Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

In diesem Bereich findest du aktuelle Hinweise zu Epidemien und gesundheitliche Risiken im Reiseland und wie man sich davor schützt bzw. vorbeugt, Informationen zur Gesundheitsversorgung, Ärzte und Krankenhäuser.

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Roger-Tecumseh
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Barbara4x4 hat geschrieben:
Mo 20. Okt 2008, 15:05
Hi Roger, Zum ersten Abschnitt :) - ich liebe Deine schräge Denke :)
Ich schrieb übrigens, daß ich bei einem Biß sofort und unverzüglich zur nächsten vernünftigen Großstadtklinik fahre. Und zwar ohne Umwege, auf der schnellsten statt auf der schönsten Strecke.
Werden TW-Symptome erst mal manifest ist es vorbei mit Aktivimpfung - dann endet die Sache fast sicher letal....Verrätst Du mir noch, ob diese 20%ige medinzinische Seifenlösung ein käufliches Produkt ist und weshalb gerade bei TW? Sonst wird doch immer mit anderem Kram desinfiziert?
Salut Barbara,

Tja, ich weiß nicht - ich fühle mich selbst manchmal total mißverstanden von meiner "schrägen Denke"! Aber im Gegensatz zur Außenwelt, muß ich ja immer bei mir bleiben. :)

Interessant, was Du da über die Wirksamkeits-Dauer der Impfung schreibst. Da hat sich also etwas getan. (Aber ich bin nun kein TW-Spezialist!)
Die enorme Bandbreite der Inkubationszeit macht natürlich die Diagnose im Frühstadium nicht einfach. Zumal hier die psychische Reaktion auch noch eine gewisse Rolle spielen dürfte. Seelische Depression, Unruhe, Fieber, starke Kopfschmerzen, Erregung mit unkontrolliertem Speichelfluß und sehr schmerzhaften Muskelkrämpfen - und dann die Hydrophobie (trotz großen Durstes kann man wegen heftiger Schluckbeschwerden nicht trinken!).
Es ist - schon zur eigenen Beruhigung - wirklich sehr wichtig (wie Du auch schreibst) das Verhalten des Tieres zu beobachten, um nicht unnötig in Panik zu geraten.
Ganz so unausweichlich ist übrigens der letale Ausgang nach Auftreten der ersten Symptome heute offenbar nicht mehr: es wurde durch sehr aggressive Intensivtherapie (Kontrolle von Atmung, Kreislauf und ZNS-Symptomen) schon Genesung erreicht.
Nach dem "Kontakt" wird ja meist eine passive Immunisierung verabreicht (Tollwutimmunglobulin), gleichzeitig mit einer aktiven Immunisierung (nicht in die gleiche Körperseite) mit HDCV - also der üblichen Impfung - allerdings über vier-fünf Injektionen verteilt. Aber auch da gibts ganz individuelle Aktionen.
Diese Seifenlösung wird im Gegensatz zur Verätzung genannt und empfohlen. Man sollte sie in der Pharmacie bekommen.


Gradlinige Grüße

Roger-T. :)


P.S. Aber wo ist denn nun der potentielle Airport-Patient eigentlich? Wahrscheinlich liegt er inzwischen mit leichtem Schock, nervös speichelnd, matt auf der Couch! :)
karle
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von karle »

Barbara4x4 hat geschrieben:
Mo 20. Okt 2008, 15:05
Ich schrieb übrigens, daß ich bei einem Biß sofort und unverzüglich zur nächsten vernünftigen Großstadtklinik fahre. Und zwar ohne Umwege, auf der schnellsten statt auf der schönsten Strecke.
Was ist, wenn Du irgendwo in Afrika oder Asien mit dem Fahrrad im Busch unterwegs bist und Dein Fahrrad ist defekt oder Du bist krank, kein Geld (vorübergehend) oder Du kommst endlich in ein Krankenhaus bzw. Arzt und der hat nur unbrauchbare Medizin weil die Kühlkette des öffteren unterbrochen war, etc., etc.?

Tja Barbara, was machst Du wenn Du die TW Infektion nicht merkst?
Du hast eine z. B. kleine Fingerwunde und Dich leckt ein infiziertes Tier daran, was dann? Oder Du infizierst Dich anderweitig ohne es zu bemerken, z. B. Fledermäuse in Höhlen, etc.????

Das ist nicht unrealistisch!
Liebe Grüße karle
mikepiller
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von mikepiller »

Hi Karle,

schön, dass Du Deinen Standpunkt dazu gestellt hast.
Ich verfolge derartige Themen immer mit sehr großem Interesse, zeigen sie doch auf, wie wichtig Eigenverantwortung ist, wie präzise wir uns informieren sollten, um am Ende unsere eigenen Entscheidungen zu treffen.

Und da bei so vielen Mitgliedern garantiert die ganze Bandbreite von eigenem, gesundheitlichen Sicherheitsdenken vertreten ist, müssen für die Leser hier auch alle Seiten dargestellt sein.

Ich selbst gehöre zur Fraktion derer, die ähnlich wie Barbara an diese Thematik heran gehen. Somit stehe ich- wenn ich offen darüber rede- fast immer als chronisch "unterverimpft" in der Pampa und im Kreuzfeuer.

Gerade auch deshalb fand ich, dass Barbara sehr deutlich und wiederholt darauf hingewiesen hat, dass es immer am Ende eine eigene Entscheidung sein muss- es gibt keine Allroundlösung.

Mein Parade- Beispiel: Ein längerer, "Vollkontaktbesuch" (viele Impfungen sind für einen Hotel- Pauschaltouristen nicht unbedingt erforderlich) in Indien.
Die Liste der dort für eine rundum- Vollversorgung erforderlichen Impfungen und Prophylaxen geht über mehrere Seiten. Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten ohne Ende...
Ich weiß nicht, welche Mutation sich da entwickelt, das mögen andere probieren.

Ob ich nun die Tollwut weg lasse oder eine andere Impfung- dies ist immer eine subjektive Entscheidung, abhängig von den Gegebenheiten (habe ich ein erhöhtes Kontaktrisiko) und maßgeblich von meinen eigenen Ängsten, was mich wohl eher erwischen könnte.
Im Normalfall des Reisenden könnte man auch eine Münze werfen.

Ich habe 95 % der möglichen Impfungen mit einem guten Whisky abgedeckt- Schluckimpfung ist mir eh lieber als dieses Gepiekse..

und den Rest wie von Barbara beschrieben mit versuchter, guter Information und entsprechend vorsorglichem "Vermeidungs"- Verhalten abgedeckt, um das Risiko zu minimieren.

Den Versuch, alles auszuschließen, was im Leben ein Risiko darstellen könnte, halte ich für einer der schlimmsten Zivilisationskrankheiten überhaupt-
es killt das Bewusstsein, was Leben ist- und wie schön und wertvoll es ist.

Schlagt mich, aber bedenkt:
Dies ist lediglich meine eigene Denkweise. Eine derartige Diskussion lebt von der diametralen Auffassung, meine ich.
Jedem die seine!

Gruß
Micha
Barbara4x4
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Barbara4x4 »

Salam Roger,

schräge Gedanken sind freie Gedanken - und freie Menschen gestatten ihren Gedanken gelegentlich, eigene Wege zu gehen. Dann übernimmt erfahrungsgemäß die Intuition - und der Verstand wehrt sich, weil er die Kontrolle behalten will. Zumindest habe ich es so auf meinem kleinen Spaziergang auf dem Mokassin-Pfad gelernt :) Übrigens: auch eine Schräge ist eine gerade Linie :wink:

Auf die Heilung der TW nach Ausbruch würde ich mich nicht verlassen. Das ist Lotterie. Dann lieber Vorsicht und im Zweifel schnell zum Doc.

@Karle: Die Fahrrad- und Wanderzeiten sind vorbei, ich fahre nicht alleine, lasse mich nicht von fremden Tieren beschlabbern, Südostasien (meines Wissens die TW-Hochburg des Planeten) besuche ich nicht... und bin auch der Meinung, daß man sich nicht gegen alles Absichern kann - auch wenn uns das gerne Glauben gemacht wird. Wo es Kliniken gibt gibt es auch Geldautomaten. Und wenn die nicht gehen habe ich immer noch Cash und Traveller Cheques...

Impfschutz ist Ermessenssache eines jeden, eine individuelle Entscheidung. Und ich schrieb in meinem ersten Posting, daß ich mich explizit auf Nordafrika beziehe.

Bei einer Fahrradtour durch Asien würde auch ich das Risiko eines anaphylaktischen Schocks eingehen und mich gegen TW-Impfen lassen.

Im Fall von Nordafrika schätze ich das Risiko eines Verkehrsunfalles um ein Vielfaches dessen einer TW-Infektion.

Leben ist riskant - immer und überall.

Viele Grüße
Barbara
Roger-Tecumseh
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Barbara4x4 hat geschrieben:
Di 21. Okt 2008, 11:58
Salam Roger, schräge Gedanken sind freie Gedanken - und freie Menschen gestatten ihren Gedanken gelegentlich, eigene Wege zu gehen. Dann übernimmt erfahrungsgemäß die Intuition - und der Verstand wehrt sich, weil er die Kontrolle behalten will. Zumindest habe ich es so auf meinem kleinen Spaziergang auf dem Mokassin-Pfad gelernt :) Übrigens: auch eine Schräge ist eine gerade Linie :wink:
Auf die Heilung der TW nach Ausbruch würde ich mich nicht verlassen. Das ist Lotterie. Dann lieber Vorsicht und im Zweifel schnell zum Doc.
Gut, um das Thema der "Linien", die sich ja tatsächlich auch auf einem Mokassin-Pfad kreuzen können, abzuschließen: Manitu schreibt gerade - selbst auf krummen Zeilen!

Wo hast Du übrigens hier gelesen, man könne bei einer ausgebrochenen TW sozusagen (ohne Medizinmann !) auf eine Heilung warten???
Bei mir jedenfalls nicht!
:!: :evil:
Barbara4x4
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Barbara4x4 »

Hi Roger,

Kommunikation...... :)

ich bezog mich auf folgende Zeilen von Dir:
Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Mo 20. Okt 2008, 16:02
Ganz so unausweichlich ist übrigens der letale Ausgang nach Auftreten der ersten Symptome heute offenbar nicht mehr: es wurde durch sehr aggressive Intensivtherapie (Kontrolle von Atmung, Kreislauf und ZNS-Symptomen) schon Genesung erreicht.
Ich bin da mißtrauisch: verdächtige Tiere werden getötet, weil nur durch eine Untersuchung des Gehirns sicher festgestellt werden kann, ob sie überhaupt TW-erkrankt sind.

Da auch durch andere zentralnervöse Erkrankungen TW-ähnliche Symptome vorkommen können, kann bei einer Humanheilung mangels Autopsie nicht wirklich sicher behauptet werden, daß wirklich TW vorlag. Ich jedenfalls kenne nur Fälle, in denen es nicht geklappt hat und meine mich dunkel an eine Heilung, die wegen obiger Gründe umstritten ist, zu erinnern.

Allen, die wirklich auf TW-Schutz angewiesen sind möchte ich noch die Überprüfung des Impftiters ans Herz legen. Ohne Titerüberprüfung ähnelt es eher Aberglauben als Eigenverantwortung.

Viele Grüße
Barbara
Roger-Tecumseh
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Barbara4x4 hat geschrieben:
Di 21. Okt 2008, 17:05
Hi Roger,

Kommunikation...... :)

ich bezog mich auf folgende Zeilen von Dir:
Roger-Tecumseh hat geschrieben:
Mo 20. Okt 2008, 16:02
Ganz so unausweichlich ist übrigens der letale Ausgang nach Auftreten der ersten Symptome heute offenbar nicht mehr: es wurde durch sehr aggressive Intensivtherapie (Kontrolle von Atmung, Kreislauf und ZNS-Symptomen) schon Genesung erreicht.
Ich bin da mißtrauisch: verdächtige Tiere werden getötet, weil nur durch eine Untersuchung des Gehirns sicher festgestellt werden kann, ob sie überhaupt TW-erkrankt sind.
Gut, daß Du mich jetzt zitierst, da dann der Punkt deutlich ist, auf den ich abfuhr! :) Nun ist ja wohl klar, daß ich bei diesem heiklen (Impf-TW-) Thema vom Stand der Wissenschaft berichtete, die therapeutisch inzwischen in die ärztliche Praxis einfließt und also nichts mit Abwarten und fragwürdiger Hoffnung zu tun hat. Jeder, der glaubt, mit TW in Kontakt gekommen zu sein, wird - wenn er noch einigermaßen bei Sinnen ist - ohnehin stehenden Fußes zum Marabut oder Schamanen (oh, Entschuldigung: zum Toubib) eilen.
Aber Du hast mit Deiner generellen Skepsis natürlich nicht nachweislich Unrecht. Und an Wunder muß man ja nicht unbedingt glauben. Es ist jedoch eine gute Mitteilung, weil ja nun der Erkrankte - der vielleicht wirklich nicht immer neben dem Kreiskrankenhaus wohnt - ahnen darf, daß er nicht - wie man immer wieder ein wenig zu schnell kolportiert - in jedem Fall unwiderruflich verurteilt ist, wenn die Umstände ungünstig sind. Nicht mehr und nicht weniger!
(Sobald ärztliche Aktivitäten einsetzen können, werden damit ohnehin alle Maßnahmen anlaufen, um Klarheit zu erhalten. Der Rest ist das Leben und dann (vielleicht) - Schweigen!) :wink:



P.S. "Airport" wird denselben wohl inzwischen zu einem Flug nach Palma de Mallorca aufgesucht haben und streunenden Hunden durch Taxifahrten entgehen. :)
Robert
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Robert »

Als Tropenarzt habe ich mit Interesse die Diskussion im Forum verfolgt.

Einige Punkte möchte ich betonen:
  1. Bisher gibt es keinen Fall einer Heilung nach Tollwutinfektion bei Menschen. Bei dem einen Fall, welcher immer zitiert wird, ist nicht gesichert, ob überhaupt eine Tollwutinfektion vorlag.
  2. Tiere (alle Säugetiere können TW kriegen) übertragen die Krankheit durch den Speichel. Das grosse Problem ist, dass die Tiere bereits 10 Tage vor Ausbruch von Symptomen bereits ansteckend sind. D.h. auch ein gesund aussehendes Tier kann Tollwutvirusträger sein. Ich weiss also nur, wenn das Tier geimpft ist, dass es sicher keine Tollwut hat.
  3. Alle Kontinente, ausser Westeuropa, haben Tollwut. Auch Australien hat nun Tollwut (bei Fledermäusen). Am häufigsten kommt es aber in Südasien (Indien, Nepal, Pakistan etc) und China vor. In China gibt es jährlich 30'000 Todesfälle bei Menschen.
  4. Wenn man nicht geimpft ist und man wird von einem Säugetier gebissen, welches nicht geimpft ist oder der Impfstatus unbekannt ist, sollte unverzüglich die Postexpositionsprophylaxe, spätestens aber 48h nachher, eingeleitet werden. Die Behandlung besteht aus Immunglobuline plus 5 Impfungen innerhalb von 4 Wochen. Die immunglobuline sind sehr teuer und nur 3 Monate haltbar. Deshalb gibt es an vielen Orten die Immunglobuline nicht und es passiert nicht selten, dass nur die 5 Impfungen gemacht werden. Dies wäre aber im Schutz vor einer Infektion nur ungenügend. (selber habe ich viele Jahre in Ostafrika in Spitälern gearbeitet und nirgends hatten wir die Immunglobuline zur Verfügung)
In meinen Beratungsgesprächen informiere ich jeweils und überlasse es dem Reisenden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Ich kann jeden Entscheid für oder gegen eine Impfung voll akzeptieren. Das Risiko und die Konsequenzen kann und soll ja jeder selber tragen. Aber eine korrekte Info ist wichtig, so dass man sich bei einer möglichen Exposition auch richtig verhält und schaut dass man die richtige Behandlung kriegt.
mikepiller
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von mikepiller »

Kleiner Zwischeneinwand

Danke Robert-
und natürlich an alle anderen, die hier gepostet haben,

dieser hochinteressante Fred, von den Postenden hier mit- wie ich finde- einem Höchstmaß an Verantwortung im Rahmen der jeweiligen Kenntnisse geführt, bekommt durch Deine Mitwirkung exakt den abrundenden Schliff, der mich in diesem Forum immer und immer wieder verblüfft.
Näher kommt man den verschiedenen Seiten einer Entscheidungsfindung in diskutierender Weise wohl nur schwer- jede Position ist vertreten
und macht sich auch die Mühe, ein Thema zu vertiefen und auszufüllen.
Robert hat geschrieben:
Di 21. Okt 2008, 19:02
Das Risiko und die Konsequenzen kann und soll ja jeder selber tragen. Aber eine korrekte Info ist wichtig, so dass man sich bei einer möglichen Exposition auch richtig verhält und schaut dass man die richtige Behandlung kriegt.
Diesen Satz wollte ich noch einmal hervor heben!

Gruß
Micha
Birgitt
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Nigeria | Tollwut durch Schlachtung und Verzehr infizierter Hunde und Katzen?

Beitrag von Birgitt »

Und noch eine interessante Variante, wie Tollwut übertragen werden kann, nämlich u.U. durch Verzehr:


RABIES, VIA DOG/CAT BUTCHERING - NIGERIA
****************************************
A ProMED-mail post
<http://www.promedmail.org>
ProMED-mail is a program of the
International Society for Infectious Diseases
<http://www.isid.org>

Date: 29 Mar 2009
Source: Personal communication from the Federal Ministry of
Agriculture and Water Resources Department of Livestock, Kaduna
Nigeria [edited]


Human butchering and consumption of animals potentially infected with
rabies and other zoonotic viruses is not limited to Asia. In Nigeria,
dog eating is very common in states such as Plateau, Akwa Ibom, Cross
River, Kaduna, Kebbi and Ondo. In fact, dog suya (barbequed dog meat)
is sold publicly in the dog eating areas. In some areas such as Jos,
only local and seasoned connoisseurs may easily distinguish
restaurants where dog and other conventional meats are sold. Cat
eating, though not as common as dog eating, can also be encountered,
even in cosmopolitan places such as Lagos. While human consumption of
bats is also common, there seems to have been little or no local
effort (as per the limited information available) to evaluate the
risk of rabies transmission.

Rabies is no doubt underreported and probably misdiagnosed in Nigeria
and elsewhere in Africa (Asselbergs 2007 and the references therein).
Cultural and religious beliefs will also contribute to the
underreporting of human rabies that may arise from the consumption of
infected apparently healthy dogs and cats. The [rabies-related
lyssaviruses] Lagos bat and Mokola viruses still remain
under-diagnosed in the human populace.

The paper by Ajayi, Rabo and Baba (2006) also indicates a disturbing
possibility of transmission of rabies by apparently healthy (free of
overt rabies signs) stray dogs. If their observations are confirmed,
this, in their words, "signifies a new dimension in the epidemiology
of the disease in this environment where the high-risk practices are
prevalent." What's more intriguing epidemiologically and culturally
is that their research was carried out in Maiduguri; the overwhelming
Muslim population in the city provide zero economic incentives for
dog meat restaurants. However, the dogs were slaughtered in
restaurants associated with 2 military barracks in the city.

In summary, the situation reported in Viet Nam, Nigeria, etc. only
reaffirms that rabies is more of a neglected tropical disease than
thought and which deserves attention.

References:
Ajayi BB, Rabo JS, Baba SS. Rabies in apparently healthy dogs:
histological and immunohistochemical studies. The Nigerian
Postgraduate Medical Journal. 2006 Jun;13(2):128-34.

Asselbergs M. Rabies awareness. The Veterinary Record 2007 Sep
22;161(12):4322.

[AbdulKareem Durosinloun; Federal ministry of Agriculture and Water
Resources Department of Livestock; Kaduna Nigeria]

--
Communicated by:
Shamsudeen Fagbo
Dept. of Tropical Veterinary Diseases
University of Pretoria South Africa

[We appreciate Dr. Fagbo updating us on this situation in countries
other than Asia. Sadly, the underreporting of rabies in animals and
people is a trend not likely to disappear any time soon. - Mod.TG]



In Gabun habe ich einmal miterlebt, wie ein frisch überfahrener Hund sofort und unmittelbar fachgerecht zerlegt wurde und die Dorfbewohner sich offensichtlich angesichts dieses unerwarteten Frischfleischsegens freuten.

Ich war beim Anblick dieser Szene ziemlich entsetzt, weil es für mich einfach unvorstellbar war, dass ein Hund allen Ernstes im Kochtopf landet.
Und dann dachte ich wieder, warum eigentlich nicht?
Die Menschen dort essen sowieso alles, was ihnen "vor die Flinte" rennt, warum also nicht auch Nachbars Bello ....

Gruß
Birgitt
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Jemen | Lieferengpass Tollwut-Impfstoff

Beitrag von Birgitt »

Aus dem Jemen wird ein aktueller Lieferengpass des Tollwutimpfstoffes gemeldet. Seit mehr als 20 Tagen ist der Impfstoff im Gouvernorat al Hudaida (Westküste) nicht mehr vorrätig. Mehr als 250 Personen konnten in der Zwischenzeit nach Tierkontakten nicht postexpositionell geimpft werden. Nach verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Da eine adäquate postexpositionelle Versorgung in Entwicklungsländern nicht immer gewährleistet ist, sollten Risiko-Reisende prophylaktisch geimpft sein. / Quelle: crm, 24.04.2009

Gruß
Birgitt
wilf8
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Tollwutimpfung, Schutz wie lange?

Beitrag von wilf8 »

Hallo,
ich wurde im Urlaub in Indien 2006 wegen Hundebiss mit Rabipur behandelt.
2010 wurde ich wieder wegen Hundebiss mit Rabipur in Burma behandelt.
Ich habe jetzt insgesammt ca. 10 Spritzen gegen Tollwut bekommen in einem Zeitraum von 4 Jahren. Habe ich jetzt eine Immunität? Wenn ja wie lange?
Robert
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Re: Tollwut - Impfung und mögliche Behandlung

Beitrag von Robert »

Die zweite Serie von 5 Impfungen in Burma war eigentlich überflüssig.

Nach Deinen insgesamt 10 Impfungen hast du genügend Antikörpern, dass man von einem lebenslangen Schutz ausgehen kann.

Jedoch gilt von nun an, dass wenn Du wieder von einem Säugetier, bei welchem der Impfstatus unklar ist, gebissen wirst:

nochmals sicherheitshalber 2x impfen lassen: die erste Impfung innerhalb von 7 Tagen nach Tierbiss und die zweite 3 Tage später. Fertig.

Dies gilt für immer. Also auch wenn Du in 10 oder 20 Jahren gebissen wirst, nur noch 2 Impfungen.

Ich möchte aber für andere darauf hinweisen, dass die korrekte Behandlung nach einem Tierbiss folgendermassen aussieht:

Tollwut – Postexposition (nach einem Biss, Kratzer oder Kontakt mit Speichel)
  • Bei Biss durch ein tollwütiges oder tollwut-verdächtiges Tier oder bei Kontakt von möglicherweise infektiösem Speichel mit Haut- oder Schleimhautwunden. Da Tiere den Tollwutvirus bereits im Speichel haben, bevor sie Krankheitssymptome zeigen, gilt jedes Tier, welches nicht geimpft wurde, als tollwut-verdächtig (im Prinzip jedes Tier in Entwicklungsländern).
  • Allgemeine Massnahmen nach Tierbiss oder Kontakt von Speichel mit Haut- oder Schleimhautwunden: Wunden sofort mit Wasser und Seife gründlich reinigen. Tetanusprophylaxe mit Tetanus-Diphterie-Impfstoff (dT/DT) falls letzter Booster länger als 5 Jahre zurückliegt.
  • Tollwutverdächtiges Tier ggf. weiter beobachten, falls innerhalb der nächsten 14 Tage keine Erkrankungssymptome beim Tier auftreten, kann eine postexpositionelle Impfung abgebrochen werden.
Bei nicht vorgeimpften Personen
  • Passive Immunisierung mit Immunglobulin 20 IE/kg (equines Ig: 40 IE/kgKG). Dabei wird die Hälfte der Dosis um die Wunde infiltriert, die andere Hälfte i.m. appliziert. Simultan Beginn der aktiven Impfung an unterschiedlichem Injektionsort an den Tagen 0, 3, 7, 14, 28. Serokontrolle am Tag 21. Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach Ereignis.
Bei vorgeimpften Personen
  • Kein Immunglobluin. Nach einer vollständigen Immunisierung benötigen exponierte Personen lediglich eine postexpositionelle Auffrischimpfung von 2 Dosen an den Tagen 0 und 3. Beginn innert Tagen nach Exposition. Serokontrolle am Tag 14. Behandlung innerhalb von 7 Tagen nach Ereignis.
Also eigentlich reicht es nicht, nur die Impfungen zu machen. Bei nicht vorgeimpften Personen braucht es auch Immunglobuline. Nur gibt's das sehr selten in den Tropen.

Und:
  1. Tollwut ist immer tödlich, wenn die Krankheit aussbricht
  2. Tollwut kommt nur bei Säugetiere vor
  3. Bereits bis 12 Tage vor Ausbruch der Krankheit, sind die Tiere schon ansteckend (Inkubationszeit). Also ein gesund aussehender Hund bedeutet nicht, dass er keine Tollwut hat.
  4. Nach Tierbissen können furchtbare Wundinfekte entstehen. Also immer gut reinigen, desinfizieren und am besten Kontrolle bei einem Arzt oder Antibiotikaeinnahme.
Robert
Birgitt
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Tollwut in Israel

Beitrag von Birgitt »

2010 wurden in Israel wieder vermehrt Tollwut-Fälle bei Tieren gemeldet: darunter 21 Hunde, außerdem Katzen, Rinder, Schafe, ein Wolf und ein Fuchs. Risikoreisende sollten geimpft sein. Nach verdächtigen Tierkontakten ist umgehend eine Postexpositionsprophylaxe einzuleiten. / Quelle: crm

Gruß
Birgitt
Alexander
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Tollwutimpfung ist ratsam vor Reisen in Risikogebiete

Beitrag von Alexander »

Reisende in Tollwutgebiete zu impfen - dazu rät das CRM Centrum für Reisemedizin.

Weltweit sterben jährlich etwa 55.000 Menschen an Tollwut, besonders in Afrika und Asien. So wurden auf Bali in den vergangenen drei Jahren 147 Erkrankungen registriert. Auch in Thailand und Mexiko ist Tollwut verbreitet.

Meist wird das Virus von streunenden Hunden übertragen, doch auch von Katzen, Waschbären, Stinktieren, Füchsen, Affen oder Fledermäusen. Eine Impfung schütze 100-prozentig, so Privatdozent Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM.

Im Notfall ist sie noch nach dem Biss eines tollwütigen Tieres möglich. Jedoch sind in Asien oder Afrika moderne Tollwut-Impfstoffe nicht immer verfügbar, zudem tauchen gefälschte Präparate auf.

Sinnvoll ist eine prophylaktische Impfung daher vor längerem Aufenthalt in einem Land mit Tollwutrisiko und unzureichender medizinischer Versorgung oder wenn man Kontakt mit Tieren erwartet. Drei Impfungen im Abstand mehrerer Wochen sind zum Schutz nötig.

Quelle: Ärztezeitung.de

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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