Wüstenschiff • Thema anzeigen - Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

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Von Äthiopien über Südsudan nach Uganda

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Äthiopien - Dima

Beitragvon Birgitt » 09.09.2012 20:26

Dima -
die besten Infos bekommt man noch immer von den Locals ...

2 dima mädchen.jpg

am Kiosk ...

5 dima shop.jpg

und im Restaurant

3 dima restaurant.jpg

Unsere Vermutung, dass es eine gute Piste in Richtung Südsudan gibt,
wird uns bestätigt: mitten im Ort zweigt die Dima - Akula Road ab -
die sollten wir nehmen und dann weiter nach Raad.
Ob wir ein Permit hätten?
Kein Problem, wir haben unser Südsudan-Visum im Pass und unser Permit aus Gambella.
Noch mehr Permit geht wohl nicht ;-)

Als wir Dima verlassen sticht uns noch ein Hinweis des UNHCR ins Auge:
Landminen und Sprengkörper. Etwas Vorsicht ist also angebracht.

4 landminen.jpg
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Äthiopien - Von Dima Richtung Raad Bridge / Südsudan

Beitragvon Birgitt » 09.09.2012 21:33

Genau 55 km sind es von Dima in Richtung Akula bis Raad Junction (bei 06°39.216'N 34°50.820'E)
unterwegs Buschland und kurz vor Raad Junction kleinere Anyuak-Siedlungen.
Von Raad Junction sind es ungefähr 12 km bis zur Südsudan-Grenze an der Raad Bridge (bei 06°36.140'N 34°46.097'E)

Die Piste ist etwas rauh, aber bestens in Schuss

1 piste rg akula.jpg

Es dämmert bereits und wir beschließen, kurz nach Raad Junction zu campen.
Wir möchten ungerne im Dunkeln an der Grenze sein,
und schon gar nicht im Dunkeln weiterfahren und irgendwo ein Nachtlager suchen müssen.

2 piste rg akula.jpg

Hinter diesen verlassenen Hütten hauen wir uns in den Busch,
von der Piste aus sind wir nicht mehr zu erkennen, Dämmerung und Busch bieten uns Schutz

3 piste rg akula nachtlager.jpg

Abgeflämmte und verbrannte Erde -
Tod ist hier gleich Geburt, Blütenknospen recken keck ihre Köpfe aus dem ersten wieder sprießenden Grün

4 piste rg akula blume.jpg

und bald schon werden sie ihre Samen streuen, so wie hier:
Samen von Bäumen und Sträuchern warten auf Regen um Wurzeln zu treiben ...

4 piste rg akula samen.jpg

Ein roter Käfer auf dem Weg in seine kleine Erdhöhle

4 piste rg akula käfer.jpg
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Äthiopien - Raad Bridge über den Akobo - Grenze Südsudan

Beitragvon Birgitt » 10.09.2012 20:17

Früh am Morgen starten wir in Richtung Südsudan -
es sind nur wenige km bis zur Raad Bridge

Riesige Flächen sind gerodet und vorbereitet zur landwirtschaftlichen Nutzung -
wem diese Flächen wohl gehören?
Oder anders gefragt: wer mag sie gepachtet haben?
Auch ein Fall von land grabbing?

2 rg raad bridge agrarprojekte.jpg

3 rg raad bridge agrarprojekte.jpg

Rechts der Piste ein moderner landwirtschaftlicher Betrieb, dahinter - auf dem Foto nicht sichtbar - die Raad Bridge -
eine neue Behelfsbrücke (Bailey Bridge), ausgelegt für Fahrzeuge!

Links der Piste vor dem Hügel die Baracken der Grenzsoldaten.

4 rg raad bridge grenze.jpg

Kurz vor der Brücke (sie ist in Sichtweite) versperren uns eine Schranke sowie ca. 15 bewaffnete äthiopische Soldaten den Weg.

Einer der Soldaten kommt zu uns, ein übergroßer Schriftzug ziert sein T-Shirt:
"Toy Boy" :roll:

Es herrscht große Aufregung -
was wir hier wollen, und wo wir hinwollen.
Wir erklären zum wiederholten Male geduldig unser Vorhaben.
Toy Boy nickt verständnisvoll und fragt nach unserem Permit.
Wir zeigen ihm unsere Dokumente.
In seinen Augen ausreichend zur Ausreise nach Südsudan.

Nach kurzer Zeit tritt ein etwas kräftigerer und scheinbar auch höher dekorierter Mensch aus einer der Hütten. Toy Boys Vorgesetzter. Rigoros weist er uns zurück. Unsere Südsudan-Visa interessieren ihn nicht, unser Permit lässt er nicht gelten.
Im Gegenteil !
Er lügt uns ins Gesicht indem er behauptet dort stände geschrieben, dass dies ein Permit des Nationalparks Gambella sei um Tiere zu sehen. Unfassbar! Jeder behauptet in diesem Land etwas anderes, und zwar so, wie es ihnen gerade in den Kram passt.

Er verweigert uns die Ausreise aus Äthiopien.
Wir sollen uns in Dima ein neues Permit besorgen, das für Raad Bridge gelte.
Und Toy Boy soll mit. Dieser schultert seine AK47 und entert unseren Wagen.

Hier geht es nicht darum sich "zu einigen", auch nicht mit ein paar Birr oder Dollar.
Hier geht es - wie so oft - um die Demonstration der eigenen Macht.
Nicht nur uns gegenüber, sondern auch der eigenen Truppe gegenüber.
Hätte die Truppe die Schranke nicht öffnen wollen, dann hätte Mr. Wichtig sicherlich anders entschieden und uns passieren lassen. So hatten wir das Pech, dass seine Soldaten uns passieren lassen wollten. Also musste er - um das letzte Wort zu haben - uns zurückschicken.

67 km zurück nach Dima.
Ich hätte diesem Grenzmenschen an die Gurgel springen können ... :evil:

Aber es kommt noch besser!
In Dima suchen wir die Polizeidienststelle auf, die uns ein Permit ausstellen kann.
Der Chef dieser Behörde weigert sich uns zu empfangen und lässt uns ausrichten, er könne keine Permits ausstellen, dafür sei die Behörde in Jima zuständig (liegt rund 300 km zurück in Richtung Addis). Und falls diese nichts ausrichten könne, mögen wir bitte zurück nach Addis fahren und uns an die Botschaft wenden.

Toy Boy lässt sich schon gar nicht mehr blicken, weil er in meiner Nähe wohl so langsam um sein Leben fürchtet ...
Das ist vielleicht auch besser für ihn.


Wir halten kurz Kriegsrat, wie es nun weitergeht.
Zum Südsudan trennt uns an dieser Stelle der Akobo-River.
Der führt Wasser. Also brauchen wir eine Brücke, und hier gibt es genau diese eine.
Wenn wir nicht zurück nach Addis wollen, bleibt uns nur noch eine Möglichkeit:
die "Flucht" nach Süden, nach Kenia -
und von dort "ganz normal" weiter über Lokkichoggio nach Südsudan.

Wir besorgen uns zur Sicherheit nochmals Sprit,
denn von hier aus brauchen wir einige Tage bis wir unsere Reserven wieder irgendwo auffüllen können.

5 dima sprit.jpg
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Äthiopien - Von Dima nach Tulgit

Beitragvon Birgitt » 15.09.2012 21:02

Von Dima aus gibt es zwei Möglichkeiten nach Kenia zu gelangen:
über Tulgit und Surma Kibbish -
oder über Maji und den Omo Nationalpark.
In beiden Fällen müssen wir die Berge mit ihren ca. 2.500 m hohen Pässen überwinden.

Die Maji-Strecke kennen wir -
für uns neue Pisten fahren wir immer sehr gerne,
also nehmen wir an der entscheidenden Wegegabelung Kurs auf Tulgit ...

Die Piste ab Dima ist gut

4 rg surme kibbish piste.jpg

Wir scheuchen ein paar Geier auf

geier.jpg

die auf unserem Weg rumlungern und sich "wie die Geier" um ein Stück altes Fell zanken ;-)

RIMG0741.JPG

Am Fuß der Berge ein kleines Rinnsaal

rg tulgit.JPG

Und kurz darauf der erste Stress ;-)

Wir erreichen das Land der Surma und Mursi,
das Land der Tellerlippen.
Während ich so unbekümmert die Rindviecher fotografiere, bemerke ich nicht,
dass zwischen den Tieren splitterfasernackte Hirten rumlaufen.
Es gibt ein unglaubliches Gekreische und Gekeifer, man will Geld für die Fotos ...

(bis Tulgit und Kibbish kommen regelmäßig Reisegruppen -
die Tribes wissen wie begehrt Fotos von ihnen sind)

7 rg surme kibbish cattle.jpg
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Äthiopien - Tulgit - Land der Tellerlippen

Beitragvon Birgitt » 15.09.2012 22:29

Steffen sei Dank, hatten wir die Koordinate von Tulgit.
Die Richtung kannten wir, da wir ja den Kreuzungsbereich kannten,
wo es links nach Maji und rechts nach Tulgit abzweigt.

Wichtig für uns war die Entfernung dorthin.

So konnten wir uns bereits mental auf das vorbereiten, was uns nun erwartet:

DSC00349-2.JPG

DSC00394-2.JPG

halbnackte Menschen in farbenfrohe Tücher gehüllt,
nackte Menschen, nur mit Perlenketten und Schmucknarben verziert,
nackte Männer mit Bodypainting, so dass man meint, sie wären bekleidet (absolut phantastisch!),
Männer mit Kalaschnikows und Frauen, die ihr eigenes Essgeschirr im Mund spazieren tragen ;-)

DSC00391-2.JPG

DSC00346-2.JPG

Es ist schon eine besonders schräge Mischung,
die man hier oben in den Bergen präsentiert bekommt ;-)

Das Profil dieser Dame zeigt sehr eindrücklich, wie groß die Teller in den Lippen sein können!
Bei einem Durchmesser von 15 cm gilt man als äußerst begehrte Braut ...

DSC00399-2.JPG

DSC00386-2.JPG

Vielen Dank an dieser Stelle an Claudia und Hannes, die diese Strecke einige Wochen vor uns gefahren sind und uns diese Fotos fürs Forum zur Verfügung gestellt haben.
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Äthiopien - Tulgit - Land der Surma und Mursi

Beitragvon Birgitt » 19.09.2012 22:31

Die Tulgit Koordinate von Steffen war wirklich hilfreich, um die Entfernung etwas abschätzen zu können.
Und auch die Infos von Claudia und Hannes, die wir in Addis getroffen hatten, waren sehr viel wert.
Dadurch, dass sie nur wenige Wochen vor uns diese Strecke gefahren sind, waren wir ziemlich gut im Bilde und hatten für uns selber entschieden, weder in Tulgit noch in Surma Kibbish zu übernachten ;-)


Die Tellerlippen-Region ist für uns nicht neu (aber immer aufs neue faszinierend!) -
deshalb haben wir auch nicht den Druck, Fotos zu machen.
Wie schon erwähnt, reagieren die Tribes öfters etwas stressig, wenn sie eine Kamera sehen. Nicht, weil sie Angst davor haben, sondern weil sie ihr Geschäft wittern. Sie lassen sich den Anblick bzw. das Fotografieren ihres auffallenden Äußeren bezahlen.

Als wir Tulgit erreichen, stellen wir das Auto auf dem "Marktplatz" ab.
Es dauert nur Bruchteile von Sekunden, bis wir von diesen Menschen umringt sind.
Der besondere Clou: heute ist Weiberfastnacht im Rheinland, wie passend :mrgreen:

Fordernd schauen sie uns an. Als sie merken, dass wir nicht fotografieren wollen, sondern Infos über die Gegend brauchen, wird die Stimmung schlagartig anders, regelrecht freundschaftlich. Ein paar Männer zeigen mir ganz stolz ihr Bodypainting - ich bin begeistert. Es kribbelt mich schon in den Fingern, die Kamera zu holen. Aber ich möchte die gute Stimmung nicht kaputt machen wegen ein paar Fotos.

Mir fällt auf, dass nicht mehr alle jungen Männer die traditionellen Tücher auf nackter Haut tragen, einige von ihnen tragen moderne T-Shirts unter den Tüchern. Und auch einige der jungen Mädchen haben ihre Lippen intakt und "gesund". Ich beobachte das mit etwas Wehmut. Die Zeit steht nicht still, auch hier wird die Moderne Einzug halten. Je mehr Touristen und Reisende in dieses Gebiet kommen, um so mehr moderne Waren kommen in die Region. Und je mehr Straßen erschlossen werden, um so einfacher geht das. Die jungen Menschen bemerken ihr "Anderssein" sehr wohl. Sie fühlen sich heimisch im eigenen Dorf, aber wenn sie nur schon zu Fuß halbnackt durch Dima - für sie die nächste größere Versorgungsmöglichkeit - laufen, spüren sie auch, dass sie von ihren eigenen Landsleuten belächelt werden. Vielleicht ein Grund, warum sie ihren Kindern die Teller in den Lippen ersparen wollen ...

Und ganz ehrlich:
möchtet ihr so aussehen im Alter? Mit hängender verdrehter Unterlippe?
Schön ist etwas anderes, oder?
Ganz abgesehen davon, dass auch eine Nahrungsaufnahme nicht ganz einfach sein dürfte.

DSC00401-2.JPG
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Äthiopien - Von Tulgit über Surma Kibbish nach Kenia

Beitragvon Birgitt » 19.09.2012 22:40

Einige der jungen Männer sprechen recht gut englisch und erklären uns, wie wir am besten und einfachsten die Piste nach Kenia finden. Wir sind ihnen dankbar, ihre Angaben sind sehr präzise und wir finden die entscheidenden Wegegabelungen später sofort.

Wir verabschieden uns und machen uns auf den Weg ...

surma tulgit.jpg

Steil geht es hinauf auf den Pass -
und hier schauen wir bereits hinunter ins Kibbish-Tal, dort verläuft unsere Piste

kibbish pass.JPG

Die Piste ist recht gut

kibbish piste.JPG

Einige Kilometer südlich von Surma Kibbish holt uns die Dämmerung ein -
wir suchen uns ein schönes Plätzchen und beenden den Tag

kibbish abendrot.JPG

Sonnenuntergang hinter den Bergen von Südsudan

kibbish sonnenuntergang.JPG
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Äthiopien - Von Surma Kibbish über Bume nach Kibbish Kenya

Beitragvon Birgitt » 20.09.2012 23:08

Wir schlafen unruhig in dieser Nacht -
es ist Vollmond, und die "Tellerlippen" nutzen das fahle Mondlicht und die Kühle der Nacht für ihre langen Wanderungen ins nächste Dorf. Wir hören ihre Schritte und Stimmen nahen und sich wieder entfernen ...

Wir stehen nicht allzu weit vom Pistenrand entfernt,
aber dennoch bleiben wir unbemerkt.
Das dunkle Grün unseres Wagens geht unter in den Grautönen der Nacht.
Und das ist gut so, ich habe keine Lust auf "Geisterstunde" ;-)

Das erste Licht des neuen Tages ist erwacht -
aus unserem Dachzelt schweift unser Blick über das Kibbish Valley

kibbish morgendämmerung.JPG

Gemächlich fahren wir hinab ins Tal ...

piste rg kenia 1.JPG

piste rg kenia 2.JPG

... queren ab und zu kleine Bachläufe

piste rg kenia 3 bachlauf.JPG

Was ein riesiges, einsames und von unserer Zivilisation nahezu unberührtes Gebiet!
Ganz selten sehen wir einen Jäger, der seine AK 47 geschultert hat, am Wegesrand

piste rg kenia 6.JPG

Fast unmerklich verändert sich die Vegetation ...

kibbish flaschenbaum unterwegs.JPG

... ich bemerke die ersten Flaschenbäume, die so typisch für Turkanaland / Nordkenia sind
und mit ihren pinkfarbenen Blüten bunte Akzente in die Landschaft malen

flaschenbaum kibbish.JPG

flaschenbaum blüte.jpg

Störche -
zu dutzenden stehen sie hier auf einer abgeflemmten Fläche und zerwühlen mit ihrem langen Schnabel das Erdreich

kibbish störche unterwegs.JPG

Die Landschaft ist in ihrer Kargheit wirklich atemberaubend schön !

piste rg kenia 7.JPG

Black Cotton Soil !

Wir erreichen die Schwemmebenen des Omo-Valley -
jetzt, in der Trockenzeit, sind die Pisten überhaupt kein Problem.
Aber wehe, die ersten Regentropfen fallen.
Naglwitz hat ja am eigenen Leib erfahren wie es dann hier in der Gegend ist ...

piste rg kenia 10.JPG

piste rg kenia 11 black cotton.JPG

Die nächste "Sauerei" 8)
FeschFesch !
Auch ganz toll -
darüber haben wir vor drei Jahren schon geflucht ;-)

Wir wissen jetzt, dass wir nur noch wenige km haben, bis wir die kenianische Grenze erreichen

piste rg kenia 12a feschfesch.JPG
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Kenia - Polizeistation Kibbish Kenya / Grenze zu Äthiopien

Beitragvon Birgitt » 23.09.2012 20:27

Wir sind in Kenia !
Die ausgeblichene Flagge flattert im Dunst ...

Die Polizeistation in Kibbish Kenya wundert sich etwas, wo wir herkommen -
heißt uns aber herzlich willkommen ;-)

polizeistation kibbish kenya.JPG

Auch eine Turkana-Lady schüttelt uns zur Begrüßung die Hand -
sie hat mind. 3 kg an Ketten um den Hals auf den Schultern aufliegen.

Die Turkana erhalten die ersten Ketten als junges Mädchen, und es werden immer mehr mit den Jahren.
Sie tragen die Ketten mit Stolz, trotz des Gewichts!
Und sie tragen sie permanent ...

turkana lady polizeistation kibbish kenya.JPG
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Kenia - Von Kibbish Kenya über Kaikol Richtung A1 Lodwar

Beitragvon Birgitt » 23.09.2012 21:35

Von hier sind es zwei Fahrtage bis Lokkichoggio, d.h. bis zur Grenze Südsudan.
Wir müssen zunächst die Asphaltstraße, die von Lodwar nach Lokki führt, erreichen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, links oder rechts um die Berge herum ;-)
die Strecke "linksherum", d.h. die östliche Piste über Kokoro kennen wir -
also probieren wir diesmal die westliche Piste über Kaikol und Nakapelewoi.

Anfangs bestimmen Termitenhügel die staubige Landschaft mit ihren Feschfesch-Pisten

kibbish rg lodwar 1.JPG

kibbish rg lodwar 2.JPG

Am Fuß der Berge wird die Piste steiniger

kibbish rg lodwar 3.JPG

und Flaschenbäume zaubern mit ihren pinkfarbenen Blüten wieder einen herrlichen Kontrast
zu dem tiefschwarzen Gestein

kibbish rg lodwar 4.JPG

Eine Quelle bildet einen kleinen See -
wir scheuchen Hunderte Vögel auf

kibbish rg lodwar 5 quelle.JPG

Damit das Quellwasser nicht verunreinigt wird,
ist die eigentliche Quelle ummauert -
das Vieh nutzt den See als Tränke ...

kibbish rg lodwar 6 quelle.JPG

... und die Frauen der Umgebung die Quelle als Brunnen -
geschickt balancieren sie ihre Kanister auf ihren Köpfen

wasserträgerinnen turkana.JPG

Dieses Turkana-Mädchen traut sich zu uns -
sie ist neugierig auf Mr. & Mrs. Mzungu ;-)

turkana mädchen kibbish kenya kpl.jpg
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Von Kibbish Kenya über Nakapelewoi nach Lokichoggio

Beitragvon Birgitt » 29.09.2012 20:04

Wir queren den ersten Bergzug und haben von oben einen tollen Blick zurück in die Ebene

RIMG0899.JPG

Brunnen unterwegs

RIMG0902.JPG

In einem kleinen trockenen Flussbett finden wir einen traumhaft ruhigen Platz für die Nacht -
wir schlafen so entspannt dort, dass wir erst erwachen, als die Sonne schon hoch am Himmel steht -
es ist 11 Uhr am späten Vormittag 8)

RIMG0913.JPG

Die herrlich blühenden Sträucher, die man hier im Norden Kenias sehr oft antrifft, erinnern mich an die Sträucher, die ich im Oman und auch teilweise in der Sahara gesehen habe. Es müsste sich hier um die Calotropis handeln.

RIMG0908.JPG

Und noch etwas lässt für einen kleinen Moment Sahara-Stimmung aufkommen -
das Wüstenschiff ;-)

RIMG0923.JPG

... im Norden Kenias weit verbreitet

RIMG0948.JPG

Turkana-Siedlung

RIMG0941.JPG

Typische Turkana-Hütte

RIMG0940.JPG

"Moderne" Turkana Hütte mit USAid-Dach -

neben Oxfam ist USAid mit Entwicklungshilfe sehr präsent in der Region. Die leeren Kartons der Hilfsorganisation (teilweise auch ihre Plastikfolien) mit ihrem großen USAid-Aufdruck zieren als Dachschindeln die Hütten. Dadurch dass die Kartonagen durch Wind und Wetter schnell auf den Dächern zerfleddern, wirken die kleinen Turkana-Siedlungen hier auf der Strecke ein wenig wie Flüchtlingslager ...

RIMG0945.JPG

Latrine, erbaut von NGOs -
neben Latrinen werden hier in der Gegend Schulen und auch Windräder errichtet

RIMG0943.JPG

Zum letzten Mal geht es durch die Berge

RIMG0970a.JPG

Dann haben wir den Blick frei, die Piste weitet sich ...

RIMG0982a.JPG

... und wir erreichen den Asphalt und die A1

RIMG0986.JPG
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Kenia - Unterwegs in Lokichoggio

Beitragvon Birgitt » 30.09.2012 10:09

Auf dem Teilstück bis Kakuma zeigt die Asphaltstraße schon erste "Ausfallerscheinungen" -
die ersten Schlaglöcher sind nicht zu übersehen

Straße nach Lodwar Juba mit Löchern.JPG

Ab Kakuma ist der Asphalt dann in gutem Zustand

Straße Lodwar Juba bei Kakuma.JPG

Lokichoggio erreichen wir am Ende des Tages.
Wir suchen uns gar nicht lange eine Bleibe, sondern fahren zielstrebig zur Polizeistation (N04°12.375' E34°20.956'). Die netten Officer in Kibbish Kenya hatten uns ein "Empfehlungsschreiben" mitgegeben und wir sind hier auf dem Polizeiposten in Lokki herzlich willkommen, auf ihrem Gelände zu campen.

Von dort können wir bequem zu Fuß in die Stadt -
Abends noch etwas essen und trinken gehen, am nächsten Morgen noch ein paar Besorgungen machen.

Unterwegs in Loki

lokichoggio.jpg

Junge Turkana-Frau

turkana in lokichoggio.jpg

Alles wird auf dem Kopf balanciert -
hier die Tasse fürs Baby ;-)

turkana mit baby in lokichoggio.jpg

und dort die schweren Säcke mit Holzkohle - sensationell !

Turkana in Lokichoggio mit Holzkohle.JPG

Dieser Junge fordert mich auf, sein Huhn zu kaufen -
aber was soll ich mit einem Huhn?

junge in lokichoggio.jpg
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Südsudan - Von Lokichoggio nach Kapoeta

Beitragvon Birgitt » 30.09.2012 19:02

In Lokichoggio hört der Asphalt auf -
von hier sind es noch ca. 20 km auf teils guter und teils doch recht holperiger Piste bis zur Südsudan-Grenze nach Nadapal. Sämtliche Formalitäten werden auch in Nadapal erledigt

1 von lokichoggio nach nadapal.jpg

Die Begrüßung auf Südsudan-Seite ist deutlich verhaltener als die Begrüßung in Kenia ;-)
Wir zeigen unsere Visa, verhandeln noch etwas über die Höhe der Roadtax,
dann will man unser Auto inspizieren -
die Beamten stöbern wahllos in unseren Sachen rum, wissen nicht so recht nach was sie eigentlich suchen, verlieren auch ziemlich schnell die Lust an ihrem Tun und wünschen uns eine gute Weiterfahrt.

Da sind wir nun endlich -
im Südsudan.

flagge südsudan.jpg

Nach Dietmars Berichten hier im Forum hatte ich einen gewaltigen Respekt vor diesem Land.
Ich stellte mir das ganze vor wie Kongo DRC, mit Roadblocks an allen Ecken,
und ständigem Gefeilsche um ein paar Dollar für diese Wegelagerer.

Südsudanesische Pfund haben wir noch keine, der Kurs der Grenzbeamten erschien uns etwas abenteuerlich ;-)
da warten wir lieber bis Kapoeta, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen.

Wir fahren los.

Die Piste ist in perfektem Zustand -
deutlich besser als auf Kenia-Seite !

Auf den ersten paar Kilometern begegnen uns mit einer irren Geschwindigkeit ein paar Pickups, die Ladefläche vollgepackt mit Soldaten und Panzerfäusten. Ein guter Einstieg fürs erste ;-)

1a von lokichoggio nach kapoeta -1.jpg

Der nächste Eindruck von Südsudan:
ein vielleicht 12jähriger Junge, der mit lässig umgehangener AK 47
seine Kühe über die Piste geleitet ...

6 kuhhirte hinter nadapal.jpg

Aber es gibt auch positive Eindrücke -
Mobilfunkmasten !

In regelmäßigen Abständen stehen brandneue Mobilfunkmasten,
die gerade fertig montiert werden.

2 von lokichoggio nach kapoeta mobilfunk.jpg

Und wenn irgendwo eine Brücke kollabiert, wird man rechtzeitig vorher darauf hingewiesen -
ich bin wieder beruhigt

7 von lokichoggio nach kapoeta schild.JPG

LKW mit Panne, kurz vor Narus

3 von lokichoggio nach kapoeta lkw1.jpg

Ansonsten ist das Stück bis Kapoeta eher einsam.
Unterwegs machen wir noch eine Rast, wir haben Hunger und wollen etwas essen.
Während wir am Pistenrand Pause machen, kommt eine Gruppe Leute heran -
wieder fallen mir Dietmars Hinweise zu Überfällen ein und ich werde leicht nervös.
Aber die Leute - es sind ein paar Toposa - bitten uns freundlich um unsere leeren Plastiktrinkflaschen!
In diesem Augenblick ist meine erste Nervosität endgültig von mir abgefallen.

Kleiner Tipp für alle Traveller:
leere 1,5 l Trinkflaschen niemals wegwerfen, in entlegenen Gebieten sind diese Flaschen ein willkommenes Geschenk für die Tribes. Wir hatten reichlich davon an Bord und haben unterwegs die Tellerlippen und auch die Turkana schon damit glücklich gemacht.

10 von lokichoggio nach kapoeta.jpg

Dank der guten Piste sind es nur zwei Stunden Fahrtzeit von der Grenze bis nach Kapoeta -
und das ganze bis hierhin ohne eine einzige Straßensperre.

12 kapoeta ortseingang.JPG

13 kapoeta schild hass petroleum.jpg

Mein erster Eindruck von Kapoeta?

Regen !!!

8)

14 kapoeta regen.JPG
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Südsudan - Kapoeta - Übernachtung/Camping im Mango Camp

Beitragvon Birgitt » 02.10.2012 21:30

Der beste Platz zum Übernachten in Kapoeta ist das Mango Camp von Bruce Pike -
besten Dank an Claudia und Hannes für diesen Tipp !

Der US-Amerikaner Bruce und seine kenianisch-südsudanesische Staff sorgen dafür,
dass man sich wohlfühlt im Camp.


Kontakt:
Mango Camp
NSSS New Sudan Service & Supply
Old Juba Road (Ortsrand Kapoeta in Richtung Juba am Thingata River)
Kapoeta - Eastern Equatoria
Südsudan

mobil Bruce: +254 733 361 998 und +211 928125039
mobil Jones: +211 9568458 und +211 928758175 und +211 919679712
mobil James: +211 928540358 +211 910479023 +211 955883929
Thuraya +88 2166 4333 4042

email Bruce: pike@mangocamp.com
email NSSS 1: nsss.kapoeta@yahoo.com
email NSSS 2: nsss.kapoeta@gmail.com

http://www.mangocamp.com

Koordinaten: 004°046.608'N 033°035.076'E


Man ist noch nicht ganz im Camp, da wird man von den 5 Haus-Schafen begrüßt ;-)

kapoeta mango camp schafe.JPG

Restaurant-/Bar-Bereich mit Blick auf die Tukuls -
die Tukuls werden hauptsächlich von Geschäftsleuten, NGOs und Politikern auf der Durchreise genutzt

kapoeta mango camp bar.JPG

Es tut gut, einfach 'mal ein bißchen abzuhängen,
Reisenotizen zu machen und Vögel zu beobachten

Davon gibt es hier eine Menge -
überall stehen Schalen mit Wasser für die Vögel bereit,
der Andrang ist entsprechend

Hier eine Meute des weit verbreiteten Purpurglanzstar

kapoeta mango camp bar vögel.JPG

Diese beiden Exoten haben es mir besonders angetan

kapoeta vögel 1.JPG

In der Sonne leuchtet das Federkleid regelrecht -
hat jemand eine Idee, was das für ein Vogel ist?

kapoeta vogel 1.JPG

Auch Bambi traut sich nach einiger Zeit zaghaft heran -
im Mango Camp springen einige kleinere Gazellen und Böckchen frei rum

kapoeta bambi.JPG

Mango Camp besitzt einen eigenen großen Obst- und Gemüsegarten,
mit allem, was das Herz begehrt.
Von der Mango ;-) über Papaya, Banane bis Tomaten, verschiedenen Paprikasorten, Kürbissen, Eggplants und eine Vielzahl an mir unbekannten Gemüsesorten

Diese grüne Oase hier ist erstaunlich, zeigt aber, dass es sehr wohl möglich ist, auch an einem Ort wie Kapoeta einen schönen Garten anzulegen und die Früchte und das Gemüse später zu ernten, wenn man diese Pflanzen etwas pflegt, sich kümmert und regelmäßig wässert!

kapoeta mango cammp garten.JPG

Der Gärtner hier kümmert sich liebevoll um seine Babys ;-)
und erklärt geduldig die Botanik 8)

(und der Koch erklärt später noch geduldiger die Rezepte)

kapoeta mango camp gärtner.jpg


Der Campingbereich ist am anderen Ende des Platzes, man steht unter schattenspendenden Bäumen,
die sanitären Einrichtungen hier sind deutlich einfacher als im Bereich der Tukuls,
aber sauber und Wasser in Massen!
Wem ein paar Meter zu Fuß nichts ausmachen, kann gerne auch die Duschen/Toiletten bei den Tukuls nutzen.

Im Campingbereich gibt es auch einige Außenwaschbecken, sehr praktisch!


Bezahlt wird im Mango Camp in "harter Währung" ;-)

Preis für Camping mit 4x4 und Dachzelt: 10 US$ pro Person/Nacht
Preis Restaurant: 16 US$ für ein Dinner (3-Gänge - super lecker, empfehlenswert!)
Preis Bar: 1,50 US$ Flasche Soda (Cola, Fanta ...) und 2 US$ Bier (Tusker, Pilsener)

Preislisten:

kapoeta mango camp preisliste 1.JPG
kapoeta mango camp preisliste 2.JPG


Der Betrieb des Mango Camps ist ein klein wenig das Hobby von Bruce -
das merkt man, sonst sähe der Platz sicherlich anders aus, wenn man bedenkt,
womit hier eigentlich das Geld verdient wird:

New Sudan Service & Supply -
ist eine Drilling Company, spezialisiert auf Bohrlöcher für die Wasserversorgung

dies erklärt auch, wieso Wasser auf dem kompletten Compound keine Rolle spielt,
es ist da, ausreichend! Und sauber!
Das heißt, das Wasser, was im Mango Camp aus den Leitungen fließt, ist bestes Trinkwasser!

NSSS Kapoeta logo.jpg

Workshop mit den Rohren und Gestänge

NSSS kapoeta workshop.JPG

nsss kapoeta rohre.JPG

Wasser wird nach Bedarf und auf Anforderung direkt zum Kunden transportiert

nsss kapoeta clean water lkw.JPG

hier die Preise dafür

NSSS Kapoeta wasserpreise.jpg
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Südsudan - Die Wasserversorgung in Kapoeta - AAR Japan

Beitragvon Birgitt » 03.10.2012 14:22

Sich Wasser liefern lassen mittels Tankwagen - wie wir das ja auch vom Oman her kennen - ist natürlich für den "Normal-Südsudanesen" finanziell völlig indiskutabel. Die Menschen gehen zu den Flüssen, oder - wenn vorhanden - zu den Brunnen.

NSSS ist in ganz Südsudan tätig und bohrt Brunnen im Auftrag der Regierung und im Auftrag vieler NGOs,
u.a. auch für AAR Japan und Japan Platform.

Wir haben die Gelegenheit, uns mit Takeshi Ikeda vom AAR Japan Kapoeta Office einige dieser Wasserprojekte in Kapoeta anzusehen

1 kapoeta wasser - aar fahrzeug.JPG

Aus dem Bohrloch wird das Wasser mit solarbetriebener Pumpe in Hochbehälter gepumpt, von dort dann eingespeist in das örtliche Leitungsnetz

2 kapoeta wasser - hochbehälter.JPG

3 kapoeta wasser - aar logo.JPG

Wie auch an unseren Wasserwerksanlagen sind die techn. Einrichtungen, Armaturen u.a., vor dem Zutritt Unbefugter geschützt

4 kapoeta wasser - armaturen.jpg

Das örtliche Leitungsnetz ist nicht aufgebaut wie wir das hier in Europa kennen, d.h. es ist nicht jedes Haus und jede Hütte an das örtliche Versorgungsnetz angebunden, sondern es gibt im Ort mehrere Entnahmestellen, die von der Allgemeinheit genutzt werden können.

Die Entnahmestellen mit modernen Zapfhähnen stellen einen großen Fortschritt für die Bewohner des Ortes dar. Früher mussten die Menschen mit den Handpumpen Schwerarbeit leisten, um einen Kanister Wasser zu füllen. Heute dauert es genau 2,5 Minuten und ein 25-ltr. Wasser-Kanister ist voll.

5 kapoeta wasser - entnahmestelllen 1.JPG

6 kapoeta wasser - entnahmestelllen 2.JPG

Immer noch bilden sich vor den Entnahmestellen lange Warteschlangen

8 kapoeta wasser - warten auf wasser 1.JPG

9 kapoeta wasser - warten auf wasser 2.JPG

Auch der Kleine steht hier und wartet bis seine Mutter an der Reihe ist

12 kapoeta wasser - junge.jpg

Die Menschen haben sich organisiert, nicht jeder bleibt bei seinem Kanister und wartet, dann würde man dort vor lauter Menschen auch nicht mehr treten können. Man stellt seinen Kanister ab, einige Frauen machen nichts anderes, wie befüllen, und wenn die Kanister voll sind, werden sie mit Schubkarren ihren Besitzern "frei Haus" oder Hütte ;-) geliefert

Die Schubkarren - übrigens gesponsert von der deutschen GIZ - erleichtern nochmals das Leben der Frauen. Früher mussten sie Kanister für Kanister nach Hause tragen, heute passen gleich 3 Kanister in eine Schubkarre ... in diesen Momenten wird mir immer wieder bewusst, was ein Luxusgut Wasser doch ist !

11 kapoeta wasser - schubkarre 2.JPG

Und damit es auch kein Durcheinander und keine Verwechslung gibt, ist jeder Kanister mit entsprechenden Markierungen gekennzeichnet

kapoeta wasser - kanister kennzeichnung.JPG


Überschwappendes Wasser wird aufgefangen als Brauchwasser -
mit einer Dornenhecke gesichert, damit die Kühe nicht sofort Besitz von dem kleinen Tümpel ergreifen.

13 kapoeta wasser - brauchwasser.JPG

Wir steigen ins Auto, denn es geht weiter zum nächsten Brunnen -
ein Foto aus dem Heck unseres AAR-Wagens:

Kapoeta Abschied.JPG


Fortsetzung auf der nächsten Seite ...
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