Guido3 hat geschrieben:Hallo,
zu jeder Studie pro Trophäenjagd kann man 3 Studien gegen die Trophäenjagd anführen. Trophäenjagd pauschal mit Naturschutz gleich zu setzen ist genau so verkehrt, wie pauschal immer das Gegenteil zu behaupten. Man kann sich nur jede Gegend einzeln angucken, die Zustände dort analysieren und dann für diese Gegend sagen: Jagd ist hinsichtlich Naturschutz und Arterhalt produktiv oder kontraproduktiv. Aber dann wird es natürlich kompliziert und man tut sich schwer mit plakativen Aussagen.
Die guten wissenschaftlichen Studien die belegen das Jagd per se schlecht ist würde ich gerne sehen.
Man muss alles differenziert betrachten und in mancher Regionen funktioniert Jagd, in anderen Fototourismus.
Vereinfacht gesagt gibt es Gegenden, die touristisch gut erschlossen sind und in denen die Trophäenjagd meines Erachtens eher kontraproduktiv ist. In anderen Gegenden gibt es noch null Tourismus und Trophäenjagd kann zumindest übergangsweise einen positiven Einfluss haben. Langfristig sieht es für die Trophäenjagd meines Erachtens aber eher trübe aus.
Ich gebe dir recht, dass in Regionen die touristisch gut erschlossen sind Trophäenjagd eher nicht durchzuführen ist.
Die langfristige Perspektive sehe ich allerdings nicht negativ und hätte gerne eine Begründung dafür!?
Kenia ist immer das Paradebeispiel der Jagdlobby. Nur haben die leider bis heute den Unterschied zwischen Koinzidenz und Kausalität nicht begriffen. Beispiel: Seit Lufthansa mit einer A380 nach Südafrika fliegt, ist da die Nashornwilderei massiv gestiegen. Statistisch ist das eindeutig belegbar. Nur eben Koinzidenz und nicht kausal verbunden. Ob Wildlifebestände fallen oder steigen ist eine komplexe Formel mit vielen Parametern. Man kann sich nicht einen einzigen Parameter raus picken, etwaige Veränderungen bei anderen Parametern ignorieren und dann irgendwelche Schlussfolgerungen ableiten wollen. Genau das wird hier aber gemacht. Die Jagd wurde verboten. Wildlifebestände sind gefallen. Also ist das Verbot der Jagd Schuld und Jagd die großartigste Naturschutzmaßnahme überhaupt. Das ist meine Erachtens ein peinlich primitives Argumentationsniveau.
Tut mir leid, aber das ist totaler quatsch. Praktisch jede der damaligen Konzessionen in Kenia ist heute Wildtier-frei. Dort wird heute Viehwirtschaft und Landwirtschaft getrieben. Man kann es den Leuten nicht verübeln, denn Sie wollen auch nur Ihre Familien ernähren. Kenia ist was Naturschutz angeht in vielen Bereichen eine absolute Katastrophe.
Natürlich lässt sich nicht alles auf das Jagdverbot zurückführen, aber es war in jedem Fall für viele ländliche Gebiete kontraproduktiv.
In Botswana war bis Ende 2013 noch Trophäenjagd in großen Ausmaß möglich, aber da sind viele Tierbestände trotzdem stark gefallen. Das beißt sich dann doch arg mit dem "Kenia-Beweis" pro Jagd, womit vollends klar sein sollte, wie dümmlich ddie Kenia-Argumentation ist.
Der Zusammenhang zwischen hohen Elefantenbeständen und Verlust von Biodiversität wird in vielen Bereichen beobachtet. In wie weit dies auf Botswana zutrift vermag ich nicht zu sagen. Meines Wissens war die Entscheidung die Trophäenjagd zu verbieten eine rein politische und war nicht durch Fakten gestützt.
Was mit den Tierbeständen in den riesigen Kommunalgebieten passiert, die sich bisher aus der Jagd finanziert haben, bleibt abzuwarten.
Für die Zukunft des Chobe NP sehe ich schwarz. Zu viele Elefanten und kein vernünftiges Management, eine Schande.
Zambia hat die Jagd auch weitestgehend verboten. Und zwar nicht aus ideologischen Gründen. Man ist da zu dem Schluss gekommen, dass die angeblich so großartigen Einnahmen aus der Trophäenjagd, die den Tieren angeblich erst einen Wert geben und so großartig zum Naturschutz beitragen, in der Praxis bei denen extrem niedrig sind. Vor Ort kommt von den großen genannten Summen nahezu null an und das macht ökonomisch schlicht keinen Sinn für de.
Das ist Falsch. Zambia hat die Jagd auf den Konzessionsgebieten temporär gestoppt weil es Unregelmäßigkeiten (=Korruption) bei der Vergabe der Konzessionen gaben.
Die zuständige Ministerin wurde übrigens letzte Woche entlassen und man geht davon aus, dass es dort bald wieder geordnete Bahnen geht.
Man kann davon ausgehen, dass der Schaden der auf den Konzessionen durch das "brachliegen" und die darauffolgende hemmungslose Wilderrei entstanden ist, immens ist. Es wird einige Jahre dauern bis sich die Natur erholt hat.
Ich habe einige Zeit für ein Kommunalprojekt in Zambia gearbeitet, dass sich teilweise aus Jagd finanziert hat. Glücklicherweise durfte dort auch im letzten Jahr gejagd werden (weil keine Konzession). Dort sind 15Ranger non-stop mit Patrouillieren beschäftigt. Ich schicke dir gerne mal diverse Bilder von Wildtieren die ich damals in Schlingen gefunden habe und dann sprechen wir nochmal über Sinnhaftigkeit von kontrollierter Jagd.
Was die von Dir zitierte Versteigerung des Nashornabschusses in Namibia anbetrifft, so behaupten die Jäger - hier der versteigernde Dallas Safari Club - dass das Geld komplett dem Nashornschutz zu Gute kommt. Dumm nur dass die Regierung von Namibia das nicht bestätigen kann und bei den gern angeführten großen Einnahmen durch die Trophäenjagd generell nur sehr wenig bei den Locals und Naturschützern ankommt.
Bitte glaub mir die Jagd hilft und finanziert den Nashornschutz. Naturschutz in den Medien ist viel BlaBla und in der Realität siehts anders aus.
Ich bin an einem Schutzprogramm in Südafrika für Nashörner beteiligt. Im Januar wurden 5Nashörner(!!!!!!!!!!!) gewildert.
ca. 25% der Nashörner Südafrikas leben auf Privatland. Warum glaubst du denn, dass sich die Landbesitzer die Mühe machen die Tiere zu Schützen?
Und der Nashornwildererei von heute hat nichts romantisches. Die kommen Nachts auf die Farm, schießen die Nashörner (in einem Fall eine Kuh mit Kalb

) vergiften den Rest damit die Ranger die Geier nicht sehen. Nach einer Woche finden wir dann die kläglichen Reste + tote Geier....