Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
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bgrossenbacher
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Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Hallo zusammen,
nach über 20.000 km quer durch Westafrika ohne eine einzige Reifenpanne hat uns Namibia jetzt ordentlich Lehrgeld abverlangt. Da wir gerade mitten in der Materialschlacht stecken, dachte ich, ich teile unsere Erfahrungen – vielleicht bewahrt es den einen oder anderen vor ähnlichem Frust auf der Piste.
Die 6mm-Profil-Falle
Wir sind mit verstärkten 10-Ply-Reifen unterwegs und hatten vor den Gravelroads noch gute 6 mm Restprofil. In Europa würde man damit noch locker eine Saison fahren. In Namibia war das unser Urteil:
Ein scharfkantiger Schieferstein hat die Lauffläche wie mit einem Skalpell aufgeschlitzt (ca. 6 mm langer Schlitz).
Unsere Erkenntnis: Profiltiefe ist hier nicht nur für die Traktion da, sondern fungiert als lebenswichtige Schutzschicht. Bei einem neuen Reifen mit vollem Profil dringen diese "Speerspitzen" oft nicht bis zur Karkasse vor. Bei 6 mm ist der Weg für den Stein einfach zu kurz. Nach dem zweiten Platten am nächsten Morgen (wieder ein Schnitt) haben wir kapituliert und den kompletten Satz erneuert. Neuwertiges Gummi ist hier die einzige "Rüstung", die wirklich zählt.
Der "Mittagshitze-Hack" (Wagenheber):
Eine logistische Herausforderung bei 40 Grad: Wenn der Reifen hinten komplett platt ist, passt unser hydraulischer Stempelheber (zweistufig mit Hörnern) schlichtweg nicht mehr unter die Achse. Die Bodenfreiheit reicht nicht aus. Direkt an der Karosserie zu heben, war uns auf dem weichen Pistenuntergrund zu riskant.
Unsere Lösung: Wir sind mit dem plattem Reifen vorsichtig auf unsere Ausgleichskeile gefahren (die wir sonst nur zum Nivellieren am Schlafplatz nutzen). Das hat die Achse genau die entscheidenden Zentimeter angehoben, damit der Heber unter das Achsrohr passte. Hat uns in der prallen Sonne den Tag gerettet.
Luftdruck-Dilemma:
Das ewige Thema... Wir haben viel experimentiert. Druck ablassen (ca. 1.8 - 2.0 bar) macht das Wellblech erträglich, aber die Flanke wird weich und anfällig für seitliche Schnitte durch vulkanisches Gestein. Hoher Druck schützt die Flanke, aber das Rütteln hämmert wie ein Meißel auf die Lauffläche ein und zerlegt das Interieur. Ein echtes Paradoxon ohne Ideallösung.
Wie handhabt ihr das bei längeren Pisten-Etappen? Tauscht ihr Reifen für das südliche Afrika auch "vorzeitig", wenn das Profil unter eine gewisse Marke fällt, oder fahrt ihr sie bis zur Verschleißgrenze?
Beste Grüße aus der Hitze,
Beat
nach über 20.000 km quer durch Westafrika ohne eine einzige Reifenpanne hat uns Namibia jetzt ordentlich Lehrgeld abverlangt. Da wir gerade mitten in der Materialschlacht stecken, dachte ich, ich teile unsere Erfahrungen – vielleicht bewahrt es den einen oder anderen vor ähnlichem Frust auf der Piste.
Die 6mm-Profil-Falle
Wir sind mit verstärkten 10-Ply-Reifen unterwegs und hatten vor den Gravelroads noch gute 6 mm Restprofil. In Europa würde man damit noch locker eine Saison fahren. In Namibia war das unser Urteil:
Ein scharfkantiger Schieferstein hat die Lauffläche wie mit einem Skalpell aufgeschlitzt (ca. 6 mm langer Schlitz).
Unsere Erkenntnis: Profiltiefe ist hier nicht nur für die Traktion da, sondern fungiert als lebenswichtige Schutzschicht. Bei einem neuen Reifen mit vollem Profil dringen diese "Speerspitzen" oft nicht bis zur Karkasse vor. Bei 6 mm ist der Weg für den Stein einfach zu kurz. Nach dem zweiten Platten am nächsten Morgen (wieder ein Schnitt) haben wir kapituliert und den kompletten Satz erneuert. Neuwertiges Gummi ist hier die einzige "Rüstung", die wirklich zählt.
Der "Mittagshitze-Hack" (Wagenheber):
Eine logistische Herausforderung bei 40 Grad: Wenn der Reifen hinten komplett platt ist, passt unser hydraulischer Stempelheber (zweistufig mit Hörnern) schlichtweg nicht mehr unter die Achse. Die Bodenfreiheit reicht nicht aus. Direkt an der Karosserie zu heben, war uns auf dem weichen Pistenuntergrund zu riskant.
Unsere Lösung: Wir sind mit dem plattem Reifen vorsichtig auf unsere Ausgleichskeile gefahren (die wir sonst nur zum Nivellieren am Schlafplatz nutzen). Das hat die Achse genau die entscheidenden Zentimeter angehoben, damit der Heber unter das Achsrohr passte. Hat uns in der prallen Sonne den Tag gerettet.
Luftdruck-Dilemma:
Das ewige Thema... Wir haben viel experimentiert. Druck ablassen (ca. 1.8 - 2.0 bar) macht das Wellblech erträglich, aber die Flanke wird weich und anfällig für seitliche Schnitte durch vulkanisches Gestein. Hoher Druck schützt die Flanke, aber das Rütteln hämmert wie ein Meißel auf die Lauffläche ein und zerlegt das Interieur. Ein echtes Paradoxon ohne Ideallösung.
Wie handhabt ihr das bei längeren Pisten-Etappen? Tauscht ihr Reifen für das südliche Afrika auch "vorzeitig", wenn das Profil unter eine gewisse Marke fällt, oder fahrt ihr sie bis zur Verschleißgrenze?
Beste Grüße aus der Hitze,
Beat
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Moin Beat
Was waren das für Reifen?
Ich fahre mit Michelin XZL, und zwar uralten Reifen von 2006 oder so, seit 35'000Km herum, der größte Teil davon Piste, Sand und schlechte Strassen.
Nicht einen einzigen Laufflächenschaden habe ich zu verzeichnen.
Die Gummimischung ist halt sehr hart. Im Regen taugt er dafür nix auf Teer.
Was waren das für Reifen?
Ich fahre mit Michelin XZL, und zwar uralten Reifen von 2006 oder so, seit 35'000Km herum, der größte Teil davon Piste, Sand und schlechte Strassen.
Nicht einen einzigen Laufflächenschaden habe ich zu verzeichnen.
Die Gummimischung ist halt sehr hart. Im Regen taugt er dafür nix auf Teer.
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Hallo Beat,
danke für deine Ausführungen!
Was genau für Reifen (Hersteller, Typ, Größe) fahrt ihr? An welchem Fahrzeug?
„6 mm langer Schlitz“ – kann man das nicht entspannt mit so’ner Gummiwurst flicken, oder waren es 6cm?
Der Schnitt war auf einem Profilblock oder im Negativprofil?
„Direkt an der Karosserie zu heben, war uns auf dem weichen Pistenuntergrund zu riskant.“
Den Satz verstehe ich nicht. Ich hätte ganz grundsätzlich nicht den Wagen an der „Karosse“ gehoben, egal wie gut der Untergrund ist. Vielleicht noch am Rahmen… Wenn du den Heber unter die Achse bekommen hättest, würdest du doch auch die Achse anheben – trotz weichem Untergrund, hmm. Unabhängig davon hätte ich gedacht, daß du passendes Zeug zum Drunterlegen hast: Sandblech, vorbereitetes Brett,… Oder mit dem vorhandenen(?) Schanzzeug etwas Piste unter dem Heber wegkratzen, wenn nicht zu hart.
„Wellblech . . . seitliche Schnitte durch vulkanisches Gestein“
Ich war noch nicht sooo viel in Afrika unterwegs, aber auf welchen Wellblechpisten hat man gleichzeitig mit seitlichen Schnitten zu rechnen? Oder meinst du den ständigen Wechsel zwischen Wellblech/wenig Luft und scharfkantigem Gelände/viel Luft und dem damit verbundenem Aufwand bezüglich Luft ablassen und wieder aufpumpen?
Ich weiß, daß viele ganz grundsätzlich ein Problem mit deutlichem Luftablassen haben, auch wenn es sich dadurch besser fährt (Wellblech, Sand,…), weil man denkt, der Reifen kann das nicht ab und man keinen Bock auf das lästige Aufpumpen hat.
Viel Spaß noch, Frank
danke für deine Ausführungen!
Was genau für Reifen (Hersteller, Typ, Größe) fahrt ihr? An welchem Fahrzeug?
„6 mm langer Schlitz“ – kann man das nicht entspannt mit so’ner Gummiwurst flicken, oder waren es 6cm?
Der Schnitt war auf einem Profilblock oder im Negativprofil?
„Direkt an der Karosserie zu heben, war uns auf dem weichen Pistenuntergrund zu riskant.“
Den Satz verstehe ich nicht. Ich hätte ganz grundsätzlich nicht den Wagen an der „Karosse“ gehoben, egal wie gut der Untergrund ist. Vielleicht noch am Rahmen… Wenn du den Heber unter die Achse bekommen hättest, würdest du doch auch die Achse anheben – trotz weichem Untergrund, hmm. Unabhängig davon hätte ich gedacht, daß du passendes Zeug zum Drunterlegen hast: Sandblech, vorbereitetes Brett,… Oder mit dem vorhandenen(?) Schanzzeug etwas Piste unter dem Heber wegkratzen, wenn nicht zu hart.
„Wellblech . . . seitliche Schnitte durch vulkanisches Gestein“
Ich war noch nicht sooo viel in Afrika unterwegs, aber auf welchen Wellblechpisten hat man gleichzeitig mit seitlichen Schnitten zu rechnen? Oder meinst du den ständigen Wechsel zwischen Wellblech/wenig Luft und scharfkantigem Gelände/viel Luft und dem damit verbundenem Aufwand bezüglich Luft ablassen und wieder aufpumpen?
Ich weiß, daß viele ganz grundsätzlich ein Problem mit deutlichem Luftablassen haben, auch wenn es sich dadurch besser fährt (Wellblech, Sand,…), weil man denkt, der Reifen kann das nicht ab und man keinen Bock auf das lästige Aufpumpen hat.
Viel Spaß noch, Frank
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Wolfgang K
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- Registriert: Fr 25. Nov 2005, 13:50
- Wohnort: bei Mainz
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Hallo miteinander,
Ich habe das Gefühl, dass viele zu viel Angst vor dem Luftablassen haben.
Was hierbei nach meiner Meinung eine Rolle spielen kann ist das Alter der Reifen.
Bei wirklich geringen Luftdrücken besteht auch eher die Gefahr durch Hitze, also hängt es von der Geschwindigkeit ab.
Rein subjektiv würde ich sagen, dass man bei angepasster Geschwindigkeit und niedrigem Luftdruck weniger Gefahr durch spitze Steine hat, da der Reifen ausweichen kann.
Ich fahre auf Wellblech und Steinen gerne mit 1,5 bar, im Sand gerne mit 0,8 - runter auf 0,5.
Der Druck hängt natürlich vom Fahrzeug ab.
Um das rauf und runter weniger anstrengend zu machen habe ich mir was ganz dekadentes gebaut:
Damit kann man die Sandbleche lassen wo sie sind, da man einfach mit 0,3bar vorsichtig raus fährt
Ist aber eher etwas für die Sandfahrer, da man bei viel Buschwerk sehr aufpassen muss oder öfter mal eine Leitung ersetzen muss. Dauert aber nur 5min, wenn sonst nichts kaputt geht.
Grüße
Wolfgang
Ich habe das Gefühl, dass viele zu viel Angst vor dem Luftablassen haben.
Was hierbei nach meiner Meinung eine Rolle spielen kann ist das Alter der Reifen.
Bei wirklich geringen Luftdrücken besteht auch eher die Gefahr durch Hitze, also hängt es von der Geschwindigkeit ab.
Rein subjektiv würde ich sagen, dass man bei angepasster Geschwindigkeit und niedrigem Luftdruck weniger Gefahr durch spitze Steine hat, da der Reifen ausweichen kann.
Ich fahre auf Wellblech und Steinen gerne mit 1,5 bar, im Sand gerne mit 0,8 - runter auf 0,5.
Der Druck hängt natürlich vom Fahrzeug ab.
Um das rauf und runter weniger anstrengend zu machen habe ich mir was ganz dekadentes gebaut:
Damit kann man die Sandbleche lassen wo sie sind, da man einfach mit 0,3bar vorsichtig raus fährt
Ist aber eher etwas für die Sandfahrer, da man bei viel Buschwerk sehr aufpassen muss oder öfter mal eine Leitung ersetzen muss. Dauert aber nur 5min, wenn sonst nichts kaputt geht.
Grüße
Wolfgang
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Deine Schilderung ist mit dem Wort "Lehrgeld" richtig beschrieben Das ist ja nicht verwerflich, denn durch erkannte Fehler wird man klüger!bgrossenbacher hat geschrieben: ↑Mo 30. Mär 2026, 14:42... nach über 20.000 km quer durch Westafrika ohne eine einzige Reifenpanne hat uns Namibia jetzt ordentlich Lehrgeld abverlangt.
Hoher Druck schützt die Flanke, aber das Rütteln hämmert wie ein Meißel auf die Lauffläche ein und zerlegt das Interieur. Ein echtes Paradoxon ohne Ideallösung ...
Ich möchte aber hier nur auf den einen fundfamentalen Gedankenfehler abheben, der von manchen Afrikafahrern erstaunlich oft gemacht wird: " Hoher Druck schützt die Flanke...".
Das ist grundsâtzlich falsch, denn hoher Druck macht die Flanke unnachgiebiger, also härter. Wenn dort der harte/scharfe Stein plötzlich gegendrückt, ist der Schaden fast sicher. Der Gummi muss sich verformen können; und das geht nur, wenn er flexibel bleibt. Ausserdem reduzierst Du durch hohen Druck eine wichtige Eigenschaft des Reifens: sein Walken, welches eben gerade auf Wellblech eine zusâtzliche Federung ergibt. Man muss dort bei höheren Geschwindigkeiten mit niedrigem Luftdruck nur sehr konzentriert und sensibel lenken, um den Wagen dann nicht zum schwimmen zu bringen.
Ansonsten kann ich die Fragen im Beitrag von @Frank C nur unterstreichen!
Gruss
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Rockatanski
- Beiträge: 154
- Registriert: Sa 2. Jul 2022, 16:32
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Das ist genau so! Leider hält sich diese Mär hier in DACH quasi unausrottbar.
Packt euch ein Infrarotthermometer ein, damit kann man wenn man unsicher ist, nach 15-20 km die Reifentemperatur rundum prüfen. Wo es deutlich heißer ist, muss man etwas aufpumpen. Solange man die Hand am Reifen halten kann, ist alles iO.
Packt euch ein Infrarotthermometer ein, damit kann man wenn man unsicher ist, nach 15-20 km die Reifentemperatur rundum prüfen. Wo es deutlich heißer ist, muss man etwas aufpumpen. Solange man die Hand am Reifen halten kann, ist alles iO.
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Klaus "Pirx"
- Beiträge: 57
- Registriert: Mo 14. Nov 2005, 20:23
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Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Und die Einheimischen werfen ihre Reifen mit 6 mm Restprofil aus diesem Grund einfach weg?bgrossenbacher hat geschrieben: ↑Mo 30. Mär 2026, 14:42Die 6mm-Profil-Falle
Wir sind mit verstärkten 10-Ply-Reifen unterwegs und hatten vor den Gravelroads noch gute 6 mm Restprofil. In Europa würde man damit noch locker eine Saison fahren. In Namibia war das unser Urteil:
Ein scharfkantiger Schieferstein hat die Lauffläche wie mit einem Skalpell aufgeschlitzt (ca. 6 mm langer Schlitz).
Unsere Erkenntnis: Profiltiefe ist hier nicht nur für die Traktion da, sondern fungiert als lebenswichtige Schutzschicht. Bei einem neuen Reifen mit vollem Profil dringen diese "Speerspitzen" oft nicht bis zur Karkasse vor. Bei 6 mm ist der Weg für den Stein einfach zu kurz. Nach dem zweiten Platten am nächsten Morgen (wieder ein Schnitt) haben wir kapituliert und den kompletten Satz erneuert. Neuwertiges Gummi ist hier die einzige "Rüstung", die wirklich zählt.
Ernsthaft?
Ansonsten gilt wie schon geschrieben: um sich ein Gesamtbild von der Situation machen zu können, fehlen wichtige Infos.
Welche Reifen, welche Reifengröße, welches Fahrzeug, welche Achslasten?
Pirx
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Hallo,Klaus Pirx hat geschrieben: ↑Di 31. Mär 2026, 09:40Und die Einheimischen werfen ihre Reifen mit 6 mm Restprofil aus diesem Grund einfach weg?
Ernsthaft?
neeee,.die alten Schluffen werden noch weiterverkauft und weiter gefahren bis sie 0 mm haben.
Egal was hier diskutiert wird, in Namibia kann es dir auch einen nagelneuen Reifen schrotten. Auch egal welche Marke, Profil, Mud oder AT.
Auf 200.000 km im südlichen Afrika, großteils in Namibia hatte ich genau 8 Reifenpannen, 3 Platzer auf Teer, 3 Laufflächenschäden durch Steine , 1x Dorne, 1 Wurzel.
Richtig ist, das ein neuer Reifen das Risiko stark minimiert und die Wahrscheinlichkeit einer Panne oder gar Platzer stark mindert.
Ich ziehe bei 50% Rest einen neuen Satz drauf. Sicherheit ist mir wichtiger als einen Überschlag auf Piste zu riskieren. Ich fahre auch nur entablierte Reifenmarken.
Luftdruck, ich fahre 2 bar auf Gravel bis 120 km/h
Welllblech 1 8 Bar nicht schneller als 80
Drunter nur in Parks, Kalagadi, Etosha z.B, dann aber unter 60 kmh oder eben Strand,Tiefsand Khaudom oder Moremi, Savuti z.B.
Fahre ich 600 km Teer, mache ich auch schon mal 2,7, 2,8 bar drauf, wenn es nicht zu heiß ist. Normluftdruck bei meinem.Auto ist 2,4 bar rundum.
Viel Spaß weiterhin in Namibia und nicht so viel Matsch auf der Piste....
VG
PS: Ich habe 2 Hydraulik Wagenheber umd ein 6cm Holzbrett 20x20cm mit.Wegen dem fehlendem Platz unter dem Rahmen bei Panne.
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Dieter der Raabe
- Beiträge: 60
- Registriert: Mi 22. Mär 2006, 17:22
- Wohnort: Bad Tölz
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Einspruch aufgrund eigener Erfahrung: bei (zu) niedrigem Luftdruck wölbt sich die Flanke weit nach außen. Was ja vor allem im Sand gewünscht ist, um die Auflagefläche zu erhöhen. Auf steinigem Untergrund ist die Gefahr einer Beschädigung der vorgewölbten, weicheren Flanken aber deutlich höher, das ist mir in den Westalpen selber passiert. Hängt natürlich auch vom Fabrikat ab - plyrate etc.
Und natürlich bietet ein neuer Reifen mit 100% Profiltiefe einen besseren Schutz vor Beschädigungen - auf der Lauffläche.
M. E. fahren die meisten Autobesitzer in Afrika ihre Reifen bis auf 0 mm Restprofil aus Kostengründen runter, deswegen sieht man oft 2-4 unterschiedliche Reifen aufgezogen.
Dieter
Re: Namibia-Lehrgeld: 10-Ply-Reifen, die 6mm-Falle und ein Wagenheber-Hack
Seit Jahrzehnten eine kontroverse Diskussion - und so hat halt jeder seine eigenen Erfahrungen.Dieter der Raabe hat geschrieben: ↑Mi 1. Apr 2026, 10:08Einspruch aufgrund eigener Erfahrung: bei (zu) niedrigem Luftdruck wölbt sich die Flanke weit nach außen.



