Hallo Marianne,
schön von dir zu hören und zu lesen, daß es dir gutgeht.
Weiterhin gute Reise.
Grüße
Wolfgang aus Wimpfen
Arabische Halbinsel Winter 2025 / 2026
Moderator: Moderatoren
Re: Arabische Halbinsel Winter 2025 / 2026
Nach der wunderschönen Zeit in den Marshlands führt mich mein Weg Richtung Norden. In Bagdad mache in in der üblichen Shopping Mall „Palms of Bagdad“ einen Zwischenhalt. Mein nächstes Ziel ist Samarra. Obschon ich die Spiralminarette bereits im 2024 bewundern durfte, zieht es mich wieder dorthin.
Kurz vor Bagdad merke ich jedoch, dass mein alter Nissan und treuer Reisebegleiter irgendwie nicht ganz gesund ist. Da ich autotechnisch eine absolute Banause bin, führe ich dies auf den schlechten Diesel zurück. Obschon mein Auto eigentlich gut mit dem irakischen Diesel läuft, könnte es ja sein, dass ich für einmal besonders schlechten Most erwischt habe.
Ich entscheide mich dadurch, nicht abzufahren und auf der Hauptroute Richtung Mossul zu fahren. 100 km vor Mossul im Nirgendwo, bleibt mein Auto einfach mitten auf dem Highway stehen und fährt trotz laufendem Motor keinen Zentimeter mehr weiter.
Ein netter junger Iraqi hält kurz darauf an, und zu zweit schieben wir den Wagen an den Strassenrand. Da der Highway hier tendenziell etwas abschüssig ist, geht das ohne Probleme. Anscheinend bestellt mir der überaus nette junge Mann einen Abschlepplastwagen. Ich versichere ihm, dass ich ganz gut alleine warten könne und er ruhig zur Arbeit fahren soll.
Bereits ein paar Minuten später kriege ich Gesellschaft von zwei Polizisten/Militärs. Sie freuen sich riesig über das Zusammentreffen und weit über 100 mal schiessen sie Fotos von sich mit mir zusammen. Für das Foto nimmt der eine jeweils jedes Mal sein Knarre aus dem Auto und verräumt sie auch immer wieder. Dazu ruft er immer den selben englischen Satz den er kennt: „Let’s go!“
Als der Abschleppdienst kommt, muss auch er zuerst mal ein paar Fotos machen. Anschliessend fahren wir Richtung Mossul. Über die WhatsApp Reisegruppe kriege ich die Adresse der Nissangarage. Leider werden dort keine Kupplungen gewechselt.
Der junge Truckerfahrer fährt mich nun auf einen grösseren Platz mit vielen armseligen Buden drum rum. Alles ist ziemlich schmutzig und auch etwas herunter gekommen. Ein Arbeiter verlangt 500 Dollar, damit er mein Auto wieder zum laufen bringe. Ich traue der Sache nicht richtig, hat er sich meinen Wagen, der immer noch auf dem Truck ist, nicht mal angeschaut.
Gerade in diesem Moment kommen zwei rettende Engel in Gestalt der Mosulbikers vorbei. Einer der beiden spricht sehr gutes Englisch und wir fahren zur Garage ihres Vertrauens. Die Garage ist einfach und ziemlich klein. Aber mein Auto findet gerade perfekt drinnen Platz. Ich lasse den Schlüssel dort und werde von den beiden Bikern zu ihnen nachhause eingeladen.
Die Gastfreundschaft die ich während der zwei Übernachtungen geniessen darf, ist beispielslos. Drei Brüder, Ehefrauen, Kinder und auch ihre Eltern leben unter einem Dach in einer grossen Wohngemeinschaft.
Die Garage meldet sich im Verlauf des nächsten Tages, dass die ganze Kupplung, inklusive Ausrücklager usw., gewechselt werden muss. Nun macht sich einer der Biker auf den Weg und besorgt die gewünschten Teile. Am nächsten Tag wird die neue Kupplung eingebaut. Das Ganze kostet mich inklusive Material 230 US-Dollar. So wie ich das verstehe, ist dies mit einem Haufen Arbeit verbunden. Um 16.00 Uhr ist der Wagen fertig und ich darf noch eine zweite Nacht bei diesen wunderbaren Menschen verbringen. Mosul muss einst eine wunderschöne Altstadt gewesen sein und ist jedoch mehr oder weniger zerstört. Trotzdem sind die Menschen hier, bauen unermüdlich wieder auf. Räumen weg und richten sich sogar es geht ein. Der jüngste Bruder der Bikers zeigt mir Mossul und auch immer wieder Fotos die die Altstadt zeigen, als sein Vater noch ein Jüngling war. Die Menschen haben meine ganze Hochachtung und Respekt, wie sie trotz der ganzen Widrigkeiten weiter machen und zutiefst menschlich und mitfühlend geblieben sind.
Am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg und fahre Richtung Norden. Mein Plan ist, in Duhok und Zakoh noch etwas die Gegend zu besichtigen und etwas zu verweilen. Zur Grenze Irak-Kurdistan muss ich aussteigen um den Pass abzustempeln. Dabei bemerke ich, dass mein Auto wieder und immer noch fürchterlich nach verbranntem Gummi riecht.
Nach einem kurzen „Boxenstop“ in einer Garage in Duhok, wo mir die Männer zu verstehen geben, dass alles in Ordnung sei, entscheide ich mich, auf direktem Weg in die Türkei zu fahren. Somit komme ich ein paar Stunden vor Kriegsbeginn in der Türkei an und ich suche mit meinem fahrenden Stinker die nächste Garage an. Hier holen sie mir einen englischsprechenden Mann, der übersetzt.
Der Gestank ist wirklich ganz normal, da er unter der Kupplungsglocke noch eine Weile bleibt. Das Ganze werde sich von alleine irgendwie ausstinken.
Nach zwei kurzen Zwischenhalten erreiche ich Adana. Auf dem Parkplatz eines grossen grünen Parks oberhalb eines Flusses mache ich mit den Kurden zusammen Camping. Ich werde sehr herzlich aufgenommen und die Barbecues am Abend sind auch als Vegetarierin sehr sehr gemütlich.
Nun darf ich also auf dieser Reise erfahren, dass auch eine Autopanne ein Segen sein kann.
Liebe Grüsse und gute Fahrt!
Kurz vor Bagdad merke ich jedoch, dass mein alter Nissan und treuer Reisebegleiter irgendwie nicht ganz gesund ist. Da ich autotechnisch eine absolute Banause bin, führe ich dies auf den schlechten Diesel zurück. Obschon mein Auto eigentlich gut mit dem irakischen Diesel läuft, könnte es ja sein, dass ich für einmal besonders schlechten Most erwischt habe.
Ich entscheide mich dadurch, nicht abzufahren und auf der Hauptroute Richtung Mossul zu fahren. 100 km vor Mossul im Nirgendwo, bleibt mein Auto einfach mitten auf dem Highway stehen und fährt trotz laufendem Motor keinen Zentimeter mehr weiter.
Ein netter junger Iraqi hält kurz darauf an, und zu zweit schieben wir den Wagen an den Strassenrand. Da der Highway hier tendenziell etwas abschüssig ist, geht das ohne Probleme. Anscheinend bestellt mir der überaus nette junge Mann einen Abschlepplastwagen. Ich versichere ihm, dass ich ganz gut alleine warten könne und er ruhig zur Arbeit fahren soll.
Bereits ein paar Minuten später kriege ich Gesellschaft von zwei Polizisten/Militärs. Sie freuen sich riesig über das Zusammentreffen und weit über 100 mal schiessen sie Fotos von sich mit mir zusammen. Für das Foto nimmt der eine jeweils jedes Mal sein Knarre aus dem Auto und verräumt sie auch immer wieder. Dazu ruft er immer den selben englischen Satz den er kennt: „Let’s go!“
Als der Abschleppdienst kommt, muss auch er zuerst mal ein paar Fotos machen. Anschliessend fahren wir Richtung Mossul. Über die WhatsApp Reisegruppe kriege ich die Adresse der Nissangarage. Leider werden dort keine Kupplungen gewechselt.
Der junge Truckerfahrer fährt mich nun auf einen grösseren Platz mit vielen armseligen Buden drum rum. Alles ist ziemlich schmutzig und auch etwas herunter gekommen. Ein Arbeiter verlangt 500 Dollar, damit er mein Auto wieder zum laufen bringe. Ich traue der Sache nicht richtig, hat er sich meinen Wagen, der immer noch auf dem Truck ist, nicht mal angeschaut.
Gerade in diesem Moment kommen zwei rettende Engel in Gestalt der Mosulbikers vorbei. Einer der beiden spricht sehr gutes Englisch und wir fahren zur Garage ihres Vertrauens. Die Garage ist einfach und ziemlich klein. Aber mein Auto findet gerade perfekt drinnen Platz. Ich lasse den Schlüssel dort und werde von den beiden Bikern zu ihnen nachhause eingeladen.
Die Gastfreundschaft die ich während der zwei Übernachtungen geniessen darf, ist beispielslos. Drei Brüder, Ehefrauen, Kinder und auch ihre Eltern leben unter einem Dach in einer grossen Wohngemeinschaft.
Die Garage meldet sich im Verlauf des nächsten Tages, dass die ganze Kupplung, inklusive Ausrücklager usw., gewechselt werden muss. Nun macht sich einer der Biker auf den Weg und besorgt die gewünschten Teile. Am nächsten Tag wird die neue Kupplung eingebaut. Das Ganze kostet mich inklusive Material 230 US-Dollar. So wie ich das verstehe, ist dies mit einem Haufen Arbeit verbunden. Um 16.00 Uhr ist der Wagen fertig und ich darf noch eine zweite Nacht bei diesen wunderbaren Menschen verbringen. Mosul muss einst eine wunderschöne Altstadt gewesen sein und ist jedoch mehr oder weniger zerstört. Trotzdem sind die Menschen hier, bauen unermüdlich wieder auf. Räumen weg und richten sich sogar es geht ein. Der jüngste Bruder der Bikers zeigt mir Mossul und auch immer wieder Fotos die die Altstadt zeigen, als sein Vater noch ein Jüngling war. Die Menschen haben meine ganze Hochachtung und Respekt, wie sie trotz der ganzen Widrigkeiten weiter machen und zutiefst menschlich und mitfühlend geblieben sind.
Am nächsten Morgen mache ich mich auf den Weg und fahre Richtung Norden. Mein Plan ist, in Duhok und Zakoh noch etwas die Gegend zu besichtigen und etwas zu verweilen. Zur Grenze Irak-Kurdistan muss ich aussteigen um den Pass abzustempeln. Dabei bemerke ich, dass mein Auto wieder und immer noch fürchterlich nach verbranntem Gummi riecht.
Nach einem kurzen „Boxenstop“ in einer Garage in Duhok, wo mir die Männer zu verstehen geben, dass alles in Ordnung sei, entscheide ich mich, auf direktem Weg in die Türkei zu fahren. Somit komme ich ein paar Stunden vor Kriegsbeginn in der Türkei an und ich suche mit meinem fahrenden Stinker die nächste Garage an. Hier holen sie mir einen englischsprechenden Mann, der übersetzt.
Der Gestank ist wirklich ganz normal, da er unter der Kupplungsglocke noch eine Weile bleibt. Das Ganze werde sich von alleine irgendwie ausstinken.
Nach zwei kurzen Zwischenhalten erreiche ich Adana. Auf dem Parkplatz eines grossen grünen Parks oberhalb eines Flusses mache ich mit den Kurden zusammen Camping. Ich werde sehr herzlich aufgenommen und die Barbecues am Abend sind auch als Vegetarierin sehr sehr gemütlich.
Nun darf ich also auf dieser Reise erfahren, dass auch eine Autopanne ein Segen sein kann.
Liebe Grüsse und gute Fahrt!
Re: Arabische Halbinsel Winter 2025 / 2026
Liebe Reisende
Seit nun bald 2 Monaten bin ich wieder wohlbehalten Zuhause angekommen. Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise und ich werde meinem treuen Nissan einen neuen Turbo rein operieren lassen.
Auch das Dachzelt müsste ich ev. wechseln, es kommt langsam in die Jahre. Ich habe das Teil vor ein paar Jahren Occasion gekauft und es hat mir nun gute 20 Monate ein Bett gegeben. Vielleicht werde ich mich nach einem neuen Alten Umschauen müssen. Um einen Rat/Adresse wäre ich sehr dankbar. Es darf auch durchaus etwas kleineres sein. Eines, das ev. weniger schwer ist und ev. noch einfacher zum auf und zu machen ist?
Euch allen danke ich nochmals für die wertvollen Tipps und Anteilnahme bei gewissen technischen Herausforderungen und Sonstigem.
Der Sommer hat nun hier in der Schweiz definitiv Einzug gehalten und ich geniesse die Zeit hier in meinem Garten und am See mit Familie und Freunden.
Ich möchte nächsten Winter wieder bis in den Oman und retour. Inshallah
Gerne werde ich mich dann wieder hier auf diesem Kanal melden. Ansonsten werde ich nun ab und zu mitlesen.
Liebe Grüsse und gute Fahrt!
Seit nun bald 2 Monaten bin ich wieder wohlbehalten Zuhause angekommen. Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise und ich werde meinem treuen Nissan einen neuen Turbo rein operieren lassen.
Auch das Dachzelt müsste ich ev. wechseln, es kommt langsam in die Jahre. Ich habe das Teil vor ein paar Jahren Occasion gekauft und es hat mir nun gute 20 Monate ein Bett gegeben. Vielleicht werde ich mich nach einem neuen Alten Umschauen müssen. Um einen Rat/Adresse wäre ich sehr dankbar. Es darf auch durchaus etwas kleineres sein. Eines, das ev. weniger schwer ist und ev. noch einfacher zum auf und zu machen ist?
Euch allen danke ich nochmals für die wertvollen Tipps und Anteilnahme bei gewissen technischen Herausforderungen und Sonstigem.
Der Sommer hat nun hier in der Schweiz definitiv Einzug gehalten und ich geniesse die Zeit hier in meinem Garten und am See mit Familie und Freunden.
Ich möchte nächsten Winter wieder bis in den Oman und retour. Inshallah
Gerne werde ich mich dann wieder hier auf diesem Kanal melden. Ansonsten werde ich nun ab und zu mitlesen.
Liebe Grüsse und gute Fahrt!




