[West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Ralf Kiefer
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[West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Ralf Kiefer »

Hallo,

heute jährt sich die marokkanische Besetzung der West-Sahara zum 40. Mal. Der Deutschlandfunkbrachte heute morgen eine kurze Erinnerung daran.

Gruß, Ralf
Jürgen Kempe
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Jürgen Kempe »

...und heute morgen kam das Thema -auch beim DL-Funk- im Zusammenhang mit der Migranten-Rückführung zur Sprache. (Abkommen lässt MA scheitern wegen Einbeziehug der Westsahara.)

Schönes Wochenende. Jürgen Kempe
Ralf Kiefer
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Ralf Kiefer »

Unsere Bundesregierung verkauft die Westsahara zugunsten des Flüchtlingsproblems. War ja nicht anders zu erwarten.

Bei SpOn:
Außerdem sagte die Bundesregierung der marokkanischen Seite zu, ein Berufungsverfahren der EU gegen ein Agrar- und Fischereiabkommen mit Marokko zu unterstützen. Der Europäische Gerichtshof hatte im Dezember 2015 das Abkommen teilweise für ungültig erklärt, weil darin auch die umstrittenen Gebiete der Westsahara eingeschlossen worden waren.
Was interessiert uns Völkerrecht und der Europäische Gerichtshof? Das ist nur für die anderen da.

Gruß, Ralf
Bäärti
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Bäärti »

Sollte es je in der Westsahara eine Abstimmung geben, wofür sollen sich dann die Leute entscheiden?
Marokkanischer Besatzung oder Polisario-Taliban? :shock:

Gruss Bäärti
.
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
Ralf Kiefer
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Ralf Kiefer »

Bäärti hat geschrieben: Marokkanischer Besatzung oder Polisario-Taliban? :shock:
Wie kommst Du zu der zweiten Einschätzung? Soweit ich weiß ist das Leben in den Lagern rund um Tindouf sehr friedlich, nur nicht im Sinne der Sahrauis, die in ihrer Heimat leben wollen.

Gruß, Ralf
Bäärti
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Bäärti »

Ralf Kiefer hat geschrieben:
Bäärti hat geschrieben: Marokkanischer Besatzung oder Polisario-Taliban? :shock:
Wie kommst Du zu der zweiten Einschätzung? Soweit ich weiß ist das Leben in den Lagern rund um Tindouf sehr friedlich, nur nicht im Sinne der Sahrauis, die in ihrer Heimat leben wollen.
Du hast recht, das Leben in den Lagern ist friedlich - die Polisario-Regierung aber liebäugelt offen mit den Islamisten.

Gruss Bäärti
.
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
landcruiser.
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von landcruiser. »

Ralf Kiefer hat geschrieben: Was interessiert uns Völkerrecht und der Europäische Gerichtshof? Das ist nur für die anderen da.

Gruß, Ralf
Übers Westjordanland oder Guantamo spricht man auch nur wenns politisch opportun ist.

Derzeit braucht man Marokko wg. der Flüchtlinge.

Eine sog. pragmatische politische Lösung "Das Hemd ist einem näher als die Jacke".

In gewissen Grenzen hab ich in der derzeitigen Situation dafür sogar Verständnis.

Ich finde es ausgesprochen schlau in Marokko und Tunesien aktiv zu werden und genau diese Länder jetzt zu unterstützen.

Ich würde das sogar ganz massiv machen, um die an uns "zu binden".

Wenn es eine Chance gibt, dann mit denen.

Außerdem ist der Drops noch nicht gelutscht
Marokko habe zugesagt, entsprechende Anfragen "in aller Regel innerhalb von 45 Tagen" zu beantworten.
Das eröffnet Raum für Nachverhandlungen im Stillen.

Warum? - Weil das ein Freibrief für die Marokkaner ist niemand zu nehmen.

Sie haben nur zugesagt zu antworten; nicht mehr, nicht weniger.

Mit TUN wird es wohl ein etwas deutlicheres "Abkommen" geben, weil der Druck dort höher ist.

Auf jeden Fall keine kurzfristige Lösung, aber eine Chance.

Politik eben, des einen Leid, des anderen Freud oder "immer ein schmutziges Geschäft".

In diesem Fall zieht Westsahara wieder mal den Kürzeren.
Wolfgang K
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Wolfgang K »

Hallo,

wo das Thema gerade aufkommt: Kennt jemand die derzeitigen Bedingungen, Einschränkungen und ggf Nachteile unter denen Sahraouis aus dem von der Polisario beherrschten Teil in den von Marokko beherrschten Teil zurück können. Wem steht das de facto offen? Es heißt sie müssen die Zugehörigkeit zu MA anerkennen. Was noch?
Weiß jemand wie viele Leute das nutzen, oder überhaupt nutzen können? Akzeptiert die Polisario das, oder drohen den Betreffenden umgekehrt Nachteile?

Grüße
Wolfgang
Alexander
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Alexander »

Die Westsahara in der Sackgasse

Vor exakt 40 Jahren, am 27. Februar 1976, proklamierte die Befreiungsbewegung der ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara, die Polisario-Front (Frente Popular para la Liberación de la Saguía el Hamra y del Río de Oro), ihren Staat: die Demokratische Arabische Republik Sahara. Er wird von über 60, meist afrikanischen und lateinamerikanischen, Staaten anerkannt. Kein Staat der Welt akzeptiert völkerrechtlich dagegen die seit 40 Jahren andauernde Besetzung und Annexion des Gebiets durch Marokko. mehr...

Grüsse
Alexander
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Ralf Kiefer
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Ralf Kiefer »

Alexander hat geschrieben:Die Westsahara in der Sackgasse
Dieser Text ist richtig gut und erklärend. Wenn man beim Lesen drauf achtet, welche Rolle die UN einnimmt, dann frage zumindestens ich mich, welche Daseinsberechtigung diese Organisation noch hat. Eine beschämende Rolle.

Gruß, Ralf
Alexander
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Alexander »

Marokko wirft die UN aus der Westsahara, nach dem Ban Ki-Moon im Zusammenhang mit der Westsahara über "Besetzung" durch Marokko sprach. 83 UN Mitarbeiter verließen daraufhin die West Sahara.

UN staffers pull out of Western Sahara mission

Dozens of United Nations international staffers pulled out of their Western Sahara mission on Sunday after Morocco demanded they leave because of Ban Ki-Moon’s remarks about the disputed territory, Morocco’s state news agency and a source said. mehr...

Grüsse
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Westsahara-Streit: UN-Team verlässt Marokko

Beitrag von Alexander »

Noch ein deutscher Beitrag über die Flucht des Papiertigers aus Marokko.

Westsahara-Streit: UN-Team verlässt Marokko

Tausende empörte Marokkaner waren schon gegen UN-Generalsekretär Ban auf die Straße gezogen und hatten angebliche Ansprüche auf die Westsahara bekräftigt: Nun mussten dessen Mitarbeiter sogar das Land verlassen. mehr...

Grüsse
Alexander
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Ralf Kiefer
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Ralf Kiefer »

Auch bei Telepolis eine nicht gerade positive Einschätzung für die Zukunft.
Die seit langem schwelende Krise zwischen der UN und Marokko hat nun einen neuen Höhepunkt erreicht und die Kriegsgefahr steigt in der Region weiter. Viel hängt nun davon ab, wie der Sicherheitsrat der UN auf die neue Provokation Marokkos reagiert. Der marokkanische Außenminister Salaheddine Mezouar sprach von "unwiderruflichen" Maßnahmen. Man denke in Rabat schon über weitere nach, doch die Umsetzung hänge davon ab, wie der Sicherheitsrat mit der Zuspitzung des Konflikts umgehe.
Gruß, Ralf
Alexander
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von Alexander »

Dieser Artikel ist schon ein Monat alt und ist irgendwie untergegangen. Aktuellere Informationen habe ich leider nicht gefunden.

Panzer rollen: Das Säbelrasseln in der Westsahara wird lauter

Der über 40 Jahre alte Konflikt um die "letzte Kolonie Afrikas" droht erneut aufzubrechen. Lange nicht mehr war Krieg in der Westsahara so nahe wie dieser Tage. Panzer rollen durch jene Teile der Region, die seit dem Ende der spanischen Kolonialherrschaft 1975 von Marokko besetzt sind. In jenen Gebieten, die von der Befreiungsbewegung Polisario gehalten werden, rüsten sich die Kämpfer für einen möglichen Überfall durch die marokkanischen Truppen. mehr...

Grüsse
Alexander
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doncarlos
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Re: [West-Sahara] 40 Jahre Besetzung

Beitrag von doncarlos »

Hi Alexander,
diese Meldung über bevorstehende Militäraktionen in der Westsahara zwischen marokkanischer Armee und den Polisario-Kämpfern scheint nach meiner über Jahrzehnte erworbenen Landeskenntnis eher als "Selbstprofilierungsversuch" der hoffnungslos unterlegenen Polisario-guerilla, die sich zum Jubiläum der marokkanischen Landnahme mal wieder etwas in Szene setzen will.
Man kann zur Rechtmäßigkeit der marokkanischen Saharapolitik stehen wie man will sollte aber doch anerkennen, daß die marokkanische Besiedlung welche mit der miltärischen Besetzung einherging, zu ganz vorzeigbaren wirtschaftlichen Resultaten geführt hat. Man schaue sich nur mal die Straßenbilder in Layoun, Dakhla, Boujdour etc. an, welche sich überhaupt nicht hinter denen im marokkanischen Stammland verstecken müssen - im Gegenteil. Angesichts des überall blühenden Kleinhandels und den unübersehbaren äußerst vitalen KMUS der "Nordmarokkaner" kann man bestimmt nicht von bloßen Potemkinschen Dörfern sprechen, welche Marokko nur als Filmkulisse zur Täuschung der Weltöffentlichkeit hingepflanzt hätte.
Bei meinen häufigen Reisen durch die Gegend suche ich ständig den Kontakt zu den einheimischen Sahraouis und muß natürlich konstatieren, dass von dieser Seite wenig Anerkennung für den unbestreitbaren wirtschaftlichen Fortschritt aufgebracht wird. Der Tenor ist immer wieder ein Lamento über die fehlende politische Unabhängigkeit.
Ich kann dem nur entgegnen, dass ich diesen Wunschtraum nicht teile und auch nicht unterstützen kann. Schon allein nicht deswegen weil wir im südlichen Nachbarstaat Mauretanien ein ganz und gar nicht vorzeigbares un erfreuliches Beispiel vor Augen haben, wohin die politische Eigenstaatlichkeit eines Wüstenvolkes führen kann. Und auch das politische System Algeriens, dem Mutterland der Polisario-rebellion ist ganz und gar nicht dazu angetan, sich eine ähnliche Entwicklung für die Westsahara zu wünschen. Ganz abgesehen von den ziemlich wirren ideologischen Verlautbarungen der Polisario-Führer die alles zeigen bloß nicht eine Reife für demokratische Politik nach einer eventuellen Machtübernahme. In diesem Sinne bekenne ich mich offen als Unterstützer der marokkanischen Wirtschaftspolitik in der Westsahara, die ich nur als eine moderne Entwicklungspolitik im besten Sinne bezeichnen kann. Eine politische Unabhängigkeit - und dies auch noch unter einer möglichen Polisario-führung- erscheint mir als eine bloße Schimäre, die -inschallah- momentan auch nicht auf der Tagesordnung steht. Ich unterstütze hingegen eine politische Teilautonomie der "marokkanischen Südprovinzen" in einem föderal strukturierten Großmarokko. Nach einer längeren Zeit der politischen Machtbeteiligung der einheimischen Sahraouis und der damit einhergehenden kulturellen Identitätsstärkung kann ein Plebiszit dann vielleicht nach weiteren 40 Jahren mit durchaus realistischen perspektiven stattfinden. Solche Entwicklungen erleben wir ja auch in unserem bislang so einheitlich scheinenden Europa und diese können dann bei einer weiterentwickelnden politischen Kultur sicher auch gut tun. Warum also sollte die Polisario ihren "Brexit" nicht besser auf die weitere Zukunft verschieben. Wir sollten nicht länger vor lauter "Befreiungsideologie" im Kopfe die Augen vor der m.E. positiven wirtschaftlichen Realität der Westsahara verschließen.
Dies findet Doncarlos
"Man entdeckt keine neuen Welten ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren" (frei nach A.Gide)
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