Investigativer Journalismus hätte schon zur Zeit der laufenden Entführung und in der Aufarbeitung der jetzigen Situation mehr Klarheit bringen können.
hat in meinen Augen auch dieser erneute Versuch nichts zu tun.
Gruß
Micha
Das sehe ich auch so! Besonders, da der Vorwurf einen Widerspruch in sich darstellt: In der damaligen Situation (Unkenntnis ueber den Aufenthalt der Gruppe(n)) und - wie ich ja schon sagte - bewusst konstruierter Grauzonen, haette erfolgreich Investigativer Journalismus hoechst wahrscheinlich das Leben der Geiseln akut gefaehrdet! Damit ist aber nicht gesagt, dass nun fuer alle Zeiten Schweigen in dieser Affaere herrschen sollte.
Auch @TGerd tritt ja jetzt nicht investigativ auf, sondern gibt nur weiter, was er von seinen Quellen - die er fuer glaubhaft haelt - hoerte. Wobei sein Beitrag, wenn ich ihn richtig verstehe, ohnehin keine neuen Aspekte bringen sollte, sondern von der - berechtigten - Klage ueber die nun dort herrschenden Restriktionen geleitet ist.
Vielleicht aeussert sich @TGerd ja noch einmal deutlicher zu seinem Beitrag.
Und trozdem ist es mir schleierhaft, warum ein Entführer sich in Sif Fatima hinhockt und wartet, bis endlich mal ein durchgeknallter Tourist vorbei kommt. Diese Method ist einfach zu uneffektiv und mir deshalb dieses Szenario nicht plausibel.
ganz in der Nähe (in Sichtweite zum Fort) befindet sich eine Bohrstation für Erdöl.
Ich vermute, dass die beiden Halleiner ganz klassisch zur falschen Zeit am falschen Ort waren und die Entführung einfach "passiert" ist. Möglicherweise hatten die Entführer ganz etwas anderes vor..... .
Nach Monaten habe ich mal wieder hier rein geschaut und komme doch teilweise nicht aus dem Kopfschütteln heraus.
Erstaunlich mit welcher Überzeugheit manche "Experten" ihre Quellen, ihre Kombinationsgabe und ihren anscheinenden Wissensvorsprung als die alleinige Wahrheit darstellen müssen.
Müßig ist eigentlich schon fast die Frage WO das Ganze passiert war.
Ich kenne die Darstellung von Wolfgang und Andrea persönlich (nämlich dass es außerhalb des Sperrgebietes und IN Tunesien stattfand),- und nachdem niemand anderes dabei war, wird auch niemand mit Gewissheit sagen können, dass sie so nicht stimmt. Erst 3 Wochen nach dem Verschwinden gab es es Nachricht von den Entführern,- mir kann keiner erzählen dass dann vor Ort noch Spuren der Entführung gefunden werden hätten können!
Letztlich kann man nur dieser Darstellung glauben, oder aber spekulieren.
Für mich ist schlüssig, dass er mit einer defekten Dieselpumpe, die schon auf der Anfahrt Probleme machte, nicht alleine ins Sperrgebiet gefahren wäre. Das war eine bewußte Entscheidung von ihm.
Für mich ist auch schlüssig, dass er, der früher schonmal in Sif Fatima war und die Gegend dort kennt, es unter diesen Voraussetzungen auch nicht gewagt hätte,( illegal und mit unzuverlässigem Auto) nochmals dorthin zu fahren, zumal ihm die Militärlager in der Gegend bekannt sind. Warum sollte er dahin fahren,- um sich dort aufgreifen und einsperren zu lassen?
Sif Fatima ist sicher auch nicht mehr der Ort, wo man als Terrorist einen Haufen Gefangene machen kann,- die ahnungslosen Opfer tummeln sich schon eher im vermeintlich sicheren Tunesien...
Und genau dort haben die Burschen ja auch gesucht und gefunden.
Sie hatten volle Tanks, na und? Wer macht seine Tanks denn nicht mehr voll mit billigem Diesel, wenn es gen Heimat gehen soll? Was beweist das?
Das Wolfgang sich weder hier noch woanders äußert kann ich auch gut nachvollziehen.
Wenn man die Unterstellungen und Spekulationen während der Entführung verfolgt hat, die sich auf ganzer Bandbreite u.A. in pressegeführten Internetseiten breitmachte und die in den teils kaum zu beschreibenden Kommentaren z.B. bei der Onlineseite der Kronezeitung ihren Gipfel fanden,- dann hat man eh keine Chance WIRKLICH angehört zu werden. Warum sollen sie sich dem aussetzen?
Sie haben genug zu kämpfen um mit dem Erlebten zu leben, und ich möchte nicht tauschen!
Woher kommt dieses Anspruchsdenken, dass sie "Uns" was schuldig sind?
Haben "wir" so eine große Rolle gespielt bei der Lösung der Situation?
Oder ist es nur weil unsere Sorge nicht mit Dank honoriert wurde?
Und weil "man" ja alles besser weiß/wußte, auch wenn "man"sie nichtmal persönlich kennt?
Am Anfang, nach der Freilassung ging es mir ähnlich, ich erwartete großen Dank für die Sorge, für das Anstoßen der Aufmerksamkeit, der Suche nach Leuten die sie gesehen hatten. Spätestens am Tag des Bekennervideos war all dies aus unseren Händen genommen....und in eine ganz andere Dimension gewachsen.
Je mehr ich mitbekomme vom jetzigen Alltag der beiden, umso mehr schwindet dieses Anspruch-Denken...............
Restriktionen gab es in den nordafrikanischen Ländern immer, immer wieder, und in den letzten Jahren auch mehr. Willkür ist an der Tagesordnung, es gibt kaum verlässliche Aussagen, was man jetzt wieder an den aktuellen Einreisbestimmungen in Libyen sieht.
Dort will man auch Geld verdienen, man möchte keine Chaoten, die aus purem Übermut in den Dünen die Sau rauslassen und teilweise schwere Unfälle produzieren (-um die sich dann wieder dir einheimische Rettung und Militär kümmern müssen),- das haben wir schon 1999 an einem Militärposten zu hören bekommen!
Mir fehlt die Wüste auch und ich wollte letztes Jahr schon fahren, als dann das passierte.
Meine persönliche Entscheidung ist, momentan nicht in die Wüste zu fahren.
Jeder, der heil zurückkommt straft mich Lügen, das ist mir klar.
Aber Jedem, dem jetzt dort was zustößt wird vermutlich wieder Leichtsinn und Verantwortungslosigkeit unterstellt, egal was und wo es passiert.
Ich bins langsam leid .
Wer Fragen dazu hat kann mir eine PN schreiben,- ich stehe nach wie vor mit Wolfgang in persönlichem Kontakt.
wenn sie außerhalb des Sperrgebiets in TN entführt wurden, also in einer Region, die jetzt auch noch von Touristen besucht werden kann, dann finde ich es etwas verantwortungs- und herzlos, wenn dies potentiellen Reisenden, und somit potentiellen weiteren Entführungsopfern, nicht klar und deutlich gesagt wird und diese gewarnt werden.
Und durch das Schweigen über den Entführungsort fehlt mir genau diese klare Aussage und dieses Schweigen führt zu den wilden Spekulationen.
Sibylla hat geschrieben:Nach Monaten habe ich mal wieder hier rein geschaut und komme doch teilweise nicht aus dem Kopfschütteln heraus.
Letztlich kann man nur dieser Darstellung glauben, oder aber spekulieren.
Sie hatten volle Tanks, na und? Wer macht seine Tanks denn nicht mehr voll mit billigem Diesel, wenn es gen Heimat gehen soll? Was beweist das?
Das Wolfgang sich weder hier noch woanders äußert kann ich auch gut nachvollziehen.
Oder ist es nur weil unsere Sorge nicht mit Dank honoriert wurde?
Und weil "man" ja alles besser weiß/wußte, auch wenn "man"sie nichtmal persönlich kennt?
Restriktionen gab es in den nordafrikanischen Ländern immer, immer wieder, und in den letzten Jahren auch mehr. Willkür ist an der Tagesordnung, es gibt kaum verlässliche Aussagen, was man jetzt wieder an den aktuellen Einreisbestimmungen in Libyen sieht.
Aber Jedem, dem jetzt dort was zustößt wird vermutlich wieder Leichtsinn und Verantwortungslosigkeit unterstellt, egal was und wo es passiert.
Deinem letzten Satz kann ich uneingeschraenkt zustimmen - wir haben es oft genug von einer manipulierten, also unkundigen und sensationsgeilen, Oeffentlichkeit so serviert bekommen! - Ich kann auch nachvollziehen, dass Du zu Deinen Freunden stehst.
Damit ist fuer mich dann leider die Zustimmung zu Deinen Ausfuehrungen schon am Ende und macht nun ebenfalls einem Kopfschuetteln Platz. Dieses Forum ist zwar auch Oeffentlichkeit, sollte aber ueber einen anderen Zugang zum Ereignis verfuegen koennen als diese und deshalb nicht so abgebuegelt werden, wie Du es tust!
Du bietest doch selbst nur zwei Moeglichkeiten: dem glauben, was W. eben gerade den - auch von Dir berechtigt kritisierten - Medien berichtete, oder spekulieren. Dein Beitrag ist aber nun wirklich nicht geeignet, Spekulationen die Basis zu entziehen. Das gelaenge nur der Wahrheit - und die ist (Du schreibst es selbst) bis jetzt nur bei den damals Entfuehrten (und den Entfuehrern)!
(Antwort auf Deine Bemerkung zu den vollen Tanks: Wer faehrt mit vollen Tanks (und dort, von der am Rand des Speergebiets liegenden Tankstelle, kam ja diese letzte Nachricht von den Opfern) noch hunderte Kilometer durchs Land, wenn er doch weiter oben ebenso volltanken kann? Noch dazu mit einem Auto, welches - nach Deiner Mitteilung - mechanisch angeschlagen war!)
Du selbst hast damals hier im Forum um Mithilfe bei der Suche nach Deinen Freunden gebeten. Ein menschlich sehr berechtigter, also verstaendlicher, Impuls. Nachdem das Drama sein Ende gefunden hatte, war aber ploetzlich Sendestille. Jeder hier kann sich vorstellen, warum! Dabei haette wohl niemand eine kurze Stellungnahme als einzufordernden Dank, als "Honorierung" fuer gehabte "Sorge", verstehen koennen. Noch kann man nicht ueberall Compassion mit Kompensation gleichsetzen!
Mir selbst fehlt die kleine tunesische Wueste nicht - es ist dort zu eng! Unbestritten ist aber, dass die aktuellen Restriktionen dort direkt von dem hier behandelten Vorfall ausgeloest wurden. Es gibt genug Leute, die dies bedauern und das Ergebnis hat nun gar nichts mit der ansonsten bekannten Unsicherheit der behoerdlichen Massnahmen in N-Afrika zu tun!
Abschliessend: Ich stimme erstens dem Einwurf von @abacus zu (!) und finde es ausserdem auch bedauerlich, dass @TGerd, der diesen Stein vehement erneut angestossen hat, nun ebenfalls in Schweigen abtaucht!
es gibt zwei Punkte, die ich in dieser Thematik bisher absolut nicht verstehen kann:
1) In einer Welt, in der politische und wirtschaftliche Interessen der verschiedensten Seiten auf komplizierteste und mitunter blitzschnell wechselnde Art und Weise miteinander verwoben sind, die maßgeblich von zwei Faktoren bestimmt werden-
Macht und Geld
finde ich den Versuch, eine einfache Antwort oder einen einfachen Schuldigen zu finden, zunächst mal
erstaunlich n a i v !
Damit ist für mich auch bei diesem Thema hier jede Bemühung, die Betroffenen zum alleinigen Dreh- und Angelpunkt der jetzigen Lage festnageln zu wollen, eine Farce.
2) 2002 gab es in Djerba einen Anschlag- 21 Tote.
Tunesien wurde nicht zum Sperrgebiet erklärt, auch Djerba nicht- was ja nun einfach wäre-
die Toten waren Opfer und keine Dummköpfe!
In Ägypten wurden u.a. mehrfach keine Ahnung wie viele Touristen auf dem Sonnendeck eines Ausflugsdampfers von Kugeln zerfetzt-
Ägypten wurde nicht zumSperrgebiet erklärt
sie waren alle Opfer und keine Dummköpfe.
Unter diesen Aspekten- und es gäbe viele weitere Beispiele- finde ich es relativ absurd, den hiesigen Fall nun allein an der Frage eines möglichen, illegalen Grenzübertrittes festzumachen.
Der Grenzübertritt allein- ohne Folgen wie eine Entführung- hätte die Tunesier ganz sicher nicht veranlaßt, derartige Restriktionen zu verhängen. 21 Tote auf Djerba haben sie auch nicht veranlasst, ihr Land zum Sperrgebiet zu erklären, oder? Hier ging es um Massentouristen, um irre viel Geld! DAS macht den Unterschied.
Aus dieser Sicht wäre- sarkastisch gesehen- die Entscheidung, ein paar Tage auf algerischer Seite zu verbringen, sogar die deutlich bessere Entscheidung gewesen- DORT- in dieser einsamen Ecke war zum damaligen Zeitpunkt viel weniger davon auszugehen, zum Opfer zu werden als in Tunesien!
Man hat Euch/ uns wieder einen Buddelkasten weggenommen. Das macht uns wütend. Verstehe ich absolut!
An allen möglichen Ursachen dafür vorbei zu gehen und nun das letzte Glied in der Kette heraus zu picken, um seiner egoistischen Wut über diesen Verlust eines Spielplatzes einen Sandsack zu bieten....
So oder so- sie sind nicht den Hauch mehr schuldig als jeder andere, der nach Tunesien oder Ägypten reist- sie sind genau wie wir alle hier lediglich Teil eines touristischen Zweiges, der absolut wertlos ist im Verhältnis zu den Pauschalis!
Opfer!
Und ich würde mich nicht wundern, wenn sie es immer noch sind- jetzt jedoch nicht mehr der Entführer, sondern der Politik und der wirtschaftlichen Verflechtungen hier bei uns und bei ihnen zuhause.
Stille ist gefordert- die Geschäfte müssen ungestört weiter gehen-
oder meint ihr, das ist ein absurder Einwand?
Und ausgerechnet wir hier- jeder von uns hat sich garantiert schon verteidigt für die Reisen, die wir tätigen- ausgerechnet wir springen nun auf diesen Zug auf?
Nur mal so als meine momentane Sichtweise hier eingeworfen.
Gruß an Euch
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
mikepiller hat geschrieben:Stille ist gefordert- die Geschäfte müssen ungestört weiter gehen
Genau so sehe ich es auch. Ich war ja immer Verfechter der These, dass eine Entführung in Tunesien viel wahrscheinlicher ist, als dass die Entführer in einem abgelegenen Fort auf irgendwelche durchgeknallten Touries warten.
Außerdem war mein erster Gedanke, soweit kommt ein Defender eh nie ... dieser Gedanke wurde ja später durch angebliche technischen Probleme untermauert. Dass ein Defender Probleme mit der Dieselpumpe hat ist für mich viel eher glaubhaft, als dass er allein bis nach Sif Fatima gekommen wäre.
Meiner Meinug nach fand die Entführung an einem für die Tunesier viel peinlicheren Ort, als irgendwo abgelegen statt. Irgendwo z.B bei Douz, an einer fingierten Polizeikontrolle o.ä.
Und den Zweien wurde danach das Maul ordentlich gestopft, entweder mit Geld oder mit Drohungen, damit die tunesischen Touristengeschäfte möglichst ungestört weitergehen.
Die vollen Tanks? Leckende Dieselpumpe? Höherer Verbrauch wegen einer kaputten Pumpe? Wenn die Kapazität da ist, warum nicht volltanken? 2000km Reichweite scheint mir eh bissl viel (vielleicht Strassenverbrauch gerechnet). Ich selbst habe dort auch mal so viel gebunkert: war der Test, ob die Halterung der Zusatztanks das Pisten-Gerüttel erträgt. Für mich war Südtunesien immer ein einfach zu erreichendes und nettes Testgebiet für Fahrzeugumbauten. Wer weis, vielleicht waren seine Zusatztanks auch neu ... die Argumentation mit dem billigen Sprit ist auf jeden Fall ziemlich schlecht, den bunkert man kurz vor der Rückfahrt.
Wie geschrieben, ich finde das Schweigen über die ganze Sache der Beiden anderen gegenüber als verantwortungslos und denke es steckt viel mehr dahinter.
Zunächst mal danke, auch für eure kontroversen Antworten, ich kann manchen Aspekt nachvollziehen, nicht aber den Vorwurf der Verantwortungslosigkeit,- dagegen verwehre ich mich mal ganz heftig!
Die meisten hier sind wüstenerfahren, die meisten haben das Geschehen intensiv verfolgt und es gab doch einiges an Information im Netz, auch nach der Freilassung, -so sollte doch jeder hier in der Lage sein, selber zu entscheiden ob er da jetzt gerade hin muß oder will!
In meinen Augen ist es generell naiv zu glauben, dass man ein paar km vor der Grenze zu Algerien sicherer wäre als ein paar km dahinter...,- mal überspitzt formuliert.
Und jetzt kommt der Vorwurf, man werde ja nicht gewarnt? Von einem Pauschaltouristen könnte ich das ja noch verstehen, aber nicht von den Leuten hier, die sich ja hier wirklich intensiv mit den Wüstenfahrten beschäftigen.
Die meisten hier wissen wie weitläufig und trotzdem unübersichtlich die Wüste sein kann, wie plötzlich auf einmal jemand auftauchen kann, den man vorher nicht mal erahnt hat.
Man glaubt aber so gerne den offiziellen Aussagen, es beruhigt das Gewissen, denn man will ja nur ins "sichere" Tunesien (in dem auch schon Bomben hochgingen, wie Micha erläutert hat) und begibt sich ja nicht wissentlich in Gefahr,- nein, man schließt nur ein bisschen die Augen und schaltet den Kopf aus..............weil die Wüste so verlockend ist......es wird schon gut gehen!? Geht es ja zum Glück auch meistens.
Das Interesse Tunesiens mit seiner Darstellung ist doch offensichtlich und auch nachvollziehbar: Es war und soll weiterhin schönes sicheres Reiseland sein, und bereits kurz nach Bekanntwerden der Entführung hat TUN gewußt dass das sicher nicht bei ihnen passiert sein KANN ,- ja, warum denn nicht? Algerien sagte das Gleiche, -nicht bei uns, bestimmt nicht!-, ein hin- und herschieben von imaginärer Schuld.
Die Schuldigen sind doch ganz woanders zu suchen, weder bei den Staaten, noch bei deren friedlichen Besuchern, sondern bei den religiösen Extremisten.
Das große Schweigen, das angesprochen wurde, resultiert , was mich persönlich betrifft, aus einer gewissen Fassungslosigkeit, die während der langen Zeit der Entführung gewachsen war, aus den mehr als spärlichen Informationen während dieser Zeit ("Top Secret",- wenn die Staaten mal agieren, erfährt man als Bekannter mal garnichts und soweit ich weiß selbst die Angehörigen nur wenig und unter dem Siegel der Verschwiegenheit.)
Fassungslosigkeit über die Spekulationen, die Besserwissereien (-nicht hier!), die Kommentare von Leuten die das eigene Land noch nie verlassen haben, aber genau wissen, dass Urlaub außerhalb des eigene Gartenzauns bestimmt draufgängerisches und unkalkulierbares Abenteurertum ist.........
Es ist vielleicht Typsache, aber mir fehlen zu sowas dann irgendwann die Worte. Das geht dabei nicht gegen dieses oder ein anderes Forum, es geht mir generell so.
Mir ist nicht bekannt dass Wolfgang jemals etwas anderes bekannt gegeben hätte, als dass die Entführung in TUN und außerhalb des Sperrgebietes stattfand.
Er hat mir dies vor 4 Wochen wieder bestätigt, nachdem ich bei einem Treffen darauf angesprochen wurde,- es ging auch wieder in die Richtung verantwortungsloses Handeln etc. wegen Algerien, illegaler Grenzübertritt, illegal im Sperrgebiet (-ja, was denn nun?) etc.
WER das immer wieder verbreitet weiß ich nicht, aber es taucht schön regelmäßig auf und schiebt die Schuld immer wieder auf die beiden zurück. Die einzige Schuld die ich sehe ist, dass sie in Tunesien Urlaub machten, und zwar als Individualtouristen.
In der Hinsicht gehe ich konform mit Micha.
Wo bitte sind die Beweise dafür, dass alles anders war? Ich habe sie auch hier nirgends finden können.
Wolfgang hat z.B. während der Gefangenschaft einiges an Plänen der Entführer mitbekommen. U.A. sollte im letzten Frühjahr eine größerer Aktion der Terrorgruppen zusammen stattfinden,- dabei sollte eine der offiziell geplanten Rallyeveranstaltungen überfallen werden. Die verantwortlichen Organisatoren wurden verständigt, (ebenso eine Reihe der Teilnehmer) und haben entschieden, dennoch alles planmäßig stattfinden zu lassen. Ein paar meiner Bekannten, die Orga und Service fahren wollten, haben aber darauf verzichtet. Letztlich muß das jeder selbst entscheiden. Die Information, bzw. Warnung war jedenfalls da.
Es ist nichts passiert, bei keiner der Rallyes, zum Glück!
"Haha, seht ihr, alles nur Panikmache "sagen manche, die dabei waren und mancher, der verzichtet hat, hat sich hinterher vielleicht geärgert.
Und warum ist jetzt nichts passiert? Vielleicht aufgrund der Tatsache dass diese Gruppen nach der Freilassung der 2 Halleiner massivst unter militärischen Druck gerieten und damit beschäftigt waren ihre Haut zu verteidigen? Oder einfach nur weil sie ihre Pläne geändert haben?
Terrorankündigungen waren ja auch der Grund warum die Dakar-Rallye nicht mehr in Afrika stattfindet,- das sollten doch alle hier mitbekommen haben!?
Roger-T.: Was für andere Möglichkeiten sollte ich denn bieten? Du erwartest wirklich dass ich den Spekulationen den Boden entziehe, und weißt doch selber dass das garnicht in meiner Hand liegt!?
Selbst wenn Wolfgang selber sich hier äußern würde, so würden ihm doch nicht alle glauben und er müßte sich einem Spießrutenlauf unterziehen.
Warum sollte er? Er hat das nach der Freilassung zur Genüge gehabt, da bin ich sicher, denn die staatlichen Stellen haben mit Sicherheit ALLES und noch mehr wissen wollen.
Ich gebe hier nur die Information kund die ich bekommen habe und sage meine ganz persönliche Meinung dazu,- ich bin NICHT offizielles Sprachrohr von irgendwem Anderen!
Ich kenne die Version der Ereignisse von Wolfgang persönlich,- insofern habe ich meine Informationen nicht von den Medien, sondern aus erster Hand! Wer es ebenso will, kann ihn ja anrufen.
100% sicher wissen könnte nur, wer selber dabei gewesen ist.
Wolfgangs Version, so wie ich sie kenne, deckt sich mit dem was man kurz nach der Freilassung im Fernsehen und Interviews zu sehen/lesen bekam.
Spekulation entsteht einzig und allein weil man etwas anzweifelt und wenig, falsche oder keine Informationen hat.
Das, wie auch 2003 in der Algeriensache, viel mehr dahintersteckt und viel mehr gelaufen ist als wir alle jemals wissen werden, glaube ich auch. So ist nunmal die Strategie der Staaten, da können wir nichts dran ändern. Und die werden ihre Geheimnisse zu wahren wissen.
Ganz im ernst,- mir wurde sogar mal geraten garnichts mehr dazu zu schreiben, weil es zu nichts führen würde.
Ich sehe das momentan noch etwas anders, deshalb bin ich hier. Ich bin nur nicht sooft hier, weil ich relativ viel arbeiten muß und noch in 4-5 anderen Foren unterwegs bin. Und auch, weil die Wüste für mich erstmal auf Eis liegt.
Jetzt ist das schon wieder so lang geworden, sorry!
Ich weiß nicht ob es Sinn macht noch mehr darüber zu schreiben,- ich fürchte es wird kein Ende geben, eben weil es keine ganze Aufklärung (für uns ) geben wird,- genau wie 2003.
Wünsche euch noch einen schönen Abend, ich geh jetzt ins Bett!
Gruß, Sibylla
Möglicherweise ist er ohne Genehmigung dort (im Sperrgebiet) oder Richtung Algerien unterwegs gewesen
5. Er hat irgendwann mal was von einem Fort "Fatima" oder "Fatma" gesagt, dass er seiner Freundin zeigen wollte,- kennt das wer?
Am 4.3.2008 hast Du diesen Hinweis selbst gepostet und ihn im Verlauf mehrfach und ausdruecklich wiederholt - einschliesslich der gefuellten Tanks. In der damaligen Situation der absoluten Ungewissheit war diese Ehrlichkeit auch RICHTIG! Es bestand akute Lebensgefahr, wenn man davon ausgehen musste, dass die Gesuchten sich verirrt hatten oder anderweitig havariert waren. Gemessen an dieser akuten Notlage, war eine moegliche Grenzverletzung oder sonstige Gesetzesuebertretung mit ihren sicheren strafrechtlichen Folgen voellig zweitrangig!
Du schreibst: "Roger-T.: Was für andere Möglichkeiten sollte ich denn bieten? Du erwartest wirklich dass ich den Spekulationen den Boden entziehe, und weißt doch selber dass das garnicht in meiner Hand liegt!?... Spekulation entsteht einzig und allein weil man etwas anzweifelt und wenig, falsche oder keine Informationen hat."
Wahr gesprochen! Und weil es so wahr ist, fuege ich dem jetzt mal nichts hinzu!
(Ausser, dass ich instaendig hoffe, Deine erschreckende klimatische Prognose moege sich nicht gaenzlich verwirklichen, wenn Du schreibst: " Ich bin nur nicht sooft hier,... weil die Wüste für mich erstmal auf Eis liegt." )
Gruss
Roger-T.
Zuletzt geändert von Roger-Tecumseh am Fr 6. Nov 2009, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
Sibylla hat geschrieben:er müßte sich einem Spießrutenlauf unterziehen.
Das glaube ich nicht. Ja, ich habe die Kommentare in der Krone (war es glaube ich) auch gelesen und war fassungslos. Dies hier ist jedoch ein völlig anderes Publikum, wie du ja auch schon festgestellt hast.
Mir fehlt einfach die Aussage: Die Entführung erfolgte auf dem Weg von A nach B, oder bei einer Pause in C. Der Ort des Geschehens, mehr nicht.
Warum wird der Ort der Entführung so geheim gehalten? Es gibt genug Leute hier die ortskundig sind und denen diese Information wichtig ist. Diese kleine Information würde viele Spekulationen sofort beenden.
Würde sich herausstellen, sie wären ohne Genehmigung im Sperrgebiet und in Algerien gewesen, dann würden manche hier vielleicht den Kopf schütteln, aber es gäbe auch andere, die dafür ein gewisses Maß an Verständnis hätten (ich bin da auch mal "rübergefahren" um ein Fort anzugucken).
abacus hat geschrieben:
Mir fehlt einfach die Aussage: Die Entführung erfolgte auf dem Weg von A nach B, oder bei einer Pause in C. Der Ort des Geschehens, mehr nicht.
Warum wird der Ort der Entführung so geheim gehalten? Es gibt genug Leute hier die ortskundig sind und denen diese Information wichtig ist. Diese kleine Information würde viele Spekulationen sofort beenden.
Würde sich herausstellen, sie wären ohne Genehmigung im Sperrgebiet und in Algerien gewesen, dann würden manche hier vielleicht den Kopf schütteln, aber es gäbe auch andere, die dafür ein gewisses Maß an Verständnis hätten (ich bin da auch mal "rübergefahren" um ein Fort anzugucken).
Grüße
sven
Ich kann da auch nur sagen: ich weiß nicht warum es nicht veröffentlicht wird. Wolfgang hat den Behörden und Leuten die ihn danach "verhört" hatten alles haarklein erzählt,- die wissen sicher was wo passiert ist.
Aber die ganze Sache ist wesentlich politischer als wir Individualtouristen es uns vorstellen können,- es interessiert auf der Ebene niemanden ob diese Info für uns interessant wäre.
Ich vermute (-und da bin ich auch leider wieder bei einer Spekulation) dass ein "berechtigtes Interesse" daran besteht, diese Information zu verheimlichen, bzw. das es für irgendwen (-und sei es ein Staat oder eine Tourismusbehörde ...) von Vorteil ist, dass der wahre Ort geheim bleibt . Möglicherweise haben diese "Kreise", wie ich es mal nennen will, viel mehr Nutzen von den regelmäßig und bewußt gestreuten Gerüchten, dass die Entführung durch illegale Aktionen herausgefordert wurde.
Und leider ist kein Forum, keine Internetplattform, kein Telefon, keine e-mail ein so abgeschlossener Bereich, dass Dinge preisgegeben werden könnten, ohne dass es diejenigen mitkriegen, die genau das verhindern wollen. Das ist nunmal eine bittere Wahrheit,- ich bin da sehr vorsichtig geworden!
@ Roger T.
Ja das Paradoxon von der Wüste auf Eis war mir schon bewußt, aber du weißt ja was ich meine
Ja, dein Zitat mit Sif Fatima stimmt,- ich habe das geschrieben. Das war, wie du selber sagst, zu einem Zeitpunkt, als man noch garnichts wußte und wir am meisten Angst hatten, dass die zwei einen blöden Unfall in den Dünen hatten, wo es vielleicht um schnelles Handeln gegangen wäre.
Beim Zusammensuchen der letzten Route waren die Kreditkartenabrechnung des letzten Tankes ein Hinweis auf einen Punkt, an dem sie nachweislich waren. Sie haben getankt, aber ich weiß nicht mal wie hoch die Rechnung war und ob die Tanks voll waren. Kapazität der Tanks dürfte insgesamt so um die 250L gewesen sein.
Dann gabe es da noch ein Telefonat, in dem Wolfgang seinem Sohn mitteilte dass sie in 2 Tagen wieder Richtung Fähre (also ein Fixtermin!) fahren wollten.
Ich war zwar noch nicht in Sif Fatima, aber glaube kaum, dass 2 Tagen reichen um das in Ruhe zu machen.
Und dann war da noch das mit der Dieselpumpe, die nicht leckte (ist ja im Tank verbaut) , aber beim Defender TD5 gerne mal kaputtgeht, was sich durch lautes Laufgeräusch, stotternden Motor und Leistungsverlust und späteren Totalausfall bemerkbar macht.
Ich kann mich nur wiederholen: Wolfgang ist auch nicht ganz blöd und riskiert mit kaputtem Auto nach einem illegalen Grenzübertritt hochgenommen zu werden.
Das Auto ist dann etwas später auch tatsächlich liegengeblieben,- da waren sie aber schon in der Hand der Entführer,- der Landy steht jetzt vermutlich irgendwo in der malischen Wüste ausgeschlachtet herum.
Wenn ich Wolfgang das nächste Mal sehe werde ich vielleicht nochmal mit ihm über diesen Ort reden und warum das nicht ganz klar öffentlich gemacht wird. Mich beschäftigt das ganz auch noch sehr, aber bitte habt auch Verständnis wenn ich nicht alles brühwarm weitererzähle, und schon garnicht im www veröffentliche! Zwar haben wir anfangs auch die virtuelle Gemeinschaft für die Suche angesprochen, aber es gibt immer auch noch eine reale Welt, in der man sich mit Gegebenheiten und den direkten Folgen seines Handelns auseinandersetzen muß. Ich hoffe ihr versteht was ich damit meine: im web ist dann doch manches einfacher, aber Dinge die man im web sagt können mitunter auch Auswirkungen auf das "echte" Leben haben.............