Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Sandlover
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Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Sandlover »

Liebe Forumsmitglieder,

wer einmal im Süden Libyens im Murzuk war, wird es nie vergessen und vielleicht so wie ich immer davon träumen, nochmal dorthin zu fahren. Nur leider werde ich es wohl nicht mehr schaffen.

Im Internet habe ich einen interessanten Film gefunden über eine Reise in ein Gebiet, wo das Leben vor vielen Jahren anders aussah...lasst euch überraschen.




Unsere unvergessliche Tour 2009 führte uns auch in dieses Gebiet.

Doch von Beginn an:

Ein Reiseveranstalter bot eine Tour in den Süden Libyens an. Ein Freund von mir meinte: "komm da fahrn wir mit". 2008 waren wir zusammen mit einem Dritten gemeinsam im Süden Algeriens mit den Enduros unterwegs und jetzt zog es uns gewaltig nach Libyen. Fast ausschließlich Dünen und Sand war die Ansage des Veranstalters: er hatte Recht. Das Material wurde für uns transportiert, so dass wir ohne Gepäck von Deutschland nach Tripolis fliegen konnten.

Damals gab es noch den Herrn Gaddafi - und es herrschte Ordnung, wenn auch eine andere als die, die wir für gut halten. Wenn man aber sieht was jetzt dort los ist! Und der Plan einiger Leute sich das ÖL und Gas Libyens unter den Nagel zu reißen, ging wohl auch voll in die Hosen.

Auf jeden Fall waren in Tripolis sogar ein paar französische Wohnmobiltouristen mit kleinen Hündchen frei stehend mitten in der Stadt. Also scheint es wohl friedlich gewesen zu sein.

In Tripolis hatten wir am nächsten Tag eine Stadtführung mit einem deutschsprachigen Führer. Tripolis war total herunter gekommen, nichts wurde renoviert aber manches gebaut.

Als nicht so sehr an Geschichte interessierter Mensch fand ich den Tag eher vergeudet. Trotzdem hatten wir das Glück oder Pech an irgendeinem Feiertag dort gewesen zu sein. Ganz Tripolis war verstopft mit Gläubigen, die viel gebetet haben.

Im Laufe des Tages haben die Libyer ihren Müll auf die Straße geworfen. Am frühen Morgen kamen dann schwarze Arbeiter oder Sklaven oder "Ausreisewillige in Richtung Europa" und haben den Dreck verräumt.

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Er war nicht mit auf unserer Tour dabei 8) :

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Dann sind wir weiter geflogen in Richtung Süden nach Sabha. Herr Gaddafi hat sich ja immer um das leibliche Wohl seiner Untergebenen gekümmert und hat in der Wüste riesige Felder anbauen lassen:

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Übernachtet haben wir in der Gegend von Sabha auf einem schönen Campingplatz, ich kleinen Hütten mit Betten, jedoch ohne Matratzen.

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Und dann gings endlich los mit den Motorrädern. Der Mensch mit der schwarzen Jacke, der auf sein Leihmotorrad schaut, bin ich.

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Zuerst hielten wir noch an einem ehemaligen Gefängnis und einer Burg, deren Name ich leider nicht weiß.

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Endlich: die ersten Dünen!!!

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So hohe Dünen hatte ich noch nie gesehen, geschweige denn mit dem Motorrad befahren! Es war irgendwie wie ein Traum, der 10 Tage lang anhielt - und so ging es den meisten von uns. Wir haben fast jede Nacht in den Dünen Biwak gemacht und dann am nächsten Tag gings weiter im Sand - Düne hochheizen, Düne langsam wieder runter....

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So, kleine Pause...
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! :wink:

Viele Grüße Wolfgang
Sandlover
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Sandlover »

Der Mond ist aufgegangen - riesengroß...

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Biwak

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Mein Schlafplatz:

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Die Karawane zieht weiter in Richtung Westen. Richtung algerische Grenze nach Ghat war geplant. Aber das hatte man uns verboten. Trotzdem sahen wir beeindruckende Felsgebilde, vom Wind und Sand geprägt.

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Bei diesem Torbogen machten wir Biwak. Am Abend und in der Nacht fuhren die Schmuggler aus Algerien und nach Algerien an uns vorbei. Soviel zu dem Schild: protected by law.

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Ohne dass ich es merkte hatte ich nachts Besuch von einer Katze oder Ähnlichem. Wie immer hatte ich ohne Zelt geschlafen. Ich weiß heute noch nicht was das für ein Tier war.

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Felsmalereien gibt es dort überall

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Und dann immer wieder diese herrlichen Sandberge....

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Dieser ältere Herr beim Mittagsschläfchen ist übrigens Dr. Thomas Kühn, der für Tansania die Kühn Foundation gegründet hat und dort sehr gute Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Das ist ein Projekt das aus meiner Sicht sehr zu empfehlen ist. Wen es interessiert: https://kuehn-foundation.com/

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Und dann war´s passiert: der Libyer wollte auch mal Rallye DAKAR fahren, hat aber vergessen, dass er 300 PS weniger hat und hinten drauf 500 l Sprit!!! Das Ganze ging ziemlich glimpflich aus; eine kleine Verletzung an der Hand des Polizisten und eine kaputte Windschutzscheibe. Der Rest spielt in Libyen keine Rolle. Das Auto war ruckzuck wieder umgedreht und sprang (eben ein Toyota!!!) auch gleich wieder an.

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Biwak dieses Mal mit Palmen und einem Sandsturm. Vorher hatte mich der libysche Führer inständig gebeten heute mit Zelt zu schlafen. Es gäbe soviele Schlangen hier. Ihm zuliebe habe ich dann mein Zelt aufgebaut. Ich denke oft an ihn und hoffe, dass er in den Kriegswirren und dem ganzen Scheiß hinterher überlebt hat. Er ist wirklich ein sehr zuvorkommender, freundlicher Mensch. Die restlichen Libyer waren eher uns gegenüber gleichgültig. Wir haben sie nicht interessiert. In Algerien war das 2008 anders. Dort haben wir fast ausschließlich freundliche, aufgeschlossene Menschen getroffen.

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Viele Grüße Wolfgang
Sandlover
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Sandlover »

Ab hier fuhren wir eine "Abfahrt" in den Dünen, kilometerlang...

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Das ist der Campingplatz, den wir als Ausgangspunkt für die Fahrten zu den Mandaraseen genutzt haben. Von dort aus war es ca. 1 Stunde durch Dünen und Sand bis zu den Seen. Diese Seen haben ja meistens Süßwasser und werden von Quellen gespeist, hat man uns jedenfalls erzählt. In einem See sollte es gefährliche Schlangen geben, so dass dort keiner baden ging. In einem anderen See badeten 2 Leute von uns und waren hinterher salzverkrustet. Das ist zwar gesund, aber mit Süßwasser scheint mir das nicht viel zu tun zu haben. Die Seen selber sind schon eine einmalige Angelegenheit. Sie liegen auch mitten in der Dünenwüste.

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Wehmut kam langsam auf, wir ahnten, dass wir bald am Ende der Tour waren, aber auch eine riesige Freude über das Erlebte.

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Die Punkte auf dem Bild sind Motorräder. Ich weiß nicht wie hoch so eine Düne ist, wenn man oben steht ist es auf jeden Fall weit bis unten…..

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Die Reise war so gut wie zu Ende…..

Wir mussten noch ein bisschen Propaganda über uns ergehen lassen, wurden gefilmt und besuchten ein Bildungszentrum. Davon habe ich leider keine Fotos. Auf jeden Fall waren dort Jungen und Mädchen, sie hatten Emailadressen und waren alle gut gekleidet und ordentlich. Das Ganze war in Sabha. Sabha war eine saubere, ordentliche und friedliche Stadt. Es waren keine Aggressionen zu spüren oder sonst irgendwas. Ich schreibe das deswegen, weil ich nach der Tour einen Film über Sabha gesehen habe, in dem alles was ich gesehen hatte, verdreht wurde. Auch waren Filmaufnahmen dabei, die sicher nicht von dort waren. Ich hatte so den Verdacht, dass man uns Libyen als ausnahmslos schrecklich verkaufen wollte um eine Rechtfertigung zu bekommen, Herrn Gaddafi ins Jenseits zu befördern.

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Das war so ungefähr unsere Route (in grün): wir sind zuerst nach Süden losgefahren, dann westlich, nördlich und östlich. Als Begleitung hatten wir auch dieses Mal einen deutschsprachigen Guide, einen Fahrer mit Auto und einen Polizisten.

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Eigentlich wollten wir bald wieder kommen......

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Viele Grüße Wolfgang
Barbara4x4
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Barbara4x4 »

Schöner Bericht. Zu Sabha noch: das galt schon in den 90ern als unsicher. Um die Jahrtausendwende wurde einer meiner Bekannten in Raum Sabha beim Mittagshalt überfallen, die Frau getötet, er selbst verletzt.

Schade um das schöne Land und seine netten Menschen. Und seine faulen Sande 8)

Viele Grüße
Barbara
landcruiser.
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von landcruiser. »

Danke für die Bilder und den Bericht.

Da kommt Wehmut auf ....
Sandlover
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Sandlover »

Unsere Führer, sowohl in Tripolis als auch auf der Tour im Süden, hatten beide in der DDR studiert und sprachen perfekt deutsch.

Der Führer im Süden erzählte mir, dass das Grenzgebiet Libyen, Algerien, Niger und Tschad eigentlich Großfamilien gehört und die vorhandenen Grenzen Niemanden interessieren würden. Als man dann Gaddafi gestürzt hatte hörte ich, dass diese Großfamilien nun wieder die "Herrschaft" über ihr Land übernommen hätten. Es wäre interessant zu wissen, ob das stimmt und was dort im Moment los ist; oder vielleicht auch besser nicht......
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Viele Grüße Wolfgang
Albatross
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Albatross »

Sandlover hat geschrieben:...Eigentlich wollten wir bald wieder kommen......
diese Hoffnung haben wohl viele... danke für die Bilder
Gruß Albatross
Wer Tippfehler findet darf sie behalten
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Bäärti
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Bäärti »

Sandlover hat geschrieben:... dass das Grenzgebiet Libyen, Algerien, Niger und Tschad eigentlich Großfamilien gehört und die vorhandenen Grenzen Niemanden interessieren würden. Als man dann Gaddafi gestürzt hatte hörte ich, dass diese Großfamilien nun wieder die "Herrschaft" über ihr Land übernommen hätten. Es wäre interessant zu wissen, ob das stimmt und was dort im Moment los ist; oder vielleicht auch besser nicht......
In den ersten Jahren des Bürgerkrieges hatten die Tuareg-Rebellen das Gebiet entlang der algerischen Grenze und bis etwa Ubari „in Besitz genommen“. Ab dem Februar 2019 haben sie den nördlichen Teil an die GNA - die libyschen Streitkräfte – verloren. Später verdrängte die LNA - Regierung der nationalen Einheit – die GNA und im Süden auch die Tuareg.
Zurzeit beherrschen die Tuareg-Rebellen/Islamisten vor allem das Grenzgebiet von Niger und Tschad, aber ohne Ghat, Ubari und Sabah. Die Front zwischen LNA und den Tuareg verläuft zurzeit durch Murzuk, Al Katrun und Kufra.

Eine zweite Front verläuft im Norden Libyens. Die GNA beherrschen dort bloss noch den Küstenstreifen von Tripolis gegen Osten und das Gebiet um Nalut herum. Sabrata, Behnghazi, Tobruk, Nalut, Ghat, Sabah wurden alle (zum Teil erst in den letzten Monaten) von der LNA erobert.

Nach bald 10 Jahren Krieg ist die Lage schlimm. Täglich wird gebombt und getötet.

Gruss Bärti
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
Überflieger
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Überflieger »

Danke für den tollen Bericht und die schönen Fotos!!!

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Sandlover
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Registriert: So 4. Dez 2016, 22:27

Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Sandlover »

Servus Bäärti,

du hattest vor einem Jahr geschildert wie die Lage im Süden Libyens ist. Weißt du vielleicht wie es jetzt dort aussieht?

Liebe Grüße
Wolfgang
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Peter D
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Peter D »

https://www.nzz.ch/international/libyen ... duced=true

Die neusten Entwicklungen

Dutzende Abgeordnete aus Libyens gespaltenem Parlament haben sich gestern am Dienstag (24. 11. 2020) zu Gesprächen über die Vereinigung ihrer beiden Volksvertretungen getroffen. Bei dem noch bis Mittwoch laufenden Treffen geht es zunächst nur um Beratungen. Entscheidungen sollen noch nicht gefasst werden. Das Treffen im marokkanischen Tanger markiert die erste Begegnung der Abgeordneten aus der Hauptstadt Tripolis und Tobruk in Ost-Libyen seit Jahren. Die Uno-Mission für Libyen bezeichnete es als «positiven und willkommenen Schritt», eine so vielfältige Gruppe aus Abgeordneten unter einem Dach zu sehen.
Die Türkei hat den Abbruch eines Einsatzes deutscher Marinesoldaten zur Kontrolle des Uno-Waffenembargos gegen Libyen erzwungen. Laut dem Einsatzführungskommando waren die deutschen Soldaten am Sonntag (22. 11.) im Mittelmeer an Bord eines verdächtigen türkischen Frachtschiffes gegangen, um die Ladung zu kontrollieren. Wenig später habe dann allerdings die Türkei als Flaggenstaat ein Veto gegen die Durchsuchung des Schiffes eingelegt. Die deutschen Soldaten mussten daraufhin den Einsatz abbrechen. Deutschland beteiligt sich seit August mit der Fregatte «Hamburg» an der EU-Operation Irini zur Kontrolle des Libyen-Embargos. Neben Waffen soll der Einsatz auch das Schmuggeln von Öl und Kraftstoff verhindern.

In Libyen sollen am 24. Dezember 2021 Wahlen stattfinden. Darauf hätten sich die Teilnehmer der Libyen-Gespräche in Tunesien geeinigt, sagte die UN-Sondergesandte Stephanie Williams am Freitagabend (13. 11.). Bereits am Mittwoch hatten die Vertreter verschiedener libyscher Gruppen Parlaments- und Präsidentenwahlen innerhalb von 18 Monaten vereinbart. Um die Wahlen zu erreichen, sei eine neue Einheitsregierung notwendig, sagte Williams. Über deren Struktur soll im weiteren Verlauf der Libyen-Gespräche verhandelt werden. Beobachter sind skeptisch, ob die Ergebnisse der Libyen-Gespräche von alle einflussreichen Kräften akzeptiert und umgesetzt werden.

Der Ministerpräsident der international anerkannten libyschen Regierung, Fayez al-Sarraj, hat seinen bereits angekündigten Rücktritt zurückgenommen. Der Schritt erfolge, um ein «politisches Vakuum» zu vermeiden, sagte der Sprecher von Al-Sarraj am 30. Oktober. Der Ministerpräsident sei damit den Aufforderungen etwa des deutschen Aussenministers Heiko Maas gefolgt. In einem Telefonat hatte Maas dem Regierungschef vorgeschlagen, für die Dauer der bevorstehenden politischen Gespräche der Bürgerkriegsparteien über die Zukunft Libyens im Amt zu bleiben. Al-Sarraj hatte Mitte September nach Protesten gegen die Regierung und Konflikten in deren Reihen seinen Rücktritt angekündigt. Damals erklärte er, er wolle das Amt spätestens bis Ende Oktober abgeben.
Die rivalisierenden Lager im Bürgerkrieg in Libyen haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Das sagte die amtierende Uno-Beauftragte für Libyen, Stephanie Williams, am 23. Oktober 2020 unmittelbar nach der Unterzeichnung einer Vereinbarung

lg Peter
Der Mut des Wassertropfens besteht darin, dass er es wagt, in die Wüste zu fallen
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Bäärti »

Sandlover hat geschrieben:
Mi 25. Nov 2020, 17:47
Servus Bäärti,
du hattest vor einem Jahr geschildert wie die Lage im Süden Libyens ist. Weißt du vielleicht wie es jetzt dort aussieht? ...
Sali Wolfgang

So genau weiss ich das auch nicht. Aber hier kannst du die aktuelle Lage verfolgen:
https://libya.liveuamap.com/

Gruss Bäärti
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
Sandlover
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von Sandlover »

Vielen Dank!!!
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! :wink:

Viele Grüße Wolfgang
abacus
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von abacus »

Ach ja, Weihnachten 98 haben wir am Um el Ma gefeiert, den Jahreswechsel im Erg Murzug. Nur zu zweit mit unserem Pajero quer durch die Wüste, es war herrlich. Lediglich im Acacus-Gebirge brauchte man einen Führer. Muss mal die Dias rauskramen, diesen Winter hat man ja viel Zeit für sowas ...

Grüße
abacus
martin1101
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Re: Eine Reise in vergangene Zeiten - Libyen 2009

Beitrag von martin1101 »

Da kann ich auch noch etwas zum Fernträumen beitragen :h:
ich fürchte auch, dass wir da vermutlich nicht mehr hinkommen werden, leider :kotz:
Gut, dass wir dieses fantastische Land 1998 und 2008 schon 2x bereisen konnten.

Libyen 2008/09.

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