Stefanie hat geschrieben:Das ist ja erstaunlich: Schmuggler sind also besser im Lesen von Spuren als die Beduinen???
...
...
Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Schmuggler wirklich die beste Wuestenkenntnis in Algerien haben (in Aegypten jedenfalls suchen sie immer wieder gute Faehrtenleser um dem Militaer aus dem Weg gehen zu koennen!)
Was sind eigentlich "Beduinen"
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Kuno
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Was sind eigentlich "Beduinen"
Basierend auf dem Beitrag von Stefanie (und einigen anderen) moechte ich ernsthaft die Frage stellen, wer und/oder was denn eigentlich nun "Beduinen" sind:
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Kuno
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Und bevor jetzt jemand antwortet, ich solle doch bitteschoen zuerst einmal im Wikipedia schauen, mache ich das besser gleich selber:
http://de.wikipedia.org/wiki/Beduinen
Beduine (von arabisch بدوي badawī „nicht sesshaft“, „nomadisch“) bezeichnet einen nomadischen Wüstenbewohner (arabisch: bādiya = Steppe, Wüste), z. B. der arabischen Wüsten, der Sahara, des Sinai und des israelischen Negev. Das Wort badawī wird als Eigenbezeichnung von den Beduinen gewöhnlicherweise gar nicht benutzt. Sie selbst nennen sich arab und im Gegensatz zu sich die Sesshaften (Nichtnomaden), ḥaḑar. Dieser Begriff bezog sich auf Städter und Bauern gleichermaßen und bedeutet im Arabischen: fallāḥūna (fallāḥīn). Darauf wiederum geht der Begriff zur Abgrenzung zu den Beduinen, nämlich Fellache (wörtlich: Spalter = Pflüger) zurück.[1]
Die Beduinen sind Araber und folgen dem Islam. Sie betrachten Ismael als ihren Stammvater.
http://de.wikipedia.org/wiki/Beduinen
Beduine (von arabisch بدوي badawī „nicht sesshaft“, „nomadisch“) bezeichnet einen nomadischen Wüstenbewohner (arabisch: bādiya = Steppe, Wüste), z. B. der arabischen Wüsten, der Sahara, des Sinai und des israelischen Negev. Das Wort badawī wird als Eigenbezeichnung von den Beduinen gewöhnlicherweise gar nicht benutzt. Sie selbst nennen sich arab und im Gegensatz zu sich die Sesshaften (Nichtnomaden), ḥaḑar. Dieser Begriff bezog sich auf Städter und Bauern gleichermaßen und bedeutet im Arabischen: fallāḥūna (fallāḥīn). Darauf wiederum geht der Begriff zur Abgrenzung zu den Beduinen, nämlich Fellache (wörtlich: Spalter = Pflüger) zurück.[1]
Die Beduinen sind Araber und folgen dem Islam. Sie betrachten Ismael als ihren Stammvater.
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Kuno
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Noch ein paar Gedanken dazu:
Beduinen sind Araber > Dann waeren also per Definition Leute mit berberischer Abstammung keine Beduinen.
Beduinen snd nicht sesshaft > Dann sind also die Oasenbewohner keine Beduinen.
Was sind jetzt die Tuareg? Eigentlich keine Beduinen, obwohl sie in ihrer traditionellen Lebensweise doc eigentlich das "Urbild" des nomaden hergeben; oder?
Gibt es eigentlich noch Beduinen? Die allermeisten haben sich doch mittlerweile in einer festen Behausung niedergelassen - oder nennen sie sich nur noch Beduinen?
Beduinen, Faehrtenleser, Schmuggler > Ein Beduine kann doch auch ein Schmuggler, muss aber nicht unbedingt en kapabler Faehrtenleser sein.
Und Beduinen koennten doch auch beim Militaer sein.
Ist vielleicht der Begriff des "Beduinen" nur in den Koepfen der Europaer (so aehnlich wie der dieser sogenannten "edlen blauen Ritter der Wueste"), also eher ein Sammelbegriff, den wir all den Leuten geben, welche halt nicht direkt in den Staedten an der Kueste wohnen?
Beduinen sind Araber > Dann waeren also per Definition Leute mit berberischer Abstammung keine Beduinen.
Beduinen snd nicht sesshaft > Dann sind also die Oasenbewohner keine Beduinen.
Was sind jetzt die Tuareg? Eigentlich keine Beduinen, obwohl sie in ihrer traditionellen Lebensweise doc eigentlich das "Urbild" des nomaden hergeben; oder?
Gibt es eigentlich noch Beduinen? Die allermeisten haben sich doch mittlerweile in einer festen Behausung niedergelassen - oder nennen sie sich nur noch Beduinen?
Beduinen, Faehrtenleser, Schmuggler > Ein Beduine kann doch auch ein Schmuggler, muss aber nicht unbedingt en kapabler Faehrtenleser sein.
Und Beduinen koennten doch auch beim Militaer sein.
Ist vielleicht der Begriff des "Beduinen" nur in den Koepfen der Europaer (so aehnlich wie der dieser sogenannten "edlen blauen Ritter der Wueste"), also eher ein Sammelbegriff, den wir all den Leuten geben, welche halt nicht direkt in den Staedten an der Kueste wohnen?
Beduinen - Naher Osten
in Afrika habe ich diesen Begriff von Einheimischen, ausserhalb von Ägypten, selten bis nie gehört - ausser von Europäern.Kuno hat geschrieben: Ist vielleicht der Begriff des "Beduinen" nur in den Koepfen der Europaer (so aehnlich wie der dieser sogenannten "edlen blauen Ritter der Wueste"), also eher ein Sammelbegriff, den wir all den Leuten geben, welche halt nicht direkt in den Staedten an der Kueste wohnen?
Das englische Wiki hat eine noch umfassendere Beschreibung im Netz
http://en.wikipedia.org/wiki/Bedouin
Zu den arabischen Beduinen in Ägypten und in Libyen gibts einen interessanten Beitrag auf http://lucy.ukc.ac.uk/ethnoatlas/hmar/c ... lture.7858
darin werden die Siwi, als Berber, ausgeschlossen
Gruss
Ursula
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Michael Escher
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Hallo zusammen,
hab grad das noch gefunden:
http://www.swr.de/archiv/islam/lexikon/ ... index.html
Gruss Michael
hab grad das noch gefunden:
http://www.swr.de/archiv/islam/lexikon/ ... index.html
Gruss Michael
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Kuno
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Die Berichte widersprechen sich alle ein wenig...
Gibt es eigentlich wirklich noch Beduinen in Nordafrika? Mir ist in all den Jahren in LY eigentlich keiner begegnet, der noch wirklich im Zelt lebt und mit seinen Tieren von Platz zu Platz zieht? Vielleicht in Aegypten?
Gibt es eigentlich wirklich noch Beduinen in Nordafrika? Mir ist in all den Jahren in LY eigentlich keiner begegnet, der noch wirklich im Zelt lebt und mit seinen Tieren von Platz zu Platz zieht? Vielleicht in Aegypten?
Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Das mit den Beduinen und den Nomaden geht uns Europaeern, die wir hier in der Oase leben, seit vielen Jahren durch die Koepfe. Ich bin kein Ethnologe und hatte bisher auch nicht die Musse, entsprechende Literatur zu lesen. Ich kann versuchen darzustellen, wie hier in Aegypten die Situation ist.
Es gibt noch heute einen Beduinenstamm, der suedlich von el Alamein lebt, Sie haben jede Menge Kamele, sind Nomaden und verdienen ihren Lebensunterhalt auch mit nicht legalen Geschaeften. Weiterhin jagen sie Falken, um sie dann fuer viel Geld in reiche arabische Laender verkaufen.
Ausserdem gibt es die Beduinen im Sinai, die in grossen Teilen ganz oder teilweise sesshaft geworden sind. Vor allem im Sued-Sinai leben sie ueberwiegend vom Tourismus (sind aber auch zumindest teilweise sesshaft geworden). Im Norden gibt es noch einige Staemme, die immer wieder mit der aegyptischen Regierung im Clinch liegen. Diese Beduinen sind, soweit mir bekannt ist, auch noch Nomaden. (Uebrigens weren alle diese auch von der aegyptischen Regierung offiziell als Beduinen bezeichnet(nicht nur von Touristen).
Das mit den Oasen ist etwas anders. Siwa hat (meines Wissens) Berber-Wurzeln. Farafra ist mehr oder weniger kuenstlich nachbesiedelt worden (New Valley Projekt). Hier haben sich in der Ueberzahl Bauern aus dem Grossraum Kairo und Ober-Aegypten niedergelassen. Einige Beduinen, natuerlich seit vielen Jahren sesshaft, gibt es auch. Diese versuchen auch die beduinischen Traditionen zu wahren. Was Baharia angeht, so betrachtet sich etwa die Haelfte der Bevoelkerung als Beduinen (vor vielen Generationen waren sie noch Nomaden), der andere Teil sind traditionelle Bauern (Fellachen). Aus den alten Beduinen-Familien sind auch die ersten Wuestenfahrer entstanden. Diese sind eher in der Wueste als im Ort zu Haus, beherrschen das Lesen von Faehrten, die Orientierung ohne GPS - an den Sternen - koennen ohne den traditionellen Beduinen-Tee nicht leben
. Die Beduinischen Traditionen werden sehr gepflegt (dazu gehoehrt natuerlich auch die Tierhaltung) und dienen auch zur Abgrenzung von Bauern und Staedtern.
Heute sind allerdings schon lange nicht mehr alle Wuestengiudes beduinischer Abstammung (merkt man aber auch!). ...und alle sind sesshaft geworden, wobei es ihnen noch immer leichter faellt, den Lebensmittelpunkt zu verlegen...
Sorry, Kuno, wenn das jetzt eine laienhafte Beschreibung war. So wird aber die Definition hier angewandt und gelebt.
Kleiner Tipp fuer diejenigen, die mehr wissen wollen:
Frank Bliss, Oasenleben. Die ägyptischen Oasen Bahriya und Farafra in Vergangenheit und Gegenwart. Die ägyptischen Oasen Band 2. Bonn 2006.
http://www.bliss-consult.de/cms/front_c ... p?idart=13
Es gibt noch heute einen Beduinenstamm, der suedlich von el Alamein lebt, Sie haben jede Menge Kamele, sind Nomaden und verdienen ihren Lebensunterhalt auch mit nicht legalen Geschaeften. Weiterhin jagen sie Falken, um sie dann fuer viel Geld in reiche arabische Laender verkaufen.
Ausserdem gibt es die Beduinen im Sinai, die in grossen Teilen ganz oder teilweise sesshaft geworden sind. Vor allem im Sued-Sinai leben sie ueberwiegend vom Tourismus (sind aber auch zumindest teilweise sesshaft geworden). Im Norden gibt es noch einige Staemme, die immer wieder mit der aegyptischen Regierung im Clinch liegen. Diese Beduinen sind, soweit mir bekannt ist, auch noch Nomaden. (Uebrigens weren alle diese auch von der aegyptischen Regierung offiziell als Beduinen bezeichnet(nicht nur von Touristen).
Das mit den Oasen ist etwas anders. Siwa hat (meines Wissens) Berber-Wurzeln. Farafra ist mehr oder weniger kuenstlich nachbesiedelt worden (New Valley Projekt). Hier haben sich in der Ueberzahl Bauern aus dem Grossraum Kairo und Ober-Aegypten niedergelassen. Einige Beduinen, natuerlich seit vielen Jahren sesshaft, gibt es auch. Diese versuchen auch die beduinischen Traditionen zu wahren. Was Baharia angeht, so betrachtet sich etwa die Haelfte der Bevoelkerung als Beduinen (vor vielen Generationen waren sie noch Nomaden), der andere Teil sind traditionelle Bauern (Fellachen). Aus den alten Beduinen-Familien sind auch die ersten Wuestenfahrer entstanden. Diese sind eher in der Wueste als im Ort zu Haus, beherrschen das Lesen von Faehrten, die Orientierung ohne GPS - an den Sternen - koennen ohne den traditionellen Beduinen-Tee nicht leben
Heute sind allerdings schon lange nicht mehr alle Wuestengiudes beduinischer Abstammung (merkt man aber auch!). ...und alle sind sesshaft geworden, wobei es ihnen noch immer leichter faellt, den Lebensmittelpunkt zu verlegen...
Sorry, Kuno, wenn das jetzt eine laienhafte Beschreibung war. So wird aber die Definition hier angewandt und gelebt.
Kleiner Tipp fuer diejenigen, die mehr wissen wollen:
Frank Bliss, Oasenleben. Die ägyptischen Oasen Bahriya und Farafra in Vergangenheit und Gegenwart. Die ägyptischen Oasen Band 2. Bonn 2006.
http://www.bliss-consult.de/cms/front_c ... p?idart=13
Gruesse aus Baharia
Stefanie
Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Stefanie
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Kuno
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Stefanie; warum soll dein Bericht jetzt 'laienhaft' sein? Der beschreibt doch offensichtlich genau die tatsaechliche Situation, die man heute findet. Danke dafuer 
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Roger-Tecumseh
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
Kuno hat geschrieben:Stefanie; warum soll dein Bericht jetzt 'laienhaft' sein? Der beschreibt doch offensichtlich genau die tatsaechliche Situation, die man heute findet. Danke dafuer
Dieser Dank verweht wie ein Blatt im Herbstwind! Du solltest ihr besser einen lobenden "astérisque" in Deinem naechsten Druckwerk widmen - das konserviert (vielleicht) ein wenig laenger.
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Kuno
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Re: Was sind eigentlich "Beduinen"
...und was genau wolltest du jetzt eigentlich sagen, Roger? Ich hab's wieder mal nicht verstanden 




