Thousands rallied on Friday in the Jordanian capital, Amman, calling for a boycott of next week's parliamentary elections, the first ones since the 2011 Arab Spring. Watched over by police in riot gear, protesters called peacefully for a new electoral law, for a new parliament to appoint a government, for an independent constitutional court, and for an end to corruption.
Interview mit dem Journalisten Tamer Khorma zum kurzen jordanischen Frühling ...
Tunesien, Ägypten, Syrien – die Aufstände in der arabischen Welt brachten ganze Regime zu Fall und lösten sogar einen Bürgerkrieg aus. In Jordanien hingegen waren die Proteste kurzlebig und blieben verhältnismäßig folgenlos. Der Journalist Tamer Khorma war seinerzeit an den Demonstrationen beteiligt. Er erklärt die Ursachen für deren Verlauf und spricht über die derzeitige Situation im Land [...] Interview [...] Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Zukunft in Jordanien? Ich sehe drei Möglichkeiten: Erstens, der Unmut der Bevölkerung über die wirtschaftliche Lage wird so stark, dass es zu bewaffneten Aufständen kommt. Die zweite Möglichkeit wäre ein Militärputsch. Und die dritte Möglichkeit ist die, auf die ich hoffe: Dass der König einsieht, dass Reformen notwendig sind und die wirtschaftlichen Probleme des Landes löst. Nur so kann Jordanien überleben.
In Jordanien plant man die Brot-Subventionen zu kürzen, ein entsprechender Gesetzesentwurf soll in den kommenden Tagen verabschiedet werden. Der Brotpreis könnte danach rund das Dreifache betragen. Mit Protesten muss gerechnet werden ...
Jordan's Lower House of Parliament has approved the 2018 budget bill, which, among other things, cuts state subsidies on bread, a measure that various experts have said could risk inflation and provoke protests. The Senate, loyal to King Abdallah, is expected to approve the bill in the coming days, opening the way for application of the restrictive measures. Various economists predict that the price of bread in Jordan will increase by three times, with inflationary effects that could affect other consumer goods. [...] The executive branch on Tuesday announced it will create a social support system to reimburse the weakest classes, in particular those hit by the elimination of the subsidies.
Jordanien ist eines der wenigen stabilen Länder der Arabischen Welt. Doch weil die Regierung Sparmaßnahmen und Preiserhöhungen angeordnet hat, gibt es jetzt auch hier - teils heftige - Proteste ...
Hunderte Jordanier haben in ihrer Hauptstadt Amman gegen von der Regierung angeordnete Preis- und Steuererhöhungen protestiert. "Das Volk will die Regierung stürzen", riefen die Demonstranten am späten Freitagabend vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Hani al-Mulki. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, die versuchte, die Demonstranten vom Gebäude fern zu halten.
Aufgrund der aufkommenden Unruhen in Jordanien tritt der jordanische Ministerpräsident zurück. Trotzdem wurden für den 6. Juni landesweite Demonstrationen angekündigt.
Tausende demonstrierten gegen die Sparpläne der Regierung: Nun hat Jordaniens Ministerpräsident Hani Mulki dem öffentlichen Druck nachgegeben, er stellt sein Amt zur Verfügung.
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Die Bürger des Königreichs im Herzen der arabischen Welt setzen seit Jahren trotz schwierigster Umstände auf politischen Pragmatismus. Das muss honoriert werden, meint Kersten Knipp - und zwar aus vielerlei Gründen ...
Angesichts der entfesselten Zerstörungswut ringsum haben sie es vorgezogen, sich nicht von politischen und ideologischen Passionen reiten zu lassen. Als "Stimme der Vernunft im Nahen und Mittleren Osten” bezeichnete darum der deutsche Außenminister Heiko Maas das Land bei seinem Besuch im April dieses Jahres [...] Jetzt aber hat es die Jordanier auf die Straße getrieben, aus einem der überzeugendsten und ehrenwertesten Gründe überhaupt: der Forderung nach - mindestens - Erhalt des Lebensstandards. Dieses bröckelt nämlich derzeit, und zwar auch aufgrund einiger Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), die dieser mit einem Darlehen für den chronisch klammen Staat verbunden hat [...] Diese Entwicklung trifft vor allem die armen und mittelständischen Jordanier. Die gehen nun auf die Straße - Berichten von Beobachtern zufolge in weitaus größerer Zahl als 2011, dem Jahr des damals noch so genannten "Arabischen Frühlings". Die Jordanier haben sich bislang in bewundernswerter Weise ihren Pragmatismus erhalten ...
Was könnte in einer historisch jungen Stadt wie Amman zu einem Generationskonflikt führen? Derzeit bilden sich zwei kulturelle Generationskonflikte heraus, wobei eine neue kulturelle Identität der Unabhängigkeit mit einer politisierten ruralen und beduinischen Identität kollidiert ...
Die explosionsartige Verbreitung kultureller Aktivitäten lässt inmitten aller Schwierigkeiten ein Gefühl der Hoffnung entstehen. Während über vorangegangenen Generationen die Wolken politischer Niederlage hängen, sind sich die jüngere Generation – ob nun politisiert oder nicht – bewusst, dass der einzige Weg nach vorne nur buchstäblich nach vorne führt, vorbei an kulturell traditionellen und politischen Werten. Angesichts der harschen wirtschaftlichen Lage Jordaniens ist dies allerdings ein schwieriger Weg.
Tausende Jordanier*innen protestierten während des Ramadan gegen eine geplante Steuererhöhung, so lange, bis der Ministerpräsident zurücktrat. Das Ganze ist bald drei Monate her — und das Land hat sich verändert ...
1. Es geht nicht nur um die Einkommenssteuer
2. Die Proteste: Organisiert ohne Organisation
3. Regierung, IWF und die Strategie von König Abdullah II
4. Stellenwert der Proteste und gesellschaftliche Veränderungen
5. Das Klima danach
Mitte Dezember gingen die Proteste in Jordanien in die nächste Runde ...
In den vergangenen Wochen waren die Demonstrationen in Amman friedlich, doch am Donnerstag gab es erstmals Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen es Verletzte auf beiden Seiten gab [...] Anders als im Juni, als Gewerkschaften zu Protesten gegen das geplante Steuergesetz aufriefen, sind die Demonstranten diesmal kaum organisiert. In sozialen Netzwerken nennen sich einige Jordanier "die Freien vom Vierten" oder "Die Bewegung des Volkes". Doch ihre Forderungen sind dieselben wie im Juni: Ende der Korruption, sofortiger Stopp der Erhöhung von Steuern und der Preise für Lebensmittel, Benzin, Strom. Nach den Protesten im Sommer entließ König Abdallah II. Regierungschef Hani al-Mulki und zog die Steuerreform zurück. Doch am 1. Januar soll sie, kosmetisch verändert, in Kraft treten.
Warum üben die mächtigen Stämme Jordaniens Druck auf König Abdullah und die regierende königliche Familie des Landes aus? Wie die Dokumentation von Aljazeera zeigt, werden die Rufe nach Veränderung im Land immer lauter. Beduinen, Bauern und städtische Aktivisten fordern jetzt alle Reformen von ihrem Monarchen und werden nicht verschwinden. Zusätzlich zu den möglicherweise toxischen Konsequenzen eines US-saudischen Plans zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts steht Jordanien vor enormen Herausforderungen Bei der Krisenbewältigung wird sich die haschemitische Regierung möglicherweise schwer tun. Jordanien und sein König stehen am Scheideweg. Welcher Weg eingeschlagen wird, ist entscheidend für die Zukunft des Landes ...
Jordan and its Hashemite monarchy have long been regarded as stable fixtures in a region often beset by political uncertainty. But King Abdullah II is under growing pressure to reboot a struggling economy, institute constitutional reform, and stand firm against a controversial US-Saudi scheme, the so-called "Deal of the Century" to resolve the Israeli-Palestinian conflict. We sent filmmakers Mariam Shahin, Nada Issa and George Azar to find out why these pressures are becoming difficult for the government to ignore and what effect they are having on the kingdom's delicate demographic balance - between increasingly angry members of its indigenous tribes, known as "East Bankers", and Palestinians who have fled here in the past six decades and become citizens [...] As this film shows, the clamour of voices calling for change is getting louder. Bedouins, farmers and urban activists are all now demanding reforms from their monarch and won't go away. This, added to the mix of the possibly toxic consequences of a US-Saudi plan to solve the Israeli-Palestinian conflict, means you have challenges that the Hashemite administration will have to struggle hard to overcome. Jordan and its king are at a crossroads. Which way they turn is crucial to the country's future.
1921 als Provisorium gegründet, konnte sich Jordanien als eines der stabilsten Länder im Nahen Osten etablieren. Der integrative und flexible Ansatz von Staatsgründer Abdullah und seinen Nachfolgern hat dazu zweifellos einen Beitrag geleistet. Doch die Hundertjahrfeier des Haschemitischen Königreichs ist überschattet von einer wirtschaftlichen Krise und politischem Reformstau ...
Anfang April informierten Königshof und Regierung über eine Verschwörung gegen die „Sicherheit und Stabilität Jordaniens“, die im Keim erstickt worden sei. Über ein Dutzend Personen wurde verhaftet und mit Prinz Hamza auch ein prominentes Mitglied der Königsfamilie unter Hausarrest gestellt. Die detaillierten Hintergründe sind nach wie vor unklar [...] Die Nachrichten über die vereitelte Palastrevolte werfen einen Schatten auf die Hundertjahrfeier, die vor allem dem Königshof ein Anliegen war und den Jordaniern Mut auf die Zukunft machen sollte.