Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Kuno
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Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Beitrag von Kuno »

Ein recht interessanter Artikel:


"The initial goal of US domination of Africa is outlined in the AFRICOM documents, and names the eviction of China from the continent as task number one."

Und

"...the Anglo-American imperialists would like to eliminate competition for Africa's bountiful resources, continuing a centuries-old policy of raping the Dark Continent and leaving nothing but perpetual internal strife and poverty behind."

Den ganzen Text kann man hier nachlesen: http://allafrica.com/stories/201211021107.html

Macht das so Sinn?
Henrik
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Registriert: Mi 28. Okt 2009, 14:18

Re: Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Beitrag von Henrik »

Interessen gesteuerte Außenpolitik der USA und der ehemaligen Kolonialmächte Europas in Afrika ist nicht wirklich neu. Die historischen Tatsachen: nach der Versklavung, die Ausbeutung von Bodenschätzen, Regimechange, wann immer im geopolitischen oder ökonomischen Interesse etc. Hat sich daran etwas in 500 Jahren geändert ? Warum sollte es auch. Niemand hat ihnen jemals wirklich auf die Finger geklopft (abgesehen von der damaligen UdSSR und denen von ihr unterstützen Staaten in Afrika, und jetzt eben China). Deswegen kann sich diese Frage jeder selbst beantworten (rhetorisch). Um die Antwort vorwegzunehmen: sie machen weiter wie bisher. Interessant an dem Artikel: die zeitliche Koinzidenz militärischer oder geheimdienstlicher Aktivitäten mit der Bekanntgabe von Rohstoffvorkommen.

Wer zum Thema Mali/Niger weiter ließt, dem dürfte in einem der anderen Beiträge nicht entgangen sein, daß die Franzosen Nordafrika immer noch als ihren Einflussbereich sehen und alles daran setzen, ihn verteidigen. Und auch da geht es um Rohstoffe: Uran bei Arlit etc.

Und wenn Herr Niebel davon spricht, daß mit den Islamisten unsere Lebensweise bedroht ist, dann meint er sicher (ohne es zu sagen), daß es vorrangig um die dortigen günstigen Rohstoffe zur Energiegewinnung geht (aber vielleicht auch um andere) Die Deutsche Regierung agiert nicht anders als andere.

Der Begriff Verschwörung wird immer dann gebraucht, wenn man dem Leser die Ungeheuerlichkeit / Unmöglichkeit der Meldung nahelegen will, und den Autor und seine Nachricht diskreditieren oder in Frage stellen möchte.

Grüße, und Danke für den Beitrag Kuno.
marcush
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Re: Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Beitrag von marcush »

Und was machte die UdSSR damals anders als die USA und die ehem. Kolonialmächte? oder China heute?

Marcus
Wolfgang K
Beiträge: 2201
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Re: Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Beitrag von Wolfgang K »

„Interessen gesteuerte Außenpolitik“ ist nichts anderes als ein „weißer Schimmel“

Was sollte eine „nicht interessengesteuerte Außenpolitik sein“? Die sichtbare Stärke mit der Interessen durchgesetzt werden hängt einzig von den Möglichkeiten ab, nicht aber vom Verzicht auf eigene Interessen oder deren Durchsetzung. Keine Groß- oder Regionalmacht hat je auf eigene Interessen verzichtet.

Was solche „Thesen“ nicht ganz zu unrecht in die nähe einer „Verschwörungstheorie“ rückt ist die unterschwellige Behauptung, dass immer ganz bestimmte Staaten in einer Hidden Agenda langfristige Pläne zur Durchsetzung einer vordefinierten Weltordnung schmieden. Dieser Ansatz stammt aus der Zeit des kalten Krieges und er wurde einerseits von den Blöcken als Anspruch an sich selbst definiert und als Vorwurf an den Gegner genutzt. Die einen versprachen die „Freiheit“ und das wurde von der Gegenseite als weltweite „Unterjochung“ durch die Kapitalisten interpretiert. Die Anderen wollten gegen „den Imperialismus“ kämpfen was aus dem anderen Blickwinkel als Streben nach kommunistischer Weltherrschaft bezeichnet wurde. Alles nur ein Krieg der leeren Worte ohne Erklärungskraft.

Wenn man die Entstehung des kalten Krieges verstehen will muss man mindestens bis 1943 zurückgehen. Als sich ein Sieg der Alliierten USA, GB und UDSSR über Nazideutschland abzeichnete war zumindest Churchill früh klar, dass es zu dieser Blockbildung kommen würde. Dabei ging es aber nie um Ideologische Fragen, sondern beiden Seiten nur um den Einflussbereich. Ich schreibe „beiden“, da GB am Ende des Zeiten Weltkrieges keine Großmacht mehr war. Churchill hat es geahnt aber nicht mehr verhindern können.

Die Ideologische Komponente der Auseinandersetzung war nur Zuckerguss und Nebel. Als solches sollte man sie heute nach dem Ende des kalten Krieges bei ernsthaften Versuchen politische Vorgänge zu erklären besser außer Acht lassen. Auch wenn in der Argumentation aus alter Angewohnheit immer mal gerne wieder Schlagwörter benutzt werden, geht es nach wie vor an der Sache vorbei. Mit Schlagworten wie „Imperialismus“, „Kommunismus“ etc. das heutige Weltgeschehen erklären zu wollen ist entweder naiv oder eben: ein Verschwörungstheoretiker. :mrgreen:

Grüße
Wolfgang
Henrik
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Registriert: Mi 28. Okt 2009, 14:18

Re: Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Beitrag von Henrik »

IMHO : eine nicht 'Eigen'Interessen gesteuerte Außenpolitik: eine auf Kooperation, Ausgleich und gemeinsame Interessen fokussierte Politik.

Staaten, die jedoch mit militärischen oder geheimdienstlichen Methoden in anderen Staaten operieren, und dort zu meist geopolitische und wirtschaftliche Eigeninteressen durchsetzen, verfolgen eine andere Politik - eben eine auf eigene Interessen orientierte.

Begriffe, die komplexe oder umfangreiche Zusammenhänge beschreiben, sind deswegen nicht weniger wahr als die Umstände, die ihnen zugrunde liegen. Imperialismus, Kommunismus etc sind weder Schlagworte noch sind sie Kennzeichen von naiver Argumentation. Sie fassen lediglich semantisch verschiedene Eigenschaften und Beziehungen zusammen.

Als Beispiel, die Definition des Begriffes 'Imperialismus' (aus wikipedia):
Als Imperialismus (von lateinisch imperare „herrschen“; imperium „Weltreich“; etwa bei Imperium Romanum) bezeichnet man das Bestreben eines Staatswesens oder dessen Anführers, seinen Einfluss auf andere Länder oder Völker auszudehnen, bis hin zu deren Unterwerfung und Eingliederung in das eigene Umfeld. Dazu gehört eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Nehmen wir also diese Definition her, die uns erlaubt, dem Begriff zugrunde liegenden Eigenschaften und Beziehungen zu bewerten. Ein Staat, den man als 'imperialistisch' bezeichen würde, müßte also oben genannte Eigenschaften aufweisen.

Und siehe da, entsprechend der Definition von Imperialismus verhalten sich in dem Artikel genannte Staaten.

Es gibt auch Außenpolitik, die gemeinsame Interessen zwischen den Staaten sucht, und die sich in Form von Kooperation und Ausgleich manifestiert.

Jeffrey D. Sachs, amerikanischer Wirtschaftsprofessor, und früherer Leiter des UN Millenium Village Projektes, hat vor einiger Zeit in einer Podiumsdiskussion mit dem Guardian die Chinesen sehr für ihr Engagement und ihre Entwicklungspolitik in Afrika gelobt. Es geht also auch anders. (Ich denke, dass ich dazu mal einen Link hier im Forum ge'posted' habe).

Um das Thema Imperialismus in unserer heutigen Zeit mal zu vertiefen empfehle ich die Vorträge und Lektüre von Noam Chomsky.


Grüße
henrik
Kuno
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Re: Afrika / Anglo-Amerikanische Verschwörung

Beitrag von Kuno »

Nebst dem, dass wir alle darauf angewiesen sind, dass wir Rohstoffe aus anderen Laendern beziehen koennen (insbesondere auch die Schweiz, welche praktisch abbauwuerdigen Mengen besitzt), frage ich mich manchmal, warum man mit den Laendern, die die Bodenschaetze besitzen so lange rumeiert...man koennte die Laender doch einfach erobern. Frankreich koennte zB. Mali einkassieren, den Norden militaerisch befrieden und dann gemuetliich und ungestoert das Uran abbauen.

Die Bevoelkerung koennte man als eine Art Arbeitssklaven in den Minen einsetzen - genau so, wie es damals die liebe gute Sowjetunion in Sibirien mit Millionen Menschen gemacht hat.
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