Europa in Afrika
Die Moschee des Stierkampfs
06.09.2009 - FAZ
Die staubigste Gestalt in dieser europäischen Stadt in Afrika ist Francisco Franco. Weil die Festungsmauer gerade mit Fördergeldern der Europäischen Union, einem Arbeitsbeschaffungsprogramm der spanischen Regierung und Presslufthämmern restauriert wird, musste der "Generalísimo" in ihrem Palmenschatten zu seinem eigenen Schutz in strapazierfähiges Plastik gehüllt werden. Die Statue des im Jahr 1975 gestorbenen Diktators ist die letzte auf einem öffentlichen Platz in Spanien. Und die Autonome Stadt Melilla, die ebenso wie das benachbarte Ceuta von Marokko begehrlich beäugt wird, ist in mannigfacher Weise so spanisch, wie sie nur sein kann. Franco, der unter der Verpackung einen Sombrero, einen Spazierstock und um den Hals ein Fernglas trägt, steht hier noch mit ausdrücklicher Billigung der konservativen Stadtregierung als ehemaliger "Kommandant der Legion". Er blickt natürlich über das Mittelmeergestade hinaus auf das Festland - so wie die etwa 75 000 Melillenser, seien sie Christen oder Muslime ... mehr
Gruß
Birgitt
Melilla - Europa in Afrika
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