Elefanten(unfall) in Mali

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martin friedl
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Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von martin friedl »

Hallo!

Am 24.11. (jedenfalls stand es am 25.11. hier in den Zeitungen und ist in der Region noch immer das grosse Thema) gab es einen Zwischenfall mit einem Elefanten, wobei eine 63jaehrige Franzoesin getoetet wurde. Noerdlich von Dimamou (was wiederum noerdlich von Hombori liegt) wurde das franzoesische Ehepaar das begleitet von einem Fuehrer das Auto verlassen hatte von einem einzelnen Bullen angegriffen. Vermutlich wurde die kritische Distanz (moeglicherweise unabsichtlich, weil die Tiere im Busch wirklich seeeehr schwer zu sehen sind) unterschritten, die Frau sofort getoetet.

Derzeit sind die Elefanten (indem sie sich genau an die Karte von Gerhard Goettler halten ;-) noerdlich der Strasse Hombori - Gossi. Die Einheimischen sprechen von "une centaine", also Hundertschaft mit Babies. Vermutlich steht das eh schon im neuen Westafrika-Fuehrer von ReiseKnowHow (den ich aber noch nicht mit habe), jedenfalls sind offiziell 5000 CFA (8 Euro) zu bezahlen fur die Besichtigung der Elefanten, was von den Beherbergungsbetrieben einzuheben ist, die das aber nicht immer tun.

Auch ohne Fuehrer ist es mit etwas Ausdauer gut machbar Elefanten zu sichten, indem man den Fuss- und Kotspuren folgt. Wir wurden fuendig bei Gossi und dann nochmal noedlich Dimamou. Wie GG schon schreibt: Sind unfassbar gross hier die Viecher, und was ich besonders spannend finde, dass es sich um frei lebend Tiere handelt. Am Weg runter nach Burkina haben wir bereits in Burkina dann noch alte Spuren aus der Regenzeit gefunden, vielleicht lohnend zur passenden Zeit auch hier mal auf Pirsch zu gehen...

Gruesse aus derzeit Ouagadougou

Martin F.
Gerhard Göttler
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Herr Friedl!

Schlimme Sache!

Außer Ihrem Beitrag habe ich keinerlei Kenntnis von diesem Unfall. Ich erlaube mir dennoch dazu einige Anmerkungen:

- Ich schreibe in meinem Bericht zur Elefanten-Suche im Sahel-Buch ausdrücklich, dass ich damals um mein Leben rannte. Vielleicht war die Situation damals viel kritischer, als ich sie im Nachhinein (und mit heiler Haut davongekommen) gesehen habe!

- Ich schreibe zu den Anweisungen unseres damaligen Elefantenführers: "Wenn er angreift, renn´weg, was das Leben hergibt, zickzack um Bäume herum, versteck´dich, beweg dich nicht, aber beobachte ihn, renn´nach Norden, denn er will nach Süden." Es wäre also wichtig zu wissen, in welche Richtung man im Fall des Falles rennen sollte und damit auch, in welcher Phase des Wanderzykluses sich die Elefanten befinden. Ob jeder Elefanten-"Führer" diese Kenntnisse hat?

- Ganz klar war in meinem Fall auch, dass die Sicherheitsdistanz zum Elefanten längst wieder hergestellt war! Und dennoch wurden wir von ihm angegriffen, und dies noch von der Seite her! Elefanten haben ganz offensichtlich Rache-Gefühle, das muss auch bedacht werden. Also weiterhin auf der Hut sein, auch wenn sich das Tier längst wieder außer Sicht befindet.

- Ich habe auch beschrieben, mit welcher tobsuchtsartigen Wut ein Bulle einen anderen, jüngeren regelrecht zerfetzt hatte; ich weiß nicht, ob die Aussage der Leute vor Ort richtig ist, es gäbe eine aggressivere Art als andere.

- Interessant erscheint mir noch immer die oft gehörte Meinung vor Ort, Elefanten seien klüger als Menschen! Weiß man dann, dass die Zahl der Elefanten in der Gourma von früher 800 auf knapp 350 (2007) gesunken ist, weil Bauern und Viehhalter zunehmend in die Schutzgebiete vordringen, erscheint es mir nicht gänzlich unvorstellbar, dass die Wildtiere mehr und mehr aggressive Verhaltensweisen gegen den Menschen an den Tag legen.

Mein Fazit nach dem Unglück: Ich würde mich nicht wieder auf eine solche "Elefantenverfolgung per Kamel" einlassen und rate auch dringend davon ab, dies ohne "Shelter" in Form eines Fahrzeugs zu unternehmen, egal, was ein möglicher Elefanten-Führer hierzu äußert.

Kommen Sie heil nach Hause!

Gerhard Göttler
Karl Heinz
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Karl Heinz »

Bild

Das Bild wurde vor 4 Jahren in dem Gebiet gemacht das hier besprochen wird. Gegenseitiger Respekt vorausgesetzt, und ohne Führer habe ich nach langer Suche diese Gruppe gefunden. Die Elefanten grasten neben Ziegen und etwa 5 Hirten!! in einem Wald. Denke nicht das die Elefanten dort besonders anders sind, eben nur keine Jeeps und Touristen gewohnt!
Somit fällt eine Reaktion wohl eher anders aus als in einem Nationalpark.
Auch im südlichen Afrika werden jedes Jahr Menschen durch Elefanten getötet, dies ist so unspektakulär das es eben nicht in den Zeitungen steht.

Karl Heinz (der kein Pfadfinder ist sondern das Buch Sahra hatte!)

[/img]
Gerhard Göttler
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Karl-Heinz!

Schönes Bild! Das Problem im Fall der Französin war ja wohl der Umstand, dass sie auf einen einzelnen Bullen stieß, so wie ich damals einen ebensolchen "verfolgte". Und in meinem Fall kann ich nur nochmals betonen, dass wir ja längst wieder auf dem Rückweg waren und das Tier uns von der Seite her angriff - wäre da nicht der zweite Tuareg auf seinem Beobachtungsposten hoch zu Kamel gewesen. ich weiß nicht, wie das ausgegangen wäre.

Auch hatte ich beschrieben, dass ich meinen Nachtplatz in einer Nacht ausgerechnet auf einem (für mich nicht erkennbaren) Trail einrichten wollte. Meine damaligen Begleiter haben das verhindert! Was wäre geschehen, hätte ich ohne diese dort geschlafen? Klar, nicht jede Begegnung mit Elefanten muss gleich dramatisch enden, ich kenne viele Bilder von Hirten, Elefanten und Elefantenbabys. Aber wenn, dann bleiben von Stämmen nur noch Stümpfe und Gedärme hängen 3 m hoch in den Büschen! Das ist es halt, was mir heute zu denken gibt. Vorsicht ist beim Umgang mit solchen üblicherweise friedlichen Tieren sicher mehr als angebracht.

Gerhard Göttler
Roger-Tecumseh
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Hallo,

ich hatte öfter mal Gelegenheit, zu Fuß außerhalb der Parks auf Wild- besonders Elephanten-Pirsch zu gehen. Zuletzt in Zimbabwe in Begleitung eines bewaffneten Siedlers. Wir haben uns über die früheren Erfahrungen der damaligen Jäger unterhalten. Fazit: Es gibt keinen Rat, der in allen Situationen Sicherheit garantiert; auch White Hunter (die oft große Erfahrung hatten), wurden von Elephanten "reingelegt"! (Noch gefährlicher, weil überhaupt nicht auszurechnen, sind übrigens Büffel!, da sie durchaus im Zick-zack hinterher rennen. Nashörner sind ebenfalls recht schnell; dafür aber stur und offensichtlich nicht mit den besten Augen ausgestattet, wie ich mal erleben durfte. Und wenn wir schon dabei sind: Flußpferde sind sehr ungemütliche Tiere, da sie, in klarer Verkennung menschlicher Interessen, von heftiger Eifersucht geplagt werden. Gar nicht immer lustig! )

Ein einzelner Bulle bedeutet immer Alarm! Es sind meist Tiere, die von der Gruppe (fast immer der Leitkuh) ausgestoßen wurden, da ihr unberechenbares Verhalten die Gruppe in Gefahr gebracht hätte.Wenn es Jungbullen sind, dann ist es noch gefährlicher, da diese frustriert auf der Suche nach einem neuen Rudel mit interessanten Mädchen sind. Man kann also sicher sein, daß dort potentiell Aggressivität möglich ist.
Ein E-Phant kann schnell auf ca. 40 Km/h beschleunigen. (Der menschliche Weltrekord - über Doping wollen wir hier nicht sprechen - für hundert Meter liegt bei ca. 37 Km/h - dies nur, um die Chance beim "Rennen" zu zu beleuchten! :) )
Ein einheimischer Wildhüter, mit dem ich mal unterwegs war, machte übrigens - als der Bulle angriff (es war nur zum Schein, aber wer konnte es vorher schon genau wissen! :? ) - in der Situation exakt das Gegenteil von dem, was er mir geraten hatte! :)


Gruß

Roger-T.
ferdi
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von ferdi »

Hallo ihr Elephantenverfolger,

in ca. 3 Wochen will ich auch die Hannibalelephanten in natura sehen. Bin weder gedopt, noch mache ich genau das Gegenteil, was mir von "einheimischen" Experten geraten wird.
Was empfehlen die "auswärtigen" Experten?

Gruß
Ferdi
auf dem Sprung zur Pirsch
christian aus Freiburg
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

Elefanten sind nur schwer zu kalkulieren. Wir halten immer genügend Sicherheitsabstand ein, so wie auf dem Photo zu sehen.
Als wir mal durch eine Gruppe durch mussten hat die Leitkuh angegriffen.
Ein ernster Angriff ist durch das einrollen des Rüssels (Rammbock) erkennbar.
Dann hilft nur noch gas geben.
Einzelne Bullen sind besonders unberechenbar in der Must, erkennbar am
Sekretausfluss im Bereich Auge/Ohr. Wir haben aber auch schon Elefantenbesuch am Zelt gehabt, wir sind einfach ruhig liegen geblieben und gut wars.
Bild
Gerhard Göttler
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Freiburger-Christian!

Wo ist denn dieses schöne Foto entstanden?

Gespannt: Gerhard Göttler
Gerhard Göttler
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Gerhard Göttler »

... und hier ist ein weiterer Elfi, der auch nur spielen wollte:

http://www.horizonsunlimited.com/hubb/s ... -you-37154

Der Typ scheint aber für seine eigenartigen Interessen schon bekannt zu sein! Bei Suchen im desert-info Stichwort Elefanten kamen weitere Elfi-Unfälle zum Vorschein.

Gerhard Göttler
christian aus Freiburg
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

Was bei diesen "Unfallbildern" gut deutlich wird, sind diese unglaublichen Größenverhältnisse. Man kann sich vorstellen was so ein Ellie aus dem Fahrzeug machen kann, wenn er will... :shock:

Mein Bild stammt aus dem Nordwesten Namibias, es ist nicht in einem Nationalpark aufgenommen!
Die Unfallbilder stammen aus einem Nationalpark in Botswana. Der Elefant hatte sich an die vielen Touristen mit Ihren leckeren Apfelsinen usw. gewöhnt. Deshalb wurde er leider erschossen. :cry:
Elefanten lieben Früchte wie Äpfel, dafür "öffnen" sie auch Autos. Wir verschließen unsere Frischware deshalb immer in luftdichten Behältern.
Bis jetzt ging das gut.

Christian

Wie schnell so ein Angriff passiert sieht man hier:

Gerhard Göttler
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Gerhard Göttler »

Oh, oh,

schaut man sich da noch verschiedene andere der Filmchen an, bleibt eigentlich nur eine Lösung: Besser wegbleiben! Im Zweifel schützt auch ein Fahrzeug nicht wirklich, wenn der Elfi erst mal in Fahrt gekommen ist! Und seiner Mimik ist halt auch nicht wirklich zu entnehmen, ob er sich nun wirklich richtig ärgert ...

Gerhard Göttler
Karl Heinz
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Karl Heinz »

Im Grunde habe ich keine Ahnung! Aber, ich habe relativ umfangreiche Erfahrung, wenn auch subjektive.

Kaokoland, dort war ich 2 Wochen jeden Tag unter Elefanten, nach drei Tagen konnte ich mit meinem Hund in etwa 200 Meter entfernung an den meisten Tieren, ohne das diese sich stören liesen, vorbei laufen.

Okavango Delta, 3 Wochen im Delta, kein Park, auch hier musste ich jeden Tag "Walking Safaris" machen, Hund braucht zumindest etwas Auslauf am Tag.

Zimbabwe, dort draf ich Bill Taylor, Sniper, Hunter, Zahnarzt und seit 11 Jahre Hüter der Elefanten. Wir sind mit Bills Auto auf 2 (zwei) Meter an die Tiere rangefahren ohne das diese sich stören ließen! Caliypso´s Rüssel (Bill hat jeden einen Namen gegeben) ging bis auf 10 Zentimeter an Bills Hand zum Schnuppern. Jeden Tag sind wir an zig Elefanten vorbeigelaufen, Vega (Hund) immer dabei. (Kein Park, allerdings wurden in 2008 mehrere Ranger in das Gebiet geschickt. Es soll ein Park werden, was nicht wundert. In den Parks von Zimbabwe sind die Elefanten rar geworden, die Ranger wildern um die Wette)

Nein, Nein, Elefanten lassen sehr gut erkennen was man darf und was nicht. Das Sozialverhalten der Elfanten gleicht sehr stark dem Menschen, wenn sich die Elefanten auch eher selten gegenseitig umbringen!

Nein, ich bin nicht besonders cool hatte oft die Hosen voll, musste langsam lernen was geht und wann besser nicht. Hatte mit Bill den besten Lehrer und zuvor das nötige Glück, hier noch schreiben zu können.

Respekt und, wie bereits oben geschrieben, es kommt stark darauf an wo man Elefanten antrifft, Park-Wildniss-Jagdgebiet!

Bilder dazu auf meiner Hp.

Indische Elefanten werde "Gebrochen" um sie zum Arbeitstier zu machen!

Karl Heinz
christian aus Freiburg
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

Zitat: Respekt und, wie bereits oben geschrieben, es kommt stark darauf an wo man Elefanten antrifft, Park-Wildniss-Jagdgebiet!

Dieser Aussage stimme ich absolut zu!

In jedem dieser Gebiete verhalten sich Elefanten anders. Respekt vor diesen Tieren ist das Wichtigste, unter Berücksichtigung wo diese Tiere
angetroffen werden. Wir hatten besonders entspannte Kontakte in Wildnisgebieten (keine Jagd) , die zu den schönsten Erlebnissen auf unseren Reisen gehören.

Christian
desertrover
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von desertrover »

Markt Erlbach, das ist ja nur ein paar Meter von mir entfernt.
Daß wir uns da noch nicht über den Weg gefahren/laufen sind?
Grüße und happy rovering
Stephan
Karl Heinz
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Re: Elefanten(unfall) in Mali

Beitrag von Karl Heinz »

desertrover hat geschrieben:Markt Erlbach, das ist ja nur ein paar Meter von mir entfernt.
Daß wir uns da noch nicht über den Weg gefahren/laufen sind?
Bin meist Unterwegs, wollte auch schon wieder weg sein, aber das mit dem Buch hat sich gezoooogen.

Adresse steht in der Hp, Bier Kaffe, Rotwein ist immer da :lol:
also wenn du in der Ecke bist...............
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