Nordafrika wird klein

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Mia
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Nordafrika wird klein

Beitrag von Mia »

Wenn ich mir eine Karte von Nordafrika anschaue und eine Reise planen würde, blieben zur Zeit nicht viele Länder in die man unbedenklich fahren könnte. Trotz zunehmend moderner Kommunikationstechnik scheint es mit der zwischenmenschlichen Verständigung nirgendwo mehr so richtig zu klappen.
Ich habe dann mal gegoogelt. Forderung: Respekt vor Religion und Kultur

Dort fand ich zum Beispiel diese 3 Seiten:

http://www.ulm.de/politik_verwaltung/au ... 6,3571.htm
http://www.gips-schuele-stiftung.de/pdf ... chulen.pdf
http://www.studentenwohnheim-mahatma-ga ... /index.php

Doch ich habe den Eindruck, daß sich trotz aller Bereitschaft, ich nehme jetzt nur mal Europa, sich fremden Religion und Kulturen zu öffnen, die Welt sich immer mehr verschließt.


Was denkt Ihr dazu
Mia
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
Alexander
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Re: Nordafrika wird klein

Beitrag von Alexander »

Hallo Mia,
Mia hat geschrieben: Trotz zunehmend moderner Kommunikationstechnik scheint es mit der zwischenmenschlichen Verständigung nirgendwo mehr so richtig zu klappen.
Ich habe dann mal gegoogelt. Forderung: Respekt vor Religion und Kultur
Die Qualität der Kommunikation liegt m.E. nicht daran, wie alt oder modern die Kommunikationstechnik ist. Vielmehr finde ich die Art und Weise wie kommuniziert wird und vor allem was kommuniziert wird ausschlaggebend.

Was ich in deinen Links lesen kann, klingt vielversprechend. Gleichbehandlung, Integration, Bildung für alle, Anhebung des Bildungsniveaus, national wie international.

Sollten diese Ziele verwirklicht werden können, werden wir alle profitieren – national und international.

Die Verwirklichung dieser Ziele ist ein langwieriger Prozess. Nicht nur weil national und international nicht immer die gleiche Sprache sprechen. Dieser Prozess ist es aber wert, durchlaufen zu werden.
Mia hat geschrieben:Doch ich habe den Eindruck, daß sich trotz aller Bereitschaft, ich nehme jetzt nur mal Europa, sich fremden Religion und Kulturen zu öffnen, die Welt sich immer mehr verschließt.
Warum verschließen sich die Menschen immer mehr anderen Kulturen und Religionen?
Ich möchte einige Gründe aufzählen, die m.E. für diesen Verschluss mitverantwortlich sind:

Presse/Medien:
Wenn ich den Pressewald durchforste, finde ich kaum positive Meldungen bezüglich Annäherung von Kulturen und Religionen. Man findet nur Berichte über Gewalt und Terror. Ich vermute, dass es einfach daran liegt, dass Aufsehen erregende Berichte wirtschaftlich für die Presse interessanter sind, als Berichte, die von der "heilen Welt" verkünden. Auch in diesem Zusammenhang gilt der Spruch: Sex sells. Hier müsste ein Umdenken der Medien einsetzen, zweifle jedoch, dass dies in absehbarer Zeit geschehen wird.

Radikalismus/Neonazismus/Rassismus:
Es gibt in Europa eine, statistisch gesehen, Minderheit (tatsächlich ist sie aber immer noch zu groß) die radikal gegen jedes Bemühen vorgehen kulturelle oder religiöse Offenheit zu praktizieren. Gestern bin ich auf meiner Suche im Internet auf Seiten gestoßen, die den blanken Hass gegen alles propagieren, was nicht national ist. Selbst hier im Forum finden sich immer wieder "Hassprediger", die ihr Gedankengut verbreiten und ich sie aus unserer Forengemeinschaft ausschließen muss.

Diese Gruppe verursacht wohl den größten Lärm und spielt mit dem nächsten Punkt, den

Ängsten der "nationalen" Bevölkerung:
Die meisten Menschen scheuen sich vor dem, was sie nicht kennen. Fremde Menschen, andere Hautfarbe, andere Sprache, andere Kultur, andere Religion. Fremde Wertvorstellungen, die mit den eigenen vielleicht sogar nicht vereinbar sind. Diesen Ängsten kann man mit Aufklärung begegnen, was mich wieder zu deinen drei Links zurück führt.

Religiöser Fanatismus:
Den letzten Punkt, den ich hier aufführen möchte. Religiösen Fanatismus gibt es auf allen Seiten: Christentum, Islam, Judentum. Hier brennt eine Kirche dort eine Mosche.
Der Radikalismus verursacht auch wieder Angst bei der "nationalen" Bevölkerung (siehe Punkt oben) und der Kreis schließt sich wieder. Ich meine aber auch zu erkennen, dass diese Fanatiker einer Minderheit angehören, auch wenn sie vom Gewaltpotential und der Presseaufmerksamkeit die besten Einschaltquoten bekommen.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Kulturen und Religionen, ja sogar innerhalb der gleichen Kultur und der gleichen Religion wird es immer geben. Dazu sind wir Menschen zu individuell und das ist, zumindest teilweise, auch gut so.

Aber deswegen aufgeben? Nein. Was ich in deinen drei Links gelesen habe klingt vielversprechend. Wir dürfen die "Minderheiten", von denen ich oben gesprochen habe nur nicht als Randgruppe betrachten, sondern auch ihnen unsere Aufmerksamkeit widmen und erkennen, dass sie der eigentliche Hemmschuh zwischen der Verständigung von Kulturen und Religionen sind.

Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Mia
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Registriert: Di 10. Mai 2011, 11:47

Re: Nordafrika wird klein

Beitrag von Mia »

Hallo Alexander,
Alexander hat geschrieben:Die Verwirklichung dieser Ziele ist ein langwieriger Prozess. Nicht nur weil national und international nicht immer die gleiche Sprache sprechen. Dieser Prozess ist es aber wert, durchlaufen zu werden.
Deinen Worten kann ich nur beipflichten.
Alexander hat geschrieben:Aber deswegen aufgeben? Nein. Was ich in deinen drei Links gelesen habe klingt vielversprechend. Wir dürfen die "Minderheiten", von denen ich oben gesprochen habe nur nicht als Randgruppe betrachten, sondern auch ihnen unsere Aufmerksamkeit widmen und erkennen, dass sie der eigentliche Hemmschuh zwischen der Verständigung von Kulturen und Religionen sind.
Dies ist ein wichtiger Ansatz. Die reine Existenz einer Kultur oder Religion ist noch nicht der Auslöser für Hemmungen, nein an dem Punkt, an dem Menschen anfangen, Gewalt für die Erreichung ihrer Ziele anzuwenden ist die Grenze zur Kriminalität erreicht.
Im Gegenteil, das ist ein Faktor an dem Sympathien schwinden, das passiert gerade mit dem kleinen Volk der Tuareg.
Außerdem geben sie zur Zeit wichtige Aspekte ihrer eigenen Religion und Kultur auf, zumindest was man von außen beurteilen kann.
Mia
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
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