Libyen nach der Wahl

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Turi
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Turi »

Hallo Andreas
Das die Golfstaaten hinter den "Islamisten" stecken ...... das war mir schon lange klar

ich verstehe nicht warum diese Zusammenhänge nicht so richtig öffentlich gemacht werden.
Weil auf der einen Seite die Islamisten vom Westen, wer das auch immer ist, bekämpft werden, aber auf der anderen Seite man gewissen Staaten nicht weh tun will, Geld bzw Öl regiert eben doch die Welt.
Würden andere Staaten die Islamisten so offensichtlich unterstützen, würde der Westen, sprich der Ami, mit aller Härte gegen sie vorgehen.
Hier wird doch das Ross am Schwanz aufgezäumt, da werden die Symtome bekämpft, die Ursache bleibt unbehelligt.
Das ist ähnlich wie wenn man den Leuten sagt, sie dürfen keine Kondome benutzen, aber Aids bekämpft. :bang:
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Darf man diesem Artikel Glauben schenken, dann waren Kampfjets aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an den Luftschlägen gegen islamistische Milizen am Tripoli Airport. Angeblich haben sie Airbasen der Ägypter genutzt, was von deren Seite abgestritten wird. Al Sissi hat vor einigen Wochen durch die Blume angekündigt, in Libyen eingreifen zu wollen.

Libya crisis: US 'caught off-guard' by air strikes
US officials say Egypt and the UAE were behind air strikes in Libya last week that targeted Islamist-linked militia.
A senior US official told the BBC that Washington was not consulted about the attacks and was "caught off-guard".

The air strikes on militia positions around Tripoli's international airport were reportedly carried out by Emirati fighter jets using bases in Egypt. The Egyptian authorities have denied involvement, and there has been no direct comment from the UAE. mehr...

Grüsse
Alexander
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PeterM
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von PeterM »

..und wer glaubt ihr wartet und fliegt die Vögel?
Den reichen Golf-Arabern gerät ihr Geist aus der Flasche, und reinstopfen darf ihn wieder der vielgeschmähte Cowboy mit europäischem Anhang.

Grüsse
Peter
Wolfgang K
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Das die Golfstaaten hinter den "Islamisten" stecken ...... das war mir schon lange klar
So einfach ist es wohl nicht.

Dass Gelder aus diesen Ländern kommen, bedeutet nicht, dass es (nur) die Staaten / Herrscher selbst sind bzw. dass es zwingend der Staatsraison entspringt. Die Gelder dürften überwiegend aus Stiftungen kommen, die offiziell „frommen“ Zwecken zur Verbreitung des Glaubens dienen. Welche Mittel dann zu diesem Zweck finanziert werden ist sicher vielfältig und oft nicht auf den allerersten Blick sichtbar. Die Grenze zwischen Wohltätigkeit von salafistischen oder anderen steinzeitkonservativen Organisationen und Finanzierung von Djhadisten dürfte vollkommen fließend sein, zumal viele die hier Spenden und diejenigen die Spenden verwalten bei der Unterscheidung selbst Probleme haben dürften. Definitiv wird aber großzügig weggesehen, wenn Geld in nicht wirklich saubere Kanäle fließt. Wirklich nachschauen will aus den betreffenden Ländern auch niemand.
Selbst wenn es nicht zu einer direkten Finanzierung von Djihadisten kommt, sorgen die Tätigkeiten dieser Stiftungen zumindest für die ideologischen Grundlagen, auf deren Basis dann Leute auch als „aktive“ gewonnen werden. In dieser Weise stecken Leute aus den Golfstaaten durchaus „hinter“ den Djihadisten.

In den orientalischen Cafes setzt man gerne finanzielle Flüsse aus solchen Kanälen mit der zielgerichteten Absicht gleich, Terrorismus zu „erzeugen“.
Die Argumentation hat ihren Charme, weil man somit für das Problem einen Schuldigen von Außen gefunden hat.

Und allein das Angebot an konservativem „Repertoire“ in den aus solchen Quellen finanzierten Moscheen, in die man direkt die „richtigen“ Imame gesetzt hat reicht nicht aus. In Bosnien z.B. haben sich die Spender ihre Kampagnen viel kosten lassen.
Für die erzkonservativen Prediger hat sich aber niemand begeistern können.
Es muss also noch andere Gründe geben, warum in bestimmten Ländern und bestimmten Kreisen die Saat so gut aufgeht – und dann das Unkraut höher wächst als gewollt.

Es braucht ja auch Idioten die mitmachen und Geld (als Söldner) kann einer, aber nicht der alleinige Anreiz sein. Ohne eine gewisse Zustimmung oder zumindest Akzeptanz in der persönlichen Umgebung geht es auch nicht.

Grüße
Wolfgang
philipp aka fipsicola
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von philipp aka fipsicola »

naja,
im ersten weltkrieg sind die deutschen auch mit hölderlin in der brusttasche aus den gräben und ohne angst aufgestanden...
und erschoßen worden...
grüße
philipp
Kuno
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Und wie wenn es nicht schon seit langer Zeit bekannt waere, bemerkt man wieder einmal, dass die radikalen Supporter in Europa sitzen - diesmal ist es Ghariani, der seine Leute aus der Residenz in England heraus anfeuert:

http://www.theguardian.com/politics/201 ... l-ghariani
Alexander
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Libya Shuts Refinery

Beitrag von Alexander »

Die libysche Erdölförderung leidet unter den Unruhen im Land. Eine Raffinierie, die 120000 Barrel Öl pro Tag fördert, wurde aufgrund von Schäden nach Kämpfen mit bewaffneten Gruppen geschlossen.


Libya Shuts Refinery

The 120,000 bpd Zawiya refinery in Libya has been shut in after storage was damaged in fighting between armed groups. The El Sharara field feeding the refinery also remains closed, said Ibrahim al-Awami, head of the inspection and measurement department at the oil ministry in a Reuters report.

The shut in of the El Sharara brings Libya’s production down to about 670,000 bpd according to NOC.

It is not know when the refinery or the El Sharara field will be up and functioning again.

Quelle: Petroleum Africa

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Dernas "Shoura Council of Islamic Youth" soll sich kürzlich zu Daesh bekannt haben (so nennt man mittlerweile die Organisation, die sonst unter IS bekannt ist).

Viel Gutes gibt es aus Libyen nicht zu berichten. Und die wenigen guten Nachrichten - zum Beispiel, dass ein über Monate gefangen gehaltener englischer Lehrer freigekommen ist oder dass man in Misurata etwa hundert Taorgi, welche seit 2011 eingesperrt waren freigelassen hat (weil sie schlichtweg nichts verbrochen hatten) täuschen genausowenig über die sich verschlechternde Situation hinweg, wie Meldungen, dass in Tripoli seit einiger Zeit nicht mehr geschossen wird und dass es jetzt wieder Benzin gibt.
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

In Bengasi gibt es wieder einen Zwischenfall:


Islamistenangriff auf Bengasi: Zwölf libysche Soldaten getötet

Stützpunkt nahe des Flughafens wurde von Miliz angegriffen

Bengasi - Bei neuen Gefechten zwischen islamistischen Milizen und libyschen Soldaten sind in der östlichen Hafenstadt zwölf Soldaten getötet worden. 45 weitere Soldaten seien verletzt worden, berichtete die libysche Nachrichtenseite Al-Wasat am Samstag unter Berufung auf das örtliche Krankenhauses. mehr...

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Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Islamistische Milizen kämpfen gegen die Regierungstruppen, und sie bekämpfen sich auch untereinander. Tausende sind auf der Flucht.


Libyscher Bürgerkrieg: 100.000 Menschen fliehen vor Kämpfen in Tripolis

In Libyen setzen sich die Kämpfe zwischen bewaffneten Milizen und Regierungstruppen fort - zum Leidwesen der Zivilbevölkerung. Laut dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen sind knapp hunderttausend Menschen auf der Flucht. mehr...

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:Islamistische Milizen kämpfen gegen die Regierungstruppen, und sie bekämpfen sich auch untereinander. Tausende sind auf der Flucht.
Die Gegenüberstellung von "Islamisten" und "Regierung" stimmt so nicht. Seit einigen Monaten haben wir in Libyen eigentlich eine recht klare Situation, welche jedoch in Europa von den Experten und Medienvertretern kaum aufgenommen wird.

Wir haben die gewählte Regierung (House of Representatives) welche in Tobruk und manchmal in Beida sitzt. Zu dieser hat sich Khalifa Haftars "Operation Dignitiy" bzw seine Libyan National Army (welche jedoch nicht die offizielle allerdigns de facto nicht existierende Libysche Armee darstellt) bekannt. Auch die starke Zintani-Miliz, welche bis zum Sommer Tripoli kontrollierte hat sich nach ihrer schweren Niederlage udn der Vertreibung aus Tripoli zu Haftar und somit zum HoR bekannt.

Auf der anderen Seite haben wir den General National Congress (GNC) dessen Mandat im Februar 2014 endete und der durch das gewählte HoR ersetzt werden sollte. Dessen stärkste Vertreter, die in der neuen Regierung aber nicht mehr dabei waren kamen aus Misurata. Nachdem sie aus der Regierung heraus waren haben sie ihre Miliz aufgeboten und sich mit Gewalt wieder an die Macht in Tripoli gebracht - und die gewählte Regierung musste nach Tobruk flüchten. Mittlerweile ist da aber nicht mehr nur von der Miliz aus Misurata zu reden sondern die "Operation Libyan Dawn" ist ein recht gut organisiertes Sammelbecken von verschiedenen bewaffneten Verbänden.

Wir haben also zwei Regierungen welche jeweils wieder auf zwei recht starke militärische Verbände zurückgreifen können - und welche sich mittlerweile direkt bekämpfen. Die Regierungen sidn allerdngs keine wirklichen Regierungen sondern nur das Aushängeschld ihrer potentesten Mitglieder.

Daran kann man eigentlich nun alles aufhängen.

"Operation Dignity" hat in Europa und den USA Sympathien, weil siein Benghazi militärisch gegen die "Ansar as-Sharia" vorgehen. Die haben die langen Bärte. Um nicht mit der AAS in einen Topf geworfen zu werden und den Support der Türkei nicht zu verlieren hat sich Misurata bzw. Fajr Libya (Liban Dawn) kürzlich ganz offiziell von AAS distanziert und diese dazu aufgefordert, sich aufzulösen.

Derna ist ein Spezialfall - da haben sich die ganz langen Bärte zusammengetan und sich der Daesh untergeordnet. Allerdings ist man offensichtlich mit sich selber beschäftigt und greift nicht in den grossen Machtpoker im Land ein. Operation Dignity auf der anderen Seite hat bisher Derna nicht angegriffen.

Und m Süden? Nun, die Tubu haben sich an Operation Dignity gehängt und die Tuareg an Fajr Libya - und schlagen sich nun in der guten alten Tradition die Köpfe ein. Die Berber haben sich von den Zintani abgewandt und sind aktuell mehr oder weniger auf der Seite von Fajr Libya.

Etwa so schaut esnach meiner Kenntnis / Auffassung aus.
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Brand im größten Öllager Libyens breitet sich aus

Tripolis - Im größten Öllager Libyens breitet sich das von einem Granateinschlag ausgelöste Feuer weiter aus. Wie die Zeitung "Al-Wasat" online berichtete, griffen die Flammen am Samstag auf einen fünften Tank im Es-Sider-Depot über. Experten gingen davon aus, dass die Löscharbeiten noch mindestens eine Woche andauerten. In dem Depot lagern insgesamt 17 Öltanks. mehr...

Ob da jemandem der niedrige Ölpreis nicht behagt? Würde sich so ein Ausfall überhaupt auf den Ölpreis auswirken?

Grüsse
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Als ich vor gut einem Monat in Tripoli war habe ich einen Mann, der im beim Angriff auf den Flughafen aktiv dabei war gefragt, warum sie denn den Flughafen zerstört hätten. Die Antwort war für mich recht verblüffend, denn ich erwartete etwas wie: "Da ist was schief gelaufen"oder "...verirrte Raketen*. Aber nein, so war es wohl nicht. Er meinte, dass die Zitani, die damals den Flughafen besetzt hielten ihnen erklärt hätten, dass sie die Stadt übernehmen könnten, die Zintani aber den Flugplatz behalten würden und dass sich ja eh niemand trauen würde, am Flugplatz zu kämpfen...
...und da hätten sie hin halt einfach zusammengeschossen um denen das Gegenteil zu beweisen. Als grosses Problem sah er das nicht an, denn man sei ja eh dabeigewesen, einen neuen Fugplatz zu bauen und innert zwei Monaten könne man leicht einen neuen Flugplatz in Betrieb nehmen.

So. Ich befürchte, dass es mit dem Tanköager ganz ähnlich abgelaufen ist. Denn die angreifer waren dieselben, wie schon beim Flughafen.
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Nach Kämpfen in Benghazi nahmen Milizen ein Haus ein, in dem sie etwas Bargeld vorfanden. Anscheinend traute der Besitzer seiner Hausbank nicht.
geld.jpg
Grüsse
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Ok- die roten sind 5-er Noten und die grünen 10-er. Soviel ist das nicht. Und wenn man bedenkt, dass die Banken oft die Herausgabe von Geld verweigern oder sehr einschränken, dann wird es klar, warum die Leute ihre Kohle leiber im Hause haben...
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