Ich weiss nicht, ob es nun zu unübersichtlich wird, aber ich habe für das Thema einen neuen Thread eröffnet. Hier könnten dann auch andere ihre Erfahrungen posten. Sollte dies nicht gewünscht sein bitte ich die Admins das Thema entsprechend zu verschieben...
Aufgrund der momentanen Situation in Syrien und da wohl einige Reisende auf Infos für einen Transit warten, möchte ich kurz schreiben, wie wir durchgefahren sind.
Wir sind an einem Sonntagmorgen ein- und am Donnerstagnachmittag (26.6. - 30.6.) ausgereist um den Freitag und Samstag (Gebete/Beerdigungen) zu vermeiden. Visum haben wir bereits in Khartoum geholt.
Unsere Route sah folgendermassen aus:
Da wir von Jordanien her gekommen sind haben wir die Autobahn-Grenze bei Nasib genommen. Die Grenze war kaum ausgelastet, allerdings waren wir bei weitem nicht die Einzigen. Wir sahen doch einige Kuwaitis, Saudis und Jordanier die nach Syrien einreisten. Alle Formalitäten gingen freundlich und ohne Probleme von statten. Fahrzeugkontrolle wurde eher gründlich, jedoch nicht schikanös, von einem Zöllner und Geheimdienstler durchgeführt. Danach über die Autobahn (2 Checkpoints, sehr freundlich) nach Damaskus, wo wir uns in einem Hotel einquartierten und die Stadt besichtigten.
Von Damaskus sind wir nach Palmyra weitergefahren und hatten die Ruinen für uns. Wir standen im Camping Al-Baider und waren seit Monaten anscheinend die ersten Reisenden.
Über As Sukhnah, Rusafa, As Saddayn sind wir nach Aleppo gefahren. Auf dieser Strecke wieder einige Checkpoints (alle sehr freundlich und vielfach einfach durchgewunken). In Aleppo haben wir erneut ein Hotel genommen und die Stadt besichtigt.
Von Aleppo aus sind wir über Azaz ausgereist (1 Checkpoint).
Wie wir Syrien erlebt haben: Ich möchte vorab kurz klarstellen, dass das sehr subjektiv ist und in keiner Weise den Anspruch auf eine objektive Lagebeurteilung hat. Ebenfalls möchte ich auf keinen Fall die Situation verharmlosen!! Wir haben während unseren 5 Tagen Aufenthalt in allen drei Städten (friedliche) Demos gesehen, meistens mit ein paar hundert Leuten, alle waren Pro-Regierung. Auf allen Strassen, die wir befahren haben waren Checkpoints. Da wir das erste Mal in Syrien waren können wir nicht mit sonst vergleichen. Die Polizei/Militär war immer sehr freundlich und zuvorkommend und wir wurden vielfach einfach durchgewunken. Man sieht ab und zu Militärtruppentransporte.
Die Leute sind wirklich sehr, sehr herzlich und wenn man durch die Gassen und Souqs läuft wird man überall auf ein Gespräch und Tee eingeladen (hat wohl aber nicht unbedingt etwas mit der jetzigen Situation zu tun). Die Leute schauen einem teilweise an, als käme man von einem anderen Stern. Sie rechnen mit allem, aber nicht mit Touristen. Der Tourismus ist komplett eingebrochen, die Probleme für Leute in dieser Branche sind wirklich existentiell. Die Syrer können auch nicht verstehen warum, Syrien sei doch ruhig bis auf einige Probleme, die aber die Touristen nicht tangieren würden. Auch wir können nichts Negatives über unseren Syrien-Transit berichten, überall erschien es für uns ruhig und wir trafen "courant normal" an. Bis auf die einigen Demos für die Regierung haben wir überhaupt nichts mitgekriegt, was auf eine aussergewöhnliche Situation hindeuten würde. Wie es hinter dieser Oberfläche aussieht, können wir aus unserem Kurzaufenthalt nicht beurteilen.
Was noch zu beachten ist: In Syrien scheint der Diesel im Moment sehr knapp zu sein (viele Tankstellen ohne Diesel, diejenigen mit haben sehr lange Warteschlangen), wir konnten nicht mehr tanken und sind mit Reserve aus dem Land gefahren. Macht keine Freude in der Türkei zu tanken...
Ich hoffe, die Infos sind hilfreich und können anderen Reisenden bei ihrem Entscheid, ob sie durch Syrien reisen, helfen. Sollte was fehlen, einfach melden.
@ Achim: Vielen Dank nochmals für deine Infos, im Forum wie vor Ort!!
Liebe Grüsse aus der Türkei
Roland




