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Wasserknappheit - Der Nil als Quelle für Streit

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Beitragvon Stefanie » 07.11.2010 09:18

Ich denke, da kommen mehrere Aspekte zusammen! In diesem Jahr war ein extrem langer, heisser Sommer. Das fuehrte ua. zu furchtbar hohen Gemuese-Preisen, da nicht ausreichend Wasser vorhanden war.
Dass die Regierung vor allem in Umweinat Massen von Gemuese anpflanzt und exportiert ist sicherlich eine Frage der Devisen. (Meines Wissens hat Saudi Arabien da die Finger drin.) Taeglich brettern die 40-Tonner mit neuen Kartoffeln, Erdnuessen und vielen anderen Leckereien nicht nur duch Baharia. Wir hier haben noch immer die alten,inzwischen schlechten Kartoffeln aus dem letzten Jahr. Mein Vater kauft in Deutschland Bohnen und Kartoffeln aus Aegypten...
Der entscheidende Aspekt ist meiner Meinung nach, dass das Thema Umweltschutz und somit auch vernueftiger Umgang mit natuerlichen Resourcen voellig ignoriert wird. Die Menschen leben, dank der schlechten Ausbildung in den staatlichen Schulen, noch immer im letzten Jahrtausend. Es bringt den Kindern niemand bei, dass es Sinn macht, Wasser zu sparen. Wenn Wasser da ist (und das ist auch in Kairo und natuerlich auf dem Land nicht den ganzen Tag) laesst man es gerne laufen. Geputzt wird zB auch nicht mit Eimer und Lappen: Wasser marsch und mit Abzieher wegschieben. (Das Resultat sieht man an den Haeusern in Kairo besonders: die Hauswaende sind immer voller Wasserflecken und, trotz der Waerme, schimmelig!) Der Wasserpreis ist nicht hoch genug! Beim Strom achten die meisten inzwischen darauf, dass die Lampen nicht unnoetig brennen - das merkt man direkt am Geld. Wasser gibt es zwar offiziell auch nach Wasseruhr, doch liest die kaum jemand ab. Ich zahle 10,- LE pro Anschluss im Monat - und es kann laufen, laufen, laufen...
...und, dass Reis in Aegypten angebaut wird, hat lange Tradition. Die Bauern bekommen ihr Geld, Reis wird subventioniert, da er die Hauptspeise ist...Macht es leider nicht sinnvoller!!!

Das Wasser in Daghla, Kuno, kommt nicht vom Nil. Das ist Grundwasser, wie eigentlich ueberall (ausser den Regionen direkt am Nil). Was uebermaessiger Wasserverbrauch bewirkt, kann man anschaulich in Siwa sehen. Jaehrlich versalzt es mehr!

Noch ein Aspekt ist der Tourismus: reiche Golfer finden Golfen in der Wueste geil. Wir konnten nur knapp ein Golf-Ressort in Baharia verhindern, indem aus dem Gebiet ein Naturschutzgebiet gemacht wurde. (Leider hat der Obermacker der Golf-Ressorts familiaere Bindung zur Frau vom Koenig von Aegypten!) Wie pervers ist das denn??????
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Beitragvon Kuno » 07.11.2010 09:35

Interessant ist auch, dass das Gemuese aus Aegypten bei uns in der CH oft auch mit dem Begriff 'Bio' verkauft wird.
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Beitragvon Alexander » 07.11.2010 11:03

Nicht nur das Gemüse aus Ägypten. Auch Grünzeug aus anderen Ländern auch aus Europe trägt dieses Prädikat. Dennoch hege ich Zweifel, ob überall Bio drin ist wo Bio draufsteht

Grüsse
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Beitragvon Kuno » 07.11.2010 11:42

Du mit deinen Zweifeln :twisted:
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Beitragvon Alexander » 26.11.2010 22:42

Ethiopia PM warns of Nile war

Meles Zenawi said Egypt could not win a war over the Nile river, and accuses Cairo of supporting his country's rebels. mehr...

Grüsse
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Fighting Over the Nile Could Drown Us All

Beitragvon Mathilda » 14.02.2011 09:01

Bei dem prognostizierten Bevoelkerungswachstum (auch der Nil-Anrainer-Staaten) brisanter als je zuvor -fuer alle Beteiligten - (das sind wohl USA und die Urheber-UK :twisted: aussen vor).

"According to US diplomatic cables unveiled by WikiLeaks, Egypt sought to persuade the United States to help postpone the January 8 Independence referendum in South Sudan by four to six years because of the potential loss of Nile water"

-> http://allafrica.com/stories/201101311470.html?page=2


"Experten halten die Krise für „sehr ernst“. Vorerst setzt Kairo aber auf seine guten Beziehungen zur westlichen Welt, auf die Strategie der Weltbank und anderer internationaler Finanzinstitutionen, die keine Projekte in den Nil-Anrainerstaaten finanzieren wollen, wenn Ägypten nicht zustimmt. Doch schon zeigen sich Israel und China bereit, Energie- und Bewässerungs-Projekte am Oberlauf des Nils durchzuführen. Die Spannungen könnten sich auch noch weiter verschärfen, wenn der Südsudan seine Unabhängigkeit erklärt und eigene Ansprüche auf den Lebensquell Nil stellt.

Ägypten hat keine Wahl, als eine Ära der Verständigung und Partnerschaft mit den anderen Nil-Ländern einzuläuten – zum gemeinsamen Vorteil aller, bevor der Streit um den längsten Fluss der Erde außer Kontrolle gerät" aus

http://koptisch.wordpress.com/2010/11/2 ... er-gotter/

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Re: Wasserknappheit: Ägyptische Bauern streiten um das Nilwa

Beitragvon Alexander » 17.09.2011 18:01

Anscheinend ist man nun an einem gemeinsamen Projekt interessiert.
Neue Regierungen, neue Beziehungen. Man sucht nach einer Win-Win-Situation....

Egypt and Ethiopia to review Nile river dam
Egypt says Ethiopia's planned Nile project "could be source of benefit" as two countries open new chapter in relations.

Ethiopia and Egypt have agreed to review the impact of a planned $4.8bn Nile river dam, which Addis Ababa announced in March, in a bid to open a "new chapter" in once-strained relations. mehr...

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Wasserknappheit - Streit ums Nilwasser

Beitragvon Birgitt » 07.10.2011 20:22

Geopolitisches Tauziehen am Nil
28.09.2011 - zenith

Ägypten und Äthiopien nähern sich in der Frage um die Nutzung des Nilwassers an. Alle Anrainerstaaten brauchen den Nil, wollen sie sich wirtschaftlich fortentwickeln. Ägypten überdenkt seine Außenpolitik: Das erste Mal seit dem Sturz Hosni Mubaraks empfing die Übergangsregierung von Essam Sharaf in der vergangenen Woche eine offizielle Delegation aus Äthiopien. Mit im Gepäck hatte Ministerpräsident Meles Zenawi einen Plan zum Bau eines 4.8 Milliarden US-Dollar teuren Staudamms und des größten Wasserkraftwerks Afrikas am blauen Nil unweit der sudanesischen Grenze ... mehr

Siehe dazu auch :arrow: Aegypten? Keine Chance!

Gruß
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Re: Wasserknappheit - Der Nil als Quelle für Streit

Beitragvon Alexander » 04.09.2012 18:33

Wikileaks: Sudanese launchpad for Egyptian attack on Ethiopian dam

Was Wikileaks hier veröffentlicht, hört sich an wie der vorprogrammierte Disput zwischen Ägypten und den restlichen Nil Anrainern. Hat die Region nicht schon genug Probleme?

September 3, 2012 (LONDON) – Egyptian authorities fearful of a monopoly on Nile waters received agreement from Khartoum to build an airbase in Sudan, to launch attacks on Ethiopian damming facilities, claims the anonymous media outlet; Wikileaks.

Wikileaks has leaked files allegedly from the Texas-based global intelligence company, Stratfor, which quote an anonymous “high-level Egyptian source,” claiming the Egyptian ambassador to Lebanon said in 2010 his nation would do anything to prevent the secession of South Sudan because of the political implications it will have for Egypt’s access to the Nile. mehr...

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Nilwasser - Ägypten verneint Absprache mit Sudan

Beitragvon Birgitt » 25.09.2012 22:49

An Egyptian official has emphatically denied the veracity of allegations that his country had reached an agreement with neighbouring Sudan to use its territories as a launchpad for potential attacks on Ethiopian damming facilities because their dispute over Nile water-sharing.

Egypt denies deal with Sudan to strike Ethiopian dam
24.09.2012 - Sudan Tribune

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Re: Wasserknappheit - Der Nil als Quelle für Streit

Beitragvon Alexander » 20.10.2012 10:57

Ethiopia and Egypt continue fight for Nile water

With the first-ever Nile Basin Initiative (NBI) report on the status of the Nile River, the situation between Egypt and Ethiopia and the angst between the two foes finally has some statistics and analysis to deal with. However, it is unlikely to see any changes in the current policies that have both countries eying future water resources along the world’s longest river. mehr...

Laut Wikileaks plant Ägypten einen Angriff auf den Damm, sollte dieser realisiert werden.

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ET / Aegypten wir mit allen Mitteln kaempfen.

Beitragvon Kuno » 27.10.2012 14:41

Auf jeden Fall, wenn es um das Wasser geht:

Sudanese president Umar al-Bashir has agreed to allow the Egyptians to build an a small airbase in Kusti to accommodate Egyptian commandos who might be sent to Ethiopia to destroy water facilities on the Blue Nile... It will be their option if everything else fails

Von hier: http://www.businessinsider.com/hacked-s ... z2AVSZ6n1k
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Einigung in der Nutzung des Nilwassers erzielt

Beitragvon Birgitt » 09.11.2012 19:29

Ethiopia, Egypt and Sudan have agreed to resume jointly working on organizing sustainable management, utilization and development of the Nile waters under the Eastern Nile Basin. The agreement was reached after water Ministers and representatives of the three countries held a meeting in Ethiopian capital, Addis Ababa, on Thursday.

Ethiopia: Agreement reached on Eastern Nile Basin cooperation
09.11.2012 - Sudan Tribune

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Der Nil - Genug Wasser zum teilen

Beitragvon Birgitt » 17.11.2012 23:31

IRIN hat geschrieben:
WATER: Enough in the Nile to share, little to waste
16.11.2012 - IRIN

ADDIS ABABA - As Ethiopia's massive dam-building plans continue to cause disquiet in downstream Egypt, new research suggests there is sufficient water in the Nile for all 10 countries it flows through, and that poverty there could be significantly eased as long as access by small-scale farmers is boosted.

"We would argue that physically there is enough water in the Nile for all the riparian countries," said Simon Langan, head of the East Africa and Nile Basin office of the International Water Management Institute (IWMI), at the Addis Ababa launch of The Nile River Basin: Water, Agriculture, Governance and Livelihoods [ http://cgspace.cgiar.org/handle/10568/24746 ] published by the CGIAR Challenge Program on Water and Food [ http://www.waterandfood.org/ ].

"What we really need to do is make sure that there is access to this water. Poverty rates are about 17 percent in Egypt but for five of the upstream riparian countries it is more like 50 percent. So, this access to water is very important," he added.

According to a media advisory promoting the book, the Nile "has enough water to supply dams and irrigate parched agriculture in all 10 countries - but policymakers risk turning the poor into water `have-nots' if they don't enact inclusive water management policies."

While better seeds and tools play a key role in boosting agricultural productivity, access to water is even more important, said one of the book's editors, Seleshi Bekele, senior water resources and climate specialist at the UN Economic Commission for Africa.

"The higher water access you have the less the poverty profile... This is not only in comparison between Egypt and upstream countries: within Ethiopia itself, 22 percent less poor were observed in those communities who have access to water," he said.

Access "means that girls can go to school, instead of fetching water from distance that could take hours," he added.

Smallholder farmers, who rely on rainwater to irrigate their crops, could similarly benefit from policies that give them greater access to water in the Nile basin.

The book calls for investment to adopt agricultural water management (AWM) policies, which include irrigation and rainwater collection, so that water-scarce parts of the region are able to grow enough food.

Bekele says improved AWM, seen as key to economic growth, food security and poverty reduction, must be better integrated into the region's agricultural policies.

"It is tempting for these governments to focus on large-scale irrigation schemes, such as existing schemes in Sudan and Egypt, but more attention must also be paid to smaller, on-farm water management approaches that make use of rainwater and stored water resources such as aquifers," he added.

According to IWMI's Langan, "There is enough for the current need, 5.6 million hectares irrigated. The plan to expand to 10 or 11 million hectares. there are questions if there is enough water to do that if we use the water in the same method we do now under the same management."

Call for greater cooperation

The experts also called for greater cooperation among governments of the basin countries.

Egypt and Sudan are still not on board the Nile River Cooperative Framework Agreement (CFA) [ http://www.internationalwaterlaw.org/do ... k_2010.pdf ] signed, after years of fruitless negotiations with Cairo, by six other riparian countries in 2010 in a move to revise the terms of colonial treaties that awarded Egypt and Sudan control over the bulk of the river's waters. The six states particularly object to the veto one treaty gives Egypt over upstream Nile projects.

"The CFA makes it clear that no state will exercise hegemony over the Nile waters and their allocation, or claim exclusive rights," Nile expert and author Seifulaziz Milas wrote in a recent article published on the African Arguments website [ http://africanarguments.org/2012/10/03/ ... ziz-milas/ ].

"The launching of the CFA in May 2010 was a shock to Cairo, which had previously thought it could be blocked. The shock was all the greater as in the same week that the CFA was launched, Ethiopia's [now late] prime minister inaugurated the Tana-Beles Project on the Beles river, a tributary of the Blue Nile," he added.

Concern over new Ethiopian dam

More recently, Cairo has expressed concern that Ethiopia's Grand Ethiopian Renaissance Dam - due for completion in 2015 - would reduce flow into Egypt, 95 percent of whose water comes from the Nile. Addis Ababa says Egypt's 55.5 billion annual cubic metres of Nile water would not be affected. A panel of international experts is due to deliver its findings on the dam's impact in May 2013.

"Today, as in years past, utilization of the Nile remains strikingly inequitable," Ethiopia's Foreign Affairs Ministry said in a recent statement [ http://www.mfa.gov.et/weekHornAfrica/mo ... wi=596#596 ].

"Ethiopia, which contributes over 85 percent of the river's flow, makes no use of it; Egypt, which contributes nothing, continues to argue in favour of its continued status as primary beneficiary. Egypt still justifies this lopsided allocation of use on the basis of obsolete colonial treaties that Ethiopia neither signed nor supported. With all notions of fairness and law in its favour, it is no surprise that Ethiopian governments, past and present, have refused to accept the Egyptian position," the statement added.

Despite the heated rhetoric, major conflict over the Nile is avoidable, according to Bekele.

"I don't think there is any reason to go to war... there is a way to manage the water, in fact to enhance cooperation and to bring more regional integration, for example through power trade and agriculture productivity, " he said.


Quelle: IRIN

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Grand Millennium Dam

Beitragvon Birgitt » 17.11.2012 23:34

Expression of Ethiopia's commitment to the benefit of all the countries of the Nile Basin:

Grand Millennium Dam

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