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Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Alexander » 26.10.2012 19:58

Hallo Zusammen,

seit einigen Jahren bin ich leidenschaftlicher Wüstenwanderer. Was mich allerdings stört, ist der eingeschränkte Aktionsradius, resultierend aus den nur sehr beschränkten Mitteln (Wasser, Nahrung, usw), die man aufgrund des Gewichts mitführen kann.

Nicht immer ist es möglich, Versorgungsdepots anzulegen, sodass man Proviant und Wasser selbst im Rucksack mitschleppen muss.

Ich denke mir, so ein Wägelchen, ähnlich einer Rikscha, dass man hinter sich herzieht, könnte eine gute Lösung sein. Vermutlich würde es auch funktionieren, würde man nur auf festem Untergrund laufen. Sobald man aber Sandpassagen durchwandert, sinken die Räder in den Sand ein und die Kraft, mit der der Wagen gezogen werden muss, erhöht sich erheblich.

Evtl. würde eine Art Schlitten Abhilfe schaffen. Im Sand vermutlich funktionierend, auf hartem Untergrund aber ständig das Scheuergeräusch, was einen irgendwann in den Wahnsinn treibt.

Die Voraussetzungen für das Wägelchen oder Schlitten müssten folgende sein:

• Leichte aber stabile Bauweise
• Einfach und schnell zerlegbar, besonders im Hinblick auf den Transport im Flugzeug
• Das Gefährt sollte eine Last von mindestens 60kg, auch im rauen Gelände aushalten können
• Es sollte sowohl auf hartem (felsig, Piste, Strasse) als auch auf weichsandigem Untergrund einsatzfähig sein

Ich würde mich freuen, wenn wir hier einige Ideen sammeln und das Projekt vielleicht sogar verwirklichen könnten, da ich ernsthaft an einer Lösung interessiert bin.

Danke und viele Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Kuno » 26.10.2012 21:26

Wagen vs. Schlitten und alles ultraleicht hatten wir doch irgendwo schon mal...
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Alexander » 26.10.2012 21:27

Kuno hat geschrieben:Wagen vs. Schlitten und alles ultraleicht hatten wir doch irgendwo schon mal...


Kuno, dein Kommentar bringt uns jetzt aber wirklich weiter. Wenn du etwas sachdienliches hier beitragen möchtest, dann bitte, ansonsten bitte nicht.

Danke

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Kuno » 26.10.2012 21:29

Die Schlitten- Reifengeschichte wurde hier irgendwo schon mal diskutiert. Mit dem Ultraleichtpeter und in Zusammenhang mit seinem geplanten Fussmarsch zum "verlorenen See". Wenn ich mich recht erinnere, so war es aber kein selbststaendiges Thema.

Hier:

Einer der Diskutanten hiess gleich wie du:

Alexander hat geschrieben:Physikalisch hat das etwas mit dem Reibungskoeffizienten zu tun. Je höher um so mehr Kraft muss aufgebracht werden.
Ich könnte mir vorstellen, dass ein Schlitten mit Rädern auf einer Teerstrasse oder auf entsprechendem Untergrund durchaus dienlich sein kann. Ich weiß nur nicht, ob das Gescheppere in der ruhigen Wüste sehr aufbauend ist.


Thema war: Ultraleichttrekking zum verlorenen See
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Alexander » 26.10.2012 21:32

Das Thema wurde damals leider nicht weiterer örtert. Es ging dabei mehr um die Ultraleichtgeschichte, weniger aber um die Funktionalität und der Verwirklichung der Idee. Ich glaube, das blieb irgendwie stecken.

Dieser Beitrag hier sollte das Thema konkreter und hoffentlich abschliessend behandeln. ;-)

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Alexander » 26.10.2012 21:34

Kuno hat geschrieben:Einer der Diskutanten hiess gleich wie du:


Warum hieß der wie ich? Es kann nur einen geben.

Wie oben schon gesagt, die Idee wurde seinerzeit nur angedacht, weniger verwirklicht. Ich bin hier mehr an Ideen und der Realisierung interessiert.

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Bodensee » 27.10.2012 00:31

Ein Schlitten wird mit einem Seil gezogen, ein Wagen oder Wägelchen mit einer Deichsel, bzw. einem festen Griff.
Wenn auf der Unterseite des "Koffers" eine Gleitfläche montiert wird, die vorne etwa 15 cm hochgezogen ist, dann ist das die "Schlittenseite". Falls der Untergrund befahrbar wird, dreht man den "Koffer" um, sodass die vorherige Oberseite sich jetzt unten befindet. Auf dieser Seite sind zwei Räder von ca. 20 - 25 cm integriert und der jetzt benötigte "Griff" lässt sich wie bei einem Trolley herausziehen, sodass der zum Ziehen verurteilte Eselersatz nicht dauernd mit den Füssen an den "Koffer" schlägt.
Für die Gleitfläche wird eine entsprechend geformte Kunststoffplatte eingesetzt.
Was meint Ihr dazu?
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon TGerd » 27.10.2012 06:30

Hallo Alex,
miete Dir einen Esel.
Karotten nicht vergessen.

Oder sowas: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogsp ... es-us.html

Wüstenläufergruß
In der Wüste triffst Du Dich selbst,
oder Du triffst nichts.
TGerd
 
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Angelika Baumann » 27.10.2012 08:22

Hallo guten Morgen Alex, hallo zusammen,

auch ich kann mich an eine Geschichte erinnern. Da ist einer durch die Weiße Wüßte gewandert mit einer Art "Geschirr" umgeschnallt, an dem er einen Gleitschlitten hinter sich her gezogen hat. Aber leider finde auch ich nicht den Link dazu :oops:

Dann habe ich auch mal eine Story von einem Wüstenwanderer gelesen, der hat sich an seinen Gleitschlitten noch eine Art Segel montiert. Bei entsprechendem Wind, wurde er beim Ziehen des Schlittens dann entlastet. Aber auch hierzu finde ich den Link leider nicht - sorry. Aber vielleicht hilft meine Erinnerung trotzdem.

Viele Grüße

Angelika
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Alexander von Humboldt
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Alexander » 27.10.2012 08:48

@Bodensee,
die schwebt also eine Art Hybrid mit Kofferaufsatz vor. Ändert sich das Gelände, dann dreh das Gefährt einfach um. Da ich in dem Koffer nur Wasserflaschen transportieren würde, dürfte die Umdreherei auch den Inhalt des Koffers nicht immer aufmischen.

@TGerd,
du meinst, zu mir altem Grauhaarigen würde ein Esel in gleicher Farbe gut passen? Ich hoffe, der Esel ist nicht so stur wie ich, sonst kommen wir keinen Meter weit :wink:

Würde so eine Lösung machbar sein? Gehen wir von einem Gefährt aus, mit zwei breiten Kufen, evtl. Alu, die durch zwei Stangen o.ä. verbunden sind, die als Auflagefläche für das Transportgut dienen. An den Kufen links und rechts zwei kleine Rädchen angebracht, die im Durchmesser so klein sind, dass sie den Wagen nur einige Zentimerter über dem Boden halten. Eine tiefergelegte Variante also. Das hätte den Vorteil, dass das Wägelchen auf harter Oberfläche rollt. Sobald der Untergrund sandig wird, gleitet das Gefährt auf den Kufen. Der Wagen würde quasi automatisch selbst in den entsprechenden Transportmodus wechseln.

trolley2.jpg


Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Alexander » 27.10.2012 08:49

Angelika Baumann hat geschrieben:auch ich kann mich an eine Geschichte erinnern. Da ist einer durch die Weiße Wüßte gewandert mit einer Art "Geschirr" umgeschnallt, an dem er einen Gleitschlitten hinter sich her gezogen hat.


Von der Schlittengeschichte in der Weissen Wüste habe ich auch schon gehört. Leider habe ich auch noch keine Quellen dazu gefunden.

Grüsse
Alexander
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Jerome Wüstenwandern » 27.10.2012 09:21

Hallo Alexander

ich hatte mal vor Jahren ein Projekt, wo ich einige hundert KM autark durch die Sahara gehen wollte. Dazu hab ich mir eine Lastkarre konstruieren lassen. Eine Testtour gab es - ungefähr 200 km in Mauretanien - und die hat die Karre gut überstanden. Schau Dir mal den Link an http://bubab.de/design.php?id=26 dort findest Du Fotos und eine Konstruktionszeichnung.

Ich hab sogar die Karre noch im Keller stehen....

Schöne Grüße Jerome
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Mia » 27.10.2012 09:32

Hallo Alexander,

Tutanchamuns zerlegbares Reisewägelchen wäre doch eine gute Vorlage für einen Nachbau aus Bambus. Die Laufräder könnte man von einem MTB nehmen. Vielleicht könnte man dann im Sand Luft ablassen. So kleine Sandbleche hättest Du ja glaube ich. Ach ja und kleine Hilfsmotoren für Fahrräder gibt es ja auch schon, den könnte man auch noch einbauen für Notfälle.

Grüße Mia
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Jürgen Kempe » 27.10.2012 09:34

Alexander,

die Bodensee-Lösung ist zu bevorzugen, da können die Räder grösser sein, ergo es hat mehr Bodenfreiheit.

Bei Deinem tiefergelegten Modell müsstest Du Dich auf glatte Flächen beschränken, wenn nicht kraftaufwändig und verschleissfördernd über den Boden gezerrt werden soll.

(Ich meine mich zu erinnern, in den 1970ern Jahren zwei Männer getroffen zu haben, die einen Anhänger mit grossen Speichen-Rädern [wie am Fahrrad] durch die algerische Sahara zerrten.)

Wie wär's mit einen Helium-gefülltem Ballon (kleinem "Luftschiff"); Hinweg mit dem Wind, zurück lässt Du ihn fliegen... Da ist die Wassermenge ja geringer.

Generell: Ist die Leistung/ der "Reiz" höher zu bewerten, wenn man eine grosse Distanz mit Hilfsmitteln -welcher Art auch immer- zurücklegt, als wenn man kleinere Entfernungen bewältigt, aber keine Technik zur Verfügung hatte?

Ich wünsche Dir und mir und uns jedenfalls, dass Du heil zurückkommst!

Gruss Jürgen Kempe
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Re: Wüstenwandern mit Hilfmitteln. Aber wie?

Beitragvon Mia » 27.10.2012 09:38

Hallo Alex,

Jerome Wüstenwander's Vorschlag finde ich auch gut.

Gruß Mia
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