starte ich heute einen neuen Thread, denn es scheint, als wäre Ägypten erneut im Umbruch. In diesen Tagen gehen die Menschen in Ägypten wieder auf die Straßen, auch wenn Proteste dieser Art in Ägypten eigentlich verboten sind. Sie fordern den Rücktritt von Präsident al-Sisis ...
In Ägypten haben sich in mehreren Städten Hunderte Menschen zu Protestaktionen gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi versammelt. Oppositionsmedien berichteten von Demonstrationen in Kairo, Alexandria, Suez und Mansura [...] Unklar ist auch, wie die Regierung auf die Ereignisse reagieren wird. Al-Sisi hält sich derzeit in New York auf, um an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung teilzunehmen. Die staatlich gelenkten Medien in Ägypten ignorierten die Proteste zunächst. Zu den aktuellen Protesten aufgerufen hatte der ägyptische Geschäftsmann und Schauspieler Mohamed Ali, der im selbst gewählten spanischen Exil lebt. Vergangene Woche veröffentlichte er mehrere Videos auf Facebook, in denen er al-Sisi und der Armee Korruption vorwarf und zu Demonstrationen aufrief.
Nael Shama, a Cairo-based political analyst, told the AFP that the protests "pose the most serious legitimacy crisis facing Sisi". "No one shouted bread, freedom, social justice like in 2011, they escalated straight to 'Leave' from the first minute," she said, adding: "This is the first time people take to the streets in many years but I am not sure it will be the last."
Auslöser der jüngsten Demonstrationen ist der derzeit im "Exil" lebende ägyptische Bauunternehmer Mohamed Ali. Angeblich hat er für das Sisi Regime Präsidentenpaläste und Luxushotels gebaut, für die er nie Geld bekommen hat. Menschenrechtsgruppen halten sich zurück, da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Geschäftsmann die ägyptische Bevölkerung für seine Zwecke instrumentalisieren möchte.
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Nach Protesten gegen Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi haben die Behörden die bekannte Menschenrechtsanwältin Mahinur al-Masri festgenommen. Al-Masri habe bei den Protesten am Freitagabend festgenommene Demonstranten verteidigen wollen, teilten ihre Anwälte am Sonntagabend mit.
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Damit es am Freitag nicht wieder zu Demonstrationen kam, hatte die ägyptische Regierung vorgesorgt. Zunächst sollen seit vergangenem Wochenende 2.000 Menschen inhaftiert worden sein. Dann hat man wohl den zentralen und geschichtsträchtigen Tahrir-Platz in Kairo vollständig abgeriegelt, ebenso wie mehrere U-Bahn-Stationen. Dennoch kam es in einigen Städten zu neuen Protesten.
Alaa Ab El-Fattah, eine Schlüsselfigur der Massenproteste, die im Februar 2011 zum Rücktritt von Hosni Mubarak geführt hatten, ist erneut inhaftiert worden. Ihm wird vorgeworfen, zu neuen Protesten aufgerufen zu haben. El-Fattah war erst im März nach 5 Jahren Haft freigelassen worden.
Die jüngsten Demonstrationen gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Ägypten haben deutlich gemacht, dass sein Militärregime den Rückhalt in der Bevölkerung verloren hat und zunehmend fragiler wird. Eine Analyse von Taqadum al-Khateeb ...
Gegenüber der Bevölkerung des Landes stützt der ägyptische Präsident die Legitimität seiner Herrschaft vor allem auf zwei Versprechen: Erstens, den Terror zu bekämpfen und zweitens, Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung herbeizuführen. Bis jetzt hatte er jedoch weder mit dem einen noch mit dem anderen Erfolg. Anstatt sich auf den Anti-Terrorkampf auf dem Sinai zu konzentrieren, hat sich Al-Sisi mit den Salafisten verbündet [...] Auch wenn Al-Sisi der "Lieblingsdiktator" des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sein mag, für alle anderen Entscheidungsträger in Washington und seine weiteren internationalen Verbündeten ist der ägyptische Präsident schon längst zur Bürde geworden. Ihnen scheint klar geworden zu sein, dass Repression nicht zu Stabilität führt, wie es zum Beispiel jüngst das Auswärtige Amt erklärte. Die letzte Verfassungsänderung ermöglicht es dem Präsidenten theoretisch bis zum Jahr 2030 im Amt zu bleiben. Angesichts der derzeitigen Lage stellt sich jedoch die Frage, ob er sich tatsächlich bis dahin an der Macht halten kann, und, auch wenn es unvorstellbar scheint, falls ja, wie? Eines steht jedenfalls fest: In den kommenden Tagen und Wochen muss sich Ägypten auf gewaltige Veränderungen gefasst machen.