Auswärtiges Amt hat geschrieben:Iran
Stand 10.04.2026
Letzte Änderungen:
- Eilmeldung
- Aktuelles (Willkürliche Festnahmen und Strafverfolgung)
Eilmeldung
Vor allen Reisen in die folgenden Staaten bzw. Gebiete wird weiterhin gewarnt:
Israel/Palästinensische Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Jemen.
Reisewarnungen gelten auch für Transitaufenthalte zum Weiterflug in andere Staaten.
Ende Februar 2026 begannen militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA/Israel und Iran. Seitdem kam es zu Angriffen von Iran und Iran-nahen Milizen auf verschiedene Ziele in der Region, u.a. auch auf zivile Einrichtungen wie Hotels, Flughäfen und Büro- und Wohngebäude.
Am 8. April 2026 gaben die Konfliktparteien eine zweiwöchige Waffenruhe bekannt. Israel teilte mit, Angriffe gegen Ziele der Hisbollah-Miliz in Libanon fortzusetzen. Die Sicherheitslage in der gesamten Region bleibt höchst volatil. Seit Bekanntgabe der Waffenruhe gab es weiterhin vereinzelte Angriffe auf Ziele in der Region. Eine erneute Verschärfung der Sicherheitslage kann nicht ausgeschlossen werden. Es besteht weiterhin eine erhöhte abstrakte Gefährdung für terroristische Anschläge.
Zahlreiche Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb in die Region aufgrund von Luftraumsperrungen und Sicherheitsbedenken eingestellt oder stark eingeschränkt. Hiervon sind auch internationale Drehkreuze in den Golfstaaten betroffen. Auch wenn einige Staaten ihre Lufträume inzwischen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen für ein eingeschränktes Flugangebot wieder geöffnet haben, können erneute Luftraumschließungen und sonstige Einschränkungen des Flugverkehrs nicht ausgeschlossen werden.
Falls Sie sich trotz der geltenden Reisewarnung in der Region aufhalten:
- Registrieren Sie sich auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts (ELEFAND) und weisen Sie auch andere Deutsche auf diese Möglichkeit hin. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre dort hinterlegten Daten aktuell sind. Dies gilt insbesondere, wenn Sie zwischenzeitlich in ein anderes Land weitergereist sind.
- Seien Sie sich des aktuell erhöhten Risikos im Umfeld US-amerikanischer, israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie kritischer Infrastruktur bewusst. Meiden Sie diese möglichst weiträumig.
- Nehmen Sie Warnungen vor bevorstehenden Luftangriffen ernst. Suchen Sie bei Alarm umgehend nahegelegene Schutzräume oder das Innere eines Gebäudes auf und bleiben Sie Fenstern fern.
- Informieren Sie sich regelmäßig zur aktuellen Lage über die Medien.
- Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte.
- Kontaktieren Sie bei Fragen zu gebuchten Flügen Ihre Fluggesellschaft oder Ihren Reiseveranstalter. Wählen Sie für den Transit zu anderen Reisezielen möglichst Verbindungen außerhalb der vom Konflikt betroffenen Region.
- Beachten Sie bitte auch unsere FAQ zur aktuellen Lage im Nahen und Mittleren Osten.
Aktuelles
Willkürliche Festnahmen und Strafverfolgung
Für deutsche Staatsangehörige besteht die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden. Vor allem Doppelstaater, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen, sind gefährdet. In jüngster Vergangenheit kam es zu einer Vielzahl willkürlicher Verhaftungen ausländischer Staatsangehöriger.
Vor Reisen nach Iran wird daher gewarnt.
Verhaftungen und Verurteilungen können jederzeit aufgrund konstruierter Vorwände wie beispielsweise Spionagevorwürfen erfolgen. Sie können als politisches Druckmittel dienen und setzen so unschuldige Betroffene einer langen Haft unter harten Bedingungen aus. Irankritische Äußerungen, auch vor der Reise und beispielsweise in sozialen Medien, können von iranischer Seite überwacht werden und ein Grund für Strafverfolgung sein. Individualreisende können Spionagevorwürfen ausgesetzt sein, beispielsweise wegen Fotografie. Iranische Behörden verweigern deutsch-iranischen Doppelstaatern ihr Recht auf konsularische Betreuung und machen eine solche Betreuung durch die Deutsche Botschaft Teheran unmöglich. Die Haftbedingungen sind sehr hart; die Versorgung mit medizinisch notwendigen Medikamenten oder medizinisch notwendiger ärztlicher Behandlung ist nicht immer gegeben.
Bei Reisen besteht die Gefahr, dass Gepäck ausführlich durchsucht und gegebenenfalls beschlagnahmt wird. Elektronische Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone, Notebooks, Tablets können eingehenden Untersuchungen unterzogen und die ausgelesenen Daten als Vorwand für strafrechtliche Vorwürfe genutzt werden. Besonders gefährdet sind Individualreisende, zum Beispiel mit einem Motorrad, Fahrrad oder Reisemobil/Camper, denn die Daten in elektronischen Karten und Navigationssysteme oder eingegebene Routen, insbesondere zur Planung von Offroad-Fahrten, können von den iranischen Sicherheitsbehörden als Hinweis auf Ausspähungs- und Spionageversuche gewertet werden. Sperrgebiete sind meistens nicht deutlich markiert.
Auch auffälliges Verhalten oder der Gebrauch technischer Geräte wie auffällige Kameras, GPS-Geräte und Drohnen kann zu Kontrollen und schnell zum Spionagevorwurf führen. Die Nutzung von Drohnen ist grundsätzlich verboten. (s.u. Sicherheit – „Fotografieren und Filmen“). Ebenso kann die reine Nähe zu einem militärischen Gebiet, einer nuklearen Anlage oder sonstiger sensibler Einrichtungen für eine Verhaftung und Verurteilung ausreichen. Strafrechtliche Vorschriften sind vage formuliert und können eine Vielzahl an alltäglichen Verhaltensweisen erfassen, ohne dass dies Betroffenen ersichtlich sein muss.
Bereits private Äußerungen oder das Teilen, Kommentieren oder Liken von Beiträgen in sozialen Medien können Tatbestände wie „Spionage“, „Terrorismus“ oder sog. „Korruption auf Erden“ erfüllen und damit zu hohen Haftstrafen oder sogar der Todesstrafe führen. Dasselbe gilt für persönliche Aufzeichnungen wie Videos und Fotos auf dem Handy, Tagebucheinträge und sonstige Notizen sowie private Kontakte, die von den iranischen Gerichten regelmäßig herangezogen werden.
Selbst Personen, die in der Vergangenheit ohne Probleme ein- und ausreisen konnten, können willkürlich aufgrund zeitlich weit zurückliegender oder neuer Tatvorwürfe festgenommen werden. Lange Haftstrafen unter harten Bedingungen sind möglich; bei schwerwiegenderen Vorwürfen auch die Verhängung von Körperstrafen oder der Todesstrafe. Eine anwaltliche Vertretung ist kostenintensiv und kann fünfstellige Eurobeträge erreichen.
- Für Iran besteht eine Reisewarnung, unterlassen Sie Reisen nach Iran.
- Unterlassen Sie insbesondere „Abenteuertourismus“ mit Fahrrad, Motorrad, Reisemobil/Camper - hier besteht eine besonders hohe Gefahr einer willkürlichen Verhaftung.
- Reisen Sie insbesondere nicht nach Iran, wenn Sie sich in der Vergangenheit kritisch gegenüber dem Land und dem politischen System geäußert haben.
Seien Sie sich bewusst, dass nicht nur in Iran, sondern auch in Deutschland getätigte Meinungsäußerungen und Handlungen in Iran als kritisch wahrgenommen werden können und dort deshalb zu strafrechtlichen Konsequenzen führen können. Dies umfasst bereits die Teilnahme an regimekritischen Demonstrationen in Deutschland, das bloße Teilen oder Liken eines fremden, regierungskritischen Beitrags oder der Besitz regierungskritischer Videos oder Fotos auf dem Handy.
- Löschen Sie Fotos und Dokumente mit politischem Bezug vor Ihrer Einreise. Beachten Sie, dass Telefongespräche von und zu iranischen Telefonnummern abgehört werden können.
- Halten Sie sich in Iran von politischen Veranstaltungen, Kundgebungen und grundsätzlich von größeren Menschenansammlungen fern.
- Umfahren Sie militärische Gebiete sowie nukleare Anlagen weiträumig.
- Führen Sie für den Fall einer Verhaftung unbedingt benötigte Medikamente in für mehrere Tage ausreichender Menge am Körper mit.
- Treffen Sie für den Fall einer längerdauernden Verhaftung Vorkehrungen zu familienrechtlichen Angelegenheiten (z. B. zum Sorgerecht für Ihre Kinder oder zur Betreuung von Angehörigen mit Pflegebedarf) und erteilen Sie ggf. Vollmachten zur stellvertretenden Erledigung Ihrer privaten und beruflichen Verpflichtungen.
- Beachten Sie die Hinweise unter Sicherheit - Innenpolitische Lage sowie Willkürliche Festnahmen und Strafverfolgung und Einreise und Zoll - Deutsch-iranische Doppelstaater.
- Beachten Sie auch die Hinweise unter Einreise und Zoll zu Einreisekontrolle und Zurückweisungen.