Bericht über eine Reise im Erg und um Erg herum

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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ferdi
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Bericht über eine Reise im Erg und um Erg herum

Beitrag von ferdi »

Liebe Sahara-Interessierte,

hier ein kurzer Bericht über meine 4-wöchige Reise im (und um den) Grand Erg Occidental (Laghouat, Ghardaia, Gour en Noubia, Hassi Nebka, Hassi Heuxma, Hassi+Koubba Moulai Guendouz, Fort MacMahon (El Homr), Hassi Targui (M'Guiden), Timimoun, Kerzaz, Beni-Abbes, Bechar) herum (Sept.-Okt. 2006).

Situation in Algerien (es war Ramadan):
Touristisch: zero (habe 2xCH in Timimoun und 2xF in Algier getroffen), obwohl die touristische Infrastruktur noch vorhanden ist (selbst algerisches Bier und Wein zu Ramadanzeiten erhältlich - für Nicht-Muslime versteht sich).
Hotels offen und leer, Campingplätze zu Parkplätzen oder Gärten umgenutzt. Alle im Tourismus "Tätigen" warten auf die "Hochsaison" im Winter - Insha Allah, bzw. schimpfen auf die Regierung, dass die nichts in die Richtung unternimmt. Der Rest der Bevölkerung beschäftigt sich ausgiebig mit „portables“, denn die GSM-Netze funktionieren tadellos, selbst in kleineren Ortschaften, und die Verbindungs- und Apparatekosten tendieren gegen null (Opium für’s Volk? K. Marx lässt grüßen).

"Sicherheitslage": Soweit aus den ungezählten Gesprächen mit Gendarmen und Militärs herauszuhören war, Lage um den Erg herum sicher und politisch "ruhig". Auf Hauptstrecken des öfteren "Barrages de Police", ich wurde aber immer durch gewunken. Falls ein Fremder dann doch einmal „in die Fänge der für die Sicherheit Zuständigen“ gerät, ist kostenloser und umfassender Schutz vor allen Widrigkeiten garantiert.

Selbst in zentralen Gebieten des Ergs gab es viele Tiere (Ziegen, Kamele, Fenek, Gazellen, Eidechsen und sehr viele Vögel) und einige Nomaden (mit Ziegen und Kamelen).
Obwohl es Anfang Oktober sehr feucht dort war (selbst auf Dünenkämmen ab 15cm Tiefe feuchter Sand), waren einige Brunnen ausgetrocknet, das Qued Saoura führte dagegen Wasser und die Angelkünste der Jugendlichen waren erfolgreich (vermutlich Wasser wg. Stausee bei Bechar).

Die Streckenbeschriebe nach Eckert (DuMont) bzw. GG et. al. (ReiseKnowHow) aus Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends stimmen noch weitgehend (Ausnahme: Campingplätze (s.o.) und Straßen-/Pistenverhältnisse, die jetzt erheblich besser sind.

Gruß aus Freiburg
Ferdi

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Karte von 1900 eingestellt ins www von Yves Rohmer (saharas)

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Karte neueren Datums aus http://elgolea.dzblog.com

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Kalksteinfelsen im Sand

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Upps, blöde Düne!

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Wenn der Vater mit dem Sohne .... Kamele hütet, liegt der Vater unterm Baum und pennt, die Kamele rennen irgendwo herum und der Sohn kocht Tee und backt für einen dahergefahrenen Touri Wüstenbrot (Nähe Hassi Nebka).

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Blick von Timimoun auf die Sebka

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Timimoun-Zentrum

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Polizist zu Kamelen: "Salemalaikumlabäss?"
Kamele zu Polizisten: "Salamlabässalhamdulah!"
Kameltransport Adrar-Tindouf an der Straßensperre in Kerzaz.
"Schlecht gefahren werden ist besser als gut gelaufen zu sein"

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Frage an alle Angler unter Euch: Was ist das für ein Fisch aus dem Saoura in Kerzaz?

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Ortsrand von Beni-Abbes
Kuno
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Re: Bericht über eine Reise im Erg und um Erg herum

Beitrag von Kuno »

...es gibt ja auch noch Wueste ausserhalb Libyens. Bin wohl mittlerweile etwas "betriebsblind" geworden. Muss mich vielleicht auch mal wieder etwas weiter westlich umschauen...
bennemsi
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Re: Bericht über eine Reise im Erg und um Erg herum

Beitrag von bennemsi »

Hallo Ferdi,

Lese ich aus Deinem Bericht richtig heraus, das Ihr keinen Pflicht-Führer hattet - oder ist nur mein Wunsch der Vater des Gedankens? Falls tatsächlich keine Führerpflicht bestand, frage ich mich ob dem immer noch so ist.

hoffend Bennemsi
Turi
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Re: Bericht über eine Reise im Erg und um Erg herum

Beitrag von Turi »

Wir waren im Nov. 06 in Algerien damals bestand Führerpflicht.
ferdi
Beiträge: 676
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Re: Bericht über eine Reise im Erg und um Erg herum

Beitrag von ferdi »

Hallo Bennemsi,

für den Norden bestand in diesem Jahrtausend nie eine Führerpflicht, wobei der Norden definiert war nördlich einer gedachten Linie ElOued-Ghardaia-Bechar, was aber vor Ort Keinen interessierte und so gut wie keiner wusste (Ausnahme: Chef de poste frontière à ThalebLarbi). Deshalb bin ich in den Jahren 2003 bis 2009 jedes Jahr "ohne Führer" bis nach Niger oder Mali gereist. Nur ein einziges Mal hat mich ein Grenzer in InGuezzam bei der Ausreise nach meinem Führer gefragt.

Inzwischen scheint es lt. Meldungen aus dem englischen und französischem Forum sogar "offiziell" wieder ohne Führer möglich zu sein, in den Süden zu reisen.
Die überwindbaren "Probleme" sind aber weiterhin:
Wie komme ich an ein Visum ohne Einladung einer Agentur heran? Hierfür gibt es diverse Lösungsmöglichkeiten - in den Foren suchen.
Wie komme ich über den Grenzübergang ThalebLarbi? Meines Wissens nach ohne "Führer" bisher überhaupt nicht, deshalb anderen Grenzübergang wählen.

Gruß
Ferdi
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