Trophäenjagd

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Lothar
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Lothar »

.... Nationalparks = Zoo ?? Jein,

Es gibt NPs, die haben Zoo-Charakter. Aber auf die meisten, insbesondere die botswanischen NPs, trifft das noch nicht zu. Letzten Endes ist es aber die Frage, wie man Zoo-Charakter definiert. Ob die Fluchtdistanz - und damit die Chance auf "Close up" Fotos - ein passendes Kriterium ist, lasse ich mal unkommentiert.
Kuno hat geschrieben:wenn da nun alle paar Kilometer ein "CC" (Community Camp), an jedem Wasserloch eine Lodge und moeglichst gute Pisten dahin das Ziel sind, dann kann ich mir weder einen wirtschaftlichen Erfolg vorstellen noch einen nachhaltigen Naturschutz
Leider haben wir nur die Wahl, uns für die beste der schlechten Lösungen zu entscheiden.

Das Beobachten der Natur und der Tiere ist jedenfalls weniger schädlich, als das Abschiessen der Tiere, aber vielleicht muss man, um das zu verstehen, mal in einem Jagdkonzessionsgebiet gewesen sein, die Tiere sind dort "paranoid".
Deinen Anspruch auf "nachhaltigen Naturschutz" kannst du übrigens so oder so vergessen - und ja, NGOs sind auch nur die zweitbeste Lösung, aber die Jagdkonzession ist nur die drittbeste.

Gruss
Lothar
Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

So ganz folgen kann ich deinen Darstellungen nicht, Lothar, vor allem nicht der Einteilung in zweit- und drittbeste Loseung und auch nicht, dass wir die Wahl haben.

Und ob Tierbestaende, die bejagt werden nun "paranoid" werden wage ich ebenfalls enrsthaft zu bezweifeln - die meisten der Tiere werden auch von natuerlichen Feinden bejagt, das heisst also, dass alle Tiere die von anderen gefressen werden paranoid sein muessten? Natuerlich hat man zB. bei Elefanten so etwas wie paranoides Verhalten festgestellt - du wirst mir aber zustimmen, dass das in Faellen war, wo ganze Herden zusammengeschossen wurden und die Ueberlebenden nachher einen psyschischen Schaden hatten. Ich nehme an, dass so etwas bei der regulaeren Trophaeenjagd nicht vorkommt.
Guido3

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Guido3 »

Hallo,
Lothar hat geschrieben:und im übrigen wäre ich etwas zurückhaltender mit Äusserungen wie „ideologisch verbohrt“, denn genauso wie sich der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ z.T. rehabilitiert, sind die "ewig gestrigen Betonköpfe", die vor Jahren die Befürworter der Alternativen Energien "verbohrte Idiologen" genannt haben, mittlerweile ziemlich leise geworden.
Das meinst Du nicht ernst oder? Wir zahlen in Deutschland mittlerweile 23 Milliarden pro Jahr an EEG-Umlage. Tendenz weiter stark steigend. Das ist eine extreme Belastung der Wirtschaft und was können wir auf der Habenseite verbuchen? Trotz dieser unfassbar hohen Subvention STEIGT unser CO2-Ausstoß und die Belastung der Umwelt, weil die völlig verkorkste Förderung Alternativer Energien unter dem Strich die Verstromung von Kohle massiv gefördert hat. Die alternative Energien in Deutschland sind nun wirklich DAS Paradebeispiel, wie Ideologen ein eigentlich richtiges Ansinnen total in den Boden gerammt haben. Man wollte um jeden Preis die auch heute noch ziemlich absurde Photovoltaik. Nun hat man sie und muss nun wirklich jeden Preis zahlen, ohne dass die Umwelt nennenswert profitiert. (Nur für's Protokoll: Bin grundsätzlich für erneuerbare Energien und habe schon 2002 - lange vor dem Klimahype - mein Haus als Passivhaus gebaut).

Aber es muss das Ziel sein, die Locals in die Lage zu versetzen, CCs selbst wirtschaftlich zu betreiben, wer das den Locals mittelfristig nicht zutraut, sollte seine Einstellung diesen Menschen gegenüber überprüfen.
Natürlich traue ich den Locals zu, eine Campsite zu betreiben. Dummerweise konsumieren aber nicht Locals die Campsites von Locals. Dazu braucht es vor allem mehr Touristen aus dem Ausland und dafür fehlt kurz- und mittelfristig die Basis. Wenn ich ein Haus bauen will, muss ich in der Regel eben erst mal das Fundament schaffen.

Wollte man die Südafrikaner anlocken, sollte man z.B. einen Weissen als Manager einstellen, das ist zwar traurig, aber wahr.
Bitte?

Ja, Namibia hat rückläufige Besucherzahlen - kein Wunder, bei den Preisen, die mittlerweile dort verlangt werden. Vielleicht sollte man mal überprüfen, ob der Rückgang der Besucher nicht irgendwie mit den gestiegenen Preisen korreliert. Du sprichst von einer Auslastung der Lodges von 20%, vergisst aber zu erwähnen, dass die Anzahl der Lodges sich in den letzten Jahren vervielfacht hat. Wenn JEDER Farmer jetzt versucht sich auch noch ein Stück vom Kuchen abzuscheiden, werden die Stücke eben kleiner. Die Preise einfach anzuheben, damit sich eine Belegungsquote von 20% rechnet, funktioniert eben nicht.
Da hast Du absolut Recht. Nur die Fakten sind lange bekannt. Das NTB lobt sich aber selbst. Der Premierminister lobt wie gut es bei Air Namibia gerade läuft. Faktencheck: Air Namibia hat gerade in der absoluten Hauptsaison im Juli und August wieder fast 20% weniger Touristen aus Deutschland ins Land gebracht als im Vorjahr. Seit 20 Jahren wird Air Namibia in absurder Weise subventioniert. Jetzt hat man neue Leasingverträge über 12 Jahre für neue Flugzeuge abgeschlossen. Was denkst Du wann sich da etwas ändert und wann und wie dann all die zusätzlichen Touristen ins Land strömen, die all die neuen Campsites und Lodges selbst in den häßlichen Landstrichen in Kürze auslasten?

Canned Hunting mag ja die Variante sein, die dem Artenschutz mehr entgegen kommt, aber wer als "echter Jäger" etwas auf sich hält, will sich mit den freilebenden Bestien messen.
Die Wüstenlöwen in Namiba sind doch wohl nicht dem "Canned Hunting" zum Opfer gefallen.
Canned Hunting ist eigentlich viel perverser als normale Trophäenjagd, aber auch beim Canned Hunting muss man eben sich mit Auswirkungen auf die Realität auseinandersetzen.

Leute wie Philip Stander und noch mehr Garth-Owen Smith, die seit Jahrzehnten tagtäglich in den Conservancies unterwegs sind, können sich ausdrücklich mit einem gewissen Maß an Trophäenjagd arrangieren, weil sie ganz genau wissen, dass es teilweise noch keine praktikablen Alternativen gibt. Alles ahnungslose Stümper, alle nicht weitsichtig genug, gell? Ein paar deutsche Touris wissen dagegen ganz genau, wie man es in Afrika richtig machen muss...

1. Kontrollierte Jagd ist organisierbar, kann Wilderei reduzieren und den Artenschutz aufrechterhalten.
Wenn Du das ergänzt mit "in einigen Gegenden, in denen alternative nachhaltige Nutzungformen kurz- und mittelfristig nicht realisierbar sind.", dann spiegelt das meinen Kenntnisstand.

Sorry, die „gedankliche Kurve“ bekomme ich nicht - erwartest du jetzt Toleranz von einem „Vielreiser“ für das Abschiessen von freilebenden Wildtieren aus „Spass an der Freude“, weil wir in Deutschland Schweinfleisch essen ??
Büffel oder Elefanten sind nicht vom Aussterben bedroht. Können wir uns da wirklich so über den Abschuss einzelner Tiere echauffieren und gleichzeitig Millionen an Kühen und Schweinen lebenslang so quälen, wie wir es nun mal in der Massentierhaltung tun? Bei Tierarten, bei denen es um den Arterhalt geht, ist es noch mal eine völlig andere Thematik, da kann man natürlich nicht mit der Massentierhaltung argumentieren.

Beste Grüße

Guido
schnorr
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von schnorr »

Ja, Namibia hat rückläufige Besucherzahlen - kein Wunder, bei den Preisen, die mittlerweile dort verlangt werden. Vielleicht sollte man mal überprüfen, ob der Rückgang der Besucher nicht irgendwie mit den gestiegenen Preisen korreliert. Du sprichst von einer Auslastung der Lodges von 20%, vergisst aber zu erwähnen, dass die Anzahl der Lodges sich in den letzten Jahren vervielfacht hat. Wenn JEDER Farmer jetzt versucht sich auch noch ein Stück vom Kuchen abzuscheiden, werden die Stücke eben kleiner. Die Preise einfach anzuheben, damit sich eine Belegungsquote von 20% rechnet, funktioniert eben nicht.
geht ja ein bischen am thema vorbei, aber der rückgang von touristen ist imho nicht nur wegen den hohen preisen, sondern vor allem auch wegen den nicht wirklich einzuschätzenden sicherheitsbedenken.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Nun, Sicherheitsbedenken werden dem Europaer ja mittlerweile fuer alle Reisedestinationen permanent eingetrichtert. Da gibt es sicher ein Problem. Was ich mir aber auch gut vorstellen kann ist der Umstand, dass es ploetzlich viel zu viele CC, Lodges und wie man das Zeugs sonst noch nennt gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Art von Tourismus nun massiv ansteigen wird - billig ist's ja nicht. Wenn es nur schon bei gleichbleibender Touristenmenge immer mehr Camps gibt, dann ist das Konzept zum Tode verurteilt. Die Qualitaet sinkt, die Angestellten bekommen keine Loehne mehr... und dann geht die Jagd wieder los. Aber nicht die regulierte Trophaenjagd sondern das Wildern.
Ricca
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Ricca »

Ja, Namibia hat rückläufige Besucherzahlen - kein Wunder, bei den Preisen, die mittlerweile dort verlangt werden. Vielleicht sollte man mal überprüfen, ob der Rückgang der Besucher nicht irgendwie mit den gestiegenen Preisen korreliert.
Da muss ich jetzt mal eine Lanze für Namibia brechen. Wir waren im Frühjahr dort und ich kann hohe Preise für normale Lodges nicht bestätigen. Natürlich gibts auch sauteure, aber wir haben ohne lange Suche durchaus nette Lodges zu einem Preis von unter 50 Euro pro Person gefunden.
Essen ist gut und billig.
Sicherheitsbedenken hatten wir abgesehen von der schwarzen Mamba und ähnlichem Gesocks nie.
Der einzige Grund warum eine weitere Reise nach Namibia momentan hinten ansteht ist Air Namibia. Ich habe nach meinen Erfahrungen keine Lust nochmal in eine Maschine dieser Airline einzusteigen und über SA zu fliegen dauert mir zu lange.
Nichtsdestodennoch werden wir irgendwann wieder nach Namibia reisen. Es war für uns eines der schönsten Länder die wir bereist haben.

Herzliche Grüße
Ricca
schnorr
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von schnorr »

Ricca hat geschrieben: Sicherheitsbedenken hatten wir abgesehen von der schwarzen Mamba und ähnlichem Gesocks nie.
ich habe mich hinter dem stacheldraht, elektrozäunen und anderen sicherheitsequipment der lodges auch immer sicher gefühlt :mrgreen:
Viele Grüße
Jörg

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Guido3

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Guido3 »

Hallo Ricca,

im Vergleich zu Südafrika ist das Preisniveau in Namibia meines Erachtens schon höher. Man hat jahrelang gewohnheitsmäßig die Preise um 10% pro Jahr erhöht. Dann war zusätzlich der Wechselkurs auf unter 1:9 gefallen und Namibia war plötzlich sehr teuer. Jetzt ist innerhalb eines Jahres der Wechselkurs von etwa 1:10 auf über 1:13 gestiegen und das hat die effektiven Preise für Touristen aus Europa und den USA erst mal wieder um 30% gesenkt. Man muss nun schauen, wie es weiter geht. Auch hier ist es schwierig an belastbare Statistiken zu kommen, aber die Nachfrage scheint sich etwas von Lodgetouren hin zu Campingtouren zu verschieben. Die Folge ist, dass die Vermeiter von ausgestatteten Camping-4x4 in Windhoek gute Umsätze machen.

Zur Sicherheit: Die Kriminalität war und ist dort höher als in Deutschland, aber meines Erachtens nicht so hoch, als das man von Reisen absehen müsste. Es gibt alle paar Jahre wieder mal ein paar gehäufte Fälle (zuletzt rund um Omaruru) und dann Aufregung in deutschen Foren. Aber das ist seit Jahren zu beobachten und danach ist wieder Ruhe. Dafür, dass die Kriminalität zuletzt gestiegen sein soll, fehlen meines Erachtens die Belege.

Beste Grüße

Guido
Lothar
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Lothar »

@ schnorr : ja, unterschreibe ich auch

@ Ricca : der günstige Wechselkurs von z.Zt. 1:14 macht die Sache wieder erträglicher, aber vor 2013 lagt er bei 1:10, das macht sich schon bemerkbar.
Bleibt zu hoffen, dass die Preise nicht auf europäisches Niveau angehoben werden und anschließen, wenn der Wechselkurs wieder 1:10 beträgt, man "vergisst", wieder nach unten abzusenken.


@ Kuno: jetzt kann ich dir nicht folgen - gerade beim "Culling" ist die Herausforderung, ALLE Tiere einer Herde zu töten, damit KEIN Elefant mit psychischem Schaden überlebt.
Was ich mit "paranoid" meine, muss man wohl vor Ort erfahren.

@Guido

ich habe nicht von der EE-Umlage geschrieben, die sondern von der Einführung Alternativen Energie. Vor 20 Jahren hiess es aus "Betonkopfkreisen":

Wenn man versucht mit Alternativen Energien die Atomkraftwerke zu ersetzen, gehen hier die Lichter aus"

Einmal Abgesehen von den Irrwegen, Photovoltaik und vielleicht auch Biogas, hat sich die Windenergienutzung zur echten Alternative entwickelt. Die Atomkraftwerke sind abgeschalten, die Lichter brennen weiter und D. muss zeitweise seinen Stromüberschuss wie schales Bier beim Nachbarn anbieten. (nebenbei: die Umstellung ist noch nicht abgeschlossen, da ist noch eine Menge technischer Innovationen in der Pipeline). Das ist ein tolles Ergebnis und es war gut, NICHT auf die Betonkopfe zu hören.

Was Politiker zusammen mit den Energielobbyisten mit dem EEG, dem Zertifikatehandel und der Einspeisereihenfolge angezettelt haben, bedarf keine weiteren Erläuterung.

So weit zum Thema "verbohrte Idiologen" - oder "grüne Spinner", wie man sie gerne nannte.

Leute wie Philip Stander und noch mehr Garth-Owen Smith ................unterwegs sind, können sich ausdrücklich mit einem gewissen Maß an Trophäenjagd arrangieren, weil sie ganz genau wissen, dass es teilweise noch keine praktikablen Alternativen gibt.
"ein gewisses Mass" und "weil es teilweise noch keine praktikablen Alternativen gibt".
Das klingt schon anders, wenn man dann noch berücksichtigt, dass sie wahrscheinlich den heftigen Lobbydruck der Jagdbefürworter im Nacken haben ....

Ich begrüsse jedenfalls den mutigen Schritt in Botswana und würde mir anstelle von,

"Geht nicht, wir mussen uns stattdessen mit der Trophäenjagd arrangieren"

e
her konstruktive Vorschläge zur Unterstützung dieser Initiative wünschen.

Gruss

Lothar
Guido3

Re: Trophäenjagd

Beitrag von Guido3 »

Lothar hat geschrieben:ich habe nicht von der EE-Umlage geschrieben, die sondern von der Einführung Alternativen Energie. Vor 20 Jahren hiess es aus "Betonkopfkreisen":
Wenn man versucht mit Alternativen Energien die Atomkraftwerke zu ersetzen, gehen hier die Lichter aus"
Du kannst die EEG-Umlage nicht ausklammern, wenn es um die Einführung alternativer Energien in Deutschland geht. Das ist DAS zentrale Element. Ohne EEG keine alternativen Energien in D. Ansonsten hast Du Recht: Windenergie ist durchaus spannend und erfolgreich, aber dafür müssten wir eben auch nur einen kleinen Bruchteil der 23 Milliarden aufwenden, die wir da aktuell versenken. Aber man wollte aus ideologischen Gründen unbedingt Photovoltaik. Photovoltaik ist meines Erachtens beim derzeitigen Stand der Technik ziemlicher Schwachsinn. Man hat PV anfangs mit völlig absurden 57,4 Cent/kWh gefördert und diese Sätze sind jeweils für 20 Jahre festgeschrieben, so dass wir da noch sehr lange Freude dran haben. Und schaue Dir mal das durchschnittliche Tageslastprofil in Deutschland im Winter an. Der größte Strombedarf besteht hier zwischen etwa 18 und 21 Uhr. Da liefert PV planbar 0,0 Strom. Was soll so eine Technologie? Hätten wir noch mehr PV, dann würden tatsächlich die Lichter ausgehen - und zwar jeden Abend.

Lothar hat geschrieben:"ein gewisses Mass" und "weil es teilweise noch keine praktikablen Alternativen gibt".
Das klingt schon anders, wenn man dann noch berücksichtigt, dass sie wahrscheinlich den heftigen Lobbydruck der Jagdbefürworter im Nacken haben ....
Waren meine bisherigen Aussagen wirklich so missverständlich? Natürlich bin ich kein Fan der Trophäenjagd und auch ein Philip Stander ist traurig über jeden abgeschossenen Löwen. Nur müssen die Locals irgendeinen Benefit von den Löwen haben, sonst ist für die Locals nur ein toter Löwe ein guter Löwe. Und diesen Benefit müssen sie heute haben und nicht in 20 Jahren. Und wenn es in einigen Gebieten keine Alternativen gibt, ist es pragmatisch gesehen das kleinere Übel, ab und an einzelne Tiere durch Trophäenjäger abschießen zu lassen um damit die Akzeptanz für Löwen überhaupt herzustellen.

Das ist auch alles nichts Neues oder auf Afrika begrenztes. Das man in Deutschland über Jahrhunderte Bären, Wölfe etc. ausgerottet lag exakt am gleichen Prinzip, nämlich das diese Tiere für die hiesigen Locals keinen Wert hatten sondern nur eine Gefahr oder einen Schädling darstellten und deshalb ausgerottet wurden.

Wir könnten natürlich auch hier und anderswo sammeln und den Conservancies oder Concessions jeweils ihren Quotenlöwen für die Trophäenjagd abkaufen. Dummerweise bleibt von all den ünber die Trophäenjagd empörten Naturschützern aber immer nur 1 Promille übrig, wenn es darum geht, sich wirklich und auch mit eigenem Geld zu engagieren. In Namibia werden derzeit wohl ca. 25 Mähnenlöwen pro Jahr durch Trophäenjäger abgeknallt. Allein um das zu verhindern, müsste man wohl mindestens 250.000 USD sammeln. Und mit der Summe hat man das Problem Trophäenjagd dann gerade mal für eine einzige Tierart für die Dauer von einem einzigen Jahr in einem einzigen Land entschärft.

Mit dem Geld, dass wir in der Photovoltaik versenken, könnten wird natürlich locker die Trophäenjagd in ganz Afrika ablösen und richtig viel für Menschen, die Umwelt und den Erhalt bedrohter Tierarten in Afrika tun. Machen wir aber eben nicht. Womit ich jetzt noch mal den Bogen zum Anfang bekommen habe ;)

Beste Grüße

Guido

Nachtrag: Gerade ein neuer Artikel bei SPON. Dank Energiewende ist die dreckigste Art der Stromerzeugung überhaupt, nämlich die Verstromung von Braunkohle, in den ersten 6 Monaten des Jahres wieder um 11,7% gewachsen. Mir tut schon der Kopf weh vom ganzen Schütteln :shake: :bang:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 35635.html
Lothar
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Lothar »

... EEG-Umlage ist sicher ein spannendes Thema, und warum Kohlekraftwerke Einspeisevorrang vor Gaskraftwerke haben - na, ja, das kann man schon ahnen.

Ich muss ebenfalls aufpassen, dass mein ständiges Kopfschütteln nicht schon als "altersbedingt" gewertet wird.

---------------------------------------

zurück zum Thema: Stimmt -die Akzeptanz der Locals ist ein wesentlicher Punkt.

Es bleibt einfach zu wenig vom Tourismuskuchen bei den Locals hängen.
Wenn ich dann noch sehe, dass sich eine CC, die von der GTZ gebaut wurde, plötzlich in der Hand eines Südafrikaners befindet, reicht das wieder für eine Stunde Kopfschütteln.

"Natur - und Artenschutz" und "Trophäenjagd" sind Themen, welche sich eigentlich aufgrund der Komplexität nicht für Forendiskussionen eignen, zuviel bleibt oberflächlich. Alleine wie auch wir/ich undifferenziert Namiba/Botswana/Canned Hunting/ Wild Hunting/ etc. vermengt haben, lässt keine guten Resultate erwarten.

Ich hoffe zumindest, meine Message rübergekommen und es gibt Leute, die das ähnlich sehen.

Keine öffentliche Toleranz für die Trophäenjagd, sondern genau das Gegenteil, weil es einfach nicht angehen darf, dass Tiere aus Spass an der Freude getötet werden, über alle anderen Gründe kann man reden.

Ich werde wohl nächsten Jahr mal eine längere Tour in die ehemaligen Jagdconcessions machen - mit gut gefüllten Dieseltanks für möglicherweise stillstehende Wasserpumpen.


Gruss
Lothar
Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Lothar hat geschrieben:@ Kuno: jetzt kann ich dir nicht folgen - gerade beim "Culling" ist die Herausforderung, ALLE Tiere einer Herde zu töten, damit KEIN Elefant mit psychischem Schaden überlebt.
Was ich mit "paranoid" meine, muss man wohl vor Ort erfahren.
Naja. Ich bin mit Fremdwoertern oft nicht so gut und habe darum mal bei Wiki nachgeschaut, was "Culling" heisst. Die sind nicht der gleichen Meinung wie du. Und was hat denn nun "Culling" mit Trophaenjagd zu tun?

Dein Vorhaben mit vollen Dieseltanks die Pumpen abzufahren und zu versorgen ist es wert hinterfragt zu werden.

A) Die natuerlichen Wasservorkommnisse definieren die Menge an Pflanzen in einem Gebiet.
B) Die Pflanzen definieren die Anzahl Pflanzenfresser.
C) Die Anzahl Pflanzenfresser definieren die Anzahl Fleischfresser.

Dein Vorhaben greift bei Punkt B) ein und die Folgen sind leicht zu erkennen....
Lothar
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Lothar »

@kuno
Natuerlich hat man zB. bei Elefanten so etwas wie paranoides Verhalten festgestellt - du wirst mir aber zustimmen, dass das in Faellen war, wo ganze Herden zusammengeschossen wurden und die Ueberlebenden nachher einen psyschischen Schaden hatten. Ich nehme an, dass so etwas bei der regulaeren Trophaeenjagd nicht vorkommt.
Unter "Herden zusammenschiessen" hatte ich vermutet, du meinst "Culling", also das gezielte Dezimieren wegen z.B. Überpopulation.

In dem Falle muss die komplette Gruppe getötet werden, eben um traumatisierte Elefanten zu vermeiden.

Deine Annahme, bei der Trophäenjagd kommt so etwas nicht vor, halte ich für sehr optimistisch. Ich war einmal in unmittelbarer Nähe einer Elefantenherde, als zwei Schüsse fielen. Wie diese Herde rumgetobt hat, werde ich nie vergessen und erst recht die Elefanten nicht.

Ich nehme mal an, deine Wasserpumpenkritik war nicht ernst gemeint.
Im übrigen bezog sich das auf Guidos Hinweis auf möglicherweise ausgetrocknete Wasserstellen, an deren Vorhandensein sich die Tiere in den Jagdgebieten gewöhnt hatten. Kannst ja mit Guido weiterdiskutieren.....

Gruss

Lothar
Kuno
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Kuno »

Lothar hat geschrieben:Ich nehme mal an, deine Wasserpumpenkritik war nicht ernst gemeint.
Doch natuerlich - was laesst dich daran zweifeln? Aber lass es, mit mir musst du eigentlich nicht uber die Savannen Afrikans und ihre Tiere diskutieren, denn meine Informationen sind nicht mehr auf dem Stand der Zeit sondern basieren weitgehend noch auf dem, was man im Bildungsfernsehen erfahren konnte:

Wolf Rayet 11
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Re: Trophäenjagd

Beitrag von Wolf Rayet 11 »

Hallo Ricca, Schnorr, Kuno ,Guido und Lothar.

Na dann prost Mahlzeit !

http://www.olivewoods.nl/Trofeejacht.html

http://translate.google.de/

Mario :oops: :oops: :oops: :shake: :shake: :shake:
If you put the federal government in charge with the Sahara Desert, in five years there'd be a shortage of sand
Milton Friedman
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