Hallo!
In letzter Zeit fällt mir vermehrt auf, daß die Transkription kein besonders eindeutiges Feld ist. Aus naheliegenden Gründen finden derzeit viele Ortsnamen aus Syrien den Weg in die deutsche Presse. Teilweise muß ich diese Namen laut(malerisch) lesen, um zu verstehen, welche gemeint sein könnten, da die Transkription erheblich von meiner gewohnten abweicht.
Beispiel: die Süddeutsche schreibt heute von "Deir Essor im Osten Syriens", Google Earth kennt "Dair az-Zur" übereinstimmend mit dem Reiseknowhow-Reiseführer, ... Ok, die Beschriftungen der Verkehrsschilder in Syrien sind/waren noch mal ein Kapitel für sich, wobei man dort nicht weiß, für welche Zielsprache mit lateinischen Buchstaben die Transkription erfolgte. In Persien dagegen habe ich die Verkehrsschilder mehrheitlich für den englischen Sprachraum in Erinnerung.
Die Transkription bietet natürlich gerade auf dem Weg von Arabisch/Farsi ins Deutsche ein paar Fallen z.B. betreffend des 'e' bzw. 'a', hier bei der persischen Stadt Maschhad bzw. Meshhed, oder 'i' und 'e' in Esfahan.
Wer legt so was fest? Wie entsteht die "übliche" Transkription? Und warum haben ausgerechnet die Zeitungsschreiber Probleme?
Gruß, Ralf
Transkription arabisch - deutsch
Moderator: Moderatoren
-
Ralf Kiefer
- Beiträge: 1575
- Registriert: Di 1. Aug 2006, 12:13
- Wohnort: nahe Karlsruhe
-
der andere Hans
- Beiträge: 294
- Registriert: Di 13. Nov 2007, 21:35
Re: Transkription arabisch - deutsch
Keiner. Oder alle.Ralf Kiefer hat geschrieben:Wer legt so was fest?
Meine Erfahrung kommt eher aus der Gegenrichtung. Als ich Ende 2007 die Übersetzung des Passinhalts für die Beantragung des Visums für Libyen machen ließ, hat die deutsch Übersetzerin nicht einfach losgeschrieben. Sie hat sich unsere Namen (und den Rest) wiederholt vorgesprochen und hat dann quasi die Lautfolge auf arabisch festgehalten.Ralf Kiefer hat geschrieben:Wie entsteht die "übliche" Transkription?
Bei der Einreise nach Syrien und Jordanien 2009 habe ich die Polizisten (oder was immer die waren) an der Grenze, als sie unsere Namen in ihr Großes Buch aufnehmen wollten, auf die o.a. Übersetzung hingewiesen. Die hat sie nicht interessiert, sie wollten, dass wir ihnen die Namen vorsprechen (auch mehrmals) und haben dann das Gehörte aufgeschrieben.
Auch von einem Bekannten von mir, er ist Palestinenser, habe ich ähnliches gehört. Es gibt wohl eher ein "kann man so schreiben" als das deutsch-gewohnte "das wird so geschrieben".
Sind auch nur Menschen.Ralf Kiefer hat geschrieben:Und warum haben ausgerechnet die Zeitungsschreiber Probleme?
In Syrien selber findet man "Deir Ezzor", sowohl auf offiziellen Schildern als auch auf nicht so offiziellen Gruß, Hans
-
Barbara4x4
- Beiträge: 465
- Registriert: Fr 16. Nov 2007, 13:03
Re: Transkription arabisch - deutsch
Es gibt und gab nie eine einheitliche Transkription aus arabischer in lateinische Schrift. Kann es auch nicht geben, da zu viele verschiedene Sprachen die lateinische Schrift nutzen. Und so gibt es eine französische, britische, deutsche etc. Transkription. In den verschiedenen Sprachen gibt es dann noch unterschiedliche Transkriptionsmoden und -stile.
Ein ch der deutschen T. spräche ein Franzose als sch, er selbst benutzt an dieser Stelle ein kh. Was in D gerne als w daherkommt schreibt der Franzose ou..... Dann noch die Laute, die wir nicht haben, z.B. das ain oder a3 oder a' oder ' - wie schreibe ich diesen Kehllaut in Latein? Hinzu kommt, daß einige Buchstaben wie z.B. das djiem (oder schreib ich's jetzt deutsch: dschiem?) /giem regional unterschiedlich ausgesprochen werden.
Lautmalerisch Lesen ist auch für mich oft die einzige Möglichkeit, die Klippen der Transkription zu umschiffen.
Barbara
Ein ch der deutschen T. spräche ein Franzose als sch, er selbst benutzt an dieser Stelle ein kh. Was in D gerne als w daherkommt schreibt der Franzose ou..... Dann noch die Laute, die wir nicht haben, z.B. das ain oder a3 oder a' oder ' - wie schreibe ich diesen Kehllaut in Latein? Hinzu kommt, daß einige Buchstaben wie z.B. das djiem (oder schreib ich's jetzt deutsch: dschiem?) /giem regional unterschiedlich ausgesprochen werden.
Lautmalerisch Lesen ist auch für mich oft die einzige Möglichkeit, die Klippen der Transkription zu umschiffen.
Barbara




