FILM | Lo lita lesen in Teheran

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Birgitt
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FILM | Lo lita lesen in Teheran

Beitrag von Birgitt »

Drama

Regie: Eran Riklis
Italien, Israel 2024 - 108 min.
Kinostart: 20.11.2025

Im postrevolutionären Teheran der 1990er-Jahre wagt die Literaturprofessorin Azar Nafisi einen stillen Akt des Widerstands: In ihrer Wohnung versammelt sie heimlich sechs ihrer Studentinnen zu einem privaten Lesekreis. Gemeinsam tauchen sie in die verbotenen Werke der westlichen Literatur ein – von Vladimir Nabokov über F. Scott Fitzgerald und Henry James bis hin zu Jane Austen. Inmitten politischer Repression und religiöser Kontrolle wird das Lesen zu einem Akt der Selbstermächtigung, der die Frauen zum Reflektieren über Freiheit, Liebe und Identität inspiriert.

Mit "Lo lita lesen in Teheran" erzählt Eran Riklis (Lemon Tree, Zaytoun) die wahre Geschichte von Azar Nafisi – basierend auf ihrem gleichnamigen internationalen Bestseller. Entstanden ist ein zutiefst bewegendes Drama über Mut, Hoffnung und die stille Kraft der Worte. In poetischen Bildern und getragen von einem herausragenden Ensemble um Golshifteh Farahani und Zar Amir zeigt der Film eindrucksvoll, wie Literatur selbst in den dunkelsten Zeiten Räume innerer Freiheit schaffen kann ... mehr


Bild: Weltkino
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Birgitt
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FILM | Lo lita lesen in Teheran - Kritik + Trailer

Beitrag von Birgitt »

Die Kritiken zu diesem Film sind gemischt:
Der Film ist eine Hommage an all jene, die im Iran ihr Leben riskieren, um zu denken, zu lehren, zu leben. Und er erinnert daran, dass Freiheit kein Zustand ist - sondern ein täglicher Kampf
... mehr bei NDR
Das in Italien gedrehte Biopic will die Vielstimmigkeit der Vorlage auf der Leinwand sichtbar machen. Obwohl Golshifteh Farahani, bekannt aus dem kurdischen Western »My Sweet Pepper Land«, an der Seite weiterer exiliranischer Darstellerinnen überzeugt, vermisst man in diesem mosaikartigen Sittenbild die klare Linie. Viele der atmosphärisch gefilmten Beobachtungen sind erschütternd. In Ermangelung eines dramatischen Bogens versandet der Film jedoch zuweilen
... mehr bei epd-film.de



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Birgitt
Sandfisch
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Re: FILM | Lo lita lesen in Teheran

Beitrag von Sandfisch »

Ich habe mir den Film im Kino angeschaut und verliess den Kinosaal in sehr bedrückender Stimmung.
Im Abspann des Filmes habe ich gesehen, dass die Produktion (oder waren es die Studios) israelisch sind. Bei uns in der Schweiz lief der Film ziemlich zeitgleich mit dem Bombardement von Israel gegen den Iran.

Am Anfang des Filmes kamen tolle Bilder von den Frauen in Teheran zu Zeiten des Schahs. Aber die Freiheit der Frauen und der unglaublich kulturelle Reichtum der iranischen Städte wurden ja nicht vom Schah „erfunden“.

Es war der Präsident vor dem Schah, der es unterstützte, dass die Städte im Iran moderner waren als in Europa. Als er jedoch das Öl verstaatlichen wollte war fertig lustig und der Westen schickte zuerst den Schah und anschliessend den ersten Mullah der in Paris „gross gemacht“ wurde.
Ich kann mir gut vorstellen, dass in den Anfängen der Mullahs der blanke Terror und Horror herrschte. Aber ich habe noch nie soviele Bücher gesehen wie im Iran. Überall werden Bücher verkauft, neue und gebrauchte. Romane wie Sachbücher und meiner Meinung nach sehr sehr viel Auswahl.

Ich bin absolut keine Mullahfreundin, aber es liegt für mich der Verdacht nahe, dass hier Stimmung gegen den Iran gemacht wird. Den Frauen im Iran ist durchaus mehr Freiheit zu gönnen, aber den Saudi-Frauen eigentlich auch.
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Achim Vogt
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Re: FILM | Lo lita lesen in Teheran

Beitrag von Achim Vogt »

Lieber Sandfisch,

ich kann Deine Empfindungen gut nachvollziehen, aber ich würde das Ganze dennoch kurz einordnen wollen.

In der Tat ist Eran Riklis ein israelischer Regisseur - und damit liegt der Verdacht nahe, dass es Stimmungsmache gegen den Iran ist, so wie es 1991 bei dem Film "Nicht ohne meine Tochter" tatsächlich passiert ist.

Zur Geschichte: "Nicht ohne meine Tochter" war ein Film, der 1991 veröffentlicht worden war und damit just zu dem Zeitpunkt, als der Krieg um Kuwait stattfand. Er wurde in Israel gedreht. Wichtig: er basierte auf dem gleichnamigen Roman der Amerikanerin Betty Mahmoody, der 1987 publiziert wurde. Betty Mahmoody beschrieb darin ihr persönliches Drama nach einer Reise in den Iran, als ihr Mann verkündete, fortan mit seiner Familie in seiner Heimat leben zu wollen. Während die Geschichte der Flucht ein wirklich spannender Thriller ist - sowohl im Buch als auch im Film - ist die Beschreibung des Iran, seiner Kultur und Menschen durchsetzt von Klischees und teilweise rassistischen Stereotypen. Entsprechend negativ waren viele Kritiken zum Film.

Das ist bei Eran Riklis gänzlich anders! Riklis ist nicht nur ein renommierter Regisseur, sondern auch einer der wenigen, die noch immer versuchen, eine israelisch-arabische Koexistenz oder auch ein jüdisch-muslimisches Verständnis in seinen Filmen zu beschreiben. Just im gleichen Jahr wie "Nicht ohne meine Tochter", 1991, erschien einer seiner ersten bekannten Filme, "In der Schußlinie" (Original: "Cup Final"), in dem er sehr kritisch den israelischen Krieg im Libanon (1982 und Folgejahre) beschreibt. Am bekanntesten in Deutschland wurde er sicher mit dem sensiblen Drama "Die syrische Braut", in dem es um die Zerrissenheit der Drusen zwischen Golan und Syrien geht. Seine Filme gehen unter die Haut, beschreiben feinfühlig den ganzen Wahnsinn des Nahen Ostens.

Aber auch die Romanvorlage kommt in diesem Fall eben nicht aus den USA oder Israel, sondern aus dem Iran selbst. Der Bestseller von Azar Nafisi ist wirklich lesenswert. Ob der Film dieses komplexe Gesellschaftsdrama so "rüberbringen" kann, sei dahingestellt. Ich konnte ihn noch nicht sehen.

Viele Grüße
Achim
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