Regie: Semih Kaplanoglu
Türkei / Deutschland 2010 - 104 min.
Kinostart: 09.09.2010
Zwischen Yusuf und seinem Vater Yakup herrscht ein inniges Verhältnis. Oft begleitet der Junge den Papa in die umliegenden Wälder, wo dieser wilden Honig sammelt. Doch die Ausbeute wird zunehmend magerer. Yakup sucht tiefer in den Bergen nach besseren Plätzen für seine Bienenvölker. Tagelang wartet Yusuf auf die Rückkehr des Vaters. Umsonst. Als Angst und Sorge um das Wohl Yakups zu groß werden, nimmt der Junge seinen Mut zusammen und beschließt, nach dem Vermissten zu suchen.
Das leise, suggestive und poetische türkische Drama um den sechsjährigen Yusuf in der Waldlandschaft Anatoliens ist würdiger Gewinner des Goldenen Bären 2010. Das humanistische Bilderkino von Regisseur und Autor Semih Kaplanoglu ist ein zwingender Gegenentwurf zur menschenfeindlichen Perspektive eines Lars von Trier ("Antichrist"), der in Wäldern nur Böses sieht, oder zu "Avatar", wo Natur nur als Utopie aufscheint. Kapanoglu erinnert an Wohltaten einer traumhaft eingefangenen Flora und Fauna, in der Yusuf nicht verloren ist, sondern aufgehoben. Kapanoglu ist eine starke neue Stimme im Weltkino ... mehr

Dazu eine Kritik des Stern vom 09.09.2010
Gruß
Birgitt




