hier mal ein erster Teilbericht von unserer Guinea-Runde im Dezember.
Unser Auto stand ja noch in Gambia. Nach zwei Tagen Vorbereitungen sind wir dann von dort los und durch die Casamance Richtung Guinea. Eingereist sind wir bei Boundou, alles völlig problemlos und relaxt, wie auch bei weiteren (wenigen) Kontrollen.
Erstes Ziel war das Fouta Djalon, dort speziell die Wasserfälle, für die wir uns einige Zeit nehmen wollten.
Zuerst sind wir zum Wasserfall von Sala, an dem wir allerdings einen ersten Kulturschock erlitten haben. Vor Jahren sind wir dort noch allein für uns gewesen, diesmal waren mit uns noch 100-200 Jugendliche mit Motorrädern made in China auf der Piste dorthin unterwegs. Sala ist mittlerweile der In-Treffpunkt der Labe-Jugend, es war Tabaski, die Fete allerdings nicht sehr traditionell.
So sind wir nach einem kurzen Blick auf die grandiosen Fälle traurig weitergefahren, um uns in einiger Entfernung einen Übernachtungsplatz zu suchen.

Wasserfall von Sala
Weiter ging´s dann über Lelouma und auf ekliger Hoppelpiste nach Telimele, bei Sogoroya haben wir einen Confluence-Punkt. (11° N 13° W) „erobert“ (degree confluence projekt / www.confluence.org), irgendwie ganz witzig. Weiter ging´s durch das Herz des Fouta Djalon Richtung Pita, um dann zum Kampadaga-Wasserfall abzubiegen, dort haben wir 2 schöne Tage verbracht. Wir haben oben direkt am Fluß gecampt, die Leute der Umgebung waren freundlich und zurückhaltend. Die Felswand, über die das Wasser stürzt, ist gigantisch, man kommt direkt an den Abbruch heran, von einem gegenüberliegenden Hügel hat man einen tollen Ausblick, das Camp dort oben, das im Lonely Planet als Übernachtungsmöglichkeit erwähnt ist, ist aufgegeben.


Wasserfall von Kampadaga
Beim einem ersten Fahrzeug-Check habe ich hinten links 2 gebrochene Federblätter festgestellt, deswegen sind wir dann zurück nach Labe, war aber nichts brauchbares zu kriegen, lustig was mir alles angeboten wurde. Ich habe dann rechts ein Blatt rausgenommen um es links zu montieren, bei der Gelegenheit ist dann noch ein drittes Blatt auseinandergefallen, so sind wir dann schon am Anfang unseres Trips etwas angeknackst weitergezogen Richtung Süden, um uns in Waldguinea auf die Suche nach Regenwald, Waldelefanten und Schimpansen zu machen.
Fortsetzung folgt (irgendwann)
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zum Putsch, der ja hier im Forum bereits diskutiert wurde:
Uns hat der Putsch gegen Ende unserer Guinea-Runde auf dem Rückweg nach Labe überrascht, wir haben die Meldungen im Radio (DW) verfolgt. Auch wurden wir an Heiligabend in Labe darüber informiert, daß eine mehrtägige nächtliche Ausgangssperre verhängt wurde, alle Grenzübergänge geschlossen seien und der Flugverkehr eingestellt. Auch wurden Auswirkungen auf Sierra Leone, Liberia und die Elfenbeinküste befürchtet. Daß alle Tankstellen geschlossen waren, haben wir selbst gemerkt, unsere Spritreserven wurden allmählich knapper.
Uns wurde geraten in Labe abzuwarten, wir wurden davor gewarnt, uns mit dem Fahrzeug in der Stadt zu bewegen, Soldaten könnten marodieren und Fahrzeuge wegnehmen, eine Einschätzung die wir nicht geteilt haben. Die Leute waren sehr freundlich, die Stimmung war ruhig und es waren kaum Soldaten auf den Straßen.
Da wir davon ausgegangen sind, daß sich die Situation eher verschlechtern könnte, haben wir uns entschieden, schnellstmöglich Richtung Grenze zu fahren. Wir sind dann am 25.12. über Mali (-Ville) Richtung Kedougou gefahren und konnten am 26.12. problemlos ausreisen.
Zurück im „stabilen“ Senegal waren wir einigermaßen verwundert, Kedougou reichlich lädiert vorzufinden.
Zollgebäude und -fahrzeuge waren abgefackelt, die hatten nicht mal mehr einen Stempel um´s Carnet abzustempeln. Ein Zöllner hat uns erklärt, daß es Leute gäbe die nicht „very happy with the administration“ wären und es deswegen Probleme gegeben hätte, wir hätten nichts zu befürchten. Zuerst hat mich die Offenheit überrascht, als wir weiter in die Stadt gefahren sind haben wir gesehen, daß wohl alle Behörden abgefackelt waren, auch reichlich Fahrzeuge und hunderte von Reifen. Wenigstens die Tankstellen waren nur leicht beschädigt. Es hat vor Militär und Polizei in der Stadt nur so gewimmelt, so haben wir nach dem Tanken gemacht, daß wir ein Stück weit wegkommen. Später haben wir gehört, daß es auch 5 Tote gegeben haben soll, die Polizei allein wäre der Lage nicht Herr geworden, hätte das Militär gerufen und die hätten geschossen (Di. 23.12.).
Viele Grüße
Horst

















