Alexander hat geschrieben:Experten streiten sich darüber, ob der Libanon tatsächlich eine Ehefrau des Terrorchefs Bagdadi aufgegriffen hat – und was sie den Geheimdiensten erzählen könnte.
Alexander, da hast du mal einen für unsere Medien typischen Titel aufgeschnappt - "Streiten" sich da wirklich jemand oder diskutiert man nciht viel eher? Und gibt es tatsächlich "Experten", die sich dazu äussern? Ich bin kein Experte, bestimmt nicht, und genau so wenig sind es andere. Wenn es sich denn wirklich um die Frau (oder eine der Frauen) vom Daes-Chef
handeln sollte.... was soll sie denn wissen? Viel an relevanter, aktueller Information, welche militärisch oder politisch gegen ihren Mann zu verwenden wäre, ist aus ihr kaum herauszubekommen.
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Aber vielleicht mal wieder zurück zum eigentlichen Thema: "Ist der IS wirklich nur eine Terror Miliz?"
Ich habe kürzlich gelesen, dass Iraq all den Leuten, die sich zu Daesh bekannt haben die Staatsbürgerschaft aberkannt hat und sie als Angehörige eines fremden, aggressv gegen Iraq vorgehenden Staat behandeln will. Das heisst dann, dass diese Leute nicht nur keine gültige irakische Autoversicherung mehr haben sondern dass sie zum Beispiel auch keine irakische Altersrente mehr beanspruchen können. Das tönt alles noch irgendwie "witzig" - ist es aber nicht. Wenn es nämlich noch so kommt, dass man deklariert, dass Angehörige eines feindlichen Landes im Irak die Bankkonten eigefrohren bekommen und kein Grundeigentum besitzen dürfen, dann kann es für die Sunniten, die offensichtlich zu guten Teilen mit Daesh sympatisieren plötzlich ganz bitter kommen.
Dass der offizielle Irak seine Feinde nicht auch noch unterstützen will ist mehr als verständlich. Allerdings ist es wohl schwierig, auseinanderzuhalten, wer gegen Daesh war, wer sich unter Zwang zu Daesh bekannte und wer ihnen freudig die Tür aufhielt. Ich kann mir gut vorstellen, dass man durch diese Politik noch mehr Leute auf die Sete von Daesh bringt...
Damit ist die Geschichte aber noch nicht zuende. Denn in den letzten Wochen sind die Fanfarenstösse zu den Erfolgsmeldungen der Daesh recht selten geworden. Der kurdische und der irakische Widerstand haben sich langsam formiert und drängt Daesh zurück. Das wird zwar in unseren Medien viel weniger berichtet, als wenn Daesh wieder einmal einen Europäer umbringt - aber es ist halt trotzdem so. Nun... was passiert mit der Bevölkerung in Dörfern, wo die sunnitischen Einwohner mehr oder weniger offen zu Daesh gestanden sind? Werden diese Leute nun zu mittellosen (bzw. enteigneten Irakern) und über kurz oder lang zur nächsten "humanitäten Katastrophe"?