Werkzeuge der Frühmenschen
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Birgitt
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Werkzeuge der Frühmenschen
Jäger und Sammler, die vor 70.000 Jahren im Osten Südafrikas lebten, waren zu ähnlichen abstrakten Denkleistungen fähig wie moderne Menschen: Das schließen Forscher aus Resten von Zweikomponenten-Kleber an Steinwerkzeugen. Dessen Herstellung ist heute noch ein komplexer Vorgang ...
Anthropologie: Zweikomponenten-Kleber aus der Steinzeit
11.05.2009 - Welt
Gruß
Birgitt
Anthropologie: Zweikomponenten-Kleber aus der Steinzeit
11.05.2009 - Welt
Gruß
Birgitt
Zuletzt geändert von Birgitt am Di 15. Sep 2009, 17:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Regula St.
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Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Weshalb werden frühe Menschen immer noch als keulenschwingende Affen angesehen? Wer da gelebt und gearbeitet hat, waren ja schliesslich unsere Vorfahren! Wenn die frühen Homines sapientes diese Fähigkeiten nicht gehabt hätten, hätten vielleicht die Neandertaler überlebt (mit anderen Fähigkeiten)... und uns, die wir hier lesen und schreiben, gäb's nicht...Schon vor 70.000 Jahren habe der Mensch hoch entwickelte kognitive Fähigkeiten besessen: die Fähigkeit, Neues mit abstrakter Bedeutung zu denken, langfristig zu planen und komplexe Aufgaben zu bewältigen.
Aber da geraten wir wieder einmal in zutiefst philosophische Probleme...
LG Regula
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Alexander
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Südliches Afrika | Werkzeuge der Frühmenschen
Menschen haben im südlichen Afrika bereits vor mehr als 70 000 Jahren Steinwerkzeuge mit Hitze hergestellt.
Als unsere Vorfahren lernten, das Feuer zu kontrollieren, machten sie einen wichtigen Entwicklungsschritt. Feuer gab den frühen Menschen zunächst Licht und Wärme. Und mit Feuer konnten sie sich verteidigen. Später bereiteten die Menschen ihre Speisen über dem offenen Feuer zu. Sie erhitzten auch verschiedene Rohstoffe, um sie bearbeiten zu können ...
Thurgauer Zeitung: Jahrtausende alte Werkzeuge des Frühmenschen gefunden
Grüsse
Alexander
Als unsere Vorfahren lernten, das Feuer zu kontrollieren, machten sie einen wichtigen Entwicklungsschritt. Feuer gab den frühen Menschen zunächst Licht und Wärme. Und mit Feuer konnten sie sich verteidigen. Später bereiteten die Menschen ihre Speisen über dem offenen Feuer zu. Sie erhitzten auch verschiedene Rohstoffe, um sie bearbeiten zu können ...
Thurgauer Zeitung: Jahrtausende alte Werkzeuge des Frühmenschen gefunden
Grüsse
Alexander
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Birgitt
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Botswana | Riesenfaustkeile in der Kalahari gefunden
Im schon lange ausgetrockneten Bett des gigantischen Trockensees botswanesischen Makgadikgadi in der Kalahariwüste haben Archäologen der Oxford University tausende steinzeitliche Gegenstände geborgen. Darunter auch Faustkeile, die anhand ihrer Ausmaße buchstäblich als Riesenwerkzeuge bezeichnet werden können ...
Riesenwerkzeug: Oxford-Archäologen finden Riesenfaustkeile in afrikanischem Trockensee
15.09.2009 - Grenzwissenschaft aktuell
Gruß
Birgitt
Riesenwerkzeug: Oxford-Archäologen finden Riesenfaustkeile in afrikanischem Trockensee
15.09.2009 - Grenzwissenschaft aktuell
Gruß
Birgitt
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Günther Schulz
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Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Hallo Birgitt,
den habe ich mal gefunden und der ist schon groß .
Aber die Teile aus den Trockensee
Gruß Günther
den habe ich mal gefunden und der ist schon groß .
Aber die Teile aus den Trockensee
Gruß Günther
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Alexander
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Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Der Steinzeitmensch, der diesen Faustkeil verwendet hat, besaß wohl mehr Schaufeln als Hände
Was mich interessieren würde, wie haben es die Steinzeitmenschen geschafft, den Stein zu formen und diese wellenförmige Aussparungen zu hinterlassen. Ich habe irgendwo gelesen, die steinzeitlichen Handwerker hätten diese Stellen gezielt erhitzt, dann abgekühlt, wodurch die Stücke dann quasi herausgesprengt wurden. Erfordert eine solch gezielte und anhaltende Erhitzung nicht schon Metall, das damals aber doch noch gar nicht zur Verfügung stand?
In Agadez habe ich auf einem Markt einen alten Mann gesehen, der so einen Faustkeil aus einer grünen Bierglasscherbe hergestellt hatte. Das Teil sah beeindruckend aus.
Grüsse
Alexander
Was mich interessieren würde, wie haben es die Steinzeitmenschen geschafft, den Stein zu formen und diese wellenförmige Aussparungen zu hinterlassen. Ich habe irgendwo gelesen, die steinzeitlichen Handwerker hätten diese Stellen gezielt erhitzt, dann abgekühlt, wodurch die Stücke dann quasi herausgesprengt wurden. Erfordert eine solch gezielte und anhaltende Erhitzung nicht schon Metall, das damals aber doch noch gar nicht zur Verfügung stand?
In Agadez habe ich auf einem Markt einen alten Mann gesehen, der so einen Faustkeil aus einer grünen Bierglasscherbe hergestellt hatte. Das Teil sah beeindruckend aus.
Grüsse
Alexander
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Wolfgang K
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- Wohnort: bei Mainz
Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Hallo Alexander,
schau mal in Wiki unter Levalloistechnik.
Ich finde die Bezeichnung „Faustkeil“ auch leicht irreführend. Die häufig kolportierte Nutzung als einhändiges Werkzeug, kann man wohl bei den meisten „klassisch geformten“ Exemplaren ausschließen, zumal sie nicht nur zu groß waren, sondern auch rund herum eine mehr oder weniger scharfe Schneide hatten. Wer fasst ein Messer schon an der Schneide an? Die größeren (<200mm) sind sicher beidhändig „bedient“ worden.
Eine eigene, aber aus den Fingern gesogene These ist, dass die Dinger evtl. mit der spitzen Seite Richtung Stiel als Keulenköpfe in einem gespaltenen Ast benutzt wurden. Damit hätte man prima hauen und werfen können. Man könnte mal ein par Experimentalarchäologen gegeneinander antreten lassen.
Grüße
Wolfgang
schau mal in Wiki unter Levalloistechnik.
Ich finde die Bezeichnung „Faustkeil“ auch leicht irreführend. Die häufig kolportierte Nutzung als einhändiges Werkzeug, kann man wohl bei den meisten „klassisch geformten“ Exemplaren ausschließen, zumal sie nicht nur zu groß waren, sondern auch rund herum eine mehr oder weniger scharfe Schneide hatten. Wer fasst ein Messer schon an der Schneide an? Die größeren (<200mm) sind sicher beidhändig „bedient“ worden.
Eine eigene, aber aus den Fingern gesogene These ist, dass die Dinger evtl. mit der spitzen Seite Richtung Stiel als Keulenköpfe in einem gespaltenen Ast benutzt wurden. Damit hätte man prima hauen und werfen können. Man könnte mal ein par Experimentalarchäologen gegeneinander antreten lassen.
Grüße
Wolfgang
Faustkeil Steinäxte Axt Steinwerkzeuge Keulenkopf
hallo zäme - wenns um alte Steine geht, bin ich natürlich auch dabei 
Faustkeile waren im Acheuleen DAS Werkzeug überhaupt. Mir gefällt der französische Begriff besser - Biface - beidseitig bearbeiteter Stein, hinten und vorne. Über die Verwendung gibts verschiedene Theorien, von den grossen nimmt man an, dass sie eventuell nur zu Kultzwecken / Statussymbolen / Grabbeigaben dienten, da man selten durch Verwendung zerbrochene fand.
In Algerien hat mal ein Tuareg spontan eines dieser grossen Dinger mit der Rundung in den Sand gesteckt, zwischen die Füsse geklemmt und auf Wadenhöhe ein imaginäres Objekt auf der Spitze gespalten.
Keulenköpfe gibt es zwischen Mauretanien und dem Sudan auch, in allen Formen, diese sind aber kleiner. Ich muss mal in meinen Bildern suchen oder google mal mit maceheads.
In Experimenten wurden diese Zacken an den Kanten durch Druck mit Knochen oder Holz erzielt, von Hitze habe ich bis jetzt noch nie etwas gelesen.
Ausprobieren, aber mit Handschuhen
steinige Grüsse
Ursula
PS die prächtigen Faustkeile sind noch dort, wo ich sie fotografiert habe
Faustkeile waren im Acheuleen DAS Werkzeug überhaupt. Mir gefällt der französische Begriff besser - Biface - beidseitig bearbeiteter Stein, hinten und vorne. Über die Verwendung gibts verschiedene Theorien, von den grossen nimmt man an, dass sie eventuell nur zu Kultzwecken / Statussymbolen / Grabbeigaben dienten, da man selten durch Verwendung zerbrochene fand.
In Algerien hat mal ein Tuareg spontan eines dieser grossen Dinger mit der Rundung in den Sand gesteckt, zwischen die Füsse geklemmt und auf Wadenhöhe ein imaginäres Objekt auf der Spitze gespalten.
Keulenköpfe gibt es zwischen Mauretanien und dem Sudan auch, in allen Formen, diese sind aber kleiner. Ich muss mal in meinen Bildern suchen oder google mal mit maceheads.
In Experimenten wurden diese Zacken an den Kanten durch Druck mit Knochen oder Holz erzielt, von Hitze habe ich bis jetzt noch nie etwas gelesen.
Ausprobieren, aber mit Handschuhen
steinige Grüsse
Ursula
PS die prächtigen Faustkeile sind noch dort, wo ich sie fotografiert habe
Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Hallo zusammen,
zur Herstellung eines Faustkeils hier ein kleines Filmchen von Bernard Ginelli.
http://www.ginellames.fr/fr/images_vide ... =silex#vid
Auf seiner Internetseite gibt es auch noch weitere Videos zur Herstellung anderer Steingerätetypen... absolut empfehlenswert.
Er ist ein echter Meister und hat ein kleines Lädchen in Les Eyzies (Frankreich), wo er seine aus Silex gearbeiteten Stücke auch zum Verkauf anbietet.
Gruß, Robby
zur Herstellung eines Faustkeils hier ein kleines Filmchen von Bernard Ginelli.
http://www.ginellames.fr/fr/images_vide ... =silex#vid
Auf seiner Internetseite gibt es auch noch weitere Videos zur Herstellung anderer Steingerätetypen... absolut empfehlenswert.
Er ist ein echter Meister und hat ein kleines Lädchen in Les Eyzies (Frankreich), wo er seine aus Silex gearbeiteten Stücke auch zum Verkauf anbietet.
Gruß, Robby
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Wolfgang K
- Beiträge: 2195
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Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Absolut sehenswert !!Robby hat geschrieben:zur Herstellung eines Faustkeils hier ein kleines Filmchen von Bernard Ginelli.
http://www.ginellames.fr/fr/images_vide ... =silex#vid
@ursula
Keulen mit Bohrung oder Einbuchtungen kenne ich.
Was mir an den "Faustkeilen" nicht ganz aufgehen will ist die Unhandlichkeit und die Tatsache, dass sie fast immer gehäuft auftreten.
Dein Ansatz einer "stationären" Anwendung zum Aufspatlen oder zertrümmern würde das erklären - sofern es nicht doch zum großen Teil Kultobjekte oder Statussymbole waren. Gerade die von Dir gezeigten sind eigentlich "zu perfekt" um als profanes Werkzeug gedient zu haben.
Übrigens DAS Topthema für Sahara-Lagerfeuerdiskussionen
Grüße
Wolfgang
-
Günther Schulz
- Beiträge: 414
- Registriert: Mi 10. Mai 2006, 19:55
- Wohnort: Alsfeld-Hattendorf, Deutschland
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Diese Skepsis teile ich! Wenn die gigantischen "Faustkeile" als Aufspaltwerkzeuge gesehen werden sollen, so muss man sich doch fragen, welche grossen Fruechte sollten eigentlich damals damit gespalten werden? Auch sehe ich keinen Sinn darin, diese schweren Hinkelsteine auf nomadischer Wanderung mitzuschleppen. Den Kern der Nahrung bildeten Koerner und kleinere Fruechte - und da waren die Steinmuehlen schon Ballast genug.Wolfgang K hat geschrieben: ↑Mi 16. Sep 2009, 15:36Was mir an den "Faustkeilen" nicht ganz aufgehen will ist die Unhandlichkeit und die Tatsache, dass sie fast immer gehäuft auftreten.
Dein Ansatz einer "stationären" Anwendung zum Aufspatlen oder zertrümmern würde das erklären - sofern es nicht doch zum großen Teil Kultobjekte oder Statussymbole waren.
(Ich habe uebrigens beim Rumklettern auf einem abgeflachten Felsen mal zahlreiche halbrund geschabte Loecher gefunden, die eindeutig Reibschalfunktion hatten. Man konnte von dort oben sehr schoen eine weite Ebene ueberblicken.)
Die Haeufung von Steinwerkzeugen an bestimmten Stellen kann man mit der Vorstellung einer Werkstatt erklaeren. Auch sie liegen meist an exponierter Stelle und wurden sicherlich regelmaessig aufgesucht!
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Wolfgang K
- Beiträge: 2195
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Re: Werkzeuge der Frühmenschen
Hm, da hast Du wohl recht. Habe mich gerade dabei erwischt mir einen Vorfahren vorzustellen, der eine Wassermelone an einem „Faustkeil“ spaltet. Aber dafür war es in der Entwicklung der Landwirtschaft noch ein wenig früh, so was praktisches wurde wohl erst „etwas“ später gezüchtet.Roger-Tecumseh hat geschrieben: ↑Fr 18. Sep 2009, 17:18welche grossen Fruechte sollten eigentlich damals damit gespalten werden?
Für die Häufung in Form einer Werkstatt sprechen Abschläge, sofern sie vorhanden sind. Meistens ist das ja auch der Fall.
Aber was ist mit Häufungen ohne jegliche Abschläge? Ob sie dahin gespült wurden oder aus einem anderen Grund dort abgelegt bzw. zurück geblieben sind, ist offen.
Für eine kultische Verwendung würden solche Stellen sprechen, wenn die Steine dort gezielt hingelegt wurden.
Würde man Steinwerkzeuge aber in der Nähe des Ufers oder im seichten Wasser verwenden, dann könnten es bei der Jagd verlorene Werkzeuge sein. Daher die gewagte These, dass sie als Keulenköpfe gedient haben, um z.B. ins seichte Wasser getriebenes Wild damit zu erlegen. Wenn es jemals eine solche Jagtechnik gegeben haben sollte, würden sich über die Jahrzehnte oder Jahrhunderte im Uferschlamm schon einige Werkzeuge auf begrenztem Raum ansammeln.
Aber der Jagtwerkzeugthese mag ich immer weniger glauben. Wer geht schon mit dem Vorschlaghammer jagen oder angeln?
Faustkeil Artefakte Sahara Afrika Steinzeit
mehrmals konnte ich eine grosse Anzahl Faustkeile bei Hügeln entdecken, aus dessen Stein sie an Ort und Stelle bearbeitet wurden, mit oder ohne Abschläge, je nachdem, ob das Wasser sie in den tausenden von Jahren nicht weggespült oder Hangschutt sie zugedeckt hat.
Diese grossen, grob bearbeiteten Faustkeile tauchten in Afrika schon vor 1,5 Millionen Jahren zum ersten Mal auf - ein paar Jahre vor den Reibeschalen
Was natürlich nicht heisst, dass die Neolithiker die uralten Bifaces nicht auch noch später weiter verwendet haben, unter Umständen für ganz andere Zwecke. Im Sudan konnte ich in den Hütten der Halbnomaden des Wadi Milk auch noch Reibschalen samt Reibsteinen in Gebrauch sehen.
Eine andere Art von Ansammlung konnten wir in einem ehemaligen Seebecken im Gilf Kebir beobachten. Die alten See-Sedimente wurden in einer späteren Zeit von einem Fluss ausgeschwemmt. In den Seitenwänden dieser Rinne, zT mehrere Meter hoch, stecken unzählige Werkzeuge auf verschiedenen Höhen. Wenn nun die Erosion diese feinen Sedimente ausbläst oder der Regen sie auswäscht, fallen sie auf den Boden und liegen, ohne Abschläge, auf einer Ebene, als ob sie zeitgleich verwendet worden wären. Der nächste Regenguss schiebt sie dann runter durchs Wadi, in eine Senke, weit entfernt von dem Ort, wo sie ursprünglich benutzt wurden, dort sammeln sie sich in kleinen Mulden, sortiert nach ihrer Grösse bzw Gewicht. Vermutlich entsteht in einer zukünftigen Feuchtphase in dieser Senke wieder ein Tümpel, ein See, die Artefakte werden wieder von Sedimenten zugedeckt und - alles beginnt wieder von vorne
Ab ca 200 000 entwickelte sich die Levallois-Technik, die Faustkeile wurden kleiner, feiner, die Werkzeugformen vielfältiger, waren nur noch auf einer Seite bearbeitet, die andere weist diesen typischen muscheligen, flachen, leicht gebogenen Bruch vom Abschlag auf.
Faustkeile wurden als Waffen gegen wilde Tiere und Feinde verwendet: Nach Oberflächen-Analysen auch zur Holzbearbeitung und zum Abhäuten und Zerlegen von Tieren. Das waren ja nicht gerade kleine Häppchen, man fand Knochen von Elefanten, Giraffen, Krokodilen, Nilpferden, Nashörnern, Gazellen, Riesenkamelen, Bubalus und Wildschweinen. Dem runden Teil wird eine Hebelfunktion beim Zertrennen von Gelenken und Holz zugeschrieben.
Der jüngste, heute bekannte, beidseitig bearbeitete Faustkeil wird auf 25 000 Jahre alt geschätzt und wurde von den Neanderthalern in Europa geschaffen.
Ich werde immer fuchsteufelswild, wenn unsere genialen Vorfahren als primitiv bezeichnet werden. Wir verdanken ihnen fast alles in unserem täglichen Leben - wer kam wohl wann auf die Idee, dass gebratenes Fleisch besser schmeckt? Oder dass man Wasser transportieren könnte? Oder einem Tier das schwere Gepäck aufladen?
sicher haben sie auch das erste zuckerfreie Riccola erfunden
Grüsse
Ursula
Diese grossen, grob bearbeiteten Faustkeile tauchten in Afrika schon vor 1,5 Millionen Jahren zum ersten Mal auf - ein paar Jahre vor den Reibeschalen
Eine andere Art von Ansammlung konnten wir in einem ehemaligen Seebecken im Gilf Kebir beobachten. Die alten See-Sedimente wurden in einer späteren Zeit von einem Fluss ausgeschwemmt. In den Seitenwänden dieser Rinne, zT mehrere Meter hoch, stecken unzählige Werkzeuge auf verschiedenen Höhen. Wenn nun die Erosion diese feinen Sedimente ausbläst oder der Regen sie auswäscht, fallen sie auf den Boden und liegen, ohne Abschläge, auf einer Ebene, als ob sie zeitgleich verwendet worden wären. Der nächste Regenguss schiebt sie dann runter durchs Wadi, in eine Senke, weit entfernt von dem Ort, wo sie ursprünglich benutzt wurden, dort sammeln sie sich in kleinen Mulden, sortiert nach ihrer Grösse bzw Gewicht. Vermutlich entsteht in einer zukünftigen Feuchtphase in dieser Senke wieder ein Tümpel, ein See, die Artefakte werden wieder von Sedimenten zugedeckt und - alles beginnt wieder von vorne
Ab ca 200 000 entwickelte sich die Levallois-Technik, die Faustkeile wurden kleiner, feiner, die Werkzeugformen vielfältiger, waren nur noch auf einer Seite bearbeitet, die andere weist diesen typischen muscheligen, flachen, leicht gebogenen Bruch vom Abschlag auf.
Faustkeile wurden als Waffen gegen wilde Tiere und Feinde verwendet: Nach Oberflächen-Analysen auch zur Holzbearbeitung und zum Abhäuten und Zerlegen von Tieren. Das waren ja nicht gerade kleine Häppchen, man fand Knochen von Elefanten, Giraffen, Krokodilen, Nilpferden, Nashörnern, Gazellen, Riesenkamelen, Bubalus und Wildschweinen. Dem runden Teil wird eine Hebelfunktion beim Zertrennen von Gelenken und Holz zugeschrieben.
Der jüngste, heute bekannte, beidseitig bearbeitete Faustkeil wird auf 25 000 Jahre alt geschätzt und wurde von den Neanderthalern in Europa geschaffen.
Ich werde immer fuchsteufelswild, wenn unsere genialen Vorfahren als primitiv bezeichnet werden. Wir verdanken ihnen fast alles in unserem täglichen Leben - wer kam wohl wann auf die Idee, dass gebratenes Fleisch besser schmeckt? Oder dass man Wasser transportieren könnte? Oder einem Tier das schwere Gepäck aufladen?
sicher haben sie auch das erste zuckerfreie Riccola erfunden
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Artefakte Werkzeuge Faustkeile Handaxt Steinzeit
diese schön gearbeiteten Faustkeile aus Silex werden auf 500 000 Jahre geschätzt
Quelle
Grüsse
Ursula
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Ursula



