Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Jerrit
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Registriert: Mo 16. Dez 2013, 00:03

Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Jerrit »

Hallo allerseits,

eine Frage an diejenigen, die auf Reisen filmen und mir vielleicht einen Tipp geben können.

Im Zuge einer Studienarbeit schreibe ich gerade an einem Drehbuch. Einige Sequenzen spielen "Irgendwo in Afrika" :wink: , genauer gesagt in der Sahara. Normalerweise mag ich es nicht, über Land und Leute und Dinge zu schreiben, die ich nicht wirklich kenne, da es sich dabei aber nur um ein Setting für Charaktere handelt, spielt Realismus keine große Rolle.
Trotzdem bin ich jetzt an einen technischen Knackpunkt gestoßen. Einer der Protagonisten filmt beruflich Tiere.

Wie geht das überhaupt? Ich erinnere mich an die Dokus von Andreas Kieling in Kanada und Alska oder Tim Cope, der durch ganz Asien geritten ist. Beide behaupten, alleine in menschenleerer Wildnis unterwegs zu sein, und schleppen eine mittelgroße Filmkamera mit sich herum. Woher kriegen die ihren Strom? Wo speichern sie ihr Filmmaterial?

Als ich vor einigen Jahren durch Nepal gestapft bin, hatte ich auch gefilmt. Aber das war eine typische kleine Handkamera und die musste ich jeden Abend neu aufladen. Bei einer Profikamera stelle ich mir das komplizierter vor.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Liebe Grüße
Jerrit
seppr
Beiträge: 217
Registriert: Mi 13. Feb 2013, 21:04

Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von seppr »

Das ist eine gute Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe: Wie machen die das ?

Nicht nur die technischen Details, auch die Insider-Informationen. Wo findet man wann welche seltenen Tiere. Ich glaube, das geht nicht ohne lokale Führer. Und diese wissen dann auch, wo man die Akkus lädt, wo man sich Material und Hilfe für dies oder das holt etc.
Bei den Filmaufnahmen selber sind die Kameraleute dann alleine auf sich selbst gestellt. Aber man darf, glaube ich diese Aussage "allein unterwegs" nicht zu wörtlich nehmen. Das gilt nicht für die gesamte Unternehmung.

Laut seinen Berichten und Filmen ist das bei Michael Martin anders, der scheint wirklich allein bzw. mit seiner Kamerafrau im Zweierteam allein zu sein. Ist auch einfacher, der ist nicht abhängig von so speziellen Insiderinformationen wie ein Tierfilmer. Aber seine Akkus muss er doch irgenwo bei einem Übernachtungsstop laden.

Ich selbst bin zwar kein Tierfilmer aber ein Birder, also Vogelsucher. Und das ist in manchen Regionen schon schwierig genug. Wenn ich in einem Land regelmäßig auf Pirsch gehe, dann weiß ich nach einigen Reisen wo ich suchen muss. Aber die prominenten Tierfilmer habe ja die ganze Welt, und davon immer die seltensten oder abgelegensten Reviere auf ihrem Programm. Und das kann mir keiner weis machen, daß die von einem Kontinent zum anderen jetten und dort ohne Locals sofort die besten Plätze finden.

Sepp
Jerrit
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Registriert: Mo 16. Dez 2013, 00:03

Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Jerrit »

Ja Sepp, so einfach ist das wahrscheinlich. Also Tierdokuliebhaber wollte ich darüber wohl einfach nie nachdenken, wird mir klar. Aber es ist eben nicht alles Gold, was glänzt.

Kieling ist ja das schönste Beispiel für Filmbusiness, als er 2012 in die Schlagzeilen kam, weil seine Lausitzer Wölfe keine Lausitzer Wölfe sondern slowakische, dressierte Wolfshunde waren. Damals hieß es, dass Tierfilmer auch schon mal 250 Stunden auf der Pirsch liegen müssen, um einen echten Wolf vor die Linse zu bekommen.
Und David Attenbourough ist wohl das perfekte Beispiel für das, was du meinst. Aber der versucht ja auch niemandem etwas vorzumachen, wenn er wie frisch aus dem Büro kommend im Amazonas steht:)

Es ist nur schade bei eben diesen Dokus, wo felsenfest behauptet wird, der einzige Mensch in Tausend Meilen Umkreis zu sein. Schöner ist da schon Ewan mcGregors "Long Way Round" - da waren Kameramann und Filmteam auch immer Teil des Films. Hat dem ganzen keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil.

Jerrit
Mischa Prey
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Mischa Prey »

Hallo Jerrit,

hättste mal gegoogelt, hättste auch eine Lösung gefunden. Ich hab's halt mal für Dich gemacht:

http://www.colorfoto.de/ratgeber/strom- ... 23701.html

Gruß

Mischa
Jerrit
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Jerrit »

:lol:

Als ich die Frage gepostet habe, war mir schon klar, dass mir einer von euch die Ohren langzieht, weil man auf dies oder das ja auch selber kommen könnte. Ich hab gegoogelt, bin da aber nicht drauf gekommen. Auf Solarenergie hätte ich ja auch ohne googeln kommen können. Bin ich aber auch nicht. Wie war das nochmal mit dem Wald und den Bäumen?

Danke für den Tipp!
lukas1980
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von lukas1980 »

seppr hat geschrieben:Wo findet man wann welche seltenen Tiere.
Im Zoo. Wenn das seltene Vieh einfach nicht vor die Linse springen will, wird die eine oder andere Aufnahme halt im Zoo gemacht. :lol:
Guido3

Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Guido3 »

Hallo,

wenn man nicht auf einer reinen Trekking- oder Klettertour ist, dann gibt es ja immer ein Fahrzeug: Auto/Motorrad/LKW. Mit einem Spannungswandler kann man aus den 12-24V Bordspannung dann 230V Wechselstrom generieren (bei den guten Spannungswandlern wirklich sinusförmig, bei den billigen trapezförmig). Damit kann man ganz normal sämtliche Akkus laden, problemlos Notebook und sonstige Geräte betreiben und alles redundant auf verschiedene Festplatten sichern. Einfache Spannungswandler gibt es ab 20 EUR. Mit so einer hunderte Euro teuren Solarlösung kann man dagegen nicht alle Geräte betreiben.

So eine große BBC-Produktion hat sicherlich mehrere Fahrzeuge und einen Generator dabei.

Beste Grüße

Guido
Ulli Dorn
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Ulli Dorn »

Wir hatten im Laufe der Jahre hin- und wieder die Gelegenheit, Teams aus dem Naturfilmbereich kennen zu lernen. Unser Eindruck ist (und der wurde von den Profis auch immer wieder bestätigt), dass sich die Szene im Laufe der Jahre sehr verändert hat. Wenn man sich z. B. mal die Teams vom NDR Naturfilm anschaut, die noch vor 20 Jahren unterwegs waren, findet man überwiegend kleine 2 Mann Unternehmen. Heute gibt es die kaum noch. Das liegt vor allem daran, dass der Aufwand, um nach heutigen Maßstäben sendefähiges Material zu erstellen, drastisch gestiegen ist. Das betrifft zum einen die reine Aufnahmetechnik wie auch die Dramaturgie in der Aufnahmen. Einen Natur- oder Tierfilm im Stil der '80er oder '90'er würde heutzutage kein Sender mehr kaufen. Die Trendsetter in Europa sind dabei die BBC, die einfach mit vergleichsweise riesigen Budget arbeitet.

Zuletzt hatten wir ein BBC Team in Zambia kennengelernt. Für eine 45 Minuten Doku waren ein 4 Mann Team 2x 3 Monate im Land. Selbstverständlich kam die lokal angeheuerte Crew hinzu: Fahrer, Helfer, Koch und im Laufe der Zeit mehrere Guides. Zudem war das Team mit reichlichen und teuren Sondergenehmigungen ausgestattet, um dort drehen zu können wo es für jeden anderen verboten ist. Die Frage wo die ihre Akkus aufladen stellte sich dabei jedenfalls nicht.

Bei Leuten wie Michael Martin mag das natürlich anders aussehen, aber der ist ja eigentlich auch kein Filmemacher.

Gruß

Ulli
schnorr
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von schnorr »

schöner link auf die color-photo-seite, danke!

warum stellst du nicht einfach mal deine frage an die profis selber. z.b. an andreas kieling über facebool?
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Jerrit
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von Jerrit »

@ UlliDorn: Man merkt das den Tierfilmen auch an. Nicht nur die Produktion hat sich geändert, auch die Art der Dokumentation und der Unterton. Die großen BBC Sachen meine ich da noch nicht einmal, sondern eher die kleinen, die in den letzten Jahren manchmal stark an MTV erinnerten ... reißerischer und mit weniger Informationen bestückt.

Aber nochmal danke an alle. Ich bin mächtig viel schlauer als vorher und habe jetzt alles was ich brauche.

Liebe Grüße
Jerrit
seppr
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von seppr »

Es gibt auch heute noch ein gut eingespieltes 2-Mann Team, das ähnlich wie früher ihre Filme dreht und produziert: Arendt und Schweiger siehe link: http://www.tierevorderkamera.de/40213.html

Ich passe bei deren Filmen immer genau auf, ob die Kamera einen Schwenk macht, obwohl beide auf dem Bild sind. Aber das kommt meines Wissens nie vor. Also doch nur ein Zweierteam.
Ihre Ausrüstung haben die aber im Unimog und da passt schon was rein.

Und trotzdem: Die nutzen sicher auch ortskundige Führer, die ihnen die Stellen verraten und die Genehmigungen beschaffen. Und warum sollte das ehrenrührig sein. Nein, das ist selbstverständlich.

Sepp
schnorr
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von schnorr »

ein schwenk geht ja auch per fernsteuerung(per smartphone exakt zu programmieren) und servos
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
juliaue
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Re: Filmkameras in der Wüste - eine Verständnisfrage

Beitrag von juliaue »

ja aber ich habe die frage eher so verstanden das es nicht hauptsächlich um den tierfilmer und die tiere geht sondern eher die filmtechnik
ich bin fotografin und vor kanpp 2 jahren ahbe ich auch den film von tim cope gesehen und bis heute frage ich mich wie er das mit strom kamera lasten und zb an einer stelle im film sieht man wie er ne sms bekommt- naja wie er das gemacht hat denn er war meine ich wirklich alleine unterwegs bis auf eben die leute die er unterweg getroffen hat. also das würde mich echt interssieren
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