Libyen / Mit dem 'Hoovercraft' in die Sandsee (1968)

Kultur- und Politikgeschichte über die im Wüstenschiff behandelten Regionen.

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Kuno
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Libyen / Mit dem 'Hoovercraft' in die Sandsee (1968)

Beitrag von Kuno »

Auf dieses Thema bin ich gestossen, als ich mir mal eine kleine Flotte von Luftkissenbooten kaufen wollte...

Im Jahre 1968 sassen die Briten noch fest in el-Adem AFB und machten sich ernsthaft Gedanken, wie man die Wueste am besten bereisen koennte. Die Herren von der Insel waren damals richtig begeistert von den uneingeschraenkten Moeglichketen ihrer neuen Luftkissenboote und wollten damit nun auch das Land erobern.

SRN.5 war das auserwaehlte Stueck, welches den Beweis erbringen sollte, dass man in der Wueste am besten mit dem Luftkissenbot unteregs ist.

Die Teststrecke verlief von el-Adem ueber Giarabub in die Sandsee.

Los gings.

Die Staubentwicklung war natuerlich nicht ganz unbetraechtlich aber der flache Kiesboden suedlich von el-Adem schine sonst gut geeignt fuer dieses Transportmittel. Allerdings hatte der Boden leider den Effekt, dass die Neoprenschuerzen eeeeetwas schneller runtergeraffelt wurden als beim Betrieb ueber dem Wasser....

Und dann kam der erste breitere Graben. Die Luft vorne unter der Schuerze raus und die Schnauze senkt sich. Gerade so weit, dass da Boot auf die gegenueberliegende Grabeseite knallt. Hmmm. Man erkannte dass man Graeben besser vermied.

Aus Mangel an Ersatzschuerzen und aus 'Nichtmangel' Graeben fuehr (oder fliegt so ein Ding?) man dann doch nicht weiter als bis Giaraub.

Die Rueckfahrt wollte man dann auf der Strasse machen. War aber schwierig die Spur zu halten und sobald man mit einer Seite ueber das erhoehte Bankett herauskam zog das Gefahert auf die Seite hinaus. Also nichts mit fahren auf der Stasse.

Interessant auch die Schlussfindung des Britischen Militaers: Das Luftkissenboot ist das Wuestenfahrzeug der Zukunft. Dies wurde hier im Test bewiesen. Leichte Einschranekungen muessen in Kauf genommen werden. So die enorme Staubaufwirbelung, der starke Verschleiss an Neoprenschuerzen und die Unfallanfaelligkeit bei 'ungeeigneten Gelaendekonditionen'. Als Loesung fuer das letztere Problem schlugen die Militaers ernsthaft vor, dass die zu befahrende Route jeweils im VORAUS von Helikoptern abgeflogen werden sollte und dass man dann mit Landrovern bunte Makierungen auslegen koennte um zu vermeiden dass der 'Hooovercraft' in den Graben faellt.

Wie wir heute alle wissen hatte die Testkommission des Britischen Militaers eine voellig richtige Einschaetzung abgegeben und der Einsatz von 'Luftkissenbooten' ist heute der Alltag in saemtlichen Wuesten der Welt. Dieses Fahrzeug hat mittlerweile die Autos praktisch voellig verdraengt. Gut dass man sich immer auf die Einschaetzungen des Militaers verlassen kann!

Hier nun die Fotos:

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