Guinea

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horst.k
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Guinea

Beitrag von horst.k »

Hallo zusammen,

hier mal ein erster Teilbericht von unserer Guinea-Runde im Dezember.

Unser Auto stand ja noch in Gambia. Nach zwei Tagen Vorbereitungen sind wir dann von dort los und durch die Casamance Richtung Guinea. Eingereist sind wir bei Boundou, alles völlig problemlos und relaxt, wie auch bei weiteren (wenigen) Kontrollen.

Erstes Ziel war das Fouta Djalon, dort speziell die Wasserfälle, für die wir uns einige Zeit nehmen wollten.
Zuerst sind wir zum Wasserfall von Sala, an dem wir allerdings einen ersten Kulturschock erlitten haben. Vor Jahren sind wir dort noch allein für uns gewesen, diesmal waren mit uns noch 100-200 Jugendliche mit Motorrädern made in China auf der Piste dorthin unterwegs. Sala ist mittlerweile der In-Treffpunkt der Labe-Jugend, es war Tabaski, die Fete allerdings nicht sehr traditionell.
So sind wir nach einem kurzen Blick auf die grandiosen Fälle traurig weitergefahren, um uns in einiger Entfernung einen Übernachtungsplatz zu suchen.

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Wasserfall von Sala

Weiter ging´s dann über Lelouma und auf ekliger Hoppelpiste nach Telimele, bei Sogoroya haben wir einen Confluence-Punkt. (11° N 13° W) „erobert“ (degree confluence projekt / www.confluence.org), irgendwie ganz witzig. Weiter ging´s durch das Herz des Fouta Djalon Richtung Pita, um dann zum Kampadaga-Wasserfall abzubiegen, dort haben wir 2 schöne Tage verbracht. Wir haben oben direkt am Fluß gecampt, die Leute der Umgebung waren freundlich und zurückhaltend. Die Felswand, über die das Wasser stürzt, ist gigantisch, man kommt direkt an den Abbruch heran, von einem gegenüberliegenden Hügel hat man einen tollen Ausblick, das Camp dort oben, das im Lonely Planet als Übernachtungsmöglichkeit erwähnt ist, ist aufgegeben.

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Bild
Wasserfall von Kampadaga

Beim einem ersten Fahrzeug-Check habe ich hinten links 2 gebrochene Federblätter festgestellt, deswegen sind wir dann zurück nach Labe, war aber nichts brauchbares zu kriegen, lustig was mir alles angeboten wurde. Ich habe dann rechts ein Blatt rausgenommen um es links zu montieren, bei der Gelegenheit ist dann noch ein drittes Blatt auseinandergefallen, so sind wir dann schon am Anfang unseres Trips etwas angeknackst weitergezogen Richtung Süden, um uns in Waldguinea auf die Suche nach Regenwald, Waldelefanten und Schimpansen zu machen.

Fortsetzung folgt (irgendwann)

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zum Putsch, der ja hier im Forum bereits diskutiert wurde:

Uns hat der Putsch gegen Ende unserer Guinea-Runde auf dem Rückweg nach Labe überrascht, wir haben die Meldungen im Radio (DW) verfolgt. Auch wurden wir an Heiligabend in Labe darüber informiert, daß eine mehrtägige nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde, alle Grenzübergänge geschlossen seien und der Flugverkehr eingestellt. Auch wurden Auswirkungen auf Sierra Leone, Liberia und die Elfenbeinküste befürchtet. Daß alle Tankstellen geschlossen waren, haben wir selbst gemerkt, unsere Spritreserven wurden allmählich knapper.
Uns wurde geraten in Labe abzuwarten, wir wurden davor gewarnt, uns mit dem Fahrzeug in der Stadt zu bewegen, Soldaten könnten marodieren und Fahrzeuge wegnehmen, eine Einschätzung die wir nicht geteilt haben. Die Leute waren sehr freundlich, die Stimmung war ruhig und es waren kaum Soldaten auf den Straßen.
Da wir davon ausgegangen sind, daß sich die Situation eher verschlechtern könnte, haben wir uns entschieden, schnellstmöglich Richtung Grenze zu fahren. Wir sind dann am 25.12. über Mali (-Ville) Richtung Kedougou gefahren und konnten am 26.12. problemlos ausreisen.

Zurück im „stabilen“ Senegal waren wir einigermaßen verwundert, Kedougou reichlich lädiert vorzufinden.
Zollgebäude und -fahrzeuge waren abgefackelt, die hatten nicht mal mehr einen Stempel um´s Carnet abzustempeln. Ein Zöllner hat uns erklärt, daß es Leute gäbe die nicht „very happy with the administration“ wären und es deswegen Probleme gegeben hätte, wir hätten nichts zu befürchten. Zuerst hat mich die Offenheit überrascht, als wir weiter in die Stadt gefahren sind haben wir gesehen, daß wohl alle Behörden abgefackelt waren, auch reichlich Fahrzeuge und hunderte von Reifen. Wenigstens die Tankstellen waren nur leicht beschädigt. Es hat vor Militär und Polizei in der Stadt nur so gewimmelt, so haben wir nach dem Tanken gemacht, daß wir ein Stück weit wegkommen. Später haben wir gehört, daß es auch 5 Tote gegeben haben soll, die Polizei allein wäre der Lage nicht Herr geworden, hätte das Militär gerufen und die hätten geschossen (Di. 23.12.).

Viele Grüße
Horst
Jürgen Kempe
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Re: Guinea

Beitrag von Jürgen Kempe »

Danke Horst,

guter Bericht, sehr schöne Bilder...

Gruss Jürgen Kempe
martin friedl
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Re: Guinea

Beitrag von martin friedl »

Hallo Horst!

Schöner Bericht einer wohl schönen Reise.
2 Anmerkungen:

In Labe waren die Warnungen vor marodierenden Militärs wohl nicht ganz unberechtigt, auch wenn euch zum Glück nichts passiert ist. Ein Freund von uns der mit dem Auto nach Conakry wollte wurde genau in Labe am Tag des Putschbeginnes von marodierenden Militärs ausgeraubt, am helllichten Tag, in der Stadt.

Euer Besuch bei den Sala-Fällen muß ein Feiertag oder so etwas gewesen sein, jedenfalls haben wir dort direkt auf der Aussichtsplattform gecampt und waren am nächsten Tag ausgiebig baden in den Whirlpools oberhalb der Fälle, ohne daß wir überhaupt einen einzigen Menschen gesehen hätten. Ich schreibe das nur für zukünftige Guinee-Reisende, denen ich eigentlich raten würde die Sala-Fälle NICHT auszulassen. Man kann diese offenbar so oder so erleben.

Grüsse

Martin F.
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

HAllo Horst,

danke fuer die Koordinaten (und auch das REstliche) von Kambadaga. War vorgestern dort und hatte gestern noch den Anstieg zu bewaelltigen, statt Haengebruecke habe ich bei dem SEitenwechsel aber einfach durchgeschoben. Leider war gar niemand da, den man fragen koennte, so dass ich mich etwas verfranzt habe und auch nur die beiden obersten Wasserfaelle gesehen haben, den unteren (3.) habe ich zwar vermutet; aber keinen Weg dahin gesehen. Die Leute waren wirklich nett, wie sie auch sonst hier im Fouta super sind. DAss in Labe etwas passieren kann ist denkbar, aber sobald du auf einer kleinen Piste ausserhalb bist; sollte eigentlich wenig zu befuerchten sein, hatte heute zum ersten Mal seit der Grenze den Pass bei einer Sperre zeigen duerfen.

Gruesse aus Kintia

Christian
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

Vielleicht doch noch ein kleines update, kaum am Stadtrand von Kindia hat mich nun doch ein Militaer gestoppt, der auf einem Mofataxi unterwegs war und recht aggresiv war und nicht mit sich reden liess (ich war nicht ganz sicher ob er wirklich ein Militaer waere, da in anderen Laendern ja auch falsche Kontrollen vorkommen). ER verlangte mein Dossier, was ich als Pass zeigen interpretierte; allerdings war ihm das wohl nicht genug (er faselte was von alles muss durchgecheckt werden in Conakry), so dass ich aufs Commisariat musste, dort klaerte sich die Situation schnell, da ich vom Kommisar als Tourist identifiziert wurde (Il a le visa, il a le droit). Die Stimmung im Kommisariat schien mir untereinander nicht die beste zu sein. Heute kurz vor Mamou plaerte auch ein Militaer an einer Barage (die scheinen hier nicht die Besonnendsten zu sein) etwas von Dossier, zum Glueck waren noch ein paar andere Uniformierte (wohl andere Einheiten, da untershciedlich gefaerbt) da und winkten mich schnell durch, so dass ich den Militaer nicht beachten musste. Alles auf Asfalt passiert; im Hinterland bisher keine negative Erfahrung. Leider bin ich noch nicht schlau geworden, was mit dem Dossier gemeint ist, gehe aber davon aus, dass wohl das alte System durchleuchtet wird und da dann wohl Dossiers existieren.

Gruesse aus Mamou
ich warte noch auf Horst sein Waldguinea_Update :D
horst.k
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Re: Guinea

Beitrag von horst.k »

Hallo Martin,

ich hatte ja geschrieben, daß Tabaski / Hammelfest war.
Ich gebe dir recht, Sala sollte man nicht auslassen, wenn es keinen Putsch gegeben hätte, wären wir auf dem Rückweg evtl. nochmal hin.

Hallo Christian,

Waldguinea müsste ich morgen Abend auf die Reihe kriegen, jetzt gehe ich zum Stammtisch!! Einen schönen und hoffentlich ruhigen Urlaub noch.

Viele Grüße
Horst
horst.k
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Re: Guinea

Beitrag von horst.k »

Hallo zusammen,

heute etwas über Waldguinea.

Von Labe aus sind wir die Teerstraße Richtung Nzerekore gefahren, diese ist bis Kissidougou überwiegend brauchbar, dahinter bis Bofossou zerbröselt, allerdings wurde begonnen zu flicken, im weiteren Verlauf ist sie meist neu bzw. es wird gerade gebaut.

Südlich von Faranah haben wir am Nigerufer eine Pause eingelegt, gut 100 km unterhalb der Quelle ist der Niger bereits ein wasserreicher Fluß.

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Niger südl. Faranah

Bei Seredou sind wir in den Foret Classee de Ziama im Bereich des Massivs die alte Piste Richtung Kinadu reingefahren und gelaufen. Einer der ganz wenigen Bereiche mit ursprünglichem Regenwald.
Bei Yirie sind wir nochmal auf einer kleinen Piste Richtung Liberia in den Wald rein. Laut Lonely Planet sollen im Ziama-Wald oft Waldelefanten gesichtet werden (ich glaub´s nicht). Wir haben keine gesehen, aber dann auch nicht wirklich danach gesucht, die dichte Vegetation gibt´s meines Erachtens ohne immensen Aufwand einfach nicht her. Lt. Veröffentlichungen gibt´s schon Elefanten in dem Gebiet, allerdings wohl eher über Knödelzählungen und weniger über Sichtungen nachgewiesen. Siehe www.cites.org/common/prog/mike/survey/ziama2004.pdf

Hat jemand von Euch eigene Erfahrungen?

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Im Foret de Ziama

Weiter ging´s zum Schimpansen suchen nach Bossou, hier haben wir unsere zwei schönsten Urlaubstage verbracht.
Die Landschaft mit den bewaldeten Hügeln um Bossou herum, der Ort selbst am Fuß vom Mont Gban, die Leute sehr freundlich, die Stimmung entspannt, das harmonische Zusammenleben von Menschen und Schimpansen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Wir haben direkt neben der Forschungsstation campiert, die abendlichen Verständigungsrufe der auf verschiedenen Hügeln auf Nahrungssuche befindlichen Clanmitglieder haben richtig Urwaldstimmung aufkommen lassen.
Morgens haben wir uns mit Führer (obligatorisch) auf die Suche nach den Schimpansen gemacht. Da diese von Forschern täglich beobachtet werden und der Führer die Beobachter anfunkt, hat man beste Chancen, diese auch zu finden.
Vom Gestrüpp zerkratzt und von großen roten Ameisen traktiert haben wir sie an verschiedenen Stellen beobachten können, ein tolles Erlebnis.

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Bossou am Fuß des Mont Gban

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Forschungsstation

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ein naher Verwandter

An die Nimba-Berge sind wir auch noch rangefahren, diese waren aber leider völlig in Dunst gehüllt.
Dann ging´s zurück, darüber ein andermal mehr.

Viele Grüße
Horst
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

Merci,

Gruesse aus Kissidougou

hier gehen gleich wieder die Lichter aus, wie in Labe
horst.k
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Re: Guinea

Beitrag von horst.k »

Hallo Christian,

falls du ganz runter fährst (fährst du ?), hier noch ein Kartenausschnitt.

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Der Foret classee de Ziama scheint erweitert worden zu sein, zumindest zeigt die Karte unter obigem Link die Piste von Yirie Richtung Liberia mitten im geschützten Bereich.

Viele Grüße
Horst
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

Hallo Horst,

ganz in den Sueden geht es nicht, ich wollte jetzt den Schwenk ueber Koule und Beyla machen, muss ja zum Flieger in Bamako.
Danke fuer das Kartenmaterial, ich hab ja immer noch nur die Michelinkopie.
Hab jetzt auch den Grossteil der Piste zwischen Kissi und Serekou hinter mir, da kann man auf manchen Abschnitten tatsaechlich nicht mehr von Asfaltstrasse sprechen, aber in 3 Jahren soll die wieder komplett sein.
Zwischendurch waren 2 Schilder mit einem Abzweig zu sehen, die ich als Umfahrung interpretieren wuerde, bei Bofossou und 50 km vor Kegedou, also ca 30 km hinter Kissi, evtl eine Alternative zur Liberia nahen Strasse, die Schilder waren neu, aber die Erdpiste schien nicht sehr viel benutzt zu werden.

Gruesse aus Macenta

Christian
horst.k
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Re: Guinea

Beitrag von horst.k »

Hallo zusammen,

die von Christian erwähnte Strecke sind wir auf dem Rückweg gefahren. Den Wegweiser nach Macenta ein Stück hinter Kissidougou hatten wir auf dem Runterweg auch gesehen. Da die Piste einen unbenutzten Eindruck gemacht hat und die „Teerstraße“ bis dorthin geflickt war, sind wir weiter über Guekedou nach Macenta :kotz: .


Der Rückweg

Um die Anzahl defekter Federblätter weit von unserer Ausgangsbasis entfernt nicht unnötig zu vergrößern, schließlich wollten wir im Norden Guineas noch durch´s Massiv de Tamgue, sind wir nicht wie ursprünglich vorgesehen die Piste nach Kankan hoch, sondern erst mal ein Stück auf der Teerstraße zurück.

Bei Koule wollten wir die Lianen-Hängebrücke anschauen, der Dorfchef hatte mit 100 000 FG (ca.17 €) zu handeln begonnen, da haben wir ihn stehen lassen und sind weitergefahren, ab und zu muß man seinen Ärger spüren lassen. Im Lonely Planet steht „give the chief a small tip“, manche scheinen es übertrieben zu haben.

Bei Bofossou sind wir dann auf die Piste Richtung Kissidougou (s.o.) abgebogen, die Wegweiser waren das am besten Erhaltene daran, aber besser eine derbe Piste als eine besch... Teerstraße. Zumindest mit einem Allradfahrzeug, mit dem Fahrrad eher nicht.
Landschaftlich und von den Dörfern her war die Gegend ganz nett, wir sind überall sehr freundlich begrüßt worden, nicht nur wie auf dem Bild von Kindern.

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Umso irritierender waren dann unsere Erlebnisse am selben Abend. Da die Vegetation überall sehr dicht war, hat sich die Suche nach einem Übernachtungsplatz schwierig gestaltet. So sind wir von der eh kaum befahrenen Piste nur ein Stück weit einen abzweigenden Weg reingefahren und haben uns an den Rand gestellt. Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dort von einem älteren Herrn verscheucht worden, er hat uns mit der Gendarmerie gedroht.
So sind wir ein paar Kilometer weitergefahren und haben uns bei einbrechender Dunkelheit wieder an den Rand eines abzweigenden Weges hingestellt. Einen Mann, der gerade des Weges kam, habe ich noch gefragt, ob wir hier übernachten könnten, kein Problem.
Nachts um 0:30 Uhr hat sich dann eine größere Gruppe Männer um unser Auto versammelt, als wir zuerst nicht reagiert haben, haben sie an´s Auto geklopft, bis ich raus bin. Wer wir sind, was wir hier wollten, warum wir nicht in einem der Dörfer übernachten, die Aufregung war groß. Ein Mann mit Gewehr auf dem Buckel, der sich später als Gendarm ausgewiesen hat, hat uns deutlich zu verstehen gegeben, daß wir hier nicht bleiben könnten, sondern in eines der Dörfer zu fahren hätten.
So sind wir dann nach 01:00 Uhr nochmal los und über eine Stunde über die zerfurchte Piste bis in das letzte Dorf vor der Teerstaße gefahren und haben uns mitten auf den Dorfplatz gestellt, da hat´s uns dann auch gereicht.

Frühmorgens ging´s etwas übernächtigt weiter Richtung Faranah, von dort auf Piste nach Dabola und weiter nach Dinguiraye. Unterwegs haben wir nochmal einen Confluence-Punkt erobert (11°N / 11°W).
Die alte Grasdach-Moschee, wegen der wir hauptsächlich nach Dinguiraye sind, gibt´s nicht mehr, die mächtige neue ist dem alten Stil nachempfunden.

Am nächsten Morgen (23.12.) haben wir dann wie bereits geschrieben vom Putsch gehört, am späten Nachmittag waren wir in Labe. Wir sind wie schon auf dem Runterweg (wg. Fahrzeugreparatur) im Hotel Tata abgestiegen (empfehlenswert, saubere Zimmer und Hütten, Camping möglich).
An Heiligabend ist noch ein Paar mit Landy, das erst am Vorabend in Guinea eingereist war, zum Hotel gekommen. Wir haben gemeinsam leckere Pizza gegessen und beraten, wie´s weitergehen soll. Wir sind dann am nächsten Morgen zusammen Richtung Mali(-Ville) und Kedougou los. Unseren neuen Bekannten hat´s die Urlaubsplanung damit gründlich über den Haufen geworfen.

Schade war, daß wir uns nicht wie ursprünglich geplant Zeit für das Gebirge rings um Mali nehmen konnten, die Gegend wäre es wert gewesen.
Bis Mali war die Piste meist in gutem Zustand, danach richtig derb, also richtig :!: :!: .Felsig, steil, hohe Absätze, tief ausgefahren mit LKW -Spurbreite, stellenweise sehr schräg, wir haben uns öfters mit der Wohnkiste an die hohen Pistenränder angelehnt, wir haben mit Steinen und Holz, das wir gefällt haben, die tiefere Spur etwas aufgefüllt (der Landy kam gerade noch ohne sowas durch, manchmal ist kleiner und leichter besser; dafür sind wir mit den größeren Reifen nicht so oft aufgesessen). Wir haben mehr als einen Tag von Mali bis zum Senegal-Grenzposten gebraucht. Daß dabei nur ein weiteres Federblatt gebrochen ist, war schon überraschend.

Danach sind wir zum Wasserfall von Dindefelou (hat was von Guinea), um uns nach all dem Stress mit einem kühlen Bad zu erfrischen.

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Nach der anschließenden Überraschung in Kedougou sind wir noch gemeinsam zum Campement Wassadu gefahren, das schön am Ufer des Gambia-River liegt, ein toller Platz zum relaxen, konnten wir auch brauchen.

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Gambia-River beim Campement Wassadu

In Tamba haben wir noch die Carnets stempeln lassen, dann haben sich unsere Wege getrennt, wir sind noch in den Niokolo Koba NP rein, unsere Begleiter weiter Richtung Mali (nix-Ville).
Nachdem wir die letzten 10 Jahre nur noch allein unterwegs waren, waren diese gemeinsamen Tage mal wieder eine schöne Erfahrung.

Passend zur Silvester-Party waren wir zurück beim Camping Sukuta, wo wir unseren meist schönen und nie langweiligen Urlaub haben ausklingen lassen.

Soviel zu unserem Guinea-Trip

Viel Grüße
Horst
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

Hallo Horst,

so schwierig sind die Elefanten auch nicht zu finden (zur Beruhigung, ich habe keine gesehen), das Zauberwort heisst auch hier, wie bei den Faellen: Regenzeit. dann kommen die Elefanten bis ans Dorf Yirie, zumindest bis auf wenige 100 m und die Einheimischen koennen einen zu ihnen fuehren, anscheinend essen sie dann die Bananen weg. Daher auch die Meinung der Leute, es gaebe zu viele Elefanten dort. Momentan sollen sie sich aber tief im Wald befinden und es ist wohl schwer zu ihnen zu gelangen.
Noch eine Nachricht aus zweiter Hand, ein Reisender hat mir erzaehlt, er waere ebenfalls beim Bezug eines Uebernachtungsplatzes von Leuten besucht worden, die ihm geraten hatten ins Dorf zu kommen, der Hintergrund war, dass am Vortag auf der Strecke gleich beim Ort ein Auto ueberfallen wurde, das ganze muss sich in den letzten 7 Tagen ca. 50 km vor Dabola von Mamou kommend ereignet haben.

Die Strecke nach Kankan hat uebrigens Spass gemacht, wenig Verkehr und fast kein Wellblech, in so furchtbarem Zustand wie ueberall beschrieben scheint sie nicht zu sein, allerdings kann ich nur sehr eingeschraenkt fuer die Autofahrer mitbeurteilen, andererseits wurde mir immer gesagt es kaeme gleich das schlimmste Stueck, bis dann das schlimmste Stueck schon gewesen sein sollte, von Kankan bis Kosankoro scheinen auch die Taxis noch zu fahren, bis Beyla ebenfalls ab Nzerekoro, und dazwischen faehrt hauptsaechlich die Societe (Rio Tinto). Wahrscheinlich ist zwischen Kosankoro und Gnonsamouridou das groebste.

Gruesse aus Kankan

Christian
horst.k
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Re: Guinea

Beitrag von horst.k »

Hallo Christian,

willkommen zuhause.

Beim Bilder sortieren ist mir gerade noch eine Frage bzgl. Kampadaga eingefallen.
Bist du von der Pita-Telimele-Piste aus hingefahren oder hast du eine Direktverbindung von der Teerstraße aus entdeckt?

Viele Grüße
Horst
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

Hallo Horst,

ja, bin wieder zurück und nach einer Woche schon wieder voll akklimatisiert, gestern ging es endlich auf Skitour.
Bei Kambadaga habe ich beide Strecken benutzt, Hinfahrt von der Teerstrasse aus, Weiterfahrt dann eure Strecke. Zwischendrin habe ich mir leider einen Verhauer geleistet, was in ziemlicher Plackerei endete. Wie oben beschrieben habe ich nicht die Brücke benutzt, sondern durch den Bach durchgeschoben. Für Backpacker (also zu Fuss) empfiehlt sich Kambadaga auf jeden Fall auch. Ohne den Weg zu kennen möchte ich aber als Anregung die Infos, die ich von Einheimischen habe weitergeben.
Die Bewohner des beim Wasserfall nächstgelegenen Dorfes gehen immer zu Fuss von Pita zu ihrem Dorf (von dem es noch 2-3 km zum Fall sind). Es muss eine recht direkte Verbindung geben, die aber wahrscheinlich nicht radelbar ist. Wenn man die Koordinaten von Kambadaga mit Kinkon vergleicht sieht man ja auch, dass die Fälle sehr nah beieinander liegen (5 km Luftlinie). Laut Aussage mehrerer Einheimischer kann man von der Gegend des Wasserkraftwerkes nach Kambadaga gehen. Ich denke das sollte mal jemand mit Einheimischem ausprobieren (es ist ja dann nicht länger als wenn man von der Pita-Tellimele-Strecke zum Wasserfall runtergeht).
Noch kurz zum Teerstrassenabzweig, dieser wird wohl zur Hauptzugangsstrecke ausgebaut, der Anfang war recht breit geschoben, am Schluss kommt man aber auf ähnlich grosse Feldwege, wie auf der Gegenseite. Es sind sogar kleine Brücken betoniert worden, die nun noch in die Strecke integriert werden müssen. Der Weg geht am Gebäude der Sousprefecture in Broualtape (phonetische Schreibweise) von der Teerstrasse weg. Ich füge mal noch ein paar Photos bei.

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Auch in D stehen manchmal Brücken so unmotiviert in der Landschaft
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Fette Zufahrtsstrasse zu Guineas grösster Sehenswürdigkeit
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Erste Stufe aus anderem Blickwinkel
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Zweite Stufe ist auch ganz nett

Herzliche Grüsse

Christian

PS. Danke für die einfache Möglichkeit hier im Forum Bilder einzufügen
Christian Desertrider
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Re: Guinea

Beitrag von Christian Desertrider »

Christian Desertrider hat geschrieben:Laut Aussage mehrerer Einheimischer kann man von der Gegend des Wasserkraftwerkes nach Kambadaga gehen. Ich denke das sollte mal jemand mit Einheimischem ausprobieren (es ist ja dann nicht länger als wenn man von der Pita-Tellimele-Strecke zum Wasserfall runtergeht).
Kleiner Nachtrag von mir, habe gerade bei google-earth gesehen, dass die entscheidenden Gebiete für diese Wanderung hochaufgelöst sind, und so wie ich das sehe, scheint es in der Tat recht einfach zu sein, diese Abkürzung zu nehmen, wohl nur zu Fuss oder per Rad. Man muss über die Staumauer und sich dann durch ein paar Dörfer/Wälder durchfinden.
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