Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

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globalnomad
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Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von globalnomad »

hallo reisende,

ich weiss der Irak ist nicht das perfekte familienreiseziel aber ich möchte mit womo von sinai zurück nach europa overlanden, da syrien z.Z. keine Visa mehr ausstellt kam die idee mit irak-transit auf (als alternative zur teuren fähre von alex nach venedig).

Die irakische botschaft in Kairo hat sich nach erklären der situation (transit mit truck von jordanien nach türkei) kurzum bereit erklärt innerhalb 24h ein visum auszustellen, die waren sehr freundlich und kooperativ.

hat das unlängs jemand gemacht? ich habe andere beiträge im forum gelesen und bin jetzt auf dem standpunkt das kurdistan kein problem ist, der rest des landes ist natürlich wild aber zum transit sollte das doch klargehen oder? wie handhaben die iraker israelische sichtvermerke im pass? syrien ist da ja allergisch.

ich habe auch gelesen das man seinen pass an der grenze abgeben muss und ihn erst bei ausreise wiederbekommt, nun bei transit funktioniert das wohl nicht weil einreisegrenze ungleich ausreisegrenze.

was wären geeignete grenzübergänge in die türkei? von jordanien kommend gibts es wohl nicht sooo viele. hat sonst jemand infos zu diesem thema? anregungen? hinweise? erfahrungen? mal abgesehen von den gängigen sicherheitshinweisen, die sind bekannt.

grüsse vom till@sinai
Birgitt
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von Birgitt »

Hallo Till,

willkommen bei uns an Bord!

hast du die nachfolgenden Threads

:arrow: Irak - Kurdischer Teil - Grenze Tall Kujik offen?

:arrow: Tourismus im Irak


schon gelesen? Evtl. helfen die dir fürs erste schon weiter?

Gruß zum Sinai
Birgitt
globalnomad
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von globalnomad »

Hi Birgitt

...und danke der willkommensgrüsse,

ja den beitrag habe ich bereits gelesen, aber der behandelt primär die region kurdistan. ich warte mal gespannt ob sich hier jemand mit weiteren infos zum rest des landes meldet, ich hab so das gefühl viele haben das noch nicht probiert, was ich aber mehr auf visaprobleme zurückführe als auf technische machbarkeit...

wenn sich keine erfahrungen einholen lassen erstatte ich anschliessend brav bericht!

grüsse soweit. till
Birgitt
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von Birgitt »

globalnomad hat geschrieben:wenn sich keine erfahrungen einholen lassen erstatte ich anschliessend brav bericht!
Das wäre super!

Viel Erfolg + gute Reise
Birgitt
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Achim Vogt
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Till,

irgendwann wird es vermutlich den ersten Reisenden geben, der tatsächlich die Reise durch den Irak wagt. Ich fürchte, ich kann Dir nicht raten, dieser Erste zu sein. Im ersten von Birgitt genannten Thread habe ich folgendes auf Inas Frage geschrieben:
Liebe Ina,

kurz und knapp: NEIN!

Ihr wäret vermutlich die ersten Touristen überhaupt, die mit einem Fahrzeug vom kurdischen Teil des Irak über den Rest des Irak nach Saudi-Arabien fahren würdet. Ich bin ehrlich gesagt nicht mal sicher, ob die Grenzübergänge zwischen den beiden Ländern offiziell geöffnet sind. Vermutlich müsstet Ihr über Kuwait fahren.

Aber in jedem Fall: Vergesst diese Idee! Noch immer sind die Überlandrouten in weiten Teilen des nicht-kurdischen Teils des Irak schlicht todbringend!! Es ist schwierig genug, sich in Bagdad selbst außerhalb des Flughafengeländes und der Internationalen Zone zu bewegen. Alles andere ist für "normale Menschen" ausgeschlossen.
Auch wenn ich hoffe, dass sich die Lage irgendwann beruhigt, gibt diese Meldung aus der pakistanischen Zeitung Dawn vom 26. April 2011 einen Eindruck davon, wie die Sicherheitslage auf den Überlandstraßen nach wie vor ist:
RAMADI: Seven Pakistanis were killed and 19 others were injured when a bus they were travelling in through west Iraq overturned, a doctor said.

“Seven Pakistanis were killed when their bus flipped over on the road from Amman to Baghdad,” said Iyad Arak, director of the main hospital in Ramadi, the capital of western Anbar province.

Arak said 19 others, all Pakistanis, were hurt in the accident, which occurred around 260 kilometres (160 miles) west of Baghdad. He added that the casualties were possibly migrant workers.

Police from Ramadi heading to the scene of the crash were attacked by insurgents, leaving four policemen wounded, said a police lieutenant in Ramadi, speaking on condition of anonymity. The insurgents managed to flee the scene.
Sicher, es kann gutgehen, aber ohne allerbeste Kontakte in den Irak ist ein Transit hier ein Himmelfahrtskommando!

Ich finde, der Preis des Lebens sollte nicht gegen die angeblich zu teure Fähre von Alexandria nach Venedig aufgerechnet werden. Wenn Du die überteuerte Fähre von Nuweiba nach Aqaba und die tausenden von Kilometern, darunter durch die spritmäßig enorm teure Türkei gegenrechnest, stimmt das Argument ohnehin nicht.

Und solltest Du - was aus Deinem Posting nicht klar hervorgeht - womöglich gar mit Familie unterwegs sein, dann kann das oben Geschriebene nur zu einer Entscheidung führen: nicht durch den Irak!

Trotzdem viele Grüße
Achim
globalnomad
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von globalnomad »

Hallo Achim,

danke für dein kritisches feedback.
nein mit familie bin ich nicht unterwegs keine sorge.

und ja du hast recht man kann geld natürlich nicht mit gesundheit/leben aufwiegen, und ich werde sicher kein himmelfahrtskommando starten, aber der iraktransit wäre definitv die preiswerteste alternative zu syrien die es zumindest mal zu erwägen gilt. Und die planung der reisekasse spielt in meinem leben definitv eine rolle.
Ich meine durch afghanistan fahren ja mittlerweile auch einige, und in der backpackerszene ist Irak mittlerweile auch angekommen, wenn auch nur unter hardcore-travellern. (siehe lonley-planet forum).

Die in der tat völlig überzogene nuweiba-aquaba fähre könnte ich mir bei umfahrung von syrien dann auch sparen und über taba/eilat fahren.
Und in der türkei tanken werd ich ohnehin nicht, ich fahr mit afrikadiesel bis nordeuropa ohne tankstop, ein paar tausend km mehr oder weniger fallen da finanziell nicht ins gewicht (die fähre nach italien hingegen schon) aber das ist ein anderes kapitel

weisst du ob an der jord/syr. grenze noch transitvisa für Syria rausgegeben werden?

na mal sehn.
danke nochmal für dein feedback.
viele grüsse
t
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Achim Vogt
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Till,

Dein Posting klärt ja schon mal ein paar Dinge. Aber es gibt noch einiges zu korrigieren:

1.) Vergiss den Umweg über Taba/Elat! Nach meinen Infos ist es lediglich in Irakisch-Kurdistan etwas weniger schwierig, mit einem israelischen Stempel im Pass einzureisen. Für den Rest des Irak gilt das - ohne Gewähr - noch nicht!

Ich fürchte, dass, solltest Du doch von den Falschen angehalten werden, ein israelischer Stempel im Pass relativ gleichbedeutend mit einem Todesurteil ist.

2.) Ich habe kurz im Lonely Planet nachgeschaut: Die allermeisten reisen ausschließlich nach Irakisch-Kurdistan. Einer arbeitet in Basra. Der einzige, den ich auf die Schnelle gefunden habe, der überland durch den Irak gefahren ist, hatte Dir gegenüber einige Vorteile:

- er reiste "low key", das heißt ohne große Sichtbarkeit
- er reiste unauffällig mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- er hatte einen lokalen "Fixer", der ihm Kontakte herstellte und auch sonst bei allen Schwierigkeiten half - Kostenpunkt: 100 Dollar pro Tag!

Viel auffälliger als mit einem Wohnmobil kannst Du nicht reisen! Du bist vor allem auf den Überlandautobahnen eine unübersehbare Beute! Vergiss nicht, dass im Irak aufgrund der Armut zahlreiche kriminelle Banden unterwegs sind, die keinerlei Skrupel haben, einen entführten Ausländer an Al Qaeda zu verkaufen!

3.) Du kannst definitiv nicht in Deinem WoMo übernachten, es sei denn evtl. auf einem gut gesicherten Hotelparkplatz (und natürlich in Kurdistan). Hotels aber sind im Irak, wenn sie denn halbwegs sicher sein sollen, verhältnismäßig teuer.

4.) Keiner von den "Hardcore-Travellern" aus dem Lonely-Planet-Forum, die ich auf die Schnelle gefunden habe und die im nicht-kurdischen Teil des Irak gereist sind, ist überland in den Irak eingereist. Alle sind mit dem Flieger nach Bagdad oder das - inzwischen wieder ein wenig sicherere - Basra geflogen und von dort gereist. Genau hier liegt aber die Crux:

Die Strecke von Amman in den Irak führt durch oder an Ramadi und Fallujah vorbei, zwei der gefährlichsten Städte im Irak überhaupt. Die Straße von Bagdad nach Norden führt dann entweder über Kirkuk (den sicheren Teil der Stadt findest Du als Ortsunkundiger nicht, ein Verfahren kann tödlich sein!), oder aber ausweichend über Baquba, eine ebenfalls sehr unsichere Stadt in der Krisenprovinz Diyala, in den kurdischen Teil. Das alles geht aus meiner Sicht ohne ortskundige Begleitung nicht!

Viele Grüße
Achim

P.S.: Nach Afghanistan sind hartgesottene Traveller zwischen der Invasion 2001 und ca. 2007 gereist. Damals entstand auch die Neuauflage des Lonely Planet. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation wieder so verschlechtert, dass zumindest Überlandreisen kaum noch unternommen werden!
Franz (UNI)Murr
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von Franz (UNI)Murr »

Hallo Till,

Israel kannst du getrost vergessen. Mal abgesehen von der schikanösen Abfertigung hast Du ein Stigma im arabischen Raum. Den Zettel der Israelis kannst du entfernen. Den Stempel der arabischen Seite bei der israelischen Grenzstation nicht. Die Araber sind ja nicht doof und sie wissen genau die Namen der arabischen Grenzstationen nach Israel. Ich würde es auch so einschätzen, dass so was im Irak an der falschen Kontrolle ein Todesurteil sein kann. Irakische Banden sind schon im syrischen Hinterland aktiv, wie ich 2007 erleben durfte. Und da wird nicht geredet, sondern sofort geschossen. In der Region sind die Menschen inzwischen eben extrem gewaltbereit.
Wenn Du die gesparte Fähre Nuweiba-Aqaba aufrechnest auf die Fähre Alexandria-Venedig ist diese garnicht mehr so teuer. :wink:

Schaut gerade schlecht aus mit dem Landweg von und nach Ägypten.

Grüße

Ellen
Der Mensch braucht zuweilen etwas Wüste. Das Sein in der Wüste ist wie Yoga für meine Seele.
globalnomad
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von globalnomad »

Hello again,

ja das mit dem israelistempel ist einleuchtend gerade wenn der falsche selbigen zu gesicht bekommt. und mit der fähre nuweiba-aqaba macht die route schon wieder wenig sinn.

Achim: entgegen deiner Meinung (die ich anfangs auch vertrat) meinte der herr in der botschaft allerdings er würd ein visa nur ausstellen wenn ein eigenes FZG vorhanden ist, reise per öffentlichen Verkehrsmitteln würde er nicht unterstützen mit hinweis auf die sicherheitslage.

mit einem klassischen womo mit riesigen fenstern und dem label "tourist" gebranntmarkt würde ich die route auch nicht fahren. mein FZG unterscheidet sich von marke , baujahr und erscheinungsbild nicht wesentlich von den gängigen lkw modellen im hiesigen strassenbild, wäre also (abgesehen vom nummernschild) rel. unauffällig. als womo ist es nur für kenner und auf den zweiten blick zu erkennen. übernachtung würde sicherlich nur an polizei oder militärcheckpoints stattfinden, so wie man das aus pakistan kennt. obwohl auch da die frage ist inwieweit selbige potentielle attentäter überhaupt erst anziehen.

der gedanke mit dem guide ist nicht schlecht.

ich werde das thema überschlafen.
insgesamt ein gutes brainstorming hier, danke dafür.
1000 Grüsse till
laforcetranquille
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von laforcetranquille »

Hallo,
ich glaube selbst unter finanziellem Aspekt lohnt sich die Fahrt von Ägypten aus ober den nahen Osten/ Türkei/Balkan nach Europa nicht.
Vergiss nicht das du deinen billigen ägyptischen Sprit fast vollständig auf der Fahrt verbrätst und mit leeren Tanks zu Hause ankommst. Wir standen vor zwei Jahren vor der gleichen Frage und haben genau gerechnet. Selbst mit 1200 l in den Tanks rechnet sich eher die Fähre. Wir sind damals über Libyen/Tunesien zurückgefahren. Geht halt jetzt nicht mehr. Vergiss nicht das du dann ja mit vollen Tank in Europa ankommst und so billig bekommst du hier den Sprit ja nun mal nicht. Es gibt ja auch ne nächste Reise.
globalnomad
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von globalnomad »

korrekter gedankengang!
ich war mir vorher nicht sicher ob man mit dem zoll bei EU Einreise stress bekommt wenn man sich alle tanks bis anschlag vollknallt, letzlich hab ich jetzt aber auch die letzte Visemar am 5.6 genommen und bin völlig problemlos mit 1800L egyptdiesel in Venedig angelandet. prima gefühl wenn man sich der wert des tankinhaltes schlagartig verzehnfacht...

grüsse aus Ostdeutschland
till
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Achim Vogt
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Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Till,

ich bin heilfroh, dass Du nun doch auf den Irak als alternative Route verzichtet hast!

Hamdullah as Salama (willkommen zuhause)!

Viele Grüße
Achim
Birgitt
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Irak - Massaker an Buspassagieren

Beitrag von Birgitt »

Überfall im Irak
22 Buspassagiere aus Syrien erschossen

13.09.2011 - tagesschau

Bewaffnete haben im Westirak 22 Passagiere eines Busses getötet, der aus Syrien kam. Nach Angaben der Polizei haben die Männer den Bus am Montagabend (Ortszeit) in der Wüstenregion Nuchaib rund 300 Kilometer westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad gestoppt und zunächst Frauen und Kinder aussteigen lassen ... mehr

Dieser Artikel soll Achims Warnung einmal mehr unterstreichen.

Gruß
Birgitt
schu achbar ?

Re: Irak - Transit als Alternative zu Syrien?

Beitrag von schu achbar ? »

Die Qualitätsjournalisten haben im Link vergessen zu erwähnen, dass es schiitische Pilger waren, die erschossen wurden.
Aber das ändert an der Sache in puncto Gefahrenlage aber auch nicht wirklich was.
Antworten