Erg Cheggaga und/oder Zaher

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Christoph Hiluxchrigu
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Registriert: Fr 2. Sep 2005, 16:59
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Erg Cheggaga und/oder Zaher

Beitrag von Christoph Hiluxchrigu »

Liebe Südmarokko Fahrer
Wir fahren Ende April nach Marokko (zum ersten Mal wieder seit 1979) und möchten, wenn die Zeit reicht, im Süden wieder mal ein bisschen in die Wüste. Im Chebbi muss man sich - wenn ich das richtig lese - ja wohl schon fast um eine Spur im Sand schlagen, drum würde ich dort nur kurz hin und dafür gerne schauen, ob's im Cheggaga etwas weniger schlimm ist. Auf jeden Fall fahren wir dort aber NICHT die nördliche Rüttelpiste, wir wollen in den Sand. Aber wir fahren zusammen mit einem Anfänger. Ich möchte den nicht grad allzu sehr stressen ;-) deshalb hier meine Frage: Gehe ich richtig in der Annahme, dass dort die Dünen so liegen, dass die West-Ost Richtung einfacher zu fahren wäre als Ost-West? Also besser starten in Foum Zguid? Oder spielt's keine grosse Rolle, weil man zur Not ja eh immer in den Oued Draa ausweichen kann?
Und als Zusatzfrage: Hat jemand schon einen Abstecher über den Oued Draa hinüber in den Erg Zaher gemacht? Lohnt sich's?
Ah ja, halt noch eine dritte Frage: Wie viel Zeit habt ihr für die Strecke zwischen Mahmid und Foum Zguid - oder eben umgekehrt - so eingerechnet?
Ah ja, jetzt kommt der Kerl mit noch einer Frage: Wie steht's mit der Dieselversorgung dort unten ?
Ihr seht, wir waren schon ein Weilchen nicht mehr dort ;-) Danke für Eure Hilfe.
E liebe Gruess
Chrigu
Barbara4x4
Beiträge: 465
Registriert: Fr 16. Nov 2007, 13:03

Re: Erg Cheggaga und/oder Zaher

Beitrag von Barbara4x4 »

Hallo Chrigu,

Da das Gelände insgesamt von Ost nach West abfällt halte ich auch diese Fahrtrichtung für einfacher. Für den "Sandfluss" zwischen Dayet Chegaga und Lac Iriqi gilt das in jedem Fall. Grossen Unterschied macht es wohl nicht wirklich.

Zur Not in den Oued Dra ist nicht so einfach. Zwischen den Ergs und dem Dra liegt noch eine weniger erbauliche Fläche und der Dra hat öfter hohe, steile Ufer in diesem Bereich und ist nur in den Furten zu erreichen. Außerdem hat der Dra seit der Flut 2014 seine "Autobahnqualität" verloren. März 2017 war der ehemalige Verlauf der Route unsichtbar. Diesen Plan B würde ich verwerfen.

Der Erg Zaher ist nett, allerdings sind dort Besuche, besonders der motorisierten Art, nicht erwünscht. Und schon gar nicht Dünenfahren. Selbst in den Hochzeiten fuhr dort niemand, zumindest habe ich es nie erlebt. Inzwischen ist auch das Basislager für Wanderer nicht mehr dort, die Zugänge deutlich ungenutzt und teilweise verschwunden.

Ende April könnte es im Chebbi auch schon leerer sein, Anfang Mai ist dort oft schon volle Nebensaison, kaum noch Touristen.

Zur Zeit kann ich nichts sagen, ich habe immer genug davon. :wink: 2-3 Tage? ich brauche gern länger. Und habe so viel Diesel dabei, dass ich über Versorgung in der Region nicht Nachdenken muß.

Viele Grüße
Barbara
Christoph Hiluxchrigu
Beiträge: 66
Registriert: Fr 2. Sep 2005, 16:59
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Re: Erg Cheggaga und/oder Zaher

Beitrag von Christoph Hiluxchrigu »

Hallo Barbara
Danke für die Informationen. Merke, dass wir lange weg waren aus Afrika, so habe ich auch das mit der grossen Flut nicht mitgekriegt. Unsere letzte war im Oktober 2002 in Algerien, als der Erg Bourharet als Insel in einem veritablen See stand und der Qued Tadant als reissender Fluss uns zwang, Youf Ehakit zu vergessen (es stimmt mich bis heute traurig, zu wissen, dass ich das nie in meinem Leben sehen werde) und neue Wege über die Berge Richtung Osten zu suchen, um dann auch die Oubezir Schlucht im strömenden Regen zu besuchen. Faszinierende Fahrten waren das.

Zurück nach Marokko.

Frage zu "Besuche nicht erwünscht". Von wem nicht erwünscht?
Wir wollen ja nicht einfach in den Dünen rumheizen, vielleicht habe ich mich da nicht deutlich genug ausgedrückt. Wir wollen schöne Wüstenlandschaften besuchen.

Und doch nochmal zum Diesel in Südmarokko. Wir haben 130 Liter unten am Fahrzeug, den Rest haben wir jeweils in 1-3 35 Liter Kanistern mitgenommen. Es ist einfach eine Frage der Bequemlichkeit, wie viele von den Dingern wir zuhause lassen können. Die 130 Liter reichen im Normalfall für 900 km, auf harter Piste praktisch gleich weit, und im reinen Sand je nach Tiefe zwischen 500 und 700 km. D.h., gibt's in Südmarokko Strecken wo man über mehr als 700 km keine Tankstelle findet?

E liebe Gruess
Chrigu
Barbara4x4
Beiträge: 465
Registriert: Fr 16. Nov 2007, 13:03

Re: Erg Cheggaga und/oder Zaher

Beitrag von Barbara4x4 »

Hallo Chrigu,

Algerien Oktober 2002 ist Legende, nicht nur deine Route wurde damals geändert :mrgreen:

Zum Zaher gibt es so etwas wie eine Konvention, schoned damit umzugehen und die Region für den sanften Tourismus vorzubehalten. Ud selbst der scheint südlich des Dra noch weiter zurückgegangen zu sein. 2013 gab es ein Biwak dort, was sich die regionalen Anbieter teilten. Heute keinerlei Infrastruktur. Das Biwak wurde von einem Fahrzeug bedient, es gab also immer auch rezente Spuren. Auch die marokkanischen Anbieter hielten sich an den Codex und fuhren nicht bis direkt an den Zaher sondern biwakierten in gehörigem Abstand mit Zahersicht.

Hier noch zu den Veränderungen durch Unwetter und Flut:

http://www.ergsmar.com/tempete-sur-ergs ... -environs/

http://www.ergsmar.com/la-crue-du-draa-inondations-2/

Vor knapp einem Jahr besuchte ich das Gebiet wieder und dachte, ich hätte mich verlaufen, so anders war vieles. Uralte Riesenbäume verschwunden, der Dra hat sein Flussbett teils über 70 Meter nach Norden verlegt. Meine alten tracks zeigen Furten, die es nicht mehr gibt :shock: Keine rezenten Fahrspuren, weder im noch über den Dra, auf der Südseite auch nicht. Die Landschaft hat sich stark verändert, ich habe fast keine meiner alten Landmarken wieder gefunden.

Diesel gibt es in Foum Zguid, Mhamid, Tagounite und vermutlich zur Not bei jedem Touristenbiwak mit Generator. Das mit den 700 km wäre mutwillig schon machbar aber albern. Nur in der Westsahara, da geht auch mehr und ist sogar sinnvoll. Für Marokko reicht ein kleiner Reservekanister für absolute Notfälle bei euerer Reichweite.

Viele Grüße
Barbara
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