Müllentsorgung in Afrika

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Kuno
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Kuno »

Warum wird man eigentlich als Europaer von anderen Europaeren immer gleich als Rassist bezeichnet, wenn man sich gegenueber Afrika und Afrikanern kritisch aeussert?

Bei mir sind's noch nicht 20 Jahre auf diesem Kontinent aber ich kann bestaetigen, dass es halt ganz einfach ein Fakt ist, dass der Europaer seinen Muell vom Camp in einen Sack steckt und meist verbrennt. Die einheimischen Kollegen tun das grundsaetzlich nicht und zeigen sich voellig unverstaendig, wenn sich der Euoraper aufrtegt, nur weil der Einheimische jetzt den Sack mit dem gesammelten Muell in die Geged geworfen hat.

Aber sicher darf man das nicht einfach auf "Die Afrikaner" anwenden. Ich hatte kuerzlich einige Suedafrikaner bei mir zu Besuch. Die haben waehrend der ganzen 17 Tage, die wir unterwegs waren ein 100% europaeisches Abfallbewusstsein an den Tag gelegt. War wirklich eine Freude. Und das waren nun wirklich keine Leute, die erst vor 20 oder gar nur 10 Jahren nach Afrika ausgewandert sind. Die eine Familie lebt dort nachweislich schon seit 1640.
bruce
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von bruce »

Also, das war mir schon klar, dass ich nach diesem Post von einigen als Rassist bezeichnet werde. Das macht aber gar nichts, denn als Weisser wird man immer als Rassist bezeichnet wenn man in einem afrikanischen Land Missstaende anprangert, und zwar von Afrikanern wie von den ach so guten Europaern. ( Den staendig wachsenden Rassismus gegenueber Weissen koennen wir ja mal in einem anderen thread behandeln ).

Mein erster Post war ganz bewusst so provokativ geschrieben, denn was hier muellmaessig abgeht ist ganz einfach eine Schweinerei und Katastrophe. Ich haette ich den letzen Satz weglassen sollen, denn der verharmlost die Sache unberechtigt.

Ihr seid ja alles Afrika-Fahrer und Reisende: Woran erkennt man denn im Sahel oder in der Wueste, dass man sich einem Dorf oder einer Ansiedlung naehert? Vor allem von der Lee Seite aber auch von allen anderen. Oder wenn man zu fuss im Wald unterwegs ist?

Fuer die, die hier leben, lauft doch mal morgens zwischen ca. 04:00 und 05:30 durch die besseren Wohngegenden, die Villenviertel und so weiter.

Natuerlich stimmt es, dass es bei uns vor 50 Jahren aehnlich schlimm aussah. Aber vor spaetestens 35 Jahren wurde bei uns jedem Kind, das etwas auf den Boden geworfen hat von seinen Durchschnitts-Eltern auf die Finger geklopft. Ich kann mich an keinen einzigen Afrikaner erinnern, der sein Kind zurecht gewiesen hat, weil es Muell auf die Strasse wirft.

An den Gesetzen liegt es auch nicht, denn die sind da. Es gibt sie ja, die ganzen Behoerden zum Umweltschutz. Die fahren auch tolle 4WD und Pickups und besuchen die Firmen um aufzuklaeren, zu helfen und zu bestrafen. Komischerweise finden sie aber so gut wie keine Firma, die sich falsch verhaelt. Die machen das alle prima. Kommt mich mal besuchen, dann setze ich mich eine Nacht lang mit euch in den Busch, da kommen sie mit ihren LKWs angefahren, mit Firmenlogo, und laden ab.

Wenn es die Beamten der Forestry Commission schaffen, ihren Rastplatz im Wald innerhalb von einer halben Stunde in eine Muellhalde zu verwandeln, was soll man da noch weiter fragen oder sagen?

Wir organisieren regelmaessig bush cleanings. Seit Jahren schon. Wollt ihr wissen wieviel Einheimische bisher daran teilgenommen haben? Aber das ist ziemlich leicht zu erraten wenn man noch weiss, dass es NICHTS fuer das bush cleaning gibt.

Also, eben eine Riesen Sauerei alles.

So, und um mal klarzustellen, dass ich das nicht an der Hautfarbe oder an der Herkunft festmache: Ich habe auch noch keinen Afrikaner gesehen, der in Deutschland einfach etwas auf die Strasse wirft.

Und ausserdem ist ja wohl klar dass jede Aussage, die von "dem Afrikaner" spricht eine Verallgemeinerung ist. Alleine daran sollte man sehen, dass ich provozieren will.

So, wenn es also Rassisten braucht um deutlich auf diese Muellhalde Afrika hinzuweisen, dann melde ich mich freiwillig.

:-)
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

bruce hat geschrieben:Also, das war mir schon klar, dass ich nach diesem Post von einigen als Rassist bezeichnet werde. Das macht aber gar nichts, denn als Weisser wird man immer als Rassist bezeichnet wenn man in einem afrikanischen Land Missstaende anprangert, und zwar von Afrikanern wie von den ach so guten Europaern. ( Den staendig wachsenden Rassismus gegenueber Weissen koennen wir ja mal in einem anderen thread behandeln ).

Weil den Durchschnittsafrikaner die Welt genau bis zur Grenze seines Grundstuecks interessiert. Oder eben bis zur Tuer seines Zimmers, wenn er kein Grundstueck hat. Und auch sonst interessiert ihn die Welt aussen herum hoechstens dann, wenn die eigenen Taschen gut gefuellt sind.

Der Rest kann ihn am A...... lecken.

Sorry, aber nach mehr als 20 Jahren in Westafrica ist das meine Ueberzeugung.

So, wenn es also Rassisten braucht um deutlich auf diese Muellhalde Afrika hinzuweisen, dann melde ich mich freiwillig.

:-)


Ich bezweifle nicht, dass Du viele Jahre in Afrika verbracht hast - ich bezweifle aber, dass Du der afrikanischen Gesellschaft jemals wirklich naeher gekommen bist!
Die von Dir bezeichneten Missstaende existieren - fuer jeden deutlich sichtbar; sie nur zu benennen, ist daher leicht und auch einem Touristen moeglich. Wer aber in einer fremden Kultur wirklich lebt, hat die Moeglichkeit, diesen oberflaechlichen Wahrnehmungen auf den Grund zu gehen - zu fragen, WARUM ist es so, wie er es erfaehrt. Verurteilt er jedoch - wie Du es tust - bevor er sich diese Frage ueberhaupt stellt, dann liegt eigentlich der (moeglicherweise nicht ueberall berechtigte) Rassismus-Vorwurf immer in der Luft.

Afrika hat keine homogen gewachsene Gesellschaft; erst 50 Jahre ist es her, seit eigene Nationalstaaten aus einer langen Periode der Kolonisation hervorgingen. (Im suedlichen Afrika - siehe Namibia, Mozambique, Zimbabwe, Angola - ist diese Zeit noch kuerzer.)
Waehrend in Europa die Industrialisierung in einem oft sehr schmerzhaften Prozess die Gesellschaft ueber viele Generationen gaenzlich umformte (formierte), blieb die afrikanische Realitaet vom Familienclan gepraegt. Waehrend in einer sehr entscheidenden Phase hier Sozialgesetze (siehe Bismarck) einem elenden, urbanisierten "Lumpenproletariat" erste Rechte verschafften, gab es fuer den Afrikaner soziale Sicherheit nur im Familienverband und - manchmal - im lokalen Verbund!

Noch immer (ueber-)leben viele Familien nur, weil ein im Ausland arbeitendes Familienmitglied regelmaessig Geld ueberweist. (Diese Ueberweisungen uebersteigen in der Gesamtsumme uebrigens seit Jahren staendig die - sogenannte - Entwicklungshilfe!)
Heute zerbricht (waehrend in Europa inzwischen sogar die Kleinfamilie auseinanderfaellt) allmaehlich auch diese letzte Bastion familiaerer Solidaritaet, ohne dass es gelungen waere, gleichzeitig grundlegende Sozialprogramme zu schaffen oder gar ein Programm "Nationbuilding" im Bewusstsein der Mehrheit zu verankern. Auch darin liegt ein kriminelles Versagen der einheimischen Fuehrungs-"Elite", die sich in der Tat - mit skrupelloser Hilfe der Industrielaender - die Taschen fuellt!
Ist ein Mensch, der unter oft erbaemlichen Bedingungen in einer fremden Kultur arbeitet, um regelmaessig Geld an seine Familie (10-20 und mehr Leute) zu schicken, wirklich Jemand, den "der Rest der Welt am A... lecken kann"? Immerhin tut er dies als Produkt einer Gesellschaft, die nach Deiner Meinung nur an der "Welt aussen herum interessiert ist, wenn die Taschen gut gefuellt sind"! Was fuer ein Schwachsinn!

Fahr mal nach Suedeuropa (immer wieder z.B. S-Italien): dort kannst Du immer noch riesige offne Muellhalden bewundern, die so intensiv stinken, dass sie den Weg dorthin schon Kilometer frueher anzeigen!
Solltest Du mal im Sommer in F (oder auch in Spanien) mit dem Auto unterwegs sein, so empfehle ich Dir ungeteilte Aufmerksamkeit auf lauschigen Picknick-Plaetzen am Strassenrand, wo Du deutlich sehen kannst, wieviel Hunger die Leute vor Dir dort wirklich hatten. Manchmal fliegt Dir dann danach auch die nicht am gemuetlichen Platz "entsorgte" leere Wasserflasche aus dem vor Dir fahrenden Auto vor die Raeder.

Und wenn sie leer am Strassenrand liegt und nicht fliegt, ist dies schon auch eine Gunst der Umstaende: sollte sie noch halb mit "Tee" gefuellt sein, so weisst Du, dass wieder mal ein gestresster LKW-Fahrer keine Zeit opfern wollte, einem dringenden Beduerfniss an dafuer vorgesehener Stelle nachzukommen!

Ich habe noch immer die Erlebnisse der ersten "Supermaerkte" in S-Algerien, in Mali oder Niger in Erinnerung. Die staunende Bevoelkerung raeumnte fleissig verstaubte Dosen und Kaeseecken in schwarze Plastiktueten, die man dann spaeter als Boten der ploetzlich eingebrochenen modernen Konsumgesellschaft weit uebers Land wehen sah. Konnte man ihnen, die vorher nur Zeitungen oder anderes Papier als Verpackung kannten, ihre Nachlaessigkeit vorwerfen?
Kuno
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Kuno »

ich bezweifle aber, dass Du der afrikanischen Gesellschaft jemals wirklich naeher gekommen bist!

Gibt es denn eigentlich DIE afrikanische Gesellschaft?
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

JA - wenn Du vorher die natuerliche und auch historische Trennung zwischen N-Afrika und Schwarzafrika nicht vergisst! (Wir sprechen hier ueber einen sehr grossen Kontinent!)


Uebrigens bezog sich mein Hinweis, den Du hier herausloest, auf einen speziellen Beitrag, der von Jemandem geschrieben wurde, der von seinen Erfahrungen in Westafrika spricht!
mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

Hi,

vielleicht bin ich ja irgendwie beschränkt in meiner Auffassungsgabe-

aber mir ist ein wenig unverständlich, warum die postings hier teilweise so tief von Angriff- und Verteidigung geprägt sind-

sagen wir nicht alle im Kern das gleiche?

Fast jeder von uns hat doch- wenn auch mit anderen Beispielen- eigentlich die gleiche Aussage gemacht.

Hier wie dort wie überall funktionieren solche Dinge offensichtlich zunächst mal nur über gewisse Zwänge. Woher auch immer die kommen- von oben, also staatlich geregelt, vom Nachbarn, aus der Familie oder letztendlich- Sieg der Vernunft- aus uns selbst heraus, aus unserem Verständnis.

Das ganze Spiel bekommt erst dann eine Schlagseite zum Besseren, wenn die Zwänge greifen- wenn das jeweilige Umfeld diesen katastrophalen Umgang mit Müll in der Mehrheit beobachtet und verurteilt.
Wenn die Räume für Mißverhalten immer enger werden.
Und ALLEIN DAS ist es, was hier etwas besser greift.

Und hier kommt auch wieder Kamacc ins Spiel, der einen guten Punkt angesprochen hat-
Solange es niemand sieht oder es irgendwie schön gestrichen werden kann, karren wir unseren Müll- einen Müll, der m.E. weitaus bedenklicher ist als eine vollgep... Petbottle oder eine Plastiktüte-
z.B. nach Afrika!


Menschen, die aus einem tiefen, eigenen Verständnis verantwortungsvoll mit dieser Thematik umgehen, sind auch bei uns sehr selten- meine ich!

Und diese "Erkenntnis" meine ich in eigentlich ALLEN Postings hier im Kern erkannt zu haben.

Wenn wir mal aufhören würden, diesen Thread hier als Boxring zu sehen, würden wir vielleicht feststellen, dass wir- auf anderen Wegen gehend- die gleiche Ursache erkannt haben.

Aber vielleicht bin ich ja zu dämlich, existentielle Dinge zu erkennen.

Gruß an Euch
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
bruce
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von bruce »

Roger-Tecumseh hat geschrieben:
bruce hat geschrieben:Also, das war mir schon klar, dass ich nach diesem Post von einigen als Rassist bezeichnet werde. Das macht aber gar nichts, denn als Weisser wird man immer als Rassist bezeichnet wenn man in einem afrikanischen Land Missstaende anprangert, und zwar von Afrikanern wie von den ach so guten Europaern. ( Den staendig wachsenden Rassismus gegenueber Weissen koennen wir ja mal in einem anderen thread behandeln ).

Weil den Durchschnittsafrikaner die Welt genau bis zur Grenze seines Grundstuecks interessiert. Oder eben bis zur Tuer seines Zimmers, wenn er kein Grundstueck hat. Und auch sonst interessiert ihn die Welt aussen herum hoechstens dann, wenn die eigenen Taschen gut gefuellt sind.

Der Rest kann ihn am A...... lecken.

Sorry, aber nach mehr als 20 Jahren in Westafrica ist das meine Ueberzeugung.

So, wenn es also Rassisten braucht um deutlich auf diese Muellhalde Afrika hinzuweisen, dann melde ich mich freiwillig.

:-)


Ich bezweifle nicht, dass Du viele Jahre in Afrika verbracht hast - ich bezweifle aber, dass Du der afrikanischen Gesellschaft jemals wirklich naeher gekommen bist!
Die von Dir bezeichneten Missstaende existieren - fuer jeden deutlich sichtbar; sie nur zu benennen, ist daher leicht und auch einem Touristen moeglich. Wer aber in einer fremden Kultur wirklich lebt, hat die Moeglichkeit, diesen oberflaechlichen Wahrnehmungen auf den Grund zu gehen - zu fragen, WARUM ist es so, wie er es erfaehrt. Verurteilt er jedoch - wie Du es tust - bevor er sich diese Frage ueberhaupt stellt, dann liegt eigentlich der (moeglicherweise nicht ueberall berechtigte) Rassismus-Vorwurf immer in der Luft.

Afrika hat keine homogen gewachsene Gesellschaft; erst 50 Jahre ist es her, seit eigene Nationalstaaten aus einer langen Periode der Kolonisation hervorgingen. (Im suedlichen Afrika - siehe Namibia, Mozambique, Zimbabwe, Angola - ist diese Zeit noch kuerzer.)
Waehrend in Europa die Industrialisierung in einem oft sehr schmerzhaften Prozess die Gesellschaft ueber viele Generationen gaenzlich umformte (formierte), blieb die afrikanische Realitaet vom Familienclan gepraegt. Waehrend in einer sehr entscheidenden Phase hier Sozialgesetze (siehe Bismarck) einem elenden, urbanisierten "Lumpenproletariat" erste Rechte verschafften, gab es fuer den Afrikaner soziale Sicherheit nur im Familienverband und - manchmal - im lokalen Verbund!

Noch immer (ueber-)leben viele Familien nur, weil ein im Ausland arbeitendes Familienmitglied regelmaessig Geld ueberweist. (Diese Ueberweisungen uebersteigen in der Gesamtsumme uebrigens seit Jahren staendig die - sogenannte - Entwicklungshilfe!)
Heute zerbricht (waehrend in Europa inzwischen sogar die Kleinfamilie auseinanderfaellt) allmaehlich auch diese letzte Bastion familiaerer Solidaritaet, ohne dass es gelungen waere, gleichzeitig grundlegende Sozialprogramme zu schaffen oder gar ein Programm "Nationbuilding" im Bewusstsein der Mehrheit zu verankern. Auch darin liegt ein kriminelles Versagen der einheimischen Fuehrungs-"Elite", die sich in der Tat - mit skrupelloser Hilfe der Industrielaender - die Taschen fuellt!
Ist ein Mensch, der unter oft erbaemlichen Bedingungen in einer fremden Kultur arbeitet, um regelmaessig Geld an seine Familie (10-20 und mehr Leute) zu schicken, wirklich Jemand, den "der Rest der Welt am A... lecken kann"? Immerhin tut er dies als Produkt einer Gesellschaft, die nach Deiner Meinung nur an der "Welt aussen herum interessiert ist, wenn die Taschen gut gefuellt sind"! Was fuer ein Schwachsinn!

Fahr mal nach Suedeuropa (immer wieder z.B. S-Italien): dort kannst Du immer noch riesige offne Muellhalden bewundern, die so intensiv stinken, dass sie den Weg dorthin schon Kilometer frueher anzeigen!
Solltest Du mal im Sommer in F (oder auch in Spanien) mit dem Auto unterwegs sein, so empfehle ich Dir ungeteilte Aufmerksamkeit auf lauschigen Picknick-Plaetzen am Strassenrand, wo Du deutlich sehen kannst, wieviel Hunger die Leute vor Dir dort wirklich hatten. Manchmal fliegt Dir dann danach auch die nicht am gemuetlichen Platz "entsorgte" leere Wasserflasche aus dem vor Dir fahrenden Auto vor die Raeder.

Und wenn sie leer am Strassenrand liegt und nicht fliegt, ist dies schon auch eine Gunst der Umstaende: sollte sie noch halb mit "Tee" gefuellt sein, so weisst Du, dass wieder mal ein gestresster LKW-Fahrer keine Zeit opfern wollte, einem dringenden Beduerfniss an dafuer vorgesehener Stelle nachzukommen!

Ich habe noch immer die Erlebnisse der ersten "Supermaerkte" in S-Algerien, in Mali oder Niger in Erinnerung. Die staunende Bevoelkerung raeumnte fleissig verstaubte Dosen und Kaeseecken in schwarze Plastiktueten, die man dann spaeter als Boten der ploetzlich eingebrochenen modernen Konsumgesellschaft weit uebers Land wehen sah. Konnte man ihnen, die vorher nur Zeitungen oder anderes Papier als Verpackung kannten, ihre Nachlaessigkeit vorwerfen?
Ja, ok, damit ist das ja dann entschuldigt und wir machen weiter so wie gehabt.

Nichts fuer ungut.

b.
Kuno
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Kuno »

Wenn man das Thema ganz grundsaetzlich angeht, dann kommt man ueber kurz oder lang zum Schluss, dass sich die ganze Menschheit zuerst zumuellt und dann sich auch noch gleich die eigene Lebensgrundlage entzieht.

In diesem Verhalten unterscheiden sich wohl keine Rassen, Voelker, Laender oder Nationen.

Da der Mensch ja oft auch zum Selbstbetrug neigt, laesst man den Muell halt gerne einfach "verschwinden" und redet sich ein, dass dann alles in Ordnung sei, weil sich ja jemand professionell darum kuemmert.

Aber trotzdem sieht man Unterschiede. Ich meine zum Beispiel, wenn man mit 'Einheimischen' beim Picknick sitzt, die einem erzaehlen, wie schoen sauber es in der CH doch ist und wie zugemuellt ihr eigenes Land ist.... und dann den ganzen Abfall in den naechsten Busch werfen. Und auf die Frage, warum er jetzt das so gemacht hat nachdem ja gerade er sich ueber den weggeworfene Muell beschwerte nur ein dummes Grinsen und ein Schulterzucken kommt.... dann weiss ich wirklich nicht mehr weiter (50 Meter nebenan standen uebrigens drei grosse Abfallcontainer, die genau fuer solche Faelle dort waren).
bruce
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von bruce »

Kuno hat geschrieben: Aber trotzdem sieht man Unterschiede. Ich meine zum Beispiel, wenn man mit 'Einheimischen' beim Picknick sitzt, die einem erzaehlen, wie schoen sauber es in der CH doch ist und wie zugemuellt ihr eigenes Land ist.... und dann den ganzen Abfall in den naechsten Busch werfen. Und auf die Frage, warum er jetzt das so gemacht hat nachdem ja gerade er sich ueber den weggeworfene Muell beschwerte nur ein dummes Grinsen und ein Schulterzucken kommt.... dann weiss ich wirklich nicht mehr weiter (50 Meter nebenan standen uebrigens drei grosse Abfallcontainer, die genau fuer solche Faelle dort waren).
Das ist leider nur so ein Beispiel, was jeder Tourist erzaehlen kann. Du solltest dich mehr mit der afrikanischen Kultur, Geschichte, Soziolgie, etc. beschaeftigen damit du das WARUM erkennst. Denn wenn man das mal erkannt hat, dann ist die Sache eigentlich in Ordnung.

b.
mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

Kuno schrieb:
Wenn man das Thema ganz grundsaetzlich angeht, dann kommt man ueber kurz oder lang zum Schluss, dass sich die ganze Menschheit zuerst zumuellt und dann sich auch noch gleich die eigene Lebensgrundlage entzieht.


Grins...

Exakt DAS passiert doch auch hier bei uns im Forum- gerade jetzt!

Jeder von uns versucht mit seinen Postings hier seinen eigenen Kram einzubringen- seine Meinung, seine Hobbys... eben all das, was ihn beschäftigt und fasziniert- auch in der Hoffnung, es teilen zu können-

und dann entziehen wir uns selbst unsere Grundlage, indem wir uns immer wieder blitzschnell irgendwie "angiften"-
irgendwas rauspicken und einen Foristen versuchen auf DIESEN einen Punkt zu reduzieren-
IN DIE TONNE ZU STOPFEN!

Das nenne ich geile Entsorgung.

Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

bruce hat geschrieben:Ja, ok, damit ist das ja dann entschuldigt und wir machen weiter so wie gehabt.

Nichts fuer ungut.
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass Du nicht verstanden hast, wovon ich schrieb, vermute ich nun, dass Du nicht verstehen willst!

Es geht hier - wie sehr oft bei Problemen oder Konflikten - zuerst um die Analyse und nicht um "Be- oder Ent-schuldigungen". Jeder Ist-Zustand ist ein Resultat; das zu erkennen, gelingt eigentlich immer. Will man es aber aendern (z.B., weil es schaedlich ist), muss man seine Ursachen begreifen. Das hat etwas mit Einsicht zu tun - auf beiden (oder mehreren Seiten). Erst danach kann man Aenderung erwarten und gegebenenfalls auch durchsetzen.

Unsere, angeblich so cartesianisch durchstrukturierte Gesellschaft, ueberspringt zunehmend die Phase der Analyse, verschiebt inzwischen die Gewichte immer staerker in Richtung Gruppendruck oder einfach staatliche Anordnungen, die dann aus Hast oder politischem Kalkuel verabreicht - und bei passender Gelegenheit umgangen - werden.
Wer dieser Linie folgen will, mag es tun - wer spuert, dass dies ein Weg in die Sackgasse ist, wird sich verweigern!
bruce
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von bruce »

Prima, mach das mal.

Ich raeume solange ein paar mal im Jahr auf und gebe acht darauf, dass ich und mein Bekanntenkreis das Problem moeglichst nicht verschlimmern.

b.
Roger-Tecumseh
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von Roger-Tecumseh »

bruce hat geschrieben:Das ist leider nur so ein Beispiel, was jeder Tourist erzaehlen kann. Du solltest dich mehr mit der afrikanischen Kultur, Geschichte, Soziolgie, etc. beschaeftigen damit du das WARUM erkennst. Denn wenn man das mal erkannt hat, dann ist die Sache eigentlich in Ordnung.

Aber nein "bruce" - nicht so angestrengt elitaer! Das Ganze laesst sich - wie Du ja nun unverzagt zum Besten gibst - auch kurz und buendig darstellen: die Welt ist voller Unverstand und Raetsel; Du kennst die Loesungen zwar auch nicht, aber dafuer hast Du Ueberzeugungen. Und das sollte doch wohl reichen - gell!!
mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

Roger-Tecumseh hat geschrieben:Unsere, angeblich so cartesianisch durchstrukturierte Gesellschaft, ueberspringt zunehmend die Phase der Analyse, verschiebt inzwischen die Gewichte immer staerker in Richtung Gruppendruck oder einfach staatliche Anordnungen, die dann aus Hast oder politischem Kalkuel verabreicht werden.
Wer dieser Linie folgen will, mag es tun - wer spuert, dass dies ein Weg in die Sackgasse ist, wird sich verweigern!

Hi Roger,

das klingt mir etwas zu eigensinnig.

Wenn Du es geschafft hast, auf dem Weg der Selbsterkenntnis bestimmte Denkprozesse "selbstverständlich" in Dein Handeln einfließen zu lassen-
dann ist das wunderbar.
Viele hier werden auf die eine oder andere Art dies ebenfalls tun!

Und das ist gut und richtig.

Nun jedoch zu erwarten- ja erzwingen zu wollen- dass dieser eigene Weg allein wegen seiner Richtigkeit grundsätzlich und immer von ALLEN gegangen werden MUSS-
da stimme ich nicht zu. Nicht alle sind wie Du!

Viele Wege führen nach Rom.
Ich bin ganz sicher kein Freund von Handeln auf Basis von Druck-
dass dürfte hier jedem, der mich kennt, klar sein.

Aber zu erwarten, dass alle Menschen auf der Welt aus sich selbst heraus vernünftig handeln- nur weil Du und einige andere dies vielleicht können-

das erscheint mir etwas blauäugig, Roger!

Dort hin zu kommen ist ein Prozess und mir scheint Du hast vergessen, das dieser Prozess- Gruppenzwang gehört dazu- spätestens in unserer Buddelkiste begonnen hat.

Aber vielleicht habe ich Dich auch falsch verstanden?

Gruß
Micha
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mikepiller
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Re: Müllentsorgung in Afrika

Beitrag von mikepiller »

bruce hat geschrieben:Ich raeume solange ein paar mal im Jahr auf und gebe acht darauf, dass ich und mein Bekanntenkreis das Problem moeglichst nicht verschlimmern.
Hi Bruce,

vielleicht bist Du ja mit einer zu hohen, EIGENEN Erwartungshaltung an die Sache heran gegangen? Ich finde es klasse, wenn Menschen versuchen, Probleme zum Guten hin zu verändern.

Man muss dabei jedoch höllisch aufpassen!
Die Gefahr, dass man entnervt, verständnislos, vielleicht sogar zynisch wird angesichts der Tatsache, dass die Dinge sich nicht so schnell entwickeln wie man es SELBST gerne möchte-
ist RIESIG!

Wenn so etwas passiert, kommt man schnell an den Punkt, wo es kippt.
Und man steht plötzlich irgendwie auf der falschen Seite.


Gruß
Micha
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