanderern kann ich nur ans Herz legen den kompletten Weg zu meistern.
Der Abstecher in die Wahiba Sand war auch ein echtes Erlebnis und langsam kann ich nachvollziehen was euch so fasziniert :D Am "Eingang" habenw ir ein paar deutsche Geologie-Studenten getroffen mit denen wir die Piste gefahren sind. Somit waren wir zumindest eine kleine Kolonne.
Der Liter Super kostet übrigens 120 Baisa (24Cent) und Diesel ist nicht an jeder Tankstelle erhältlich.
Die Fernweg hat mich nach einer handvoll Tagen in Deutschland voll gepackt und ich freue mich auf hoffentlich viele weitere Reisen, auch in den Oman.
Zu meiner Freude wurde mir während der Reise ein Praktikumsplatz an der einer deutsche Privat-Uni in der Capital Area in Aussicht gestellt, sodass ich insha'allah 2011/2012 für einen gewissen Zeitraum dort leben werde.
Viele Grüße,
Stefan














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