Weiteres Spitzmaulnashorn nach Transport in Reservat verendet
17.07.2018 - DLF
Probe launched as one more black rhino dies after Kenya transfer
17.07.2018 - Aljazeera
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Birgitt
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Kooperative Tiere: Kleine Vögel schützen Nashörner vor WilderernNashörner sind groß, schwer, und sie sehen schlecht. Letzteres sorgt mit dafür, dass sie zur leichten Beute für Wilderer werden. Doch die Nashörner haben Helfer gegen ihre Angreifer: Rotschnabel-Madenhacker (Buphagus erythrorynchus). Die Vögelchen sitzen oft auf dem Rücken der Nashörner und warnen die Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis) vor herannahenden Menschen. Verhaltensbiologen aus Australien und den USA haben die großen Tiere und ihre kleinen Wächter beobachtet und herausgefunden: Ohne Madenhacker bemerkten die Nashörner in nur 23 Prozent der Fälle einen sich nähernden Menschen, wie die Wissenschaftler im Fachjournal »Current Biology« schreiben. Doch durch den Alarmruf des Vogels wurden die Nashörner jedes Mal auf Menschen aufmerksam.
Enthornt, aber lebendig - und VaterEine beinahe geheime Mission führt zu Seha. Denn wo genau der Breitmaulnashorn-Bulle in Südafrika lebt, darf niemand wissen - jedenfalls weit entfernt von der Hauptstadt Pretoria. Immer noch klafft eine offene, längliche Wunde in seinem Gesicht. Die Nasenhöhlen liegen offen, und seine Atmung ist ein lautes Schnaufen. Tierarzt Johan Marais behandelte den Bullen von Beginn an. Er ist immer noch beeindruckt, dass Seha lebt. "Ich bin einfach so stolz auf ihn, stolz, dass er es geschafft hat", sagt er. "In gewisser Weise denke ich, ist es ein echtes Wunder, dass er noch hier ist." [...] Marais hat die Organisation "Saving the Survivors" gegründet, auf Deutsch heißt das so viel wie "Überlebende retten". Eine halbe Million Rand, umgerechnet fast 30.000 Euro, hat Sehas Behandlung schon gekostet. Nach wie vor muss einmal im Monat die Wunde gereinigt werden.
Wenn Tierwohl und Artenschutz kollidierenDie Zukunft des Nördlichen Breitmaulnashorn liegt auf Eis, tiefgefroren in einem Labor im Norden Italiens. Ein Dutzend Embryonen lagern hier bei Temperaturen von minus 196 Grad Celsius. Geht es nach Thomas Hildebrandt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), sollen sie schon bald im Leib einer Leihmutter zu einem Kalb heranwachsen. Was Hildebrandt und sein BioRescue-Team planen, ist zuvor noch niemandem gelungen: Sie wollen eine Unterart nachzüchten, die im Prinzip bereits ausgestorben ist. Die letzten beiden Nördlichen Breitmaulnashörner, Najin und ihre Tochter Fatu, leben im Ol-Pejeta-Reservat in Kenia. Seit ein paar Jahren sind sie so etwas wie Medienstars: Sie wurden als Hoffnungsträgerinnen vorgestellt und zugleich als Mahnmal für das grassierende Artensterben ... Eine Schwangerschaft können sowohl Najin als auch Fatu nicht mehr austragen. Es gibt aber tiefgekühlte Eizellen und Spermien des Nördlichen Breitmaulnashorns und auch eine Leihmutter für das erhoffte Nashornbaby: ein Südliches Breitmaulnashorn.
Versteigerung des größten Nashornzuchtprojekts der Welt beginntIn Südafrika soll an diesem Mittwoch die Versteigerung des größten Nashornzuchtprojekts der Welt beginnen. Eigentümer John Hume besitzt nach eigenen Angaben knapp 2000 Breitmaulnashörner auf seiner Farm »Platinum Rhino« im Norden des Landes. Das sind gut zwölf Prozent der geschätzt 16 000 noch lebenden Breitmaulnashörner weltweit. Die Art gilt als stark vom Aussterben bedroht. Der Einstiegspreis der Auktion, die bis zum 1. Mai laufen soll, ist auf zehn Millionen US-Dollar (neun Millionen Euro) angesetzt.
Die Rückkehr der SpitzmaulnashörnerWenn alles gut geht, will Kenia in den kommenden zehn Jahren den Bestand auf insgesamt 2000 Tiere verdoppeln. Das wäre nach Angaben der Wildhüter eine Population, die groß genug wäre, um die Spitzmaulnashörner endgültig vom Aussterben retten zu können.
Nashörner ohne Horn offenbar besser geschütztDas Entfernen des Horns kann einer statistischen Analyse zufolge zu einem drastischen Rückgang der Wilderei bei Nashörnern führen: So habe die Prozedur im Greater Kruger National Park in der Folge die Wilderei zwischen 2017 und 2023 um zirka 78 Prozent verringert. Zugleich handle es sich bei der Enthornung um eine vergleichsweise günstige Maßnahme, erläutert ein Forschungsteam um Timothy Kuiper von der südafrikanischen Nelson Mandela University in George im Fachjournal »Science«. Zu den Nachteilen zählt allerdings, dass das Horn nachwächst und dann wieder attraktiv für Wilderer wird.
Umstrittene Naturschutzansätze: Warum Nashörner fliegen müssenJetzt sollen sich die 70 umgesiedelten, südlichen Breitmaulnashörner in Ruanda weiter vermehren. Doch dahintersteckt auch ein wirtschaftliches Motiv. Denn in der Branche des in Afrika lukrativen Safari-Tourismus wird stets mit den sogenannten "Big Five" Werbung gemacht, also den größten Wildtier-Arten: Löwen, Elefanten, Leoparden, Büffeln - und Nashörnern. Und wenn es diese natürlich in den Nationalparks nicht gibt, dann müssen sie eben importiert werden, so der Ansatz der Organisation African Parks, die Ruandas Akagera-Nationalpark im Auftrag der ruandischen Regierung verwaltet.
Nördliches Breitmaulnashorn: Noch nicht ganz ausgestorbenIm kenianischen Naturschutzreservat Ol Pejeta [...[ Von Soldaten beschützt leben hier im Reservat die letzten beiden weiblichen Nördlichen Breitmaulnashörner, Najin und ihre Tochter Fatu. Thomas Hildebrandt fliegt regelmäßig zehn Stunden aus Berlin hierher. Er leitet die Abteilung für Reproduktionsmanagement am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung und will das Nördliche Breitmaulnashorn noch nicht aufgeben [...] Heute, im Juni 2025, wurde Embryo Nummer 37 erfolgreich hergestellt. Viele davon lagern in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius in Berlin. Am 30. Juni geht es für Thomas Hildebrandt und sein Team von dort aus wieder nach Kenia. Zwei neue Leihmütter warten bereits. Ihnen sollen Embryos eingesetzt werden.