Kenia - Baumpflanzungsprojekt in Bungoma

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freewheel
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Kenia - Baumpflanzungsprojekt in Bungoma

Beitrag von freewheel »

Moin Wütenschiff,
dieser Aufruf erreichte mich soeben... da ich Sandra persönlich kenne und die Zeit etwas drängt, möchte ich ihn hier gerne einstellen. Ich denke die brauchen wirklich nur "ein paar" Euro um das zu verwirklichen - das sollte doch zu machen sein...
Evtl. ist auch jemand vor Ort (Bungoma) und möchte anders helfen oder einfach mal vorbei schauen.

Grüße, Jan
Bald wird wieder einmal der 26. Juni sein- das ist der internationale Tag zur Unterstützung von Folteropfern. Weltweit wird es dazu verschiedene Veranstaltungen geben, die von der UN unterstützt werden.
Auch unsere Organisation wird diesen Tag mit einem Projekt gestalten. Die Ursprungsidee dazu hatten Luise und ich- unsere FH fordert, dass wir in diesem Praktikum ein eigenes Projekt durchführen. Also überlegten wir uns, für den 26. Juni eine Baumpflanzung zu organisieren. Gemeinsam mit Folteropfern, -überlebenden und Angehörigen wollen wir einen Ort der Erinnerung und der Bewusstseinsschaffung zu dem Thema Folter schaffen. Es sollen nur Bäume gepflanzt werden, die Früchte tragen- der Symbolik wegen. Es sollen dann auch Bänke dort stehen, damit man zum Nachdenken „eingeladen“ wird und zur Ruhe kommen kann. Außerdem hoffen wir, ein Schild gestalten zu können, welches diesen Ort erklärt, dem Ganzen einen Namen gibt und kurz die Hintergründe erläutert.
Gestern haben wir einige IDPs (Internal displaced persons oder auch Binnenvertriebene) getroffen, mit denen wir gemeinsam die Baumpflanzung gestalten wollen. Sie alle wurden zwischen 1963 und den Wahlen 2007/08 von ihrem Land vertrieben, sie verloren ihren gesamten Besitz, Familien wurden zerrissen, viele haben Freunde oder Verwandte verloren und die meisten von ihnen leben noch heute mit großen Problemen: täglich müssen sie sehen, wie sie sich und ihre Familie mit Essen versorgen, ihre Kinder können häufig nicht zur Schule gehen, weil die finanziellen Mittel dafür fehlen, schwere Krankheiten können aus demselben Grund nicht behandelt werden und weil sie kein Geld haben, ist es sehr schwer für sie, wieder Fuß zu fassen. Ich möchte euch das alles noch etwas greifbarer machen, mit der Geschichte von David Wangila:

Er ist 44 Jahre alt und hat 6 Kinder. Im Januar 2007 pflanze er auf seinem Land Zwiebeln an. Dort wurde er von 4 Männern der SLDF (Sabaot Land Defence Force- das ist eine militante Gruppe, die vor allem nach den Wahlen 2007 in dem Gebiet hier für viel Angst gesorgt hat, sie haben Menschen anderer Ethnien vertrieben, getötet, vergewaltigt, gefoltert.) mit Messern angegriffen und attackiert. Durch diesen Angriff bekam er schwere Kopfverletzungen, die dazu führten, dass er seine Sprachfähigkeit und sein Gedächtnis für einen gewissen Zeitraum verlor. Er hat Glück und bekommt Hilfestellungen, durch die er nach und nach eine gesundheitliche Besserung erfährt. In Chwele (dort soll die Baumpflanzung stattfinden und viele IDPs die ihr Land verloren haben, leben nun dort) hat er von einem Kollegen ein kleines Stück Land bekommen, wo er mit seiner Familie lebt. Weil er dieses Land bewirtschaften kann, können auch seine Kinder zur Schule gehen.

Die Regierung verspricht den IDPs in Kenia immer wieder Hilfe und neues Land, jedoch waren das bisher nur leere Versprechen. Aus diesem Grund ist es ganz besonders wichtig, den 26. Juni als Sprachrohr für Folteropfer (und IDPs sind sehr häufig Opfer von Folter) auszurichten und eine möglichst große Öffentlichkeit zu erreichen.

Eigentlich bekommt unsere Organisation Spenden für diesen Tag. Leider sind diese Spenden mal wieder noch nicht da und es sieht momentan nicht danach aus, dass sie noch vor dem 26. Juni kommen. Vor allem jetzt, da wir so viele verschiedene , interessante aber auch sehr anstrengende Geschichten von den IDPs gehört haben, ist Luise und mir dieses Projekt sehr ans Herz gewachsen. Wir möchten nicht, dass es, nur weil kein Geld da ist, ins Wasser fällt- denn dann ist den IDPs schon wieder nicht geholfen und sie müssen mit einem weiterem leeren Versprechen leben.
Aus diesem Grund möchten wir euch fragen, ob sich vielleicht der ein oder andere vorstellen könnte, uns ein wenig Geld für diese Baumpflanzung zukommen zu lassen. Letztlich brauchen wir nicht sehr viel, denn selbst ein Euro ergibt zwei Bäume. Jeder Baum ist wichtig für dieses Projekt, denn er steht für die, die durch Folter gestorben sind. Wir freuen uns über jeden noch so kleinen Betrag, weil er uns helfen wird, dieses Projekt umzusetzen.
Wenn ihr uns also gern unterstützen möchtet, dann könnt ihr auf das folgende Konto spenden:

Kontoinhaberin: Sandra Jurack
Kontonummer: 101 499 960 9
BLZ: 120 300 00
Deutsche Kreditbank Berlin
Verwendungszweck: Baumpflanzung

Noch einmal- wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns helfen könntet.

Liebe Grüße,
Luise und Sandra
Kuno
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Kuno »

Ganz folgen kann ich dem nicht, was da geschrieben steht.
Eigentlich sollen sie Spenden bekommen - die kommen aber zu spaet.
Und deshalb sucht man jetzt nach zusaetzlichem Geld - dieses soll aber zuerst nach Berlin ueberwiesen werden.
Und am 26 Juni ist am Platz die Baumpflanzung geplant.
Wie soll denn das Geld dort zum Ankauf der Baeume zur Verfuegung stehen?
Warum nicht besser gleich auf ein Konto in Kenia ueberweisen?
freewheel
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von freewheel »

Hallo Kuno, genau so ist es ;)
Spenden kommen Monate zu spät, wenn überhaupt. Es geht eben darum trotzdem den Leuten zu helfen - an den Organisationen vorbei - ohne Schmiergeld sozusagen. Das Konto ist in Berlin - der Kontoinhaber in Kenia, seit Monaten...

Damit wir uns hier nicht falsch verstehen - es geht nicht um Hungerhilfe etc. - keiner wird sterben, wenn niemand spendet - es ist eher ein privater/resignierter Aufruf einer jungen Entwicklungshelferin den ich hier auf eigenes Betreiben (aber mit Erlaubnis) etwas öffentlicher machte... wenn jemand spendet, dann wird davon aber auch jeder Euro in genau diese Baumprojekt fließen!

Als kleine Motivation und um sich evtl. ein genaueres Bild zu machen kann man mal den pers. Blog hier ansteuern:
http://backinafrica.twoday.net/
... die Frustration kann man schön aus den Zeilen herauslesen - man wird das Gefühl nicht los, dass sich einige lokale Organisationen Entwicklungshelfer kommen lassen um sie dann am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen - Afrika halt - und sich mit den Subventionen seinen Lebensunterhalt bestreitet... sowas höre ich leider nicht zum ersten mal aus erster Hand.

LG, Jan
Kuno
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Kuno »

Dankeschoen, Jan. Da ich letzte Woche nichts in die Kasse der Rennleitung auf unseren Strassen abgeben musste, koennte ich also ruhig etwas in Baeume investieren.
Alexander
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Alexander »

Über wieviele Bäume sprechen wir denn? 3, 4, ein ganzer Wald?
Wenn man mit einem Euro zwei Bäume pflanzen kann, sollte das doch möglich sein.

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Kuno
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Kuno »

Sorry, Maedels. Ich habe diese "Deutsche Kreditbank Berlin" nicht im Verzeichnis bei meinem Internet-Nanking. Waere hilfreich, wenn ihr vielleicht gleich von Anfang noch Angaben wie IBAN oder SWIFT / BIC geben wuerdet.
Horst
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Horst »

Hallo Kuno,

da die Mädels nicht antworten, spring ich mal in die Bresche. Nicht dass das Projekt noch an deiner fehlenden Spende scheitert... :wink:

Die ominöse Deutsche Kreditbank Berlin ist besser bekannt als DKB.

BIC: BYLADEM1001

IBAN: DE64120300001014999609 (für Copy+Paste)
oder DE64 1203 0000 1014 9996 09 (für händisch)

Übrigens: Man kann sich die IBAN aus den normalen Kontodaten selbst besorgen, z.B. mit IBAN-Rechner.

Grüße,
Horst
Kuno
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Kuno »

Danke, Horst.
freewheel
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von freewheel »

Hallo Kuno, Danke Alexander... es braucht halt immer ne Weile aber nun hab ich die Antworten auf eure zum Teil ja bereits beantworteten Fragen:
hier die Daten:

IBAN: DE64 1203 0000 1014 9996 09
BIC: BYLADEM 1001


Es sollen um die 400 Bäume gepflanzt werden, aber wir sind da sehr flexibel!

Liebe Grüße
Sandra
Nochmals Danke von mir und Grüße,
Jan
trapperjoe
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von trapperjoe »

Alexander hat geschrieben:...Wenn man mit einem Euro zwei Bäume pflanzen kann, sollte das doch möglich sein...
Hab ich das jetzt richtig verstanden, das Projekt könnte an fehlenden 200,- € scheitern?
mit freundlichen Grüßen
trapperjoe
Kuno
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Kuno »

@ Trapperjoe; der Eindruck koennte natuerlich aufkommen, dass das Mahnmal an EUR 200.- scheitert. Aber -ohne dass ich nun wirklich die Details kennen wuerde- es kommen selbstverstaendlich noch einige Positionen dazu und die tatsaechliche Baeume sind wohl nur der kleinste Posten in der Rechnung.

Zuerst einmal muss man das Grundstueck haben. Wenn man kein Gebuesch sondern ein "begehbares Mahnmal" will, dann muss man schoneine gescheite Flaeche bekommen - sagen wir 5x5 Meter pro Baum. Damit kommen wir auf etwa 1'000 Quadratmeter. Ob die Gemeinde dieses Grundstueck in der Bauzone drin gratis zur Verfuegung stellt oder obe es im "Baurecht" gemietet werden muss, muss abgeklaert werden.

Mindestens solange die Baueme noch klein sind muss ein massiver Zaun zum Schutz erstellt werden. Ca. 160 Laufmeter Zaun, 60 einbetonierte Pfosten und ein Tor.

Dann braucht es Leute, die die Baeume setzen und den Zaun errichten. Sagen wir 200 Stunden fuer die Baeume und nochmal soviel fuer den Zaun. Eventuell muss man noch lokale Begebenheiten beruecksichtigen - das heisst mehr Leute einstellen als es wirklich brauchen wuerde und mit ein paar Stunden zusaetzlich rechnen. Vielleicht 800 Stunden?

Bewaessern muss man die Baeume mindestens in der ersten Zeit. Gehen wir davon aus, dass Wasser vorhanden ist. Entweder installiert man eine Tropfbewaesserung oder man beschaeftigt Leute, die es von Hand erledigen - ich wuerde auf letzteres tendieren.

Dann braucht es wohl mehrere Veranstaltungen, beidenen den Leuten erklaert wird, was der Sinn & Zweck der Baumpflanzung ist. Da waere es gut, wenn man mit etwas "Wurst & Brot & Bier" auffahren wuerde.

Wenn alles geritzt und bezahlt ist, dann kommt einer Stelle bei den Behoerden in den Sinn, dass man noch irgendeine kostenpflichtige Genehmigung braucht....
freewheel
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von freewheel »

Demonstration durch Bungoma.JPG
Hallo,
danke für die Unterstürzung in dieser Angelegenheit. Ich soll ein großes Dankeschön von Sandra und Luise an dieses Forum übermitteln (auch namentlich - aber ich denke ihr wisst schon wer ihr seid!).... und von mir gibts auch nochmal ein dickes dickes Danke hinterher: DANKE!

hier mal ein kleiner Bericht:
Liebe Freunde,

Der 26. Juni liegt nun schon einige Tage zurück und heute möchten wir euch ausführlich berichten, wie der Tag verlief.
Zuerst aber ein großes Dankeschön für eure großzügige Unterstützung. Ohne euch wäre das so alles nicht möglich gewesen. Durch eure finanzielle und vor Ort Unterstützung konnten wir 2000 Baumsetzlinge zählen und für die Folteropfer und IDPs einen schönen Tag gestalten.
Für uns begann der Tag morgens 8 Uhr mit noch so einigen organisatorischen Dingen. Wir kauften vier große Säcke Brot und einige Kisten Wasser, Baumsetzlinge und ein Schild, was dem Ort einen Namen geben soll, wurden in Autos erteilt, wir machten Banner bereit und warfen uns mit Anti-Folter- Umhängen in Schale. Und dann endlich konnte unser Demonstrationsumzug beginnen. Musikalische Unterstützung erhielten wir von der Band der Salvation Army und so zogen wir eine große Runde durch das Zentrum Bungomas. Unsere Endstation war die Stadtverwaltung, wo es eine kurze Kundgebung gab. Danach verteilten wir uns auf bereitstehende Autos und machten uns auf den Weg nach Chwele. Nach einer 30- minütigen Fahrt wurden wir dort am Markt schon freudestrahlend von den IDPs und Folteropfern erwartet. Gemeinsam zogen wir dann über den Markt von Chwele zu dem Stück Land, wo die Baumpflanzung stattfinden sollte. Dort angekommen waren wir eine etwa 300 Personen starke Gruppe und ließen uns erst einmal im Schatten nieder. Wir wurden von einer Gruppe tanzender Schulkinder empfangen und im Anschluss gab es ein paar kurze Reden von örtlichen Beamten. Nach dieser kurzen Verschnaufpause, ging es dann auch schon an die Spaten und viele Bäume wurden gepflanzt. Da waren Mango-, Avocado-, Zabibu- und Schatten spendende Bäume.
Nach der Baumpflanzung kam dann unser großer Auftritt- wir hielten unsere Rede. Kurz und knapp beschrieben wir, wie wir auf die Idee zu diesem Projekt kamen und was unsere Ziele und Absichten sind. Um zu garantieren, dass auch jeder unsere Botschaft verstehen kann, übersetzte unser Anleiter die Rede. Im Anschluss gab es noch ein Fernseh- Interview, das auch tatsächlich am selben Abend in den landesweiten Nachrichten zu sehen war.
Nach einigen anderen Reden und Vorstellungsrunden zündeten wir noch Kerzen an für diejenigen, die in Folge der Gewalt nach den Wahlen 2007/08 getötet wurden oder seither vermisst werden. Jeder Name wurde vorgelesen und im Anschluss wurde die jeweilige Kerze zum Namen ausgepustet.
Als Erfrischung gab es im Anschluss für alle Brot und Limonade. Da wir sehr viel Brot übrig hatten, verteilten wir den Rest dann noch an Straßenkinder und einige IDPs.
Damit ging für uns ein ereignisreicher, erfolgreicher und wunderschöner Tag zu Ende.

Kommenden Montag werden wir noch einmal gemeinsam mit unserem Anleiter nachbereitend nach Chwele fahren. Das Gebiet soll noch eingezäunt werden und einzelnen IDPs sollen Bäume zugeteilt werden, um die sie sich dann hoffentlich kümmern werden.

Also in diesem Sinne noch einmal: Asante sana!!!

Liebe Grüße aus Bungoma,
Luise und Sandra
Unser selbstentworfenes Schild.JPG
Kurz vor der Baumpflanzung.JPG
Auch wir pflanzten ein Mangobäumchen.JPG
In Erinnerung an Folteropfer.JPG
Einige IDPs, die sich wirklich über dieses Projekt gefreut haben.JPG
Kuno
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Re: Baumpflanzungsprojekt

Beitrag von Kuno »

Dankeschoen fuer den Bericht und ein Kompliment an die Leute in Kenia, die diese Aktion ermoeglicht haben.
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