IQ / Ueber Ostern in den Iraq... war gar nicht schlimm.

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Kuno
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IQ / Ueber Ostern in den Iraq... war gar nicht schlimm.

Beitrag von Kuno »

Das Wetter in Europa war ja über Ostern so, dass man die Eier, um sie gut verstecken zu können, am besten gleich weiss liess. Grund genug, wieder mal ein paar Tage etwas weiter unten im Süden zu verbringen. Aber nicht durch den Gotthard, denn da stauen sich die Autos immer. Wer würde solche Feiertage (besser „Freitage“) nicht gerne nutzen, um sich wieder mal einen netten Städteflug zu leisten? Gesagt – getan. Samstag Nachmittag ging’s von Zürich aus los. Zuerst nach Dubingen, dort für ein paar Stunden in ein Hotel (was den Aufenthalt bis zum Weiterflug entschieden angenehmer machte) und dann am Sonntag morgen früh wieder nach Norden in Richtung Irak. Immer schön mit einer guten Entfernung vom Iran flog der Pilot den Arabischen Golf hinauf. Erst über dem Shat el-Arab konnte ich wieder was sehen, was nicht Wasser war. Wirklich schön sieht dieses Flussdelta / Schwemmebene eigentlich nicht aus. Dann die Landung auf dem Basra Intl Airport. Sah eigentlich alles gut aus, bis ich in die Empfangshalle kam. Ich weiss gar nicht, wie viele Schlangen da für eines der verschiedenen Visa anstanden. Die Prozedur war weder ersichtlich, noch gaben die Auskünfte der Herren in den verschiedenen Uniformen ein viel klareres Bild ab. Der Entschluss, sich einfach frech an die allerkürzeste Schlange zu stellen erwies sich als goldrichtig. Richtig schnell ging’s aber auch dort nicht. Denn man wurde nicht nur fotografiert sondern man musste auch noch Fingerabdrücke abgeben – und zwar von allen zehn Fingern. Danach sollte man nicht vergessen, noch einmal ein Formular auszufüllen, in welches alle Angaben reinkommen, die man schon für das Visum brauchte. Und schon war ich „draussen“ – der Zoll schaute nämlich nicht besonders interessiert und wollte nicht in meinen Koffer reinschauen. Gut. (Später erfuhr ich, dass sie einem das GPS gerne abnehmen…). Nun konnten wir allerdings noch nicht gleich in unsere Autos steigen – denn Autos dürfen keine zufahren. Also fast keine. Da hat sich jemand ein Monopol gekrallt, damit er mit seiner Flotte von schwarzen Durangos einen Kurzstreckentaxidienst rentabel betreiben kann. Nach ein paar Kilometern kam der erste Strassencheckpoint. Danach konnten wir die Autos wechseln. Der Fahrer sagte, der Landcruiser würde 5,5 Tonnen wiegen. Leer. Glauben kann ich das nicht – aber schwer war die Karre wegen der Panzerung schon. Man merkte es auf jeden Fall beim beschleunigen. Und wirklich wohl fühlte ich mich im Panzerwagen leider auch nicht. Denn wo die verwendet werden, läuft man in Gefahr, in eine Explosion reinzukommen – und ob die Büchse das aushält, kann einem vorher niemand mit Sicherheit sagen. Das Begleitpersonal traute der Sache wohl auch nicht so ganz – sie hatten alle ihre kugelsicheren Westen an. Interessanterweise hatten die Uniformierten an den Checkpoints keine solchen Westen. Dafür Taschenlampen auf dem Helm. Sah spassig aus. Aber um’s Spassen war’s ihnen wohl eher nicht. Die Fahrt in unser Feriencamp dauerte etwa eine Stunde. 12 Checkpoints mussten passiert werden. Viel dichter geht’s nicht. Das Camp war dann auch nicht so der Bringer. Weder familienfreundlich eingerichtet noch wurde sonst viel an Unterhaltung geboten – und an der Doppelten Betonmauer, die die Anlage umgab hatte man sich schnell einmal satt gesehen. Egal – es war ja nur ein kurzer Ausflug und ich wollte nicht wochenlang bleiben… Aber interessant war der Trip schon. Mal was anderes, als das, was man sonst an den langen Wochenenden so macht. Am Dienstag Morgen ging’s schon sehr früh wieder an den Flugplatz – die Passagiere und das Handgepäck mussten 5 Mal durch einen Scanner, bis man das Flugzeug endlich erreicht hatte. Hier sollte man sich genug Zeit einplanen, sonst wird’s eher stressig.

Mein Fazit: Die Gegend südlich Basra ist absolut langweilig dafür aber auch ziemlich kaputtgemacht. Die brennenden Oelfackeln und die verschiedenen Fahrzeuge an den Checkpoints sind das einzig interessante. Zum Ferienmachen eignet sich weder die Gegend noch ist dafür die benötigte Infrastruktur vorhanden – man kann es sich ja mal ansehen, es gibt aber ansprechendere Alternativen, wenn man sich wieder mal einen Kurztrip leisten möchte.
Kuno
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Re: IQ / Ueber Ostern in den Iraq... war gar nicht schlimm.

Beitrag von Kuno »

Hier haette ich noch ein Fotos zum Thema. Es sind natuerlich nur ein paar Eindruecke, die mir persoenlich geblieben sind - um das Land oder auch nur die Gegend wirklich zu entdecken war leider keine Gelegenheit:
Einer der unzaehligen Militaercheckpoints. Ich glaube, davon hat es alle fuenf Kilometer einen...
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Wahlplakate in allen Groessen finden sich an jeder Strassenkreuzung.
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Baueme hat es fast keine - obwohl es ja wirklich viel Wasser hat. Verstehe ich nicht.
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Die "Oldtimer" - welche oft noch im Verkehr sind - sind Amerikaner. Die neueren Autos hingegen kommen praktisch alle aus Fernost.
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Die Landschaft im Shat el-Arab habe ich so in Erinnerung...
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Oel generiert das Einkommen des Landes.
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