Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Ralf Kiefer
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Ralf Kiefer »

Alexander hat geschrieben: Aufgrund der hohen Anzahl von Geiseln wäre das Erpressungspotential der Terroristen enorm.
Genau das ist es, was großen Anlaß zu Sorgen gibt.

Dieser Überfall kann keine Spontanaktion nach dem Kriegseintritt von Frankreich in Mali gewesen sein, denn so was organisiert man nicht in den paar Tagen.

Wer ein Camp mit über 600 Leuten überfällt, um diese als Geiseln zu nehmen, hat eine Planungszeit von ein paar Tagen mehr. D.h. ihr Plan war älter. Daß sie es getan haben, zeigt außerdem, in welcher Verfassung die sind. Denn die Entführungen der vergangenen Jahre betrafen typischerweise kleine Gruppen von reisenden Europäern, aber nicht ein ganzes Camp mit überwiegend Einheimischen. D.h. die haben motiviertes Personal von "außerhalb", die Waffen, die Fahrzeuge, die Infrastruktur für "hinterher". Daher vermute ich, daß es nicht bei diesem einen Überfall in dieser Größenordnung bleiben wird. Wenn das algerische Militär diesen Gedankengang in ähnlicher Form vollzogen hat, dann ist die Motivation verständlich so schnell wie möglich einzugreifen und die Geiselnahme zu beenden.

Ein ganz übles Gefühl hätte ich jetzt als Europäer, wenn ich beruflich in solchen Camps zu tun hätte. Bisher konnte man sich dort sicher fühlen. Bisher ...

Gruß, Ralf
wuestegobi
Beiträge: 9
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von wuestegobi »

Ja sicher sind sie aus Rache umgebracht worden - und weil es gottlose Westler waren. Als ob man mit einem Kriminellen wie diesem Mokhtar Belmokhtar hätte verhandeln können. Mein Beileid den Angehörigen der ermordeten Geiseln und der bei den Kämpfen getöteten Soldaten. Und Hurra, dass es nun wieder eine Reihe "Märtyrer" gibt, auf die deren verblendete Gesinnungsgenossen stolz sein können.
tomduly
Beiträge: 46
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von tomduly »

ickler hat geschrieben:Glaubt doch bitte nicht alles was die medien sagen.....
Moin,

ich bin auch noch skeptisch. Die Informationslage ist mehr als spärlich. Algerien stand aufgrund der in Mali anlaufenden internat. Operationen massiv unter Erfolgsdruck und musste jetzt rasch Ergebnisse liefern.

Mir stellen sich einige Fragen, auf die ich in den zugänglichen Informationsquellen keine Antworten finde:

- Warum überlässt man die Gas- und Öl-Förderanlagen sicherheitstechnisch sich selbst?

Das ist doch alles freies weit überschaubares Gelände - warum zieht man um die Anlagen nicht Zäune resp. V-Gräben, oder beides und postiert hinreichend viel Militär dort. Zumindest in den zentralen Einrichtungen/Camps wäre das realisierbar. Die Berichte von Reisenden über minimale und reichlich verschlafene Checkpoints zeigen doch, dass Algerien dort nicht mit "Angriffen" gerechnet hat oder sie billigend in Kauf nimmt.

- Wie nah steht das alg. Militär den Terroristen?

Für mich zählt das algerische Militär nach wie vor nicht zu den "Guten" - eher zu den Opportunisten. Die Bilder von mit Schutzplanen verpackten T-irgendwas Panzern, die vorgeblich das Lager mit den Geiseln und Terroristen "umstellt" hätten, überzeugen mich nicht wirklich. Ebensowenig wie die nun sehr plötzliche Vollzugsmeldung "alle tot, alles gut" Zu schön, um wahr zu sein. Die können da unten doch machen, was sie wollen, es kann keiner nachprüfen und es gibt keine glaubwürdigen Beobachter. Wer siegt, bestimmt die Regeln. Die beim Sturm noch vorhandenen Geiseln sind tot - auch praktisch, dann gibt es keine gegenteiligen Aussagen über den Ablauf der "Operation". So innig mit lokalen Größen (auch vom Militär) verbandelt, wie man Belmoktar und seine Bande in den letzten 10 Jahren erleben durfte, hab ich so meine stillen Zweifel, an der sortenreinen Trennung in gute und böse Jungs da unten.

- Wer sind (waren?) die Geiselnehmer?

Auch hier wieder überraschend klare Vorstellungen seitens der Algerier: Libyer, Tunesier und Nigerier. Fehlte nur noch der Link zu ihren jeweiligen Facebook-Profilen. Ich will das nicht zu einer inneralgerischen Angelegenheit stilisieren, aber die Erklärungen über die Identitäten waren mir etwas zu reflexhaft, zu schnell und zu eindeutig.

- Selektive Wahrnehmung bei Saharareisenden?

Dann der letzte Punkt, der mich umtreibt. In den letzten Wochen liest man wieder nette Reiseberichte von Rückkehrern aus Tunesien: alles prima wie immer, Festival in Douz toll, viel Verkehr auf der Strecke "zum See", an Ksar Ghilane angenehme Abwesenheit von Weissware. Uniformierte allesamt relaxt. Schön. Nur die Polizeistation wurde vor dem Douzer Mob in Sicherheit gebracht und an eine Fluchtroute (nach Kebili) an den Ortsrand umquartiert. Mir kommts aber dennoch vor, wie ein Tanz auf dem Vulkan. Keine zwei Jahre ist es her, dass Ghaddafis Waffenarsenale aufgebrochen und ihre Inhalte ans darbende Wüstenvolk verteilt wurden. Aus dem Sahel liest man zeitgleich, dass das Entführungsbusiness mittlerweile zu einem bestimmenden Wirtschaftsfaktor geworden sei mit Umsätzen in zweistelligem Millionenbereich pro Jahr.
Dann mein déja vu, das ich kürzlich hatte: Tunesienrückkehrer berichten, dass sich tunesische "Guides" darüber beklagten, die Europäer würden ihre Dienste nicht nutzen, nur herkommen, ihre Verpflegung von zuhause mitbringen, lediglich Diesel konsumieren und ihren Müll zurücklassen. Unmut in der lokalen Guide-Szene lese ich daraus. Wie hiess es 2002 im Sahara-Info: "...algerische Guides beklagen sich zunehmend über autonom reisende Europäer, die mit ihren PS-starken Reisemobilen die Dünen der Sahara platt fahren würden.." der Rest der algerischen Geschichte in den folgenden Jahren ist bekannt. Ich hab momentan ein ganz ganz komisches Gefühl, was das unbekümmerte Reisen in das tunesische Dreiländereck angeht. Man befindet sich dort IMO in einer komplett rechtsfreien Zone und weiss nie, mit wem wer dort unten gerade kungelt.
Spätestens seit dem schrägen Grenzzwischenfall einer dt.-ital. Reisegruppe 2008 zwischen El Borma und "dem See" glaub ich da unten keinem mehr was. Die Reisegruppe wurde damals von einer algerischnr Grenzpatrouille auf eindeutig tunesischem Terrain aufgebracht (hab den GPS-Track vorliegen) und ins algerische Borma verfrachtet, nur PKW durften mit, LKW musssten zurück gelassen werden. Dann nach einer knapp einwöchigen Odyssee wurde die Gruppe in einer Art imszeniertem Schnellgerichtsverfahren in einer Kaserne zu irgendwas verurteilt und musste dann nach einer hektischen Konvoifahrt in den Norden über Hassi Khelifa/Hazoua blitzschnell das Land verlassen. Zur Bergung der im Zwischenfallgebiet zurückgelassenen LKW haben die Betroffenen dann zwei Tunesier mit einem Pickup gechartert, die dann für viel Geld und Rotwein einen Trip bis auf wenige Kilometer vor den Ort des Zwischenfalls machten, dann aber, wie vom Donner gerührt stehen blieben und nicht mehr weiterfuhren. Die letzten Kilometer mussten zu Fuss zurückgelegt werden, der LKW wurde dann gottseidank intakt (mit noch lebendem Hund an Bord - der musste auch zurückbleiben) vorgefunden und wurde auch ohne Zwischenfälle letzlich heil zurückgebracht. Pikantes Detail am Rande: der Anführer der algerischen "Grenzpatrouille" gab dem (mir persönlich gut bekannten) LKW-Eigentümer seine Handynummer und den dringenden Rat, ihn vor der Rückholung anzurufen und ihm Bescheid zu sagen, damit er seine Patrouille in dieser Zeit "zufällig" woanders macht, um ihn nicht nochmal Hops nehmen zu müssen...Die Handynummer des Algeriers hab ich ebenfalls.
Will damit sagen, "da unten" ist es schlimmer als auf hoher See und vor Gericht, man ist nicht mal nur in Gottes Hand, man ist vor allem Spielball irgendwelcher lokaler Clans und Warlords.

Bin sehr skeptisch, über das was da gerade wieder abgeht.

Grüsse

Tom
Wolfgang K
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Wolfgang K »

Womit wir uns einig wären, dass die französiche Intervention nicht Ursache sondern nur der Auslöser ist und die Pläne für etliche Sauereien in der Schublade liegen.

Algerien und Tunesien sind verständlicherweise nicht an einer Eskalation interessiert, sondern versuchen irgendwie mit der Bedrohung im Hintergrund klarzukommen. Der Fall Mali hat aber eben gezeigt, dass die Eskalation keinerlei Anlass braucht, sondern ein verschieben der Kräfteverhältnisse gereicht hat, damit die Lage von selbst eskaliert.

In Tunesien ist zwischen Mednine und Gabes vor ein par Tagen ein riesiges Waffenlager ausgehoben worden (4 Lastwagen voll AK47 und RPGs). Das zeigt, dass man auch hier an einem Verschieben der Kräfteverhältnisse arbeitet, oder sich zumindest daran versucht. Die Tunesier haben das zwar anders im Griff als in Mali, aber für ein irre Einzelaktion kann es doch einmal reichen. Das wird man dann praktischerweise den Franzosen in die Schuhe schieben (präventiv in der Presse schon geschehen), aber letztendlich ist man sich schon im Klaren, dass die Bärte ohne hin überall versuchen Fuß zu fassen und dagegen nur die Keule hilft.

@Tom:

Der Vergleich der Situation in Tunesien mit der Situation vor 2003 in Algerien ist eine Überlegung wert. Zwei Dinge sind jedoch anders: Anders als in Algerien ist die Sortentrennung Bärte / Sicherheitsbehörden in Tunesien sicher ausgeprägter. Des Weiteren halte ich die „Guide“-Fraktion in Tunesien nicht für so dämlich wie ihre Kollegen damals in Algerien die ich größtenteils für Claqueur und zum Teil zumindest für Mitwisser ab einem bestimmten Zeitpunk halte. Den Tunesiern dürfte nach dem herbstlichen „Geniestreich“ und einer anschließend sehr ruhigen Saison aber klar sein, dass es auf diese Weise nichts zu gewinnen gibt. Weniger Einsicht in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.
Das alles ändert aber obendrein nichts daran, dass die Distanzen in der Tat sehr gering sind. Meldungen über erneute Grenzverletzungen gab es die Tage schon..

Grüße
Wolfgang
Alexander
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Alexander »

Das hört sich alles nicht gut an

Geiselnehmer drohen mit weiteren Angriffen

Nach der blutigen Geiselnahme in der algerischen Industrieoase In Amenas haben die maghrebinischen Dschihadisten weitere Anschläge auf westliche Interessen in Algerien angekündigt. Alle Algerier seien aufgerufen, sich "abseits von Standorten ausländischer Unternehmen zu halten", erklärte ein Sprecher der Islamisten der mauretanischen Agentur Agence Nouakchott d'Information (ANI). "Wir werden auftauchen, wo uns niemand erwartet." mehr...

und

Zu dem Kommando hätten Männer aus Mali, Ägypten, Algerien, Niger, Mauretanien und Kanada teilgenommen, sagte er.

Grüsse
Alexander
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Birgitt
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Birgitt »

Ein kleiner Hinweis noch bezüglich der Diskussion zu Tunesien. Das AA hat gestern seine Reise-/Sicherheitshinweise um folgenden aktuellen Hinweis ergänzt:
Auswärtisges Amt hat geschrieben:Im Grenzgebiet zu Algerien und Libyen abseits der befahrenen Pisten im südlichen Sperrgebiet bestehen erhebliche Entführungsrisiken. Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen in das Gebiet südlich der Linie, die von der Grenze zu Algerien über Tozeur - Douz - Tataouine führt, wird abgeraten. Im Süden Tunesiens besteht außerdem eine militärische Sperrzone. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in diese entlegenen Gebiete eindringlich ab ... mehr
Gruß
Birgitt
Walter
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Walter »

Bei der Militäraktion gegen die Geiselnehmer in der algerischen Wüste sind zumindest 55 Menschen getötet worden. Insgesamt starben laut Innenministerium nach vorläufigen Angaben bei dem viertägigen Geiseldrama 21 Geiseln, zwei weitere Opfer und 32 Entführer.
mehr: http://www.orf.at/stories/2162157/2162158/

Gruß
Walter
Walter
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Bewusstsein der Gefahr

Beitrag von Walter »

Weiter fällt mir auf, daß es noch gar keine Stimmen gab, daß die Europäer und Japaner, die dort in Algerien festgehalten oder getötet wurden, doch selber schuld seien, wenn sie in ein solches Land fahren,
Zur Abrundung des Bildes: nach "Ohrenzeugen" war zumidest bei einer Geisel doch ein Bewusstsein über die Gefahr vorhanden, aber die Aussicht auf eine gute Bezahlung hatte wohl mehr Gewicht:
„Er hat gewusst, dass es dort gefährlich ist. Er hat mir auch erklärt, dass er dort eigentlich nicht rausgeht und die paar Monate, die er dort ist, nur arbeitet“
aus: http://noe.orf.at/news/stories/2567819/

Wie man las, haben BP und Statoil weiteres Personal aus anderen Stationen schon abgezogen.

Gruß
Walter
ickler
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von ickler »

hej
ja, tom.....ich gebe dir vollkommen recht...es sind noch viele fragen offen.

kennt wer dieses buch: schmutziger krieg in algerien....von habib souaida...ehemaliger offizier und fallschirmjäger der
spezialkräfte der algerischen armee.

ich kann das buch echt empfehlen.

gruss
harald
Kuno
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Re: Bewusstsein der Gefahr

Beitrag von Kuno »

Walter hat geschrieben:
„Er hat gewusst, dass es dort gefährlich ist. Er hat mir auch erklärt, dass er dort eigentlich nicht rausgeht und die paar Monate, die er dort ist, nur arbeitet“
aus: http://noe.orf.at/news/stories/2567819/
Walter, das ist jetzt wohl so ziemlich der belangloseste Artikel, den du je hier eingestellt hast. Irgend ein Lokalschurni geht ins Sportstadion der Wohngemeinde von einem Oesterreicher, der in in-Amenas gearbeitet hat und fragt dort die Leute, ob sie ihn kannten. Der Schurni kann noch nicht einmal warten, bis der Mann zurueck ist... aber einer meint: "Er hat gewusst, dass es dort gefaehrlich ist..." Super. Und danke fuer den Link.
tomduly
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Registriert: Do 6. Jul 2006, 11:26

Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von tomduly »

Moin,

fast schon familiär: unser Mann in Mali
"Der Anführer der wichtigsten islamistischen Terrorgruppe in Mali ist ein alter Bekannter der deutschen Bundesregierung und galt in Berlin lange Zeit als verlässlicher Gesprächspartner. Iyad Ag Ghali, der heute die radikalislamistischen Kämpfer der Gruppe Ansar al-Din anführt und wichtigster Kommandeur der Terrorgruppen in Mali ist, hat 2003 auf Bitten der Bundesregierung Verhandlungen mit algerischen Geiselnehmern geführt. "
(SPIEGEL Online vom 20.01.2013)
Grüsse

Tom
PeterM
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von PeterM »

Die BP hat eigene Securities mit recht umfassender Bewaffnung in Battalionsstärke in Algerien, offenbar war In Amenas als sicher qualifiziert worden.. Sobald irgendwo "Terrorismus" draufsteht, macht die ANP das aber selbst, einziges Korrektiv ist die US-Aufklärung, und ich kann mir vorstellen, dass die ANP überstürzt reingegangen ist, weil sonst am nächsten Tag ein US-SOCOM drinnen gestanden wäre.

Die 97.000 unterschiedlichen Grüppchen und Interessen im algerischen Apparat kennen wir doch seit 2003..warum soll sich was geändert haben? Die zentralregierungs- und generalstabsnahen Journalisten in Algerien resümieren wenigstens in die Richtung "jetzt muss der Kampf gemeinsam weitergehen" - bleiben wir Optimisten, dass sich da wirklich etwas bewegt.

Ad Tunesien: Ich predge jedem, der mich fragt, den verordneten 30km-Sicherheitsstreifen zu Algerien einzuhalten oder auch eigenständig zu vergrößern. Die Tunesier machen einen guten Job, und den muß ich nicht erschweren. Aber auch in dem Forum gibt es Postings, dass jemand stolz ist, ein paar km nahe der algerischen Grenze übernachtet zu haben. Da bleibt die "Algerische summarische Lösung" die einzige, und ich werde den Hinterbliebenen nicht kondolieren.

Grüsse
Peter
Birgitt
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Algerien - In Amenas - Weitere Leichen entdeckt

Beitrag von Birgitt »

Bisher sprach Algeriens Regierung von 23 getöteten Geiseln, doch diese Zahl könnte sich dramatisch erhöhen: Algerische Truppen haben nach dem Geiseldrama in der Gasanlage In Amenas 25 weitere Tote gefunden. Die algerische Regierung befürchtet, dass die endgültige Zahl der Opfer noch höher liegen könnte.
Soldaten entdecken weitere Leichen
20.01.2013 - Süddeutsche

Gruß
Birgitt
Milli_Vanilli
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Wohnort: Wien

Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Milli_Vanilli »

Hallo zusammen,
es ist IMMER tragisch, wenn unschuldige Menschen getötet werden,
meinaufrichtiges Beileid den Familien der Opfer;

Doch ein Punkt ist hier bisher nicht (richtig) gewürdigt worden:
Alle Personen in diesem Gasfeld waren dort BERUFLICH, und nicht als Touris oder so,
(vielleicht ein paar gerade zu Besuch)?

Nachdem ich zwar für eine NGO vor Jahren im Nordirak (Kurdenkrise) war,
weiß ich auus Erfahrung, dass man bereit sein muss,
ein gewisses (Rest)Risiko auf sich zu nehmen,
um dieser Tätigkeit nachzugehen,
nur dass es bei der NGO nicht um die sonst (gute) Bezahlung geht.

Die Verterilung der Geiseln zu verhindern,
war der einzige richtige Weg,
abgesehen von der (hoffentlich) abschrekenden Wirkung für andere Bärte;

LG

Milli_Vanilli
Turi
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Registriert: Di 14. Feb 2006, 21:49
Wohnort: Ostschweiz

Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Turi »

Doch ein Punkt ist hier bisher nicht (richtig) gewürdigt worden:
Alle Personen in diesem Gasfeld waren dort BERUFLICH, und nicht als Touris oder so
Und was bedeutet das?
Müssten die sonst hungern?
Die sind genauso freiwillig dort wie jeder Tourist und profitieren, wenn's gut geht.
Der Tourist bezahlt noch dafür.
Das Risiko hat man aber auch wenn man ein Flugzeug besteigt.

Ich denke es ist sich jeder bewusst was für ein Risiko er eingeht, oder nicht??

Die hatten einfach Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort, das waren auch schon Besucher in einer Berliner Disco.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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