Ein interessanter Artikel in einem Reiseforum. Gerade als Reisende bin ich der Meinung, dass ich meinen persönlichen Reiseerfahrungen mehr vertraue als den sogenannten Mainstreammedien. Obschon ich beim bereisen eines Landes nicht den Anspruch erhebe, das Land aus vollkommen neutraler Sicht kennen zu lernen. Ich freue mich über jede Beobachtung und Sichtweise die ich von anderen Menschen und auch Medien kriege.
Statt Afghanistan könnte in diesem Artikel für mich jedoch auch Saudi-Arabien stehen. Und ich denke nicht, dass die afghanischen Frauen unter den tödlichen Anschlägen weniger gelitten haben als unter dem frauenfeindlichen Regime. Ich denke alle Menschen dort sind froh, dass die Gewalt/Krieg zurückgegangen ist. Die Rolle der Frau sehe ich als Alleinreisende Alte eh mit wachem Geist.
Ein Erinnerungsfoto mit einem (bewaffneten) Taliban ist also laut dem Artikel verwerflich. Und das angehängte Foto von mir im Anhang zwischen der Grenze Jordanien/Irak und Bagdad? Der junge Mann der mich neben vielen anderen Männern kontrollierte und tatsächlich auch irgendwie beschützte ist Iraker. Er bat unter sehr schlechten Wetterbedingungen zuerst um ein Foto mit mir. Er kriegt einen recht guten Sold für seine Arbeit, und darum ist er dort.
Somit ist also auch dieses Foto nicht korrekt und so quasi ein No Go? Ok, man kann viele Gründe haben so ein Foto nicht toll zu finden. Nicht zuletzt die Tatsache der (geladenen?) Waffen. Aber für mich ist der erwähnte Taliban im Artikel als Erinnerungsfoto sozusagen austauschbar.
Durch meinen persönlichen Besuch der Länder, lerne ich sie zu zu 100 Prozent besser kennen, als durch die Medien. Selbstverständlich kriege ich auch medial vom jeweiligen Land etwas mit. Sollte ich jemals das Interesse verspüren, Afghanistan kennen zu lernen, würde ich mir selber ein Bild machen. Ob ein Besuch politisch korrekt ist, kann man sicher von Afghanistan, über Saudi, bis USA diskutieren.
Trotz vermehrten Schwierigkeiten sollten wir uns das Reisen jedoch nicht nehmen lassen. Wenn schon die Politiker weltweit die Demokratie, die Frauenrechte oder die Religion mit Waffen „verteidigen“ wollen, sollten wir uns in aller Welt die Hände reichen.
Liebe Grüsse und gute Fahrt.