Tschad

Kultur- und Politikgeschichte über die im Wüstenschiff behandelten Regionen.

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Alexander
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Tschad

Beitrag von Alexander »

Die Geschichte des Tschad

Schon vor 10000 Jahren lebten Pygmäenvölker im Tschadbecken. Als vor 8000 Jahren die Klimaveränderungen einsetzten und die Wüsten zu entstehen begannen, zogen sie sich in den Süden zurück. Sie vermischten sich mit anderen schwarzafrikanischen Völkern bzw. wurden von ihen verdrängt.

Übersich der Geschichte des Tschad:

4900 v. Chr.: Neolithische Felszeichnungen in den Tibesti Bergen entstehen
600 v. Chr.: Erste teilweise Besiedlung, Gründung verschiedener Reiche (Baguirmi, Logone, Sultanat Quaddai)
9. Jhd.: Abwanderung der schafzüchtenden Kanuri aus dem Tibesti an den Tschad See. Eroberung des Gebietes und Gründung des Königreichs Kanem.
11. Jhd.: Verbindungen zu den Arabern durch Sklavenhandel. Die Kanuri werden zum Islam bekehrt.
12. Jhd.: Kanuri betreiben Sklavenhandel und erobern das Reich der Sao. Kanem heißt nun das vereinigte Königreich Kanem-Bornu
15. Jhd.: Im Norden wandern immer mehr Berber und Araber ein. Gründung der Königreiche Baghimrmi und Waddai. Die drei Reiche werden durch Feldzüge des sudanesischen Rahib az-Zuayr besiegt und zerstört.

19. Jhd: Die deutschen und britischen Forscher Friedrich Konrad Hornemann, Dixon Benham, Johann Heinrich Barth, Adolf Overweg, Eduard Vogel und Gustav Nachtigal erforschen das Gebiet des Tschads.

1889: Franzosen und Briten legen die Grenzen des Tschad fest.
22. 4. 1900: Französische und afrikanische Truppen besiegen unter dem Kommandeur Lamy bei um N’Djamena die Truppen von Bornu, die unter Rahib az-Zuayr kämpfen. Teile des Landes (Norden und Osten) leisten erbitterten Widerstand bis zum Beginn des ersten Weltkrieges. Das Gebiet wird 1908 zum Protektorat und wird 1915 als Kolonie zum Verwaltungsgebiet Französisch-Äquatorialafrika.
Während den Weltkriegen entstehen die neuen Grenzen des Tschad.

1912: Der Sklavenhandel wird verboten

1920: Der Widerstand im Nordern wird durch Fremdenlegionäre gebrochen

1955: Der Grenzverlauf zwischen Libyen und Taschad wird von anerkannt.

1958: Der Tschad erhält seine erste Verfassung und erhält einen autonomen Status

11. 8. 1960: Der Tschad wird unabhängig. Erster Präsident wird Ngarte Tombalbaye, dessen Hauptproblem der Nord-Süd Konflikt ist. Der Norden wird hauptsächlich durch arabische, islamische, Berberstämme bewohnt, der Süden durch schwarzafrikanische Christen.

1966: Gründung der muslimischen Frolinat gegen die Christen im Süden. Auslösung eines Bürgerkrieges.

1969: Frankreich interveniert und unterstützt Präsident Tombalbayes. Algerien, Libyen und der Sudan schlagen sich auf die Seite der Frolinat.

1973: Libyen besetzt den Aouzou Streifen entlang der nördlichen Grenze.

13. 4. 1975: General Felix Malloum putscht, Präsident Tombalbaye wird getötet.

1976: Hebré bricht mit Ghadaffi. Weddeye wird neuer Verbündeter Ghadaffis und kämpft gegen die Zentralregierung des Tschad.

1978: Hissein Habré, der ehemalige Führer der Frolinat wird Premierminister

1979: Hissein Habré wechselt erneut die Fronten und wendet sich Weddeye zu. N’Djamenas wird erobert. Es wird das „Gouvernament d’Union Nationale de Transition“ gegründet und von Weddeye regiert. General Felix Malloum wird abesetzt.

1980: Erneuter Bruch zwischen Habré und Weddeye die in einer weiteren Schlacht um N’Djamena gipfelt. Libyen greift auf Bitte Weddeyes ein. Es kommt zum Bürgerkrieg, in dem Libyen und Frankreich die unterschiedlichen Seiten unterstützten. Ghadaffi muß seine Truppen aber aufgrund Druck Frankreichs wieder abziehen.

1982: Beginn der Zweiten Republik, nach dem N’Djamena durch Habré wieder erobert wurde.

1983: Der Tschad wird am 16. Breitengrad geteilt. Libysches Militär besetzt den Nordteil.

1986 – 1987: Militäroffensive des Tschad mit Unterstützung der Franzosen. Die Operation Epervier (Sperber) beginnt. Libysche Truppen werden auf den Aouzou Streifen zurückgeschlagen.

1989: Vertrag von Algier, der den Aouzou Grenzkonflikt friedlich regeln soll, wird unterzeichnet.
1990: Verhandlungen über den Grenzkonflikt vor dem Internationalen Gerichtshof. Sturz und Flucht von Habré.
1993: Übergangsregierung wird etabliert.
1994: Der Aouzou Streifen wird vom Internationalen Gerichtshof dem Tschad wieder zugesprochen.
1995: Durchführung einer Wählerregistrierung, die vom Obersten Gerichtshof beanstandet und annulliert wird.
1996: Die neue Verfassung tritt in Kraft
1998: Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellen um Youssouf Togoimi (Tibesti-Konflikt).
2001: Wiederwahl Präsidents Déby
Dezember 2001: Zwischen der Regierung und den Rebellen im Tibesti wird ein Friedensabkommen abgeschlossen
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Birgitt
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Re: Tschad

Beitrag von Birgitt »

Tschad: Wie kam es zum Konflikt?
04.02.2008

Die gegenwärtigen Ereignisse im Tschad hängen direkt mit dem Bürgerkrieg im Nachbarland Sudan zusammen. Der 1960 unabhängig gewordene afrikanische Wüstenstaat ist tief geprägt vom Gegensatz zwischen arabisierten muslimischen Nomadenvölkern im Norden und einer schwarzen, teilweise christianisierten sesshaften Bevölkerung im Süden ... mehr

Gruß
Birgitt
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