In der Südtürkei kann man zur Wiege der Zivilisation reisen. In weißen, klimatisierten Bussen geht es über holprige Serpentinen bis zu einem steinernen Tor. Die Touristen – meist Türken, manchmal auch Westeuropäer – fingern an ihren MP3-Spielern und Wasserflaschen und scheren sich wenig um die Anweisungen und Erklärungen der Reiseleiter. Ihr Ziel ist der Gipfel des Hügels. Oben auf dem Göbekli Tepe angekommen, stehen sie plötzlich da wie Comicfiguren, die Münder zu einer Reihe staunender O geöffnet ...
Die Geburt der Zivilisation
National Geographic - Ausgabe Juni 2011
Gruß
Birgitt
Türkei | Göbekli Tepe - Die Geburt der Zivilisation
Moderator: Moderatoren
-
Birgitt
- Moderator
- Beiträge: 35244
- Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
- Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
- Kontaktdaten:
Türkei | Göbekli Tepe - Der Mensch war von Beginn an religiös
Der Archäologe Klaus Schmidt gräbt den ältesten Tempel der Welt in der Südtürkei aus. Der Göbekli Tepe stellt die Annahmen über die Sesshaftigkeit und die Zivilisation auf den Kopf ...
Interview: «Der Mensch war von Beginn an religiös»
National Geographic - Ausgabe Juni 2011
Gruß
Birgitt
Interview: «Der Mensch war von Beginn an religiös»
National Geographic - Ausgabe Juni 2011
Gruß
Birgitt
-
Ralf Kiefer
- Beiträge: 1575
- Registriert: Di 1. Aug 2006, 12:13
- Wohnort: nahe Karlsruhe
Re: Türkei - Göbekli Tepe - Die Geburt der Zivilisation
Hallo!
"Liegt in der Türkei am "bauchigen Berg" eine Wurzel der menschlichen Schrift? Archäologen glauben, dass die Steinzeitmenschen sich dort einige der ersten symbolischen Nachrichten hinterließen. Die frühen Graffiti konnten vieles ausdrücken. Zum Beispiel: "Ich war hier." "
BTW ich auch
Selbstverständlich ohne Graffiti. Mehr in der SZ.
Für mich zählt Göbekli Tepe zu den mystischen Plätzen auf dieser Welt, ähnlich wie der Nemrut Dag (dort um die Ecke, also der mit den Steinköpfen) oder Takht-e-Soleiman in Iranisch-Kurdistan. Man weiß, daß an diesen Ort irgend etwas Wichtiges stattgefunden hat, weiß (noch) nicht, was es war, hat noch einiges an Ausgrabungsarbeiten und Forschungen vor sich und kommt nur an die Informationen, wenn man jetzt bekannte Schichten entfernt und somit zerstört. Vielleicht wird's noch zu meinen Lebzeiten eine minimalinvasive Methode geben, um unter die heute bekannten Säulen in Göbekli Tepe zu schauen oder in den Kieshaufen auf dem Nemrut Dag.
Gruß, Ralf
"Liegt in der Türkei am "bauchigen Berg" eine Wurzel der menschlichen Schrift? Archäologen glauben, dass die Steinzeitmenschen sich dort einige der ersten symbolischen Nachrichten hinterließen. Die frühen Graffiti konnten vieles ausdrücken. Zum Beispiel: "Ich war hier." "
BTW ich auch
Für mich zählt Göbekli Tepe zu den mystischen Plätzen auf dieser Welt, ähnlich wie der Nemrut Dag (dort um die Ecke, also der mit den Steinköpfen) oder Takht-e-Soleiman in Iranisch-Kurdistan. Man weiß, daß an diesen Ort irgend etwas Wichtiges stattgefunden hat, weiß (noch) nicht, was es war, hat noch einiges an Ausgrabungsarbeiten und Forschungen vor sich und kommt nur an die Informationen, wenn man jetzt bekannte Schichten entfernt und somit zerstört. Vielleicht wird's noch zu meinen Lebzeiten eine minimalinvasive Methode geben, um unter die heute bekannten Säulen in Göbekli Tepe zu schauen oder in den Kieshaufen auf dem Nemrut Dag.
Gruß, Ralf
-
Birgitt
- Moderator
- Beiträge: 35244
- Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
- Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
- Kontaktdaten:
Türkei | Göbekli Tepe - Verborgene Geometrie im Steinkreis
Wie konnten Jäger und Sammler mit einer vermeintlich primitiven Gesellschaftsstruktur auf dem kargen Hügel eine derartige monolithische Steinkreisanlage errichten? – Galten die Erbauer von Göbekli Tepe bislang doch als eine weitgehend nomadische einfache Gesellschaft, die gerade einmal die ersten Schritte hin zu Landwirtschaft hinter sich gebracht hatte. Wie das Team um die Archäologen Gil Haklay und Avi Gopher von der Universität Tel Aviv bereits im Januar 2020 im Fachjournal „Cambridge Archaeological Journal“ ((DOI: 10.1017/S0959774319000660), CC BY-NC-ND 4.0) berichtet haben, deuten ihre Entdeckungen statt dessen darauf hin, dass das Bauprojekt Göbekli Tepe noch komplexer war als bisher angenommen und eine Menge Planung und Ressourcen erforderte, wie sie bislang für diese Zeit als unmöglich galten ...
Verborgene Geometrie im Steinkreis: Erbauer von Göbekli Tepe hatten komplexes Wissen und Gesellschaft
30.04.2020 - grenzwissenschaft aktuell
Gruß
Birgitt
Verborgene Geometrie im Steinkreis: Erbauer von Göbekli Tepe hatten komplexes Wissen und Gesellschaft
30.04.2020 - grenzwissenschaft aktuell
Gruß
Birgitt
-
Birgitt
- Moderator
- Beiträge: 35244
- Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
- Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
- Kontaktdaten:
Türkei | Göbekli Tepe - Die verschwundene Zivilisation - Doku
Ältester Tempel der Menschheit. Göbekli Tepe - Die verschwundene Zivilisation
Gruß
Birgitt
Gruß
Birgitt
-
Ralf Kiefer
- Beiträge: 1575
- Registriert: Di 1. Aug 2006, 12:13
- Wohnort: nahe Karlsruhe
Re: Türkei | Göbekli Tepe - Die Geburt der Zivilisation
So toll ist dieser Film leider nicht. Er ist US-amerikanisch geprägt und wird von einem Show-Archäologen moderiert, der eine sehr geringe Informationsdichte in der Filmlänge von 45min unterbringt. Die Informationsmenge ließe sich ausreichend gut verständlich in weniger als 10min Sendezeit unterbringen, das Bildmaterial, das nicht aus der Kategorie "Symbolbild" ist, ebenfalls.
Der Film ist zwar seit über 5 Jahren bei Youtube, aber der Stand ist das Jahr 2012. Das Bildmaterial ist vermutlich teils von vor Juni 2010, dem Zeitpunkt, als ich mir das dort angeschaut hatte. Seither hat sich viel geändert. Einerseits starb Klaus Schmidt, der deutsche Archäologe, leider bereits im Jahr 2014, andrerseits wurden seither wesentliche Teile der Ausgrabungsstätten überdacht. D.h. diesen freien Blick bei Tageslicht auf die Säulen und ihre Reliefs gibt's nicht mehr. Es gibt mittlerweile weitere Grabungsplätze auf dem Hügel.
Rund 1km unterhalb der Ausgrabungsstätte gibt es jetzt Busparkplätze und offensichtlich ein Besucherzentrum. 2010 fuhren wir noch auf Schotterpiste bis ganz hoch
Und oben waren wir außer dem türkischen Aufpasser, der uns mit großem Abstand folgte und nicht aus den Augen ließ, völlig alleine.
Wann man jemals wieder nach Erdoganistan reisen kann, um das (wieder) anzuschauen, steht derzeit in den Sternen :-(
Gruß, Ralf
Der Film ist zwar seit über 5 Jahren bei Youtube, aber der Stand ist das Jahr 2012. Das Bildmaterial ist vermutlich teils von vor Juni 2010, dem Zeitpunkt, als ich mir das dort angeschaut hatte. Seither hat sich viel geändert. Einerseits starb Klaus Schmidt, der deutsche Archäologe, leider bereits im Jahr 2014, andrerseits wurden seither wesentliche Teile der Ausgrabungsstätten überdacht. D.h. diesen freien Blick bei Tageslicht auf die Säulen und ihre Reliefs gibt's nicht mehr. Es gibt mittlerweile weitere Grabungsplätze auf dem Hügel.
Rund 1km unterhalb der Ausgrabungsstätte gibt es jetzt Busparkplätze und offensichtlich ein Besucherzentrum. 2010 fuhren wir noch auf Schotterpiste bis ganz hoch
Wann man jemals wieder nach Erdoganistan reisen kann, um das (wieder) anzuschauen, steht derzeit in den Sternen :-(
Gruß, Ralf
-
Birgitt
- Moderator
- Beiträge: 35244
- Registriert: Di 2. Aug 2005, 22:52
- Wohnort: NRW / Südl. Rheinland
- Kontaktdaten:
Türkei | Göbekli Tepe - Das Dorf, in dem Jäger und Sammler wohnten
Im Südosten Anatoliens errichteten Jäger und Sammler den ersten Tempel der Geschichte und versammelten sich dort zu rauschenden Festen. So lautet die bisherige Annahme. Doch neuere Grabungen in der 2018 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannten Ausgrabungsstätte zeigen: Auf dem Göbekli Tepe hatten die Wildbeuter vor rund 12 000 Jahren auch Wohnhäuser erbaut. War die neolithische Lebensweise – vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern – anders entstanden?
25.12.2023 - spektrum
Gruß
Birgitt
Das Dorf, in dem Jäger und Sammler wohnten»Erst kam der Tempel, dann die Stadt.« [...] Doch die neuesten Ausgrabungen stellen diese These in Frage. Der Anlass dafür war zunächst weniger wissenschaftlicher Natur: Neue Dächer sollten den Fundort schützen, dafür mussten Schächte gegraben und Stützpfeiler in den Boden gerammt werden. Die Archäologen untersuchten vorab das Areal und legten tiefe Sondagen an. Dabei entdeckten sie in den frühesten Schichten des Fundplatzes Mauerzüge – es waren die Überreste von Wohngebäuden [...] berichtet Lee Clare vom Deutschen Archäologischen Institut, Grabungskoordinator und Nachfolger von Klaus Schmidt [...] In den Häusern gab es Feuerstellen, Herdplätze und Abfallgruben. In den freien Flächen dazwischen hatten die einstigen Bewohnerinnen und Bewohner Feuerstein bearbeitet oder aus Knochen und Gestein Perlen hergestellt. Die Archäologen fanden zudem Knochen- und Steinwerkzeuge. Auch Überreste von Rechteckbauten, die Klaus Schmidt frei gelegt und dem Kultbereich zugerechnet hatte, identifizieren die Ausgräber anhand des Fundinventars mittlerweile als Wohngebäude. »Wir haben uns die Funde aus diesen Bauten angesehen. Es sind Mahlsteine und Werkzeuge aus Silex – also die typische Ausstattung jungsteinzeitlicher Häuser, wie man sie auch aus anderen Siedlungen kennt«, sagt Clare, der seine Ergebnisse in einem Aufsatz in den »e-Forschungsberichten« des DAI zusammengefasst hat (CC BY-NC-ND 4.0 Deed)
25.12.2023 - spektrum
Gruß
Birgitt




