Regie: Yasemin Samdereli
Deutschland 2010 - 101 min.
Kinostart: 10.03.2011
Cenk Yılmaz, ein sechsjähriger Junge, ist tief verunsichert über seine Identität. Er wird in seiner Schule in Deutschland auf dem Fußballplatz übersehen. Als Kind eines türkischen Vaters, Ali, und einer deutschen Mutter, Gabi, steht er zwischen den Kulturen. Trotz seines türkischen Erbes spricht Cenk kein Wort Türkisch, was seine innere Zerrissenheit weiter verstärkt.
Bei einer familiären Zusammenkunft gibt es zwei bedeutende Ankündigungen. Fatma, Cenks Großmutter, enthüllt, dass sie kürzlich die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hat. Parallel dazu verkündet Großvater Hüseyin seine überraschende Entscheidung, ein Haus in seinem türkischen Heimatdorf erworben zu haben. Er plant, dieses Haus als Sommerresidenz zu nutzen und möchte, dass die gesamte Familie zur Renovierung in die Ferien in die Türkei reist.
Gleichzeitig mit der aktuellen Familiendynamik erzählt Canan, eine ältere Cousine von Cenk, ihre Familiengeschichte in episodischen Rückblicken. Sie erzählt von der mutigen Liebe ihres Großvaters Hüseyin zu Fatma, einem Mädchen aus einem Nachbardorf. Weitere Episoden von seiner Heirat mit ihr und schließlich von seiner Ankunft in Deutschland als Gastarbeiter in den 1960er Jahren. Als Hüseyin später seine Familie nach Deutschland holte, wurden sie alle mit der Herausforderung konfrontiert. Sie mussten sich in einem fremden Land mit unbekannter Sprache und Kultur zurechtzufinden.
In der Gegenwart macht sich die Großfamilie auf den Weg in die Türkei, um das kürzlich erworbene Haus von Hüseyin zu begutachten. Während der langen Reise dorthin kommen die individuellen Probleme und Kämpfe jedes Familienmitglieds zum Vorschein. Besonders bemerkenswert ist Hüseyins aktuelle Situation: Er hat kürzlich eine Einladung zu einer offiziellen Veranstaltung für Gastarbeiter im Schloss Bellevue erhalten und ist unschlüssig, wie er diese Ehre annehmen soll.
Die Reise erreicht einen emotionalen Höhepunkt mit dem unerwarteten Tod von Hüseyin. Trotz seiner deutschen Staatsbürgerschaft wird ihm eine Beerdigung auf einem islamischen Friedhof von den türkischen Behörden verweigert. Infolgedessen entscheidet sich die Familie, ihn in seiner Heimatstadt zu begraben. Cenk, der den Verlust seines Großvaters verarbeitet, sieht seine Familie sowohl in ihrer jetzigen Form als auch als junge Einwanderer aus den 1960er Jahren. Die Geschichte schließt mit Cenk, der vor der Bundeskanzlerin Angela Merkel die Rede hält, die Hüseyin für die Dankesveranstaltung im Schloss Bellevue vorbereitet hatte ... mehr

Gruß
Birgitt




