Kenia - Baumpflanzungsprojekt in Bungoma
Verfasst: Sa 16. Jun 2012, 13:08
Moin Wütenschiff,
dieser Aufruf erreichte mich soeben... da ich Sandra persönlich kenne und die Zeit etwas drängt, möchte ich ihn hier gerne einstellen. Ich denke die brauchen wirklich nur "ein paar" Euro um das zu verwirklichen - das sollte doch zu machen sein...
Evtl. ist auch jemand vor Ort (Bungoma) und möchte anders helfen oder einfach mal vorbei schauen.
Grüße, Jan
dieser Aufruf erreichte mich soeben... da ich Sandra persönlich kenne und die Zeit etwas drängt, möchte ich ihn hier gerne einstellen. Ich denke die brauchen wirklich nur "ein paar" Euro um das zu verwirklichen - das sollte doch zu machen sein...
Evtl. ist auch jemand vor Ort (Bungoma) und möchte anders helfen oder einfach mal vorbei schauen.
Grüße, Jan
Bald wird wieder einmal der 26. Juni sein- das ist der internationale Tag zur Unterstützung von Folteropfern. Weltweit wird es dazu verschiedene Veranstaltungen geben, die von der UN unterstützt werden.
Auch unsere Organisation wird diesen Tag mit einem Projekt gestalten. Die Ursprungsidee dazu hatten Luise und ich- unsere FH fordert, dass wir in diesem Praktikum ein eigenes Projekt durchführen. Also überlegten wir uns, für den 26. Juni eine Baumpflanzung zu organisieren. Gemeinsam mit Folteropfern, -überlebenden und Angehörigen wollen wir einen Ort der Erinnerung und der Bewusstseinsschaffung zu dem Thema Folter schaffen. Es sollen nur Bäume gepflanzt werden, die Früchte tragen- der Symbolik wegen. Es sollen dann auch Bänke dort stehen, damit man zum Nachdenken „eingeladen“ wird und zur Ruhe kommen kann. Außerdem hoffen wir, ein Schild gestalten zu können, welches diesen Ort erklärt, dem Ganzen einen Namen gibt und kurz die Hintergründe erläutert.
Gestern haben wir einige IDPs (Internal displaced persons oder auch Binnenvertriebene) getroffen, mit denen wir gemeinsam die Baumpflanzung gestalten wollen. Sie alle wurden zwischen 1963 und den Wahlen 2007/08 von ihrem Land vertrieben, sie verloren ihren gesamten Besitz, Familien wurden zerrissen, viele haben Freunde oder Verwandte verloren und die meisten von ihnen leben noch heute mit großen Problemen: täglich müssen sie sehen, wie sie sich und ihre Familie mit Essen versorgen, ihre Kinder können häufig nicht zur Schule gehen, weil die finanziellen Mittel dafür fehlen, schwere Krankheiten können aus demselben Grund nicht behandelt werden und weil sie kein Geld haben, ist es sehr schwer für sie, wieder Fuß zu fassen. Ich möchte euch das alles noch etwas greifbarer machen, mit der Geschichte von David Wangila:
Er ist 44 Jahre alt und hat 6 Kinder. Im Januar 2007 pflanze er auf seinem Land Zwiebeln an. Dort wurde er von 4 Männern der SLDF (Sabaot Land Defence Force- das ist eine militante Gruppe, die vor allem nach den Wahlen 2007 in dem Gebiet hier für viel Angst gesorgt hat, sie haben Menschen anderer Ethnien vertrieben, getötet, vergewaltigt, gefoltert.) mit Messern angegriffen und attackiert. Durch diesen Angriff bekam er schwere Kopfverletzungen, die dazu führten, dass er seine Sprachfähigkeit und sein Gedächtnis für einen gewissen Zeitraum verlor. Er hat Glück und bekommt Hilfestellungen, durch die er nach und nach eine gesundheitliche Besserung erfährt. In Chwele (dort soll die Baumpflanzung stattfinden und viele IDPs die ihr Land verloren haben, leben nun dort) hat er von einem Kollegen ein kleines Stück Land bekommen, wo er mit seiner Familie lebt. Weil er dieses Land bewirtschaften kann, können auch seine Kinder zur Schule gehen.
Die Regierung verspricht den IDPs in Kenia immer wieder Hilfe und neues Land, jedoch waren das bisher nur leere Versprechen. Aus diesem Grund ist es ganz besonders wichtig, den 26. Juni als Sprachrohr für Folteropfer (und IDPs sind sehr häufig Opfer von Folter) auszurichten und eine möglichst große Öffentlichkeit zu erreichen.
Eigentlich bekommt unsere Organisation Spenden für diesen Tag. Leider sind diese Spenden mal wieder noch nicht da und es sieht momentan nicht danach aus, dass sie noch vor dem 26. Juni kommen. Vor allem jetzt, da wir so viele verschiedene , interessante aber auch sehr anstrengende Geschichten von den IDPs gehört haben, ist Luise und mir dieses Projekt sehr ans Herz gewachsen. Wir möchten nicht, dass es, nur weil kein Geld da ist, ins Wasser fällt- denn dann ist den IDPs schon wieder nicht geholfen und sie müssen mit einem weiterem leeren Versprechen leben.
Aus diesem Grund möchten wir euch fragen, ob sich vielleicht der ein oder andere vorstellen könnte, uns ein wenig Geld für diese Baumpflanzung zukommen zu lassen. Letztlich brauchen wir nicht sehr viel, denn selbst ein Euro ergibt zwei Bäume. Jeder Baum ist wichtig für dieses Projekt, denn er steht für die, die durch Folter gestorben sind. Wir freuen uns über jeden noch so kleinen Betrag, weil er uns helfen wird, dieses Projekt umzusetzen.
Wenn ihr uns also gern unterstützen möchtet, dann könnt ihr auf das folgende Konto spenden:
Kontoinhaberin: Sandra Jurack
Kontonummer: 101 499 960 9
BLZ: 120 300 00
Deutsche Kreditbank Berlin
Verwendungszweck: Baumpflanzung
Noch einmal- wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns helfen könntet.
Liebe Grüße,
Luise und Sandra